Auch in der Sache selbst scheint etwas in Bewegung geraten zu sein. Am 8. Februar kam es in den Redaktionsräumen des AUGUSTIN zu einer ersten Aussprache mit Dr. Lichtenegger, dem Leiter der Öffentlichkeitsabteilung der Wiener Linien, und Elga Martinez-Weinberger, Pressereferentin von Wiens Finanzstadträtin Brigitte Ederer.
Konsens war immerhin, daß der derzeitige Zustand unbefriedigend ist. Der (zum Scheitern verurteilte) Versuch der Wiener Linien, einzutreiben, was nicht einzutreiben ist (nämlich die Schulden obdachloser Schwarzfahrer), ist mit unnötigem Verwaltungsaufwand verbunden, so sah es auch der Vertreter der Wiener Linien. Es werde zu erheben sein, wie groß der Personenkreis der in die Schuldenfalle Geratenen ist - eine Voraussetzung für eine eventuelle Entschuldung der Betroffenen, die von Dr. Lichtenegger durchaus in Betracht gezogen wurde.
Martinez-Weinberger informierte den AUGUSTIN über die Bildung einer ressortübergreifenden Arbeitsgruppe im Rathaus, die den Auftrag hat, das System der Tarifermäßigungen neu zu überdenken.
Und das ist ja nun wirklich mehr als reformbedürftig. Wie will die Stadtverwaltung Obdachlosen, die rund 5000 Schilling im Monat als Sozialhilfe erhalten, erklären, daß sie den vollen Öffi-Fahrpreis zu zahlen haben, während ein Pensionist, auch wenn er viermal mehr verdient, Anspruch auf den Halbpreis hat?
Eine VerkäuferInnen-Versammlung des AUGUSTIN wird Ende dieses Monats beraten, in welcher Aktionsform die gesammelten Unterschriften überreicht werden sollen. Wien taut, der April tut, was er will, und auch den Sandlern von der Schloßgasse 6-8, dem äußerlich unauffälligen Laboratorium der sozialen Phantasie, fällt einiges ein, wenn sie sich selbst organisieren...