ico_youare10g.gif AUGUSTIN
Autor/in: Barbara Huemer Seite: 1

… und dennoch schöner als Paris

Zwischen zwei Welten: das Leben der Elisabeth Markstein

article_1776_art-lisamarkstein02_120.jpg Zweimal hat der US-Geheimdienst CIA versucht, die Wienerin Elisabeth Markstein anzuwerben. Weil sie als Kennerin sowjetischer Verhältnisse galt. Und weil sie sowjetische Dissident_innen kannte. Der CIA kriegte sie nicht. Das sollte ihn nicht gewundert haben. Wer, wie Markstein, «zwischen zwei Welten» lebt (was ihr im Milena Verlag erschienenes Buch schon am Cover vermerkt), kann sich nicht von einer der Welten kaufen lassen. Ein Augustin-Gespr...

Rare Spezies Roma-AkademikerInnen

Augustin besuchte Gandhi-Gymnasium in Pecs

article_1626_roma3_120.jpg In Pecs – der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2010 – leben rund 10.000 Roma. Das ist ein Prozent der Roma-Gesamtbevölkerung in Ungarn. 800.000 davon sind arbeitslos. «Sie werden zu Vergehen gezwungen», lautet die nüchterne Aussage des Leiters des «Hauses der Roma-Selbstverwaltung» in dieser südungarischen Stadt, in der 160.000 Menschen leben.

Gage an den Sachwalter

Von Tokyo bis Wien: Art brut auf Tisch` und Bänk`

Im Kunsthaus Wien läuft zur Zeit die Ausstellung „Art brut du Japon“ (bis 18. Oktober) und im renommierten Verlag Holzhauser liegt eine umfassende Publikation mit dem Titel „Kunst von innen. Art brut in Austria“ vor. Grund genug, mit der Herausgeberin Angelica Bäumer und dem Kurator Andreas Hirsch ein Gespräch zu führen. ...

Ein paar Fragen an Adolf Holl ...

... über Klappentexte, Befreiungstheologie, Gott, Strache und türkische Hendlgrammel

„Wie gründe ich eine Religion“ ist Ihr bisher letztes Buch. Das wievielte? Das dreißigste. Von Jesus heißt es: „... der dreiunddreißig Jahr im Fleisch gehorsam war.“ Also werde ich wahrscheinlich noch drei weitere Bücher schreiben. Im Klappentext des Buches werden Sie zweimal als „großer Freigeist“ bezeichnet. Sehen Sie sich als solchen? Klappentexte sind dumm. J. P. Sartre meinte, dass einem immer ie ander...

Das verschwundene Gedächtnis einer Stadt

Wienbibliothek zeigt Kurzbiographien von Frauen

Orte in der Stadt, wo berühmte Männer wohnten oder tätig waren, sind unübersehbar. Man stößt unweigerlich auf Straßen- und Platznamen, Denkmäler, Statuen oder Gedenktafeln, die zu einem großen Teil als männlich geprägte Orientierungspunkte und Erinnerungshilfen fungieren. Doch, wo bleiben die Verewigungen der „berühmten“ Frauen – mit dieser Frage beschäftigte sich die Stadttheoretikerin Elke Krasny und liefert Antworten in ein...

Künstler sein heisst Not leiden

Eine Studie belegt: Im Kunstbetrieb ist die Krise vorweggenommen

In welchem Ausmaß Kulturschaffende zu den „working poor“ zählen, zu denen, die trotz intensiver Arbeit sich nichts leisten können, zeigt die Studie „Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“. Das mittlere Monatseinkommen der KünstlerInnen liegt mit rund 1000 Euro deutlich unter dem der österreichischen Gesamtbevölkerung (2006: monatlich 1.488 Euro). Unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze leben 37 Prozent de...

3 Verkörperungen einer Statistik

37 Prozent der Kulturschaffenden leben unter der Armutsgrenze

Gottfried Helnwein, DJ Ötzi und Adi Hirschal finden, dass Kunst ertragreich ist. Susi Schelepa, Petra Wetzel und Gerhard Wohlfahrt werden dem kaum widersprechen. Seit die SozialforscherInnen aber – im Auftrag der Kunstministerin – ihre Studie „Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“ abgeschlossen haben, wissen sie, in welchem Ausmaß Kulturschaffende zu den Gestrandeten zählen. Ihr mittleres Monatseinkommen li...

Die perfekte Schönheit der Gangster Girls

Tina Leisch zeigt üppige Bilder statt grauer Häfen-Tristesse

Kunst? Für Tina Leisch war die Kunst nie ein Heiligtum ästhetischer Perfektion, sondern viel mehr ein nützliches Werkzeug für Interventionen im sozialen oder politischen Raum. Mit ihrem Film „Gangster Girls“ wird sie bei der diesjährigen Viennale zweifellos Aufsehen erregen (Anm. d. Red.: Die Aufführungen erfolgten knapp nach Redaktionsschluss). Erstens weil sie ein weitgehend tabuisiertes Thema aufgriff: das Leben von weiblichen Straf...

Einordnungsuntauglich

Peter Dworak, Menschmaler zwischen Nasch- und Flohmarkt

Einst hatte der Aufzug, der in Peter Dworaks Himmelsatelier hinaufführte, eine gepolsterte Sitzbank aus Mahagoniholz. Heute ist er ersetzt durch einen Lift der üblichen Art, in genormter Ausführung, steril, funktionell, glatt. Da oben, im letzten Stock eines bürgerlichen Hauses in der Kettenbrückengasse im 5. Wiener Gemeindebezirk wohnt er, der ernsthaft arbeitende Zeichner und Maler Peter Dworak. Man kennt ihn im Grätzel. Er ist tatsächl...

Flanieren in Havanna

Jeden Morgen zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr höre ich einen Reisigbesen über den Asphalt kratzen. Es ist der Straßenkehrer, ein junger Mann, der jeden Abfall, jedes Stückchen Papier penibel auf seine große Schaufel aus Pappkarton kippt. Noch habe ich Zeit, im Bett zu bleiben, denn das Frühstück wird mir nicht vor 8.30 Uhr serviert. Ich wohne bei Estrella und Lourdes in einer ehemaligen Kolonialvilla in Havanna. ...

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