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Autor/in: Richard Schuberth Seite: 1

Der Teufel als Verfasser des Wörterbuchs?

biercepierce.jpg In der nächsten Augustin-Ausgabe wird Richard Schuberths Aphorismenserie „Das Neue Wörterbuch des Teufels“ starten. Diesmal beschäftigt sich der Autor aber noch mit dem bärbeißigen Schriftsteller und Journalisten Ambrose Bierce (1842–1914), dem Verfasser des alten satanischen Lexikons, seiner angeblichen Boshaftigkeit und den Parallelen zu Karl Kraus.

Ambrose Bierce und das Wörterbuch des Teufels

Richard Schuberth, Autor der Karl-Kraus-Serie, startet wieder durch

ambrosebierce.jpg Da er den geistreicheren Witz besaß, blieb Ambrose Bierce an Popularität stets hinter seinem Kollegen Mark Twain zurück. Mit seinem „Wörterbuch des Teufels“ schrieb er sich in die Liste der großen Aphoristiker der Literaturgeschichte ein. Doch auch als Vater der modernen Short-Story und Meister der unheimlichen Literatur lädt er zur Wiederentdeckung ein.

Früher war alles besser!

Was meine Oma aus dem Jahr 2027 zu berichten weiß

Aus den privaten Aufzeichnungen von Danuta Pichler, 16 Jahre, 5. Oktober 2067 Meine Oma nörgelt immer an mir herum. Das kann ganz schön nerven. Aber wenn man bedenkt, dass sie die Einzige ist, die sich in unserer Familie über mich Gedanken macht, schätze ich ihre Kritik. Sie erzählt die bizarrsten Geschichten aus jener verrückten Periode, die man die „Roaring Twenties des 21. Jahrhunderts“ nennt.

Kraus und die Nachwelt

Der letzte Teil der Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus

„Ein ganzer Kerl ist einer, der die Lumpereien nie begehen wird, die man ihm zutraut. Ein halber, dem man die Lumpereien nie zugetraut hat, die er begeht.“ Karl Kraus

Karl Kraus und die Eitelkeit

Die vorletzte Anstiftung zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 29

„Eitelkeit und Geltungssucht dieses Schriftstellers kannten keine Grenzen, sein Ehrgeiz wurde nur von seiner Selbstgerechtigkeit übertroffen.“ Marcel Reich-Ranicki

Peter Altenberg, der Gerade-Schreiter – eine Collage

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 28

„Ich werde immer kürzer in meinen Gedankengängen, und das heißt also immer besser, immer weniger zeitraubend! Zum Schluss werde ich gar nichts mehr sagen. Das wird das Beste sein. Da wird mich einer nur anschaun brauchen und sagen: ‚Ich weiß schon!’ Eine kann es jetzt schon, sie heißt ‚Paula’!“ Peter Altenberg

Karl Kraus und die Juden

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 27

„Einem Juden zu begegnen ist eine Wohltat, gesetzt, dass man unter Deutschen lebt. Die Gescheitheit der Juden hindert sie, auf unsere Weise närrisch zu werden, zum Beispiel ‚national’.“ Friedrich Nietzsche

Von Reiseschriftstellern, Bildungs- und Wissenschaftlhubern

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 26

„Gelehrsamkeit, die – Staub, aus einem Buch in einen leeren Schädel geblasen.“ Ambrose Bierce „Es hat jemand mit großem Grunde der Wahrheit behauptet, dass die Buchdruckerei Gelehrsamkeit zwar mehr ausbreitet, aber im Gehalt vermindert hätte. Das viele Lesen ist dem Denken schädlich. Die größten Denker, (…), waren grade unter allen den Gelehrten, die ich habe kennen gelernt, die, die am wenigsten gelesen hatten.“ Georg ...

Karl Kraus und der Nationalsozialismus II

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 25

„Menschen gehen aus und werden in einem verlöteten Sarg ihren Familien zurückgestellt.“ Karl Kraus, 1933

Karl Kraus und der Nationalsozialismus I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 24

„Er wollte seine Ruhe haben, er wollte sein Leben weiter leben, er war feig schon vom Habitus her.“ Bruno Kreisky über Karl Kraus „’Wann erscheint endlich –?’ ‚Warum erscheint nicht –?’ ‚Warum schweigt er, wo doch gerade jetzt –?’ ‚Er, der doch bekanntlich im Weltkrieg –’. Die einen geben die Hoffnung nicht auf; die andern stutzen und fangen an, ein ‚Mutproblem’ zu erörtern; die sich lange genug der danklo...

Karl Kraus, der Austrofaschist?

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 23

„Jetzt wissen wir aber auch, dass von der Natur Vernachlässigte wegen ihrer Missgestalt glühenden Hass auf alle Menschen werfen und, in ihrer Feigheit zu keinem anderen Verbrechen als der Heuchelei fähig, die Rolle eines ethischen Erziehers spielen.“ Felix Salten über Karl Kraus, 1934

Karl Kraus zwischen Fortschritt und Ursprung

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 22

Mein Widerspruch Wo Leben sie der Lüge unterjochten, war ich Revolutionär. Wo gegen Natur sie auf Normen pochten, war ich Revolutionär. Mit lebendig Leidendem hab ich gelitten. Wo Freiheit sie für die Phrase nutzten, war ich Reaktionär. Wo Kunst sie mit ihrem Können beschmutzten, war ich Reaktionär. Und bin bis zum Ursprung zurückgeschritten. Karl Kraus

Karl Kraus zwischen alter und neuer Kunst

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 21

„Ich mag mich drehen und wenden, wie ich will, überall zeigt mir das Leben seine Verluste, da es entweder das Malerische dem Nützlichen oder das Nützliche dem Malerischen opfert.“ Karl Kraus „Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Z...

Karl Kraus und der Sozialismus II: Zu Unbotmäßigkeit und Adel verpflichtet …

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 20

„Sie sagen: Wer nicht arbeit’t, der soll auch nicht essen – und wissen gar nicht, wen Sie allen mit diesem Ausspruch zum Hungertod verurteilen.“ Johann Nepomuk Nestroy „Die Demokratie teilt die Menschen in Arbeiter und Faulenzer. Für solche, die keine Zeit zur Arbeit haben, ist sie nicht eingerichtet.“ Karl Kraus

Karl Kraus und Rosa Luxemburg

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Rosa Luxemburg), Teil 19

„Ich bin unzufrieden mit der Art, wie man in der Partei meistens die Artikel schreibt. Es ist alles so konventionell, so hölzern, so schablonenhaft. Das Wort eines Börne klingt jetzt wie aus einer anderen Welt. Ich weiß – die Welt ist ja eine andere und andere Zeiten wollen andere Lieder haben. Aber eben ‚Lieder’, unser Geschreibsel ist ja meistens kein Lied, sondern ein farbloses und klangloses Gesurr, wie der Ton eines Maschinenrade...

Karl Kraus und der Sozialismus I: Die Sozialdemokraten

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 18

„Nur die Krawatte, die Krawatte mit den wimmelnden weißen Bohnen, die den Blick förmlich faszinieren! – So eine Krawatte ist ein Scheidungsgrund.“ Rosa Luxemburg über Karl Kautsky, um 1900 „Jede Annäherung an die Parteibande hinterlässt in mir ein derartiges Unbehagen, dass ich mir jedes Mal danach vornehme: drei Seemeilen weiter vom tiefsten Stand der Ebbe! (…) Nach jedem Zusammensein mit ihnen wittere ich so viel Schmutz, se...

Kraus, Heine und die Folgen

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 17

„Was will die einsame Träne? Was will ein Humor, der unter Tränen lächelt, weil weder Kraft zum Weinen da ist noch zum Lachen?“ Karl Kraus „Wahrheit im Fühlen und Denken hilft einem sehr viel in der Prosa, dem Lügner wird der gute Stil sehr erschwert.“ Heinrich Heine

Kraus und Nestroy II

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Johann Nestroy), Teil 16

„Ich habe allen Respekt vor Herrn Nestroy, wenn er auch gar keinen vor mir hat …“ Ferdinand Raimund „An dem Tag, als ich arm und Sie reich geboren wurden, wurde ich Ihr Feind.“ Johann Nestroy „Er hat die Katzbalgereien der Geschlechter mit Erkenntnissen und Gebärden begleitet, welche die Güterverwalter des Lebens ihm als Zoten anstreichen mussten, und er hat im sozialen Punkt nie Farbe bekannt, immer nur Persönlichkeit.“...

Kraus und Nestroy I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus (und Johann Nestroy), Teil 15

„Was hat die Nachwelt für uns getan? Nichts! Das Nämliche tue ich für die Nachwelt.“ J. N. Nestroy „Wenn Kunst nicht das ist, was sie glauben und erlauben, sondern die Wegweite ist zwischen einem Geschauten und einem Gedachten, von einem Rinnsal zur Milchstraße die kürzeste Verbindung, so hat es nie unter deutschem Himmel einen Läufer gegeben wie Nestroy.“ Karl Kraus

Karl Kraus, Wien und Umgebung

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 14

„In den Kehrichthaufen vor der Stadt zu lesen und suchen, was den Städten fehlt, wie der Arzt aus dem Stuhlgang und Urin.“ Georg Christoph Lichtenberg „Kraus is known to be one of the greatest masters of the German language. His style is of such beauty that it can be hardly equalled by any of the present-day writers in the German tongue. This should be another reason for the American reading public to acquaint itself with his works.”...

Plädoyer für den Aphorismus

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 13

„Es gibt Schriftsteller, die schon in zwanzig Seiten ausdrücken können, wozu ich manchmal sogar zwei Zeilen brauche.“ Karl Kraus „Die großen Aphoristiker lesen sich so, als ob sie einander gut gekannt hätten.“ Elias Canetti „… aber ich blieb dabei, Aphorismen zu sagen, wo ich Zustände enthüllen sollte.“ Karl Kraus

Karl Kraus und die Justiz

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 12

„… eine Gemeinschaft wird unendlich mehr durch das gewohnheitsmäßige Verhängen von Strafen verroht, als durch das gelegentliche Vorkommen von Verbrechen.“ Oscar Wilde „Das Gesamtwerk von Kraus hat den Charakter eines gigantischen Protokolls von einer endlosen Gerichtsverhandlung angenommen, in der die ganze zeitgenössische Welt unentwegt unter Anklage stand.“ Ernst Krenek

Kraus und der Krieg

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 11

„Der Ursprung allen Krieges ist Diebsgelüst.“ Arthur Schopenhauer „Die Hetze gegen das verbündete Deutsche Reich,(…) insbesondere aber die verächtliche und höhnische Kritik des Gaskampfmittelgebrauchs zu einem Zeitpunkt, da die erfolgreiche Offensive an der Westfront im Gange war – Karl Kraus sprach von einer ‚chlorreichen Offensive’ – all diese defaitistischen Auslassungen fanden jubelnden Beifall, ohne dass die anwesende...

Sex auf dem Diwan statt auf ethischer Grundlage –

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 10

„Der Mann hat keinen persönlicheren Anteil an der Lust, als der Anlass an der Kunst. Und wie jeder Anlass überschätzt er sich und bezieht es auf sich. Der einzelne Lump sagt auch, ich hätte über ihn geschrieben, und hält seinen Anteil für wichtiger als den meinen. Nun könnte er auch noch verlangen, dass ich ihm treu bleibe. Aber die Wollust meint alle und gehört keinem.“ Karl Kraus

Karl Kraus und die Frauen II

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 9

„Der Hass gegen die Frau ist immer nur noch nicht überwundener Hass gegen die eigene Sexualität.“ Otto Weininger

Karl Kraus und die Frauen I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 8

„Und besser noch Ehe brechen als Ehe biegen, Ehe lügen. So sprach mir ein Weib:         Wohl brach ich die Ehe, aber zuerst brach die Ehe mich.“ Friedrich Nietzsche „Was weiß die Welt, wie Weiber sich erwärmen! Mit seinem Maß nur mag der Mann sie messen, was drüber ist, verachten und vergessen, und was darunter, minniglich umschwärmen." Karl Kraus

Kraus und die Psychowissenschaften

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 7

„Ich war sehr stolz auf die Stelle, die Sie mir gewidmet haben, und dann wieder verärgert darüber, dass Sie eine Verbeugung vor Karl Kraus machen können, der auf der Skala meiner Hochachtung eine unterste Stelle einnimmt.“ Sigmund Freud in einem Brief an Arnold Zweig „Wahnverpflichtet durchs Leben wanken – das könnte immer noch ein aufrichtigerer Gang sein als der eines Wissenden, der sich an den Abgründen entlang tastet.“ ...

Vom Wettlauf der Satire mit der Realität

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 6

„Kraus hatte den schärfsten Blick für das Niedere, Lächerliche, Verlogene, Armselige, das sich in Drucklettern, in Buch und Zeitung manifestiert, und eine überlegene Kunst, es in satirisches Licht zu rücken, in ein Licht von erbarmungsloser, zerstörender Grellheit.“ Alfred Polgar

Witz als Waffe im Kerker des Humors

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 5

„Witz ohne Ernst ist nur ein Niesen des Verstandes.“Heinrich Heine „Aus allen Winkeln des Lebens muss ihm der Humor zuströmen, den er nicht hat, und er würde selbst die Zündholzschachtel verschmähen, die nicht einen Witz auf ihrem Deckblatt führte.“ Karl Kraus „Er beneidet den Humor des Andern, wie ein junger Grind die alte Krätze.“ Karl Kraus

Was ich will, ist, dass die Presse aufhöre zu sein – Kraus und der Journalismus

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 4

„Du brauchst nicht mehr zu wissen noch zu denken, Ein Tagblatt denkt für dich nach deiner Wahl. Die Weisheit statt zu kaufen steht zu schenken, Zu kaufen brauchst du nichts als das Journal.“ Franz Grillparzer (aus „Dem internationalen Preßkongreß“)

Mit dem Satz gegen den Zeitgeist verschworen …

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 3

Kraus und die Sprache II „Die Besonnenheit, die es verbietet, in einem Satz zu weit sich vorzuwagen, ist meist nur Agent der gesellschaftlichen Kontrolle und damit der Verdummung.“ Theodor W. Adorno „Meinungen, Richtungen, Weltanschauungen – es kommt doch zuerst und zuletzt auf nichts anderes an als auf den Satz. Die ihn nicht können, fangen beim Lebensinhalt an, welchen sie infolgedessen nicht haben und welcher da ist, wenn der Sat...

Die wahre Amour fou – Kraus und die Sprache I

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 2

„Ein Geisteskranker, den man nach dem Grunde seines jahrelangen Schweigens fragte, behauptete: ‚Weil ich die deutsche Sprache schonen wollte.’“ C.G. Jung, aus „Der Inhalt der Psychose“ (1908)

Hass muss produktiv machen?

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus – Teil 1

„Da ich zu keiner Partei gehöre, beleidige ich alle Parteien.“ (Lord Byron) „Weil unser öffentlicher und mündlicher Strafproceß die Popularklage nicht kennt, habe ich ja zum Zwecke der öffentlichen, schriftlichen Popularklage die ‚Fackel’ gegründet.“ (Karl Kraus) 2024 wird sich Karl Kraus’ Geburtstag zum hundertfünfzigsten, 2036 sein Todestag zum hundertsten Mal jähren. Ich will nicht so lange warten –und erwähle mir 2006 z...

Keine Minute Lohnarbeit

Branko Andric (1942–2005)

Branko Andric ist tot. Jener Branko Andric, dessen Augen noch vor neun Monaten von der Titelseite des Augustin schlau herunterlächelten. Als Headline hatten die Redakteure den Titel eines von Brankos Gedichten „"Mamin mali seksualnac“" gewählt, dessen deutsche Übersetzung „"Mamas kleiner Sexueller“" sich etwas holprig ausnahm, aber – –den Gesetzen des Sensationsjornalismus folgend – neugierig machte.

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