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Kategorie: Thema :: Armut Seite: 1 2 3

Jürgens Verhängnisse

Nur das Schmerzensgeld ist kein «schnelles Geld»

article_1902_314_tun_hero_juergen_120.jpg Jürgen Halper hat für seine Zivilcourage schwer leiden müssen. Die Unachtsamkeit der Menschen in der Stadt, das Versagen von Sicherheitsbeamten, sobald es um die Sicherheit von armen Leuten geht, und der reduzierte Zugang der Outsider zum angeblich allgemeinen Recht zählen zu den Erlebnissen, die sein Bewusstsein prägten. Aber nach der Lektüre dieses Artikels wird klar sein, dass es sich um einen von der optimistischen Sorte handelt.

Benefiz-Flohmarkt

zugunsten Vinzibett

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Am Samstag, den 18. Februar findet ein Benefizflohmarkt zugunsten der Notschlafstelle «Vinzibett» statt. Geboten werden: Schallplatten, Bücher, CDs, Schmuck, Elektrogeräte und vieles mehr.


Ausgrenzung durch Arbeit

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Eine aktuelle Studie mit Bezieher_innen von Sozialhilfe hat auf eindrückliche Weise die schwindende soziale Integrationskraft von Erwerbsarbeit gezeigt. Der Soziologe Manfred Krenn berichtet von Menschen, die zwischen letztem sozialen Netz und schlechten, desintegrativen Jobs hin und her pendeln.


Auch Plätze mit Märkten sind öffentlich!

Advent in Wien: Christliche Umsätze statt christliche Grundsätze

article_1867_310_tun_christkindl5_2_120.jpg Zwei Dutzend Augustin-Verkäufer_innen demonstrierten am 19. Oktober durch die zentralen Wiener Adventmärkte am Rathausplatz und Maria-Theresien-Platz, und mehr als 200 Unterstützer_innen schlossen sich ihnen an. Das Verbot des Augustin-Straßenverkaufs (einen Tag vor der Demo aufgehoben) und des Verkaufs anderer Straßenzeitungen war Anlass des Protestes. Auch die Aufhebung des Bettelverbots wurde gefordert. In den Wochen vor dem allerheiligst...

Bettler_innen nach der Oper nicht vergessen!

Warum über die Oper «Kátja Kabanová» nachdenken?

Oper ist eine Maschine, die Probleme kulinarisch aufbereitet. Die Armut der Mimi in «Bohème», der Kerker im «Fidelio», die Fahrt zum Schafott in «Andrea Chénier». Die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Für manche ist Oper wichtig, weil sie dort Gefühle erleben können, die sie im Leben nicht mehr spüren.

Kinder mit Statushintergrund

eingSCHENKt

Es ist nicht die Leistung, die zählt, es sind nicht die Kompetenzen, die honoriert werden. Noten werden nach Herkunft vergeben. Schüler_innen aus Haushalten mit geringer Bildung erhalten bei gleicher Leistung die schlechteren Noten. Bei gleicher Lesekompetenz fassen sie die deutlich schlechteren Noten aus. Und umgekehrt bekommen Schüler aus universitärem Elternhaus bei gleichen Kompetenzen die besseren Beurteilungen.


Augustin 306 - 10/2011

Slowakischer Parallel-Augustin?

article_1819_aug_306_cover_120.jpg Turbulent, diese letzte Septemberwoche. Die Polizei bestätigt einen Bericht der «Niederösterreichischen Nachrichten» (NÖN), wonach in der Slowakei nicht nur Ausweise für Augustin-Verkäufer_innen, sondern auch die Zeitung selbst gefälscht werde. Jemand soll gestanden haben, dass der nachgemachte Augustin um zehn Cent pro Stück zu haben ist. Damit könne die Straßenzeitung mit dem ausgewiesenen Verkaufspreis von 2,50 Euro mit einer verloc...

So schaut's aus

EingSCHENKt

Was stimmt? Einkommensarme gehen lieber zum Facharzt – oder lieber ins Krankenhaus. Sie bekommen mehr – oder weniger Medikamente verschrieben. Sie beziehen Mindestsicherung dauerhaft – oder eher kurzfristig?

Was wir vom vermutlich massiven Vertrieb gefälschter Augustin-Auflagen halten

Eine Medien-Mitteilung des Augustin

Die Polizei bestätigte am Dienstag einen Bericht der «Niederösterreichischen Nachrichten» (NÖN), wonach in der Slowakei nicht nur Ausweise für Augustin-Verkäufer_innen, sondern auch die Zeitung selbst gefälscht werde. Ein slowakischer Staatsbürger, der vor der Billa-Filiale in Ebreichsdorf, Bezirk Baden, die gefälschten Augustin-Exemplare vertrieben hat, soll gestanden haben, dass der nachgemachte Augustin um zehn Cent pro Stück zu hab...

In der Zentrifuge

Paris und die Banlieues, aufgelodert 2005 in sozialer Wut aus einer Machtlosigkeit heraus, schienen so lange her…

Außerdem waren die damaligen Barrikaden und ausgebrannten Geschäfte und Autos, quer übers ganze Land verteilt, nur eine Vorhut der kommenden Kämpfe ohne Programm und Chancengleichheit. Dann kam 2007 – wenig überraschend, aus Amerika – die Wirtschaftskrise und die flächendeckende Plünderung der Staatskassen zur Rettung maroder Unternehmen.

Das kleine Dolce Vita des Alltags

Kriterien der Gesellschaftsqualität: «Gutes Leben» oder hohes Bruttoinlandsprodukt?

article_1766_tun-dasguteleben©jürgen_120.jpg Sumaq Kawsay – so lautet in den Anden die indigene Bezeichnung für ein Konzept, das auch im Westen immer mehr Anhänger gewinnt: das Konzept des «Guten Lebens». Werner Hörtner ist Lateinamerika-Experte und arbeitet für das Magazin «Südwind» – und er erklärt im Augustin-Interview, was es mit diesem Konzept auf sich hat.

"Wie kann man stabile Strukturen für Roma aufbauen?"

Nicht nur die deutschsprachigen Straßenzeitungen fragen sich:

article_1739_tun-ideentag©mario_120.jpg Durch die harten Lebensbedingungen in den ehemals sozialistischen Ländern verjagt, befindet sich europaweit eine große Zahl von Roma auf der Suche nach neuen Lebensmittelpunkten. Vom kompletten Ausschluß bis zur fraglosen Integration in den Vertrieb, zeigen die Straßenzeitungen in Berlin, Hamburg, Bochum oder Wien sehr unterschiedliche Wege die große gesellschaftliche Frage der Überlebensmöglichkeiten von Roma zu beantworten.

Grindig? Abgelaufen? Verschimmelt?

Vinzi-Markt-Leiterin wehrt sich gegen Vorwürfe

2013 wird der 20. Geburtstag des Grazer VinziDorfes gefeiert, die bekannteste Obdachlosen-Einrichtung der christlichen Vinzenzgemeinschaft und ihres charismatischen Pfarrers Wolfgang Pucher. Sein persönlicher Einsatz im Kampf gegen das steirische Totalverbot des Bettelns hat die Menge seiner Bewunderer weiter vergrößert. Inzwischen zählen auch Sozialmärkte zum «Sozialimperium» der Gemeinschaft. Hier scheint die Bewunderung nicht ganz so un...

Graz ist anders. Hoc est verum.

Sein letztes schriftliches Zeugnis hat Martin Luther einen Tag vor seinem Tod geschrieben. Die letzten Worte dieses Zettels heißen: «Wir sind Bettler. Hoc est verum (Das ist wahr).» Dieselbe Einsichtigkeit wird jenen zwei Dutzend KünstlerInnen zugeschrieben, die sich am Widerstand der Kunst gegen das steirische Bettelverbot beteiligten. Ihr «Wir sind Bettler» klingt jedoch kämpferischer als das lutherische.

«Unser Leben dauert nur einen Sommer»

Musik, Literatur – und die Gebete zu Devla: Roma brachten Leben in den Dom

article_1717_art-romaružanikolić-lak_120.jpg Eine große Feier des «Romavolkes» im Stephansdom erinnerte an den 8. April 1971, an dem Roma aus 35 Ländern in London die Plattform «Internationale Romani Union» gründeten, um mehr Rechte zu erreichen. «Die Jugendlichen können auch an Gott glauben, aber nur wer will, freiwillig», sagt Rabie Perić-Jasar.

Betteln – arbeitsökonomisch betrachtet

Ab Mai 2011 gilt in der Steiermark ein generelles Bettelverbot

article_1692_bettelverbot_120.jpg Nein, kriminelle Vorgänge, Menschenhandel und Ausbeutung, seien trotz mehrmaliger intensiver Ermittlungen bei den in Graz bettelnden Menschen nicht festgestellt worden, betonte der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter in einem Ö1-Interview vor einigen Wochen. Trotzdem sei er für ein generelles Bettelverbot in der Steiermark, «aus rein arbeitsökonomischen Gründen».

Der letzte Franziskus

Pfarrer Pucher: Totales Bettelverbot ist verfassungswidrig

Am Tag des Erscheinens dieser Augustin-Ausgabe tagte in der Steiermark der Unterausschuss des Landtages für Daseinsvorsorge. Dort sollte (falls der Terminplan des Landtags nicht modifiziert wurde) eine Novelle zum steiermärkischen Landes-Sicherheitsgesetz beschlossen worden sein, wonach jede Form von Bettelei an öffentlichen Orten als Verwaltungsübertretung bestraft wird.


Fremdenrecht ist grauslicher als die Polizei erlaubt …

Ute Bock im Interview

article_1671_utebock_120.jpg Vergangenes Jahr war die Flüchtlingshelferin Ute Bock gleich zweimal auf der Kinoleinwand zu sehen: Die Filme „Bock for President“ und „Die verrückte Welt der Ute Bock“ stammten von ihrem Neffen und Filmemacher Tom-Dariusch Allahyari. Jetzt gibt es die Ikone der Zivilgesellschaft auch in Buchform. Die Ö1-Journalistin Cornelia Krebs lässt in ihrem Portrait über Ute Bock vor allem die Flüchtlingshelferin selbst zu Wort kommen. Anläss...

Politik des Immer-Schlimmer

Susanne Scholl kennt Flüchtlinge, die besser deutsch sprechen als die Innenministerin

article_1667_susanne_scholl_120.jpg Von 1991 bis 2009 war Susanne Scholl – mit einer Unterbrechung – Korrespondentin des ORF in Moskau. Seit ihrer Pensionierung schreibt sie in den «Salzburger Nachrichten» und in «News», ist Buchautorin und unterrichtet am Institut für Slawistik. Sie ist engagiert gegen die unmenschlichen Fremdengesetzte und hat aktuell einen offenen Brief an Kanzler, Vizekanzler und Innenministerin geschrieben (siehe am Ende des Interviews), in dem sie ge...

Chronologie einer Verhetzung

«Krone» erfindet neue Gefahr fürs christliche Abendland: Ost-Profi-Schnorrer

article_1658_bettelei_120.jpg Die Freiheitlichen in Klagenfurt fordern ein Bettelverbot. Die «Kronen Zeitung» macht Stimmung. In Klagenfurt und Lienz hätten Bettler in Kirchen Gläubige geohrfeigt, schreibt sie im November. Die Polizeibeamten, die dort zitiert werden, sind allerdings unauffindbar. Auch die Anzeigen. Ja selbst die Täter, Zeugen und Watschenopfer. Doch die Geschichte setzt sich fest. In den Köpfen von Politikern und ihrem Wahlvolk. Von Kirchenvertretern un...

Vermögenssteuer auf Arme

eingSCHENKt

In der Steiermark wird der Regress in der Sozialhilfe und in der Pflege wieder eingeführt. Das wirkt wie eine Vermögenssteuer auf Arme und die Mittelschichten. Während vermögensbezogene Steuern als Beitrag der obersten, reichsten 10 Prozent nicht eingeführt werden, ist es offenbar kein Problem, die mittleren und unteren Haushalte mittels Regress voll zu belasten.

Wirklich. Ich lebe in finsteren Zeiten!

«Selbst zum Musizieren zu faul»: Die Slowakei wird für Roma zum Unort

Die Geschichte spielt in Plavecký Štvrtok, einem slowakischen Dorf 16 Kilometer hinter der österreichischen Grenze, in dem der Abriss einer ganzen Roma-Siedlung unmittelbar bevorsteht.


Ungeborgene Blicke, zögernde Beichte

Warum man über die Geduld der meisten BettlerInnen staunen sollte

U6-Station Josefstädter Straße. Am Treppenabsatz kniet eine Frau. «Bitte, bitte!» Sie möchte Geld. Der flehende Blick beschämt mich. Sind die Leute hier tatsächlich so hartherzig, dass die Bettlerinnen so tief ins melodramatische Fach hinabsteigen müssen, dass man ihnen etwas gibt?

Rare Spezies Roma-AkademikerInnen

Augustin besuchte Gandhi-Gymnasium in Pecs

article_1626_roma3_120.jpg In Pecs – der europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2010 – leben rund 10.000 Roma. Das ist ein Prozent der Roma-Gesamtbevölkerung in Ungarn. 800.000 davon sind arbeitslos. «Sie werden zu Vergehen gezwungen», lautet die nüchterne Aussage des Leiters des «Hauses der Roma-Selbstverwaltung» in dieser südungarischen Stadt, in der 160.000 Menschen leben.

Der vasteht des eh net

Von Augustin-Leser beobachtet: Ein Staat gegen einen Bettler

article_1621_Amtshandlung_01_120.jpg Für Aufdeckungsjournalismus sind andere Medien zuständig. Auf dieser Seite wird nichts «aufgedeckt», denn jede/jeder, die/der in Wien bettelt und weder weiß genug noch abendländisch genug aussieht, könnte Bücher mit solchen Erlebnissen füllen. Dokumentiert werden sie kaum, denn die Betroffenen finden sie banal und keiner Schlagzeile wert, während die Macher der Schlagzeilen an ihren selbstfabrizierten Stereotypen picken: etwa am Klische...

Alleinerzieherinnenbeschwerde

Kinderarmut: Sichtbar machen, was unsichtbar in Österreich ertragen wird!

article_1604_alleinerzieherinnen_120.jpg Wir befinden uns noch im «Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung». Aus diesem Anlass veranstaltete die österreichische Plattform für Alleinerziehende (ÖPA) am 8. Oktober 2010 einen Studientag im Linzer Wissensturm. Der Titel des Studientages lautete «Wege aus der Kinderarmut – Kinder in alleinerziehenden-Familien» – und er spricht Bände. Obwohl ich selbst Alleinerzieherin bin, wurde mir erst durch d...
TUN & LASSEN - Michaela Schreiner 11/2010 mehr lesen »»

Der Coup der Landlords

Aus dem Pakistan-Journal einer österreichischen NGO-Mitarbeiterin

article_1576_pakistan_120.jpg Der Rückgang des Medieninteresses an der Hochwasserkatastrophe in Pakistan, die 14 bis 20 Millionen Menschen obdachlos machte, suggeriert einen Normalisierungsprozess. Das Gegenteil ist der Fall.
TUN & LASSEN - Claudia Villani 09/2010 mehr lesen »»

Und morgen auch für die Parkbank?

Jetzt müssen "SandlerInnen" auch noch Mieten fürs nächtliche Notbett zahlen

article_1575_notbetten_120.jpg Neben den StudentInnnen, die eine neue Runde des «audimaxistischen» Aufstandes angekündigt haben, weil ihre Lage im Vergleich zum Vorjahr noch schlechter geworden ist, haben auch die SozialarbeiterInnen Wiens allen Grund, dem Sozialabbau-Regime einen heißen Herbst zu bereiten. Die für die Wohnungslosenhilfe zuständige Gesellschaft «Fonds Soziales Wien» (FSW) – vom Magistrat formell ausgegliedert, aber auf Gemeindekosten agierend – ver...

Die Scham der Schwaiger

Spruchdampfheizung, Volksbeglückungshemd und arme Sünder

article_1563_schwaiger©koschkahetzer-_120.jpg Warum sind die psychisch Kranken in finanzieller Hinsicht so arm? Oder warum werden «sozial Schwache» psychisch krank? Ein Nachruf auf Brigitte Schwaiger, die sich in die Donau fallen ließ.

Fonds der Sozialen Kälte am Werk

Und jetzt der Beitrag der Wirtschaftskammer zum Arme-Leute-Denunzieren

Sie wollen ein konkretes Zeichen setzen gegen die Ausbreitung sozialer Kälte in Wien? Ein Vorschlag: Boykottieren Sie Geschäfte, die in diesen Tagen ihre Auslagen mit violetten Plakaten «dekorieren», auf denen Sie davor gewarnt werden, Bettler zu unterstützen. Die Wirtschaftskammer-Kampagne «Helfen ist wichtig – Aber tun Sie’s richtig» stellt für die junge Menschenrechts-NGO BettelLobbyWien einen Beitrag zur Abstempelung des Bettelns ...

Dem «Hässlichen» nützt auch die Stille nicht

Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten,...

Angst & Hass, weil Wissen fehlt

Ein Symposion beleuchtete das Betteln in Wien aus verschiedenen Perspektiven

article_1541_bettelsymposium_120.jpg Wir alle kennen sie, die medialen Bilder von den «bettelnden Ostbanden», die täglich durch unsere Zeitungen geistern. Über das reale Leben der Menschen, die mit Betteln ein paar Euros zu verdienen versuchen, wissen wir allerdings wenig. Und wo Information fehlt, können Misstrauen, Angst und Hass Fuß fassen, kann eine Menschengruppe zu Sündenböcken stilisiert werden, kann mit Fehlinformation hoher Sensationswert erzielt werden. Die BettelL...

Gleichheit macht glücklich

"Verblüffend" fand der Epidemiologe R. Wilkinson die Resultate seiner eigenen Studien

article_1533_wilkinson_120.jpg Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Richard Wilkinson und Kate Pickett als das vielleicht wichtigste des Jahres 2009. Der Augustin sprach mit dem Epidemiologen der University of Nottingham, der seit Jahrzehnten zu Ungleichverteilung, Sozialkapital und Gesundheit forscht.

Dem "Hässlichen" nützt auch die Stille nicht

Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

article_1526_bettelverbot©_120.jpg Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten,...

Einwandfrei disziplinierte Parteisoldaten

Eine Frage im neunten Bezirk: Wollt ihr das totale Bettelverbot?

War bisher schon das aufdringliche, aggressive und organisierte Betteln verboten, wird ab 1. Juli in Wien auch das «gewerbsmäßige Betteln» zum Delikt. Soweit bekannt. Ob den sozialistischen Gemeinderätinnen, die den entsprechenden Antrag im Rathaus eingebracht hatten, die gesetzliche Definition der «Gewerbmäßigkeit» bekannt war? Die Grüne Fraktion des Alsergrunder Bezirks-«Parlaments» schaute sich die Gewerbeordnung an. Eine Tätigk...

"Die Bösen werden am Ende siegen"

Von Kindern, die Krieg und die Flucht überlebten: No Wellcome in Austria

Zwölf Polizeibeamte, die ratlos ein schreiendes Kind umstehen, Prinzessinnen, die Schatzkisten nicht verlassen dürfen und Hunde, die Kinder besser beschützen als die österreichischen Behörden. Aus dem Alltag der Traumatherapeutin Sonja Brauner, die trotz Abschiebungen Kinderflüchtlingen stabile Augenblicke verschafft.

... und Genossin Yilmaz glaubt das alles

Eine Stadt nach der anderen will den BettlerInnen zur Hölle werden. Teil 1

Nurten Yilmaz glaubt an das, was sie sagt. Die Wiener SPÖ-Gemeinderätin ist davon überzeugt, dass die neuen gesetzlichen Verschärfungen gegen «gewerbsmäßige» BettlerInnen ein Sieg im Kampf gegen den Menschenhandel und die Organisierte Kriminalität seien. Was für ein Signal ist die Novellierung des Landessicherheitsgesetzes wirklich? Vor allem die Behinderten unter den Bettelnden sollen in ihren südosteuropäischen Dörfern bleiben und ...

Würden Sie um 70 Cent pro Stunde jobben?

Eine Stadt nach der anderen will den BettlerInnen zur Hölle werden

article_1488_bettelverbot_120.jpg Da staunten die Blauen, als die Roten die Initiative ergriffen, das Wiener Sicherheitsgesetz so zu ändern, dass die Polizei nunmehr praktisch jede Form von Betteln verhindern kann.

Malawi: Ein Tag im Leben eines Straßenmagazin-Verkäufers

article_1661_malawi_eintagimlebeneines_120.jpg Harton Banda weiß vermutlich nicht viel über Elisabethanische Literatur. Aber wenn er das täte, würde er sicherlich zustimmen, dass sein Leben alle Bestandteile für eine Tragödie à la Shakespeare lieferte - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem vor 3 Monaten The Big Issue Malawi eine willkommene Unterbrechung hiervon brachte.
INSP - 03/2010 mehr lesen »»

Gratis Damenbinden helfen Mädchen in Kenia in der Schule zu bleiben

article_1660_mädcheninkenia_120.jpg Tausende von keniasche Mädchen verpassen jeden Monat den Unterricht oder brechen die Schule ganz ab, weil ihnen sanitäre Produkte fehlen. Eine Wohltätigkeitsorganisation, Huru International, kämpft mit gratis, wieder verwendbaren Damenbinden, um die Welle rückgängig zu machen.
INSP - Njorge Kinuthia/Miriam Dissi 03/2010 mehr lesen »»

Betteln im Club 2

> Beispiel Bettelverbots-Debatte: ORF drückt das Club 2-Format unter    Stammtischniveau
> Moral und Emotion dominieren Diskussion im ORF
> Wo sind die ExpertInnen geblieben

Sie betteln und sie stehlen…

In Favoriten begegnen sich bei einem Sammelcontainer für Altkleider rumänische Jungs und eine Passantin. Es kommt zu einer nicht geplanten Übergabe.

Sozis erlauben Jagd auf "Verwahrloste"

article_1471_bettelnverbot_120.jpg 1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft») aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentatio...

Die Sozialunion? Ein Wintermärchen

Für "Unterschicht" der EU-BürgerInnen ist Bewegungsfreiheit nicht vorgesehen

article_1442_eubürgersozi_120.jpg Menschen aus Polen, Ungarn, der Slowakei, Rumänien oder Bulgarien sind BürgerInnen der EU. Nach Artikel 18 des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EGV) steht ihnen das Recht zu, sich im Hoheitsgebiet der Mitgliedsstaaten frei zu bewegen und aufzuhalten. Anders hätte das Versprechen, aus der Wirtschaftsunion auch eine Sozialunion zu machen, keine Glaubwürdigkeit. Das Studium des «Kleingedruckten» im EGV führt freilich zur...

Wenn die Kameras verschwinden ...

Dass Haiti das ärmste Land ist, ist nur die halbe Wahrheit.

article_1430_haiti_120.jpg Im Augenblick gebe Haiti eine »dramatische Story« im Fernsehen ab, sagte die in Miami lebende haitianische Schriftstellerin Edwidge Danticat, »aber wenn die Kameras verschwinden, blicken die Menschen wieder weg«. Ähnlich die Journalistin und Haiti-Expertin Amy Wilentz: Die Haitianer seien »nur beliebt, wenn sie sterben«. Tatsächlich lauten die gängigen Klischees, die von dem verarmten und zerstörten karibischen Nachbarland gepflegt werd...

Alltag einer besonderen Flüchtlingshelferin

Filmporträt über Ute Bock

article_1422_utebock_120.jpg Seit 2002 versorgt die ehemalige Erzieherin Ute Bock mit dem gleichnamigen Verein Menschen, um die sich eigentlich die öffentliche Hand kümmern müsste – AsylwerberInnen, traumatisierte Menschen, darunter viele Kinder, die auf der Straße stehen. Die Folgen der Ignoranz der Zivilgesellschaft und der Politik fluten täglich das Vereinslokal im 2. Wiener Gemeindebezirk. Von sieben Uhr früh bis zwei Uhr nachts hat Ute Bock, mit einem großen Te...

Die akademische Gruft

Kein Obdachloser muss im Audimax schlafen. Es gibt genug Alternativen, sagt Wehsely

article_1406_uniobdachlos_120.jpg Manche GegnerInnen des Uni-Aufstandes rieben sich schon die Hände. An der «Flut» der Obdachlosen im besetzten Audimax werde die Studierendenbewegung scheitern. Diese plant jedoch gemeinsame Weihnachts- und Silvesterfeiern in der freien Republik Audimax – und erreichte durch ein überlegtes Sichtbarmachen des Andrangs der Armen, dass der Ausschluss der AusländerInnen aus der offiziellen Wohnungslosenhilfe erstmals breit thematisiert wird.

Übungsspielzeug für internationale Polizei

Finanziell profitiert die Wiener Polizei von den Bettlerinnen

Neulich am Schottentor: Vier Polizisten drängen eine alte Bettlerin in eine Ecke, der die Tränen herunterrinnen. Zwei der Polizisten sind Hilfspolizisten aus Rumänien und reden auf die Frau ein. Sie wären in Wien, um Hintermänner des Menschenhandels aufzudecken, erzählt einer später. „Ich habe gesehen, wie die alte Frau in einem weißen Kastenwagen abtransportiert wurde“, berichtet eine Geschäftsfrau. „Spektakulär wird ein armer Me...

Arcade

Die Idee ist zeitgemäß - das System ist ganz einfach:

article_1385_somafreistadt_120.jpg Unter dem Motto „Wir schaffen ein nachhaltiges Lebensmittel- und Agrarsystem“ fand in Freistadt, Oberösterreich, von 20. bis 22. 11. 2009 ein Kongress des "Agrarbündnis Österreich" mit etwa 80 TeilnehmerInnen statt. Die Themenvielfalt war beachtlich bis unpackbar, deshalb eine Rückschau auf ein kleines, aber wichtiges Erlebnis am Rande der Konferenz.
DICHTER INNENTEIL - Michael Schütte 12/2009 mehr lesen »»

An eurer "Ordnung" ersticken wir

Im Kampf gegen das Betteln beweisen Justiz und Exekutive Fantasie

article_1383_ordnung_120.jpg Während der Sicherheitssprecher der Wiener ÖVP von der «Stürmung des Christkindlmarktes durch Bettlerbanden» halluziniert, verhängte ein Richter des Unabhängigen Verwaltungssenats eine 20-stündige Polizeihaft gegen den Bettler und Augustinverkäufer Markus H. Sein Delikt: Beim Sitzen an der Hauswand ragten die Beine minutenlang einen (!) Meter in den mehr als zehn Meter breiten Gehsteig der Mariahilfer Straße.

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