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Kategorie: Thema :: Kultur Seite: 1 2 3 4

Darf ich ihnen noch einen Toten anbieten?

Arbeitsjournal eines Theaterexperiments, Teil 5

Am 4.2.1995 wurden vier Männer ermordet, weil sie Roma waren. Eine Sprengfalle, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt, tötete Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközy und Josef Simon. Mit der Inszenierung von Elfriede Jelineks „"Stecken, Stab und Stangl“" möchte ein interkulturelles Ensemble unter der Leitung von Tina Leisch an dieses Attentat erinnern.

Zwischen Galata und Galway

"Nim Sofyan" als Botschafter des rotweißroten Musiklebens

"Edelweiß, Edelweiß..." Es soll ja immer noch Menschen auf diesem Planeten geben, die den kitschigsten Song aus der Geschichte des Kitsches, bekannt durch die Hollywood-Verfilmung der Trapp-Familiengeschichte „"The Sound of Music"“, für die österreichische Nationalhymne halten, genauso wie die AustralierInnen fälschlich mit „"Waltzing Matilda“" identifiziert werden. Dabei ist „Edelweiߓ nicht einmal Musik aus Österreich. Aber düm tek ist Musik au...

Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" weitete sich aus

Brot für alle, Spiel für alle

Die Aktion „"Hunger auf Kunst und Kultur"“ ist eine Kooperation der österreichischen „Armutskonferenz“ mit diversen VeranstalterInnen im kulturellen Bereich. Sie ermöglicht sozial Schwachen einen Gratiszugang zu Theater, Musik, Film oder Museum. Wenn der Staat seiner Pflicht nachkäme und sich darum kümmern würde, dass nicht immer mehr Menschen „draußen aus dem Spiel“ bleiben, würde sich die Aktion erübrigen ...

Der Zweite von rechts

Roman Hufnagl konnte wie so viele Ragazzi der Straße nicht alt werden

Die Aufstellung ist ziemlich konstant. Wie bei einem professionellen Chor. Roman Hufnagl war immer der Zweite von rechts. Vom Publikum aus gesehen. Das Stimmgewitter-Augustin-Faktotum erlag Ende Juli den Folgen seines Obdachlosenlebens. Roman hat es nicht zum Leadsänger gebracht. Doch er war in der schrägen Truppe der singenden AugustinverkäuferInnen das Tüpfelchen überm schrägen „I“.

Dieter Schrage zur umstrittenen Sommer-Ausstellung in der Neuen Galerie Graz

Die Rote Armee Fraktion als Kunst-Werk

Bis 28. August ist in der Neuen Galerie in Graz die aus Berlin kommende Kunstschau „"Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung"“ zu sehen. Dieter Schrage, der in der zweiten Hälfte der 70er Jahre im Zusammenhang mit der Ermordung des deutschen ArbeitgeberInnenpräsidenten H. M. Schleyer in eine österreichische RAF-Sympathisanten-Diskussion verwickelt war, hat die Berliner Ausstellung besucht. Für den Augustin berichtet er über die teilweise...

Das Schweigen der Jenischen.

Meister der Unauffälligkeit

Franz K., Gemeindebediensteter im niederösterreichischen Loosdorf, hatte sein Erweckungserlebnis als Jenischer im Urlaub in Oberitalien. Auf einem Straßenmarkt in einer Kleinstadt kam er mit einem italienischen Händler ins Gespräch. Erst nach einer Viertelstunde intensiver Verhandlungen und durchaus gelungener Kommunikation stellte Franz K. mit einigem Erstaunen fest, dass er ja kein Wort Italienisch könne und sein Gesprächspartner kein Deutsch. ...

Postkommunistischer Groove im charmanten Labyrinth: der Konzertclub OST

Demnächst vielleicht ein Kasachstan-Boom?

Die russischen Besatzungssoldaten hätten sich anno 1945 sicher gefreut über einen “Kalaschnikow-Club” in Wien, gleich neben dem Russendenkmal am Schwarzenbergplatz. Eher erstaunt hätten vermutlich die Einheimischen reagiert. Umso mehr, wenn sie gewusst hätten, dass ihresgleichen dort fünfzig Jahre später den für viele damals “ungezähmten” Osten enthusiastisch huldigt und das Tanzbein zu Livemusik aus Moskau, Kiew oder Belgrad schwingt....

Harald Krassnitzer als Augustin-Kolporteur

Die Erfahrung des Restlessens

Auch als Eintags-Augustin-Verkäufer hatte der Schauspieler Harald Krassnitzer Erfolg. Der drückte sich nicht in TV-Quoten, sondern in einem überdurchschnittlichen Zeitungsabsatz aus. Das Vorhaben, seine Popularität für eine PR-Aktion zugunsten der Straßenzeitung einzusetzen, geriet nebenbei zu einer „soziologischen“ Feldforschung über die Verbreitung des Nicht-in-die-Augen-schauen-Könnens. Alexandra Reisinger, Hubsi Kramer und Fotograf Mario Lang...

Harald Krassnitzer als Augustin-Kolporteur (2)

Nach ganz fest kommt ganz lose

In der geplanten ORF-Fernsehserie „Der Winzerkönig“ wird er einmal mehr als Held zu bewundern sein. „Mit vollen Hosen ist gut stinken“, sagte sich Harald Krassnitzer und schlüpfte eines Abends in der Wiener Innenstadt in die Rolle des Augustinverkäufers. Der deftige Aphorismus bedeutet: Wer in der Öffentlichkeit steht, wird weniger überhört. Ein Mensch der Öffentlichkeit signalisierte öffentlich seine Sympathie für das Augustin-Projekt. Im Folgen...

Zwei Frauen und die Kunst des Denkens

Philosophie, buchstäblich

Als klassische Tradition männlichen Denkens wurde der guten, alten Philosophie Jahrhunderte lang gefrönt. Gemeinhin warf man mit –– für Laien –– rätselhaften Fachbegriffen um sich und kredenzte lebensferne Lehrgebäude. Eine elitäre Tätigkeit, der heute beinahe ausschließlich an Universitäten nachgegangen wird und also nur wenigen Verwegenen bis Hochverehrten vorenthalten ist. Mit ihrer Philosophischen Werkstatt und Ateliergalerie “R2” wollen die ...

Kafkaeske Reglementierungen für Straßenmusik

Freiheit für die Nervensäge!

Für einen Straßenmusikanten wie mich ist Rotterdam eine Traumstadt, sagt Tullipan. Dort spielte er –– von Behörden jeglicher Art unbehelligt –– exakt am geografischen Mittelpunkt der Stadt, an einer als solchen markierten Stelle in einer zentralen U-Bahn-Station. In der „Musikstadt“ Wien macht zurzeit die Exekutive (in welchem Auftrag eigentlich?) den im öffentlichen Raum Musizierenden das Leben schwer wie nie zuvor.

"Warum sollte man die schönen Lieder des Balkan mit US-Jazz mischen?"

Musik ist, was das Herz flattern lässt

Slavko Ninic, die Wiener Stimme des Balkans, bekannt durch seine Gründungen „"Wiener Tsuchschenkapelle"“ und "„Tschuschen a capella"“, liebt –– falls ihm die Zeit bleibt –– Seitensprünge in andere musikalische Kontexte. Am 30. April widmet er sich, zusammen mit Überraschungsgästen, im Porgy & Bess dem traditionellen bosnischen Liedgut. Ein schöner Anlass, um ihn mit seinem Ruf, er verabscheue modernistische Experimente mit der gewachsenen Mus...

Muttis kleiner Sexueller

"Alle unsere Vorbilder haben Teller gewaschen": Branko Andric, Urbanist

In Wien ist er eher als Zeichner bekannt, in Novi Sad als unangepasster Literat und als grau gewordenes Faktotum des dortigen experimentierfreudigen PunkRockJazz-Schmelztiegels. Vielleicht wird ihn Europa bald als Filmstar kennen. Als einen, der einen obdachlosen „Gastarbeiter“ in Wien spielt– und in vielen Aspekten auch sich selbst.

Nicht schlucken und nicht ausspucken

Augustin auf Reisen: Die Drogen der BukaresterInnen

Zu Zeiten des rumänischen Staatskommunismus war die kulturelle Produktion recht groß. Heute werden in Bukarest Telenovelas geschaut und Manele gehört. Trotz auffällig kreativen Bettlern und jungen wilden Schriftstellern gibt es noch keine Straßenzeitung.

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