Volumensfetischismus
Gegenüber dem Schwedenplatz ist alles in Raiffeisen-Hand – Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 15)
Mitten in der Stadt hat die «Bauernselbsthilfe-Organisation» Raiffeisen nicht etwa fruchtbare Äcker geschaffen, muss sie auch nicht; an der Leopoldstädter Seite des Donaukanals wurde die «Raiffeisen-Meile» geschaffen. Der Augustin sprach darüber mit dem Autor des stadtplanungskritischen Standardwerks «Wer baut Wien?», Reinhard Seiss. Das Buch beschreibt die freiwillige Aufgabe von stadtplanerischen Gestaltungsbefugnissen des zuständigen...
Advent, Advent, der Aufstand pennt?
«Die Menschen reden wieder miteinander» – das ist die Lehre aus Stuttgart

Am 11. Dezember wird der «zivile Ungehorsam», der in Stuttgart inzwischen allgemein als anständiges Gebaren gilt, einmal mehr die Form einer Großdemonstration annehmen. Die Schlichtungsgespräche zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen des Bahnhofsprojekts hatten bewirkt, dass es in Stuttgart relativ ruhig war. Zudem hatte sich in den letzten Wochen die zivilgesellschaftliche Widerstandsenergie zum Atommülltransport nach Gorleben hin orie...
Ich bin ein Stehaufmanderl
Sängerknabenverein überhäuft ParkschützerInnen mit Klagen. Darunter Eva Hottenroth

Auch am Augartenspitz zeigt der «Rechtsstaat» Österreich sein realistisches Gesicht. Während immer anschaulicher wird, dass sämtliche Bauvorbereitungsarbeiten rechswidrig sind, werden die seit Jahren friedlich für den Erhalt des denkmalgeschützen, historischen Parks Augarten kämpfenden AktivistInnen unter dem Motto „Gegner fertig machen – schnell den Bau durchdrücken – wenn nötig über Leichen gehen“ mit einer Flut von Klagen ü...
Der Palast, der nicht Palast bleiben durfte
Heute kann Udo Lindenberg hier nur mehr auf die Wiese pinkeln

«So deutsch ist das höchste Haus der Welt», titelt Anfang Jänner der „Spiegel“. Das Haus, das fast einen Kilometer hoch ist. Der Burj Chalifa in Dubai. Was hat das mit Mario Langs Fotochronik vom Abriss des Palastes der Republik im ehemaligen Ostberlin zu tun. Man ahnt es. Die Stahlträger des Palastes, in dem die DDR-Volkskammer tagte und in dem sich das Volk (Ausnahme: die Punks der DDR) vergnügte, z. B. beim legendären Udo-Lindenberg...
Das Lerchenfeld ist ein Begriff
Über eine Strasse, die kein Identitätsmarketing und kein Branding braucht
"Im Ort liegt auch ein Mehrwert. Das Lerchenfeld ist ein Begriff", sagt Estela Tschernutter, die seit vielen Jahren eine derjenigen ist, die das Gesicht des Weltladens an der Lerchenfelder Straße mitbestimmt. Heuer feiert der Weltladen sein 20-jähriges Jubiläum. An einer Straße wie dieser seinen 20er begehen zu können, dazu gehört einiges: Durchhaltevermögen, Energie, Kreativität, Veränderungsbereitschaft, Kommunikation, nicht zuletzt e...
Die Lenikus-Lücke
"Ein Gieriger bleibt ein Gieriger, auch wenn er tausendmal Ute Bock sagt"
«Bei geschlossenen Fenstern und gedecktem Dach steht das Haus noch locker weitere hundert Jahre», sagte der Denkmalschutzbeamte vor dem Haus Wien 7, Sigmundsgasse 5. Leider hat jemand ein paar Ziegel aus dem Dach entfernt und die Fenster herausgerissen. Leider könnte da bald eine Baulücke klaffen.
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Statt zerstören vergolden
Ein Wiener Bahnhof in den letzten Zügen
Warum wurde der Südbahnhof immer so schnell zu einem unbeliebten Ort, dass er in seiner Geschichte dreimal komplett abgerissen wurde? War „der Süden“ früher Ort der Sehnsucht, so wird er heute – ähnlich „dem Osten“ – mit Flüchtlingen, Roma, Wanderarbeitern und Armut verbunden. Was folgt: ein riesiger „Haupt-“ oder „Zentralbahnhof“ mit integrierter Shopping-Meile.
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Heterogenes Tal in der Stadt
Raumplaner auf der Suche nach Unorten am Wienfluss
Das Wiental soll an Attraktivität zulegen bzw. stärker ins Bewusstsein der AnwohnerInnen gerückt werden – das sind Vorhaben der Wiental ArbeitsGruppe Gebietsbetreuungen (WAGG). Seit zwei Jahren arbeitet sie als Vernetzungsstelle und wünscht sich, dass die Bevölkerung das Angebot des niederschwelligen Zugangs (sowohl physisch als auch online) auch nützt und sich in der Gestaltung des eigenen Lebensraumes einbringt.
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Katharina gehört allen
In Zagreb versammelt: Modelle angewandter Bürgermitbestimmung
Im Rahmen des Projekts „Operation Stadt“ fand zwischen 4. und 7. Dezember in Zagreb eine internationale Konferenz mit dem Titel „The Neoliberal Frontline: Urban Struggles in Post-Socialist Societies“ statt. Eingeladen waren StadtforscherInnen, ArchitektInnen und AktivistInnen aus Europa und den USA.
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Das Geld siegt, wie gehabt
Die Stadt des Kindes, einst realisierte Utopie, fällt Baggern zum Opfer
„Die Stadt des Kindes war das Paradies und der Rettungsanker schlechthin. Sie hat mich gelehrt, nicht aufzugeben, weiter zu machen, aufzustehen. Sie hat mich gerettet und tausende andere Kinder auch“, erinnert sich Michaela K. an ihre Jugendjahre. Vor sechs Jahren haben die letzten Kinder das Areal im 14. Bezirk verlassen. Seit Ende August dieses Jahres ist die Demontage der einstigen sozialutopischen Musteranlage in vollem Gange. Eine symbo...
Brücke der Freundschaft
Entdeckt beim AtelierRundgang: Der bulgarische Filmemacher K. Stoyanov
Gegebene Strukturen für neue Zwecke nutzen: Bei freiem Eintritt konnten ein sonniges Wochenende lang vor allem im zweiten Wiener Gemeindebezirk 86 Spielorte zeitgenössischer Kunst besucht werden. Ein Lokalaugenschein.
Aus der Platanenperspektive
Hände weg vom Lueger-Platz
Ein Tiefgaragenprojekt am Lueger-Platz erregt die Gemüter. Schließlich gibt es schon mehr als zwanzig geförderte Großgaragen in der City, die zumeist nicht ausgelastet sind. Noch dazu befürchten viele, die wunderschöne Platane könnte dabei zu Schaden kommen. Sie selbst fürchtet das auch und gewährte deshalb dem Augustin ein Exklusivinterview ....