Gut leben ohne nix
Kochshow mit Götz Bury

Was tun, wenn man in prekäre Verhältnisse gerät?
Ein Schnellkochkurs für all jene, die die Kunst erlernen möchten, ohne was zu leben.
Ausgrenzung durch Arbeit
eingSCHENKt
Eine aktuelle Studie mit Bezieher_innen von Sozialhilfe hat auf eindrückliche Weise die schwindende soziale Integrationskraft von Erwerbsarbeit gezeigt. Der Soziologe Manfred Krenn berichtet von Menschen, die zwischen letztem sozialen Netz und schlechten, desintegrativen Jobs hin und her pendeln.
Bestandsfreimachung, ein Unwort
Warum immer mehr Menschen sich das Wohnen nicht leisten können
Anderswo gehen bereits tausende Menschen gegen die explodierenden Wohnungskosten auf die Straße. Eine Studie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2010 konstatiert, was viele fühlen: Wohnen wird auch in Österreich immer teurer. Junge Familien müssen häufig bereits 40 bis 50 Prozent ihres Haushaltseinkommens ins Wohnen investieren, wenn sie in den letzten fünf Jahren eine Altbauwohnung in Wien bezogen haben.
Geld wandert von unten nach oben
Augustin-Gespräch mit Wolfgang Kirnbauer, Mieterschutzverband
Wolfgang Kirnbauer ist Obmann des Mieterschutzverbandes. Mit ihm sprach Gaby Stockmann.
So schaut's aus
EingSCHENKt
Was stimmt? Einkommensarme gehen lieber zum Facharzt – oder lieber ins Krankenhaus. Sie bekommen mehr – oder weniger Medikamente verschrieben. Sie beziehen Mindestsicherung dauerhaft – oder eher kurzfristig?
Gefesselter Genuss – versagte Freiheit
eingSCHENKt
Warum sind Ideen, die den Schwachen die Schwächsten zum Opfer darbringen, so erfolgreich? Weil sie Angst nehmen? Möglich, aber vielmehr noch, weil sie die Person, die andere abwertet, in eine Position der Stärke bringt. Wir ermächtigen uns damit selbst, über andere zu verfügen. Es geht um die Kontrolle des sozialen Abstands zu den anderen. Das muss man verstehen, damit man nicht bloß moralisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wirkung...
Ohne Risiko schwarzfahren
Skandinavien – ein sehr praktisches Modell für Gratis-Öffis

In Stockholm, Göteburg, Ostergotland und Helsinki übernahmen Fahrgäste die Initiative zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Das Mittel dazu ist die selbstorganisierte Schwarzfahrer_innen-Versicherung – korrekterer Ausdruck: Freifahrer_innen-Versicherung – namens «P-Kassan». Der öffentliche Verkehr sollte wie die Gehsteige sein, von allen bezahlt, von allen kostenlos zu benutzen. «Niemandem würde es einfallen, für die Benutz...
«Wir kommen immer wieder!»
Über den weltfremden Versuch der Stadt, die Drogenpolitik der Polizei zu überlassen

Jede größere Stadt hat eine offene Drogenszene. Die in Wien ist relativ klein. Trotzdem versucht die Stadt sie loszuwerden, mit massivem Polizeieinsatz und Baumaßnahmen.
"Wie kann man stabile Strukturen für Roma aufbauen?"
Nicht nur die deutschsprachigen Straßenzeitungen fragen sich:

Durch die harten Lebensbedingungen in den ehemals sozialistischen Ländern verjagt, befindet sich europaweit eine große Zahl von Roma auf der Suche nach neuen Lebensmittelpunkten. Vom kompletten Ausschluß bis zur fraglosen Integration in den Vertrieb, zeigen die Straßenzeitungen in Berlin, Hamburg, Bochum oder Wien sehr unterschiedliche Wege die große gesellschaftliche Frage der Überlebensmöglichkeiten von Roma zu beantworten.
Shit passiert, UEFA kassiert
Nix gegen Fußball – aber alles gegen die unterwürfige Auslieferung der Stadt
1991 gab es in Wien eine Volksbefragung über die Abhaltung einer Weltausstellung. Zwei Drittel der WienerInnen stimmten dagegen. Die Angst vor der Veränderung der Stadt durch solch eine Großveranstaltung war zu groß. Um diesen Sorgen nicht noch einmal ein Ventil zu bieten, wurde über die Durchführung der Fußballeuropameisterschaft 2008 kein Volksentscheid durchgeführt. Dafür ist zu befürchten, dass die WienerInnen, aber auch viele ande...
Die Unterschicht, die Musil liest
Die sozialen Kategorien und die Selbstdegradierung der Menschen
Wer gerne sammelt, könnte uns einmal den Gefallen tun, die journalistischen Begriffe für den größer werdenden Rand der Gesellschaft – bzw. für die Menschen, für die der Augustin als soziales Projekt gegründet wurde – zu sammeln, die in der Geschichte dieses Blattes verwendet wurden. Neben poetischen Wörtern wie Gestrandete und Erniedrigte (ich kann mich sogar an eine Anleihe bei Frantz Fanon erinnern: Die Verdammten dieser Erde) kame...
"Da warten noch Hunderte"
Prekäre Arbeitsverhältnisse im Call-Center: Betroffene erzählen
Werner hatte mit Notstandshilfe und geringfügiger Beschäftigung zu wenig Geld zum Leben. Seither arbeitet er bis zu 68 Stunden in der Woche im Call-Center - je nach Arbeitsangebot. Krankheit oder Urlaubsbedürfnis sind in diesen Zeiträumen ein existenzielles Problem, weil sonst das Geld im nächsten Monat fehlt. Bei einem Stundenlohn zwischen 6 und 8 Euro Brutto mausert sich die Flexibilität zur Flexploitation.
Lohnarbeit? Kein Lebenszweck!
Die Gewerkschaftsreform erfordert neues Denken
Bei der Stilisierung der Arbeit als Lebenszweck der Menschheit dürfte die Arbeiterbewegung dem Kapital auf den Leim gegangen sein. Die Unternehmer sind " aus ein und demselben Grund " zwar an der Arbeitsmoral, nicht aber an der Vollbeschäftigung der Lohnabhängigen interessiert. Kann vom bevorstehenden Bundeskongress des ÖGB (22. bis 24. Jänner) eine Wende in dieser Frage erwartet werden?
Weiße Rosen, rote Fahnen
Am 13.12.06 präsentierte das "Stimmgewitter" in der Szene Wien seine zweite CD
Das Entstehen der CD "Kitsch & Revo" ist ein Beispiel dafür, wie im besten Fall das "System Musik" funktionieren kann. Die klangliche Komponente des Gesamtkunstwerks Augustin lässt bühnenerprobteste Chöre bieder aussehen. AugustinverkäuferInnen distribuieren die Scheibe im Dschungel der Stadt.
Etikett Grundsicherung
Eing´SCHENKt
Grundeinkommen, Basislohn, bedarfsorientierte Grundsicherung, Sozialhilfereform; was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Grob gesagt vier Modelle:
"Du kannst nichts. Also geh zur Post"
Erwin Lechner – noch einer aus dem "Augustin"-Urgestein
Erwin Lechner, 44, ist seit 1998 Augustin-Verkäufer, also Mitglied des Urgesteins, wie sich die Langjährigen selber nennen, um scherzhaft ihren Elite-Status hervorzukehren. Erwin redet in einer Stuttgarter Färbung, wie KennerInnen der deutschen Dialekte unschwer diagnostizieren. Wie das klingt, ist am Montag, 16. Oktober, in Radio Augustin zu hören. Auch Augustin-Urgesteine zeigen Nerven. Erwin jedenfalls hat sich eine Bierdose zu...
Mit dem Arsch durch die Wand
Über geheime Überlebensstrategien in der weiblichen Kunstszene
Schön sei´s nicht gewesen, aber die Entlohnung hätte gestimmt und überhaupt "Augen zu und durch", man müsse dankbar für jede sich bietende Überlebenshilfe sein, spricht sie und meint es auch so, wenn sie über einen ihrer Nebenjobs erzählt. Nathalie P. übt sozusagen einen Doppelberuf aus. Sie ist lebendiges Kreativitätsbündel, begabte Bildhauerin auf der einen und eine mehr oder weniger lustvolle geheime Liebesdienerin auf ...
Eine Bagatelle
Eing`SCHENKt
Die eine Meldung: Leute aus dem Armutsnetzwerk der Slowakei berichten von den steigenden Lebenshaltungskosten in ihren Ländern, die viele ins soziale Out treiben. In der Slowakei wurde die Sozialhilfe massiv gekürzt und die Umsatzsteuer erhöht, übrigens gleichzeitig mit der Entlastung für Reiche durch die Einführung der Flat Tax.
Ein Schluck Chwantschkara auf Frau Bakaschwili!
Das bewegte Leben einer Augustinverkäuferin aus Georgien
Der Charme einer georgischen Großmutter erspart dem Augustin in Wiener Neudorf alle weiteren PR-Maßnahmen. Ihr Lächeln erzeugt eine rätselhafte Schönheit in ihrem Gesicht, das den InterviewerInnen in der Augustin-Redaktion ebenso wenig verborgen bleibt wie den Billa-KundInnen, die "ihre" Kolporteurin so gewohnt sind, dass sie irritiert wären, wenn sie nicht mehr erschiene. Viele von ihnen kennen bereits die private Mehrfach-Katastrophe, die...
Wie aus weniger mehr wird
Eing´SCHENKt
„Stilvoll verarmen“, lautet der Buchtitel des Bestsellers Alexander von Schönburgs. Die Botschaft: Mit weniger besser auskommen, sinnvoller leben, „ärmer“ „reicher“ werden. Das Buch ist exzellent geschrieben und trifft einen richtigen Punkt: was brauchen wir alle den Konsumramsch und den „immer mehr, aber nie genug“-Stress.
Das war`s aber auch schon. Wirklich problematisch wird es nämlich, wenn man sich anschaut, was Von Schön...
"Ich schicke kein Kind ins Nirwana"
Norbert Ceipek kriegt von der Polizei hundert Mädchen pro Monat
Zehnjährige als Taschendiebinnen verhaftet, Vierzehnjährige um 750 Euro verkauft. Karin Hirschl und Norbert Ceipek vom Krisenzentrum Drehscheibe schlagen sich mit den unmenschlichen Auswüchsen der Verarmung in Bulgarien und Rumänien herum. Doch Österreich bietet nicht viel mehr als Rückführung an.
I flick di wieda zaum
"Wo ist der Augustin?", fragen alle, wenn Adi Buchgraber fehlt
Standortentscheidungen sind im Handel von großer Bedeutung, da sie den Grundstein für den späteren Unternehmenserfolg bilden. So stellt die Qualität eines Standortes ein wichtiges Wettbewerbsparameter dar, was die Zukunft des Unternehmens mitprägt. Die Wahl des Standortes ist zudem eine strategische Unternehmensentscheidung, da hier meist längerfristige und aufwändige Bindungen eingegangen werden. Auch ohne das Wirtschaftsfachbuch (dem...
"Auch unsere Leute lachen"
Zeitungmachen als "sinnvolle" Alternative zum erzwungenen Nichtstun?
Die Straßenzeitung Kupfermuckn beschreibt die Schnittstelle zwischen Randgruppensprachrohr und gesellschaftskritischem Journalismus auf virtuose Weise. Oder anders ausgedrückt: Die Kupfermuckn (Vagabundenslang für: Unterschlupf, Abbruchhaus) ist ein Sozialprojekt für und von Armut und Obdachlosigkeit Betroffene(n), von dem auch die von kritischen Zeitungen nicht gerade verwöhnte oberösterreichische LeserInnenschaft profitieren kann.
Oma bin ich ja auch schon
Augustinverkäuferin Susi über Frauen der Straße und deren Extra-Probleme
Im cremefarbenen Pullover und dunklen Rock steht die 45-jährige Kärntnerin auf ihrem Stammplatz vor dem Supermarkt. Eine schwarze Tasche daneben auf dem Fußboden, rundum ein gepflegter Auftritt. Sie braucht nichts anzupreisen, denn ihre StammkundInnen kaufen regelmäßig bei ihr ein, bei Susi, der Augustinverkäuferin. Die an.schläge, eine der Wiener feministischen Zeitungen, nahmen den 10. Geburtstag des Augustin zum Anlass, um sich mit eine...
Bericht über eine Kontroverse
Wie glücklich sind "Glückliche Arbeitslose"?
Das letzte Augustin-Heft enthielt den Vortrag über die Glücklichen Arbeitslosen, den der Kulturwissenschaftler Dieter Schrage auf der Ersten Österreichischen Erwerbsarbeitslosenkonferenz (15./16. Okt. 2005) hielt. Im Folgenden geht Schrage auf die Kontroversen ein, die sein Konferenzbeitrag verursachte.
Sechste Armutskonferenz zeigt auf: Armut ist vermeidbar
Mythen blockieren Herz und Hirn
Solange ökonomische Mythen wie "Jeder kann gewinnen, wenn er nur will", "Sozial ist nur, was Arbeit schafft" oder "Soziales schadet der Wirtschaft" nicht vom Tisch sind, wird es zur keiner Verbesserung der Lebenssituation sozial Benachteiligter kommen. Auf der 6. Armutskonferenz stellten sich die fast 500 TeilnehmerInnen die Aufgabe, all die ökonomischen Märchen, die Menschen arm machen, zu entzaubern.
Über die hilflosen Konzepte der "Weiterbildung für Arbeitslose"
Schulung, eine Schimäre
Während arbeitslosen AkademikerInnen bei der Jobsuche ihre "Überqualifikation" zum Verhängnis wird, schwören die staatstragenden Kräfte inklusive Arbeiterkammer und Van der Bellen auf die "Weiterbildung" als Schlüssel für das Tor zurück ins Berufsleben. Die Pädagogin und Autorin Maria Wölflingseder versucht im Folgenden die These zu begründen, dass AMS-Schulungen und VHS-Erwachsenenbildung Illusionsveranstaltungen sind.
Augustin-Verkäuferin Petra will in die Mitte, doch ...
"Es gibt nur mehr Reich und Arm"
Dominic wird am 23. Oktober vier Jahre alt. Um ihn dreht sich zunächst das Gespräch, als Petra die Augustin-Redaktion besucht. Um Dominic, den Unerreichbaren, der schon mehr alpenländisch als wienerisch spricht. Die 33-jährige Augustinverkäuferin sehnt sich nach ihrem fernen Sohn. Aber um ihn zurückzuholen, müsste ihr und ihrem Mann das Kunststück gelingen, einem veritablen Teufelskreis zu entkommen – ausgerechnet in einer Zeit, in de...
Ohne Franz Sedlak wäre die Obdachlosenhilfe in Wien einfallsloser
Arbeit ohne Winkelzüge
Zuerst war er Elektriker. Dann elektrisierte ihn das soziale Thema. Er zählt zu den MitbegründerInnen des WUK. Er löste die ARGE Nichtsesshaftenhilfe, deren Obmann er nach wie vor ist, aus dem Rahmen der Caritas. Er leitet heute ein Beschäftigungsprojekt für Exhäftlinge. Er unterrichtet zukünftige SozialarbeiterInnen. Gerne würde er sie wieder etwas aufmüpfiger sehen. Aber er weiß auch, dass die herrschende soziale und ökonomische Lage...
Die Shopping-Mall vom Schöpfwerk
Alles zum sensationellen Preis von null Euro und null Cent
Architektur zum Verlaufen, angenehme Öffnungszeiten, kompetente Beratung, großes Warensortiment vom Kühlschrank bis zum Kinderwagen, Café im Geschäfts-Lokal, stilgerechte Anreise in einem straßenbahnartigen Verkehrsmittel
Auf den ersten Blick sind die Unterschiede zum Shopping-Chaos Süd nicht zu erkennen, aber bevor Sie Ihre Kreditkarte einpacken und losfahren, lesen Sie das Kleingedruckte!
Unterwegs mit Eselsgeduld
Oft monatelang nomadisiert Engelbert
Engelbert ist der saisonalste aller saisonalen AUGUSTIN-Verkäufer. Seine Wien-Aufenthalte sind freilich - unabhängig von ihrer Dauer und der Jahreszeit - quasi die Nebensaisonen. Den Sinn seines Lebens finder er eher in Südfrankreich. Dort nomadisiert er - oft monatelang - mit seinen Eseln durch die Täler und über die Berge. Die Eseln heißen Fripon, Rosalie und Gazelle ("das Fohlen nenne ich deswegen so, weil es auch von zwei Meter hohen Ma...
AUGUSTIN-Verkäufer Ronny über Alkohol, Frauen und Kakteen
Ich liebe es, Dornen zu streicheln
Ohnen einen Groschen im Sack ging Ronny zur Caritas Bregenz. Die besorgte ihm eine Fahrkarte nach Wien. Hier lernte der Vorarlberger den AUGUSTIN kennen. Dank AUGUSTIN scheinen ein paar von Ronnys Träumen nun nicht mehr ganz so utopisch zu sein. Allen voran der Fernfahrertraum.
Vom Vertreiben und von Trieben
Die meisten seiner Kunden sind Frauen
Der "Gentleman vom Keplerplatz" hat (Verkaufs-)Erfolg bei Frauen. "Natürlich kaufen auch Männer den AUGUSTIN, aber die meisten meiner Kunden sind Frauen", sagt Franz Horvath, einer der längstdienenden AUGUSTIN-Kolporteure. Den Kopf unter dem AUGUSTIN-Kapperl, auf den Lippen immer ein aufmunterndes, die PassantInnen zum Lachen bringendes Wort, beweist Franz, daß Österreichs erste Boulevardzeitung auch im Arbeiterbezirk Favoriten punkten kann....