Der Pflegestufenschätzer fand Stufe 2 angemessen...
Fremde Mutter - Tagebuch einer pflegenden Annäherung (7)
Meine demenzkranke Mutter wohnt seit fast eineinhalb Jahren mit mir und meinem Mann in unserer Wohnung in Wien, nachdem sie von Berlin nach Wien übersiedelt worden ist, weil die Verwandten die Betreuung nicht mehr leisten wollten. Wir betreuen sie rund um die Uhr, wie das etwa 80 Prozent der Angehörigen von Pflegefällen, insbesondere die Frauen, tun – ein gesellschaftspolitisches Problem. Die fremde Frau, die ich seit Jahrzehnten nur von Bes...
Karl Kraus und die Juden
Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 27
„Einem Juden zu begegnen ist eine Wohltat, gesetzt, dass man unter Deutschen lebt. Die Gescheitheit der Juden hindert sie, auf unsere Weise närrisch zu werden, zum Beispiel ‚national’.“
Friedrich Nietzsche
Der Ballredner
Steffen Hofmanns Augustin-Connection
„Den kenn ich – der kommt oft zu uns“, sagt Steffen Hofmann und deutet aufs Coverfoto des Augustin, das die Gewinner des Obdachlosen-Cups in Jubelpose zeigt, genauer: auf Willy Gröschl, den Erzesten aller Erzgrünweißen im schwarzweißen Augustindress.
Lust am Widerstand
Über Schlurfkatzen, Zazous, Swings und Potapki
„Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei,
zuerst geht der Hitler, und dann die Partei.
Es geht alles vorüber, die HJ wird vergeh´n,
doch der Schlurf, der wird immer und ewig besteh ´n!“
Spottlied der Schlurfs
Mit dem Film „Schlurf – Im Swing gegen den Gleichschritt“ wird nur einer nachtaktiven – Sendetermin 23 Uhr! – Öffentlichkeit die Gelegenheit geboten, sich zu den Wurzeln der Halbstarken, Hippies oder Punks zu beg...
Wien 20. Allerheiligenplatz
Wiener Ausfahrten Nr.69
Zwischen der Donaueschingenstraße und der Hellwagstraße auf der einen sowie der Engerthstraße und der Nordbahnstraße auf der anderen Seite liegt ein altes Wiener Stadtviertel, das in einem ausgedehnten Park seinen Mittelpunkt findet. Der alte Name des Bezirks – Zwischenbrücken – leitet sich davon ab, dass dieser Teil Wiens zwischen Donaubrücken und den Brücken über den Donaukanal lag, der ja einst ein Donauarm war und bis vor nicht al...
Eine Uni gegen das Vergessen
Argentiniens 'Madres' als Volksbildnerinnen
Am 30. April 1977 marschierten erstmals Mütter vor dem Regierungssitz auf der „Plaza de Mayo“, um Aufklärung über das Verschwinden ihrer Töchter und Söhne zu fordern. Es sollte ein langer Marsch werden, denn erst jetzt stehen erstmals Militärs vor Gericht, die den Genozid an 30.000 Menschen zwischen 1976 und 1983 zu verantworten haben. Die „Madres“, heute Frauen im Alter von 80 bis 90 Jahren, sind also noch lange nicht an ihrem Ziel...
Die Lady der Herrengasse
Lieber die Zeitung als den Körper verkaufen: Kolporteurin Marian
Wenn du wüsstest, wie dünn ich war, als ich 2004 nach Österreich kam, lacht Marian, eine der beiden afrikanischen Verkäuferinnen des Augustin. Dass sie heute „so fett“ sei, habe sie ihren Kundinnen und Kunden zu verdanken, denen sie in der U3-Station Herrengasse die Straßenzeitung anbietet. So viel Schokolade könne sie gar nicht essen, wie sie von ihrer „family“, so nennt sie den Stammkundenkreis, solidarisch verabreicht bekäme.