Als wäre soeben eine Rakete abgefeuert worden und nur die Startrampe zurückgeblieben, verweist der Titel der Skulptur «I wanna go home» auch auf sein gar nicht erst vorhandenes Gegenstück, die abenteuerlustige Rakete.
Um Lagerkoller zu vermeiden, sollten sich Leute mit Kindern im Winter rechtzeitig nach Spielplatz-Alternativen umsehen. Eine aufregende Abwechslung bietet das Puppentheater Lilarum.
Obwohl sie zu den bedeutendsten Autorinnen der österreichischen Nachkriegsliteratur zählt, ist Christine Lavant wenig bekannt.
Inspiriert von Andreas Kumps (Shy) Linz-Musik-Doku-Buch «Es muss was geben» haben Oliver Stangl und Christian Tod dieses Film-Monster zusammenmontiert: Aus Originalaufnahmen und Interviews mit den Protagonist_innen von damals.
Ist vom «Amerikanischen Traum» die Rede, wissen fast alle, auch Nicht-Amerikaner_innen, was gemeint ist. Interessanterweise spricht niemand vom «französischen» oder «deutschen» Traum, merkt eine von Ruth Beckermanns Gesprächspartner_innen an.
Über zwei historische Serienmordfälle – und ihre Verfilzung mit Gesellschaft, Polizei und Justiz. Und über eines der spannendsten deutschsprachigen Comic-Projekte.
Das Sujet ist bekannt, man hat es hunderte Male gesehen: Jemand hält ein Kleinkind im Arm, wiegt es in den Schlaf. Eine klassische Pose, die sich in Kirchen und Frauenzeitschriften findet. Hansel Sato bedient sich der (vor-)christlichen Ikonografie «Gottesmutter mit Kind», um auf festgefahrene Geschlechterkonstruktionen aufmerksam zu machen.
Elisabeth Reicharts Roman «Die Voest-Kinder» führt zeitlich zurück in die Zeit der Wiederaufbaujahre. Österreich nennt sich «frei». Dass die alliierten Besatzungsmächte ursprünglich als Befreier gekommen waren, scheint 10 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit geraten zu sein. In dieser Atmosphäre des Schweigens wächst die namenlose Protagonistin des Romans auf:
Jugendliche aus dem 5erhaus werden zu Expert_innen in Sachen Wohnzimmer und simulieren (Wohn-)Alltag mit Hilfe von projizierten Bildern.
Eine «wissenschaftlich streng unkorrekte, aber ungemein lehrreiche» Schlussveranstaltung verspricht das Programmheft zum Festival «urbanize!», denn das Institut für Alltagsforschung wird rangelassen. Sein Ziel ist nichts weniger als «die Selbstverständlichkeit des Alltags zu beenden».
Ausnahmslos Liebeslieder kündigt Maria Stern mit ihrer neuen CD an, und das ist wahrlich ein Wandel der Inhalte ihrer Lieder. Ihr bis dato größter Hit, der «Swarovski-Song», verschaffte der Liedermacherin Meldungen im Boulevard, denn die besungene Fiona Swarovski-Grasser drohte mit Klage. Über Swarovski-Grasser hinaus bedachte sie auch Heinz-Christian Strache mit einem Song und widmete Maria Fekter ein Kinderlied.
«Die Idee einer Nation muss als Vorstellung von Gemeinschaft erneuert werden», steht im niederländischen Pavillon auf der Biennale Venedig. Der thailändische Pavillon in einem Kaffeehaus erfindet die eigene Nation «Navinland» und Wachmänner mit Pistolen bewachen den illuminierten Gottvater, fliegend mit Gänsen, von Tintoretto («La creazione degli animali» 1518). Der illuminierte Jesus gibt anderen zu trinken. Simbabwe und die Roma stellten zum ersten Mal aus.
Nicht zu nahe kommen, lautet die Devise beim Thereminspielen. Das Theremin, auch Ätherwellengeige genannt, gilt als einziges Instrument, dem Klänge entlockt werden, ohne es zu berühren.
Am Ufer der Alten Donau, jenseits der Reichsbrücke, halten die unbemittelten Menschen ihren Rivierasommer ab. Ihr bescheidener Blick ignoriert das andere Ufer des Flusses und ruht auf den nächstplätschernden Wellen. Wenn man das phantasiebegabte Auge ein wenig zusammenkneift und die Geographie vergißt, kann man den ewigen Wogenschlag des Meeres beobachten. Manchmal kommt unserer Illusion ein Dampfer zu Hilfe und den Fluß hinunter, mit rauchendem Schlot und abenteuerlichem Mast und winkenden Insassen. Gewiß fahren sie jetzund hinaus in die See, die Kontinent mit Kontinent verbindet.Â