Eine Neuerscheinung ist zu preisen, deren zugrunde liegende Lebensweisheit ihres Autors manche so genannte 68er über einstige Selbstgewissheiten zu nachdenklichem Lächeln hinreißen wird. Zugleich trübt ein großer Schatten die Freude über den langen Atem einer nonkonformistischen Persönlichkeit.
Der stürmische Wind hat Rock-Viech und Polit-Trash-Guru Prof. Stefan Weber ins Planet Music geweht, zu einer Probe von Roman Gregorys „Alkbottle“, wo er auch zwei Nummern interpretieren wird. Ja, der Frühpensionist und Szenealtmeister ist wirklich äußerst umtriebig: Stargast bei vielen Events, zertrümmert er hier ein Saxophon, dort eine Gitarre, erscheint bei Tochter Monis Modeschauen, hält Lesungen im Rathaus und kümmert sich ums Drahdiwaberl-Programm. Anliegen Nr. 1 ist ihm zurzeit aber die Fertigstellung seines Kinofilms – „Weltrevolution. Der Film“. Sein Lebenswerk quasi, zumindest ein Highlight im schillernden Rock’n’Roll-Leben des Herrn Kapellmeisters. Trotz seiner Parkinson-Krankheit ist er absolut kein Leisetreter geworden, wie auch das Gespräch mit dem Augustin deutlich machte.
Für die mehrteilige Videoarbeit „In The Middle Of The Way“ begleitet die junge polnische Künstlerin Anna Konik (geb. 1974, lebt in Warschau) einzelne Obdachlose verschiedener Städte über mehrere Stunden. So sind bis jetzt folgende Teile entstanden: „Thaddeus“ in Warschau (2001), „Hermann“ in Berlin (2002), „Svetlana“ in Moskau (2005), eine nicht genannte Person in Cleveland (2005), „Gerard“ in Cork (2006), „Hans-Dieter“ in Wien (2006) und „Jenny and Pele“ (Zürich 2007). Die Künstlerin ließ sich von ihren BegleiterInnen an Orte führen, welche diese vorgegeben haben, und unterhält sich dabei mit ihnen.
„Ich werde immer kürzer in meinen Gedankengängen, und das heißt also immer besser, immer weniger zeitraubend! Zum Schluss werde ich gar nichts mehr sagen. Das wird das Beste sein. Da wird mich einer nur anschaun brauchen und sagen: ‚Ich weiß schon!’ Eine kann es jetzt schon, sie heißt ‚Paula’!“Peter Altenberg
„Gelehrsamkeit, die – Staub, aus einem Buch in einen leeren Schädel geblasen.“
Ambrose Bierce
„Es hat jemand mit großem Grunde der Wahrheit behauptet, dass die Buchdruckerei Gelehrsamkeit zwar mehr ausbreitet, aber im Gehalt vermindert hätte. Das viele Lesen ist dem Denken schädlich. Die größten Denker, (…), waren grade unter allen den Gelehrten, die ich habe kennen gelernt, die, die am wenigsten gelesen hatten.“
Georg Christoph Lichtenberg
„Jedes Ereignis, über das ich nichts lese, ist Ruhe, jedes Gebiet, das ich nicht betrete, Erholung. Je weniger ich weiß, desto besser errate ich.“
Karl Kraus