ico_youare10g.gif ZEITUNGTUN & LASSEN
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Taschenspielertrick

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Wir öffnen die Archive des Schweigens. Zwei Zitate. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat Folgendes gesagt: «Die finanziellen Probleme in der Eurozone sind gleichermaßen ein Ergebnis der steigenden außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und auseinanderlaufender Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Kernländern der Eurozone und den sogenannten Peripheriestaaten.

Esel auf dem Eis

Raiffeisen im Osten verpatzt Rating der Republik

Im großen Geschrei der Medien über die Herabstufung der österreichischen Bonität durch Standard & Poor’s geht ziemlich unter, dass das Ostengagement der heimischen Banken – mit der Raiffeisen Bank International an der Spitze – für diese Entwicklung mit verantwortlich gemacht wird. Das ist das Ergebnis, wenn die von der genossenschaftlichen Basisorganisation über Aktiengesellschaften abgekoppelten Spitzen des Konzerns es vorziehen, ins Kasino (sprich: auf internationale Finanzmärkte) zu gehen, statt mit viel Kleinarbeit dafür zu sorgen, dass die bäuerlichen Klein- und Mittelbetriebe beim Verkauf ihrer Produkte an die diversen Genossenschaften auf ihre Gestehungskosten kommen.

Im Hintergrund: die Heuschrecken

Was Sie schon immer über Ratingagenturen wissen sollten

Sie lesen aufmerksam die Wirtschaftsseiten der Zeitungen? Sie schauen sich einschlägige Berichte an? Doch Sie haben noch immer den Eindruck, nicht zu verstehen, was da so läuft, mit den Triple As, den CDOs und CDSs, den ABBs und was es da noch so alles gibt? Dann sollten Sie Ihren Hausverstand kurz irgendwo parken und Ihr demokratisches Grundverständnis ebenso. Einer, der es gut versteht, Licht in dieses verwirrende System zu bringen, ist Werner Rügemer. Im Aktionsradius Wien erklärte er kürzlich das System Ratingagenturen. Einigen ist Rügemer von seinem Auftritt im Film «Let’s make money» bekannt.

Fällt der Milchgroschen?

Über Kuhbauernhöfe, die nicht mehr Raiffeisen-Betriebe beliefern

Milchgroschen wird der Produzentenmilchpreis genannt, der von den Molkereien an die Milchbäuerinnen und -bauern bezahlt wird. Von seiner Höhe hängt die Existenz der weiterhin zwar zurückgehenden, aber immer noch zahlreichen kleinen und mittleren Milchbauern und -bäuerinnen ab. Die einschlägigen Genossenschaften wurden ursprünglich gegründet, um den Milchproduzent_innen ein Einkommen zu sichern, mit dem sie auskommen können bzw. der zumindest ihre Produktionskosten deckt.

Ausgrenzung durch Arbeit

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Eine aktuelle Studie mit Bezieher_innen von Sozialhilfe hat auf eindrückliche Weise die schwindende soziale Integrationskraft von Erwerbsarbeit gezeigt. Der Soziologe Manfred Krenn berichtet von Menschen, die zwischen letztem sozialen Netz und schlechten, desintegrativen Jobs hin und her pendeln.


Kannibal_innen sind immer die anderen

Aus der Sammlung des universitären Projekts «Teilnehmende Medienbeobachtung»

Menschenfresser_innen sind immer irgendwo anders. Menschenfresser-innen, das sind immer die anderen. Sie sind gut für die Auflage. Menschenfresser_innen lassen uns schaudern. Sie rühren an unseren schlimmsten Ängsten. Sie sind fast zu schaurig, um wahr zu sein. Doch jede_r Kannibal_in hat auch seine gute Seite: Er_sie erhöht die Auflage, steigert die Quote – und verkauft. Sex sells. Kannibal_innen ebenso. Gibt es keine Kannibal_innen, werden sie eben gemacht. Besonders der Boulevard-Journalismus liebt seine Kannibal_innen.
TUN & LASSEN - Igor Eberhard - 13.12.2011 mehr lesen »

«Deutsche» Ironie der Krise

Griechenland: Autofahrer_innen reißen Mautstellen nieder

Griechische Autofahrer_innen weigern sich, die Mautgebühren zu bezahlen: Sie steigen einfach aus den Fahrzeugen, heben die Schranken mit der Hand hoch – oder zerstören die Mautstellen. Der deutsche Baukonzern Hochtief muss ein Millionen-Investment abschreiben.

Die Energiearmutsfalle

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Auch heuer müssen viele in ihren Wohnungen frieren. Insgesamt können es sich 237.000 Menschen nicht leisten, ihre Wohnung im Winter warm zu halten, davon 52.000 Kinder und Jugendliche. Die Lage verschärft sich: Haushaltsenergie ist um 12 % zum Vorjahr gestiegen; Brennholz um 4,5 %, Fernwärme um 9,9 %, Gas um 13,1 %, Heizöl um 21,4 %.

Leopold Ungar, schau herunter ...

Etwas Sand im Getriebe der Raiffeisen-PR-Maschine

«Tue Gutes und Rede darüber» oder «Tue Gutes und schweige» – beide PR-Strategien finden in der Raiffeisenwelt ihre Verwendung. Heute Raiffeisen-Watch über Widersprüchlichkeiten, wenn die Welt verbessert werden will.

Auch Plätze mit Märkten sind öffentlich!

Advent in Wien: Christliche Umsätze statt christliche Grundsätze

article_1867_310_tun_christkindl5_2_160.jpg Zwei Dutzend Augustin-Verkäufer_innen demonstrierten am 19. Oktober durch die zentralen Wiener Adventmärkte am Rathausplatz und Maria-Theresien-Platz, und mehr als 200 Unterstützer_innen schlossen sich ihnen an. Das Verbot des Augustin-Straßenverkaufs (einen Tag vor der Demo aufgehoben) und des Verkaufs anderer Straßenzeitungen war Anlass des Protestes. Auch die Aufhebung des Bettelverbots wurde gefordert. In den Wochen vor dem allerheiligsten Fest der Christenheit signalisiere ein Wegweisen der Ärmsten nicht gerade soziale Sensibilität, erklärte ein Augustin-Sprecher.

«Wir sind die Allerletzten!»*)

Raiffeisen: Der «große Chef» verteilt Schulnoten

«Solidarität gibt Österreich Kraft» war der Titel eines Vortrags, zu dem Raiffeisen-Generalanwalt Dr. Christian Konrad lud. Wer sich auf Grund des Titels ein Fest an Kampfrhetorik erwartete, wurde enttäuscht. Konrad gab einen Überblick, der ein wenig in das Seelenleben des obersten Raiffeisenmanagers blicken ließ.


Die Wahrheits- und die Denkbremse

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Ich geh mit den Kindern ins Kino und schau den Potter-Film. Die Finanzmärkte sind nervös. Jugendarbeitslosigkeit auf Höchststand in Europa. Und ich bin auch schon ganz unruhig. Zum Glück war ich zuerst im Kino.

Bestandsfreimachung, ein Unwort

Warum immer mehr Menschen sich das Wohnen nicht leisten können

Anderswo gehen bereits tausende Menschen gegen die explodierenden Wohnungskosten auf die Straße. Eine Studie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2010 konstatiert, was viele fühlen: Wohnen wird auch in Österreich immer teurer. Junge Familien müssen häufig bereits 40 bis 50 Prozent ihres Haushaltseinkommens ins Wohnen investieren, wenn sie in den letzten fünf Jahren eine Altbauwohnung in Wien bezogen haben.

Geld wandert von unten nach oben

Augustin-Gespräch mit Wolfgang Kirnbauer, Mieterschutzverband

Wolfgang Kirnbauer ist Obmann des Mieterschutzverbandes. Mit ihm sprach Gaby Stockmann.


Finanzmärkte: Business as usual

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Die Situation für Jugendliche verschärft sich in Folge der Finanzkrise in ganz Europa. In Griechenland, Irland und den baltischen Ländern klettert die Jugendarbeitslosigkeit auf über 30 Prozent, in Spanien ist mittlerweile nahezu jeder zweite Jugendliche arbeitslos. Insgesamt weisen 11 von 27 Mitgliedsländern der EU eine Jugendarbeitslosenquote von mehr als 25 Prozent auf, 2007 war dies noch in keinem einzigen Land der Fall. Gab es schon europäische Gipfel gegen Jugendarbeitslosigkeit? Aufgeregte Regierungschefs, Industrievertreter, Börsianer und Chefredakteure, die auf Maßnahmen drängen?

«Zigeuner» = böse, lernen schon die Kinder

Antiziganismus – von Politiker_innen benutzt, von Medien verbreitet

article_1844_308_tun_antizigan_foto_160.jpg Ausgrenzung von Arbeitsmarkt und Bildung, Vertreibung, Verfolgung, aber auch gewalttätige Ausschreitungen und tödliche Gewalt – die Bandbreite antiziganistischer Praktiken ist groß und hat fatale Auswirkung auf das Leben von als «Zigeuner» wahrgenommenen Menschen. Was den Boden für Antiziganismus bereitet, welche Funktionen er erfüllt und was man dagegen machen kann, darüber sprach der Augustin mit dem Politologen Markus End, Doktorand am Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin.

Die Pflegelücke

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Pflegende Angehörige stehen unter psychischem und physischem Dauerstress. Sie bekommen rhetorische Anerkennung für ihre «aufopfernde Arbeit», mit der Arbeit selbst aber werden sie alleingelassen. Erst bei massiver Überlastung wird nach Unterstützung gesucht, und nicht schon vorher.

Das «Von-Natur-aus-faul»-Klischee

Schon 1955 schlug Erich Fromm ein Grundeinkommen vor

Erich Fromm, der große Denker, der die Theorien Freuds mit dem Marxismus vermählen wollte, sollte 31 Jahre nach seinem Tod wieder intensiver gelesen werden. Klaus Widerström, Sozialphilosoph und Sozialpsychologe, Vorstandsmitglied der Tübinger Fromm-Gesellschaft, nannte in einer Veranstaltung im Rahmen der Grundeinkommens-Woche (mehr davon auf Seite 6) einen von vielen Gründen, sich erneut dem deutsch-amerikanischen Intellektuellen zuzuwenden.


TUN & LASSEN - - 20.10.2011 mehr lesen »

«Weil ich kein Zocker bin»

14 NÖ-Gemeinden fühlen sich von Raiffeisen hineingelegt

Der Bürgermeister der niederösterreichischen Gemeinde Payerbach Eduard Rettenbacher erbte von seinem Vorgänger eine schwere Last: Devisenoptionsgeschäfte sollten die Zinslast der Schulden der Kommune erträglicher machen. Das Gegenteil trat ein. Geschäftspartner ist die Raiffeisenlandesbank Wien – Niederösterreich.


Kinder mit Statushintergrund

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Es ist nicht die Leistung, die zählt, es sind nicht die Kompetenzen, die honoriert werden. Noten werden nach Herkunft vergeben. Schüler_innen aus Haushalten mit geringer Bildung erhalten bei gleicher Leistung die schlechteren Noten. Bei gleicher Lesekompetenz fassen sie die deutlich schlechteren Noten aus. Und umgekehrt bekommen Schüler aus universitärem Elternhaus bei gleichen Kompetenzen die besseren Beurteilungen.


Konfiszierung jüdischer Schicksale

Maria Fekter – ein österreichisches Gesamtkunstwerk

Gäbe es Maria Fekter nicht, niemand hätte sie erfinden können. Denn zu so viel Mut zum Stereotyp wagt sich nicht einmal die Fantasie des Blockbuster-Kinos herab.

So schaut's aus

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Was stimmt? Einkommensarme gehen lieber zum Facharzt – oder lieber ins Krankenhaus. Sie bekommen mehr – oder weniger Medikamente verschrieben. Sie beziehen Mindestsicherung dauerhaft – oder eher kurzfristig?

Gefesselter Genuss – versagte Freiheit

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Warum sind Ideen, die den Schwachen die Schwächsten zum Opfer darbringen, so erfolgreich? Weil sie Angst nehmen? Möglich, aber vielmehr noch, weil sie die Person, die andere abwertet, in eine Position der Stärke bringt. Wir ermächtigen uns damit selbst, über andere zu verfügen. Es geht um die Kontrolle des sozialen Abstands zu den anderen. Das muss man verstehen, damit man nicht bloß moralisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wirkungsvoll auf Sündenbockpolitik reagiert.

Gedanken zum «Wandertag»

Das Hanf-Verbot kann nicht funktionieren – es sei denn, Ausschließung ist erwünscht

Drogenprohibition ist vermutlich das quantitativ erfolgreichste Instrument, um «zuverlässigen» Nachschub für den sozialen Rand zu sichern. Zehntausende Menschen mit Vorstrafen nach Drogendelikten wären noch unbescholten (und «am Markt» entsprechend chancenreicher), wenn der Drogenkonsum nicht zu den Verbrechen zählte. Einmal mehr versucht eine NGO, die für die Legalisierung von Cannabis eintritt, mit einem Wiener «Hanf-Wandertag» am 1. Oktober auf das seltsame Auseinanderdriften von Wissenschaft, Gesetzgebung, Politik und Rechtssprechung aufmerksam zu machen.

Auch Kleinvieh macht Mist

Die attraktive Villa mit Park – und ein mehr als unanständiges Angebot

In der Raiffeisenholding Niederösterreich-Wien ist ein wesentlicher Teil des Immobilienbesitzes des Giebelkreuzkonzerns gebunkert. Beispielsweise gehört das Leopoldstädter Ufer des Franz-Josef-Kai von der Holland- bis zur Jägerstraße bzw. von der Raiffeisenzentrale bis zum Uniqa-Tower zu ihrem Besitzstand. Die Immobiliendivision der Holding interessieren jedoch nicht nur große Fische; vielmehr streitet sie nach dem Motto, wonach auch Kleinvieh Mist macht, auch um den Besitz kleinerer Liegenschaften.

Eine Bezahluniversität für die Fleißigen und Anständigen

Dia „Ich AG“ des Christian Joksch

Machen Sie mehr aus sich! Erwerben Sie einen akademischen Titel! Wenn Sie keine öffentliche Universität nimmt, inskribieren Sie doch an einer privaten! Privater geht es gar nicht. Und mit etwas Glück werden Sie dort prominente Kommilitonen treffen. – Oder gründen Sie gleich selber eine Alma Mater, das geht. Und wenn irgendwelche Gesetze dagegen stehen – des mach ma schon.

… denn jetzt wird’s ernst am Xingu

Brasilianische Aktivist_innen holen sich Kraft aus dem österreichischen Dezember 1984 ...

article_1797_tun-brasilian2©_160.jpg Die Gegner_innen des brasilianischen Mega-Staudamms Belo Monte haben einen Bischof an ihrer Seite. Die Aktivist_innen der Hainburger Au hatten die auflagenstärkste Zeitung hinter sich. «Belo Monte» ist auch wegen der katastrophaleren Folgen des Projekts nicht mit «Hainburg» vergleichbar. Das Hainburger Happy End ist dennoch eine Art Frustschutzmittel für alle, die an ähnlichen «Fronten» kämpfen. Bericht von einer Bootsfahrt mit einstigen Au-Besetzer_innen und brasilianischen Belo Monte-Gegner_innen.

Stahlgewitter der Erlösung

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«Lieber bessere Zeiten und schlechte Musik», sagt der Sänger Bernd Begemann. Ich persönlich hätte auch nichts gegen bessere Zeiten und gute Musik. Auf die besseren Zeiten müssen wir aber noch warten.

Ein Riese, nahezu steuerbefreit …

Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?

Als wir uns darauf eingelassen haben, diese Serie über den Moloch Raiffeisen zu starten, rechneten wir naiv, wie wir sind, auf Feedback aus der Konzernzentrale in der Hollandstraße. Da sich als wirkungsvollstes Mittel in der Öffentlichkeitsarbeit das Totschweigen erwiesen hat, ist es jedoch weiter kein Wunder, dass die Serie des Augustin über die ganz normale Vorherrschaft des Konzerns mit dem Giebelkreuz über die österreichische Wirtschaft niemanden aus dem Häuschen gebracht hat.


Nur eine Null vor dem Komma

Raiffeisen steht dazu: Aufsichtsrat ist Männerrunde

Liebe Leserinnen, heute gibt es schlechte Nachrichten, sollten Sie einen Job in einer Vorstandsetage bei Raiffeisen anstreben: Sie sollten konservativ und vor allem ein Mann sein.


… irgendwann was Schlimmes passiert

Trauma-Forscherin mit Fokus auf Südosteurooa

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Die Politik und die verletzte Seele. Ihr würde ganz viel einfallen, um mehr Gerechtigkeit ins Asylwesen zu bringen, sagt die Psychologin und Trauma-Expertin Dr. Brigitte Lueger-Schuster im Augustin-Interview. «Es fragt mich das Innenministerium allerdings nicht!»


England: Brennende Probleme

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Auf Englands Strassen brennt es. Das kommt nicht aus dem Nichts. Um gegenzusteuern gilt es Zusammenhänge zu sehen, Kontext begreifen, Gewalt nicht entschuldigen.

Ohne Risiko schwarzfahren

Skandinavien – ein sehr praktisches Modell für Gratis-Öffis

article_1774_tun-schwarzfahrvers©mari_160.jpg In Stockholm, Göteburg, Ostergotland und Helsinki übernahmen Fahrgäste die Initiative zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs. Das Mittel dazu ist die selbstorganisierte Schwarzfahrer_innen-Versicherung – korrekterer Ausdruck: Freifahrer_innen-Versicherung – namens «P-Kassan». Der öffentliche Verkehr sollte wie die Gehsteige sein, von allen bezahlt, von allen kostenlos zu benutzen. «Niemandem würde es einfallen, für die Benutzung der Gehsteige Geld zu verlangen – warum dann für den öffentlichen Verkehr?», heißt es in einem Statement der Nulltarif-Pendler_innen.

Macht haben macht gesund

Raiffeisen: wie der Alleinherrscher zu seinem Nachfolger kommt

Raiffeisen ist der größte Brocken, den Österreich wirtschaftlich zu bieten hat. Der Nummer eins im Bankensektor mit Spitzenstellungen im Versicherungs- und Immobilengeschäft, im Medienbereich und in zahllosen Industriesparten sowie mit einem De-facto-Monopol in der Landwirtschaft und vielen Teilen der Lebensmittelindustrie kann niemand das Wasser reichen. Was früher der Kaiser war, ist heute der Generalanwalt des Raiffeisenverbands: ein mit einmaliger, demokratisch nicht legitimierter Machtfülle ausgestatteter Alleinherrscher.

Ein Garten voller Äpfel

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Bei Pflege gibt es eine 100-Prozent-Erbschaftssteuer auf Ärmere und die Mittelschichten. Während vermögensbezogene Steuern als Beitrag der obersten 10 Prozent nicht eingeführt werden, ist es offenbar kein Problem, die mittleren und unteren Haushalte bei der Pflege voll zu belasten.

Giftcocktail

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In Österreich werden innerhalb eines Jahres von rund 900.000 Menschen Leistungen wegen psychischer Erkrankungen in Anspruch genommen. Damit stieg die Zahl der Krankenstände wegen psychischer Diagnosen österreichweit von 2007 bis 2009 um 22 %, die Zahl der Krankenstände wegen körperlich bedingter Krankheiten hingegen nur um 10 %. Wurden im Jahr 2009 rund 900.000 Patienten auf Kassenkosten wegen psychischer Beschwerden versorgt, waren es im Jahr 2006 noch 100.000 Versicherte weniger.


Das kleine Dolce Vita des Alltags

Kriterien der Gesellschaftsqualität: «Gutes Leben» oder hohes Bruttoinlandsprodukt?

article_1766_tun-dasguteleben©jürgen_160.jpg Sumaq Kawsay – so lautet in den Anden die indigene Bezeichnung für ein Konzept, das auch im Westen immer mehr Anhänger gewinnt: das Konzept des «Guten Lebens». Werner Hörtner ist Lateinamerika-Experte und arbeitet für das Magazin «Südwind» – und er erklärt im Augustin-Interview, was es mit diesem Konzept auf sich hat.

Glorit erobert Riviera der Armen

Über Stiftsgründe, Seegründe und gute Gründe, mit dem Widerstand zu beginnen

Am liebsten würden Immobilienhaie naturgemäß auf der Donauinsel investieren. Für das gestopfte Klientel nicht nur «Wohnen am Wasser», sondern sogar «Wohnen auf der Insel» anzubieten, wär´ das Nonplusultra immobilienkapitalistischer Träume.

Bananen waren ja auch einmal billiger

Pröll & Raiffeisen & eine wunderbare Wertsteigerung in Döbling

article_1764_tun-raiffeisen©mario_160.jpg Heute: aus dem Tagesgeschäft der Giebelkreuzler und ihrer Freunde.
Den Niederösterreichern ist zu gratulieren: Im Verein mit der Raiffeisen Versicherung AG konnte Landeshauptmann Erwin Pröll beweisen, das er der geschäftstüchtigste Häuptling aller österreichischen Landescapos ist.

Lost Generation?

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«Ich hab keinen Lehrabschluss, mein Leben ist sowieso gelaufen.» Dieser Satz eines 16-Jährigen war es, der die Leute aus dem Jugendzentrum in Dornbirn veranlasste, etwas zu unternehmen. Die offene Jugendarbeit machte das, was in ihrem Namen steht, sie öffnete sich. Auch für Bildung und Ausbildung. Seither gibt es Hauptschulabschlusskurse «auf der Straße» und Hilfe bei der Lehre. Fast 100.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren haben keinen weiteren Abschluss über die Schulpflicht hinaus. 10.000 verlassen überhaupt vorzeitig die Schule. Schulabbrecher, oder Drop-outs, haben es superschwer, now and ever.
Das Projekt «c’mon 14» oder «move on» in Wien geht in die Schulen und bietet Hilfe an, wenn es nicht mehr geht. Das wird gut angenommen, wie man hört.

«Wir kommen immer wieder!»

Über den weltfremden Versuch der Stadt, die Drogenpolitik der Polizei zu überlassen

article_1752_tun-karlsplatzszene©pete_160.jpg Jede größere Stadt hat eine offene Drogenszene. Die in Wien ist relativ klein. Trotzdem versucht die Stadt sie loszuwerden, mit massivem Polizeieinsatz und Baumaßnahmen.

Delegiert, um renitent zu

Glückspieldebatte: «Marginalisierte schützen wär’ eine Kernaufgabe der Sozialdemokratie»

article_1751_tun-novomatic2_160.jpg Landesparteitag der SPÖ. Tag der Zurschaustellung einer sozialdemokratischen Kontinuität über ein Jahrhundert hinweg und gleichzeitig Tag der weiteren Distanzierung von den sozialistischen Idealen. Wie geht das zusammen? Mittels Doppelstrategie. Man lässt Enfant terrible Niki Kowall die Freiheit, in Sachen Glückspielautomaten die Parteitagsmehrheit zu gewinnen. Wurscht, denn die SP-Spitze fühlt sich eh nicht den Parteitagsbeschlüssen, sondern den Abmachungen mit dem Glückspielmonopolisten verpflichtet. Niki Kowalls respektable Parteitagsrede verdient dennoch weitere Verbreitung, denn sie ist eine Vorratskammer voller Argumente.

Phantomschmerzen

Der mächtigste Banker in Österreich beschimpft die Politik. «Im Stil nicht gut, aber inhaltlich richtig», sagen die Chefredakteure. Ich sage: «Stil könnte besser sein, aber inhaltlich falsch.» Der Bankensektor spürt den Druck einer stärkeren Kontrolle und möglichen Regulierung. Die sog. Basel-III-Regeln zur Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften werden Spekulationsrisken vermindern. Mit ihren Fremdwährungskrediten samt Investmentzertifikaten sind die heimischen Banken nicht die armen Opfer der Finanzkrise, als die sie sich neuerdings gerne darstellen. Diejenigen Kräfte, die innerhalb des Euroraums gegen eine wirksame Gläubigerbeteiligung an der Umstrukturierung von Schulden agieren und Vermögenssteuern zu verhindern suchen, setzen darauf, die Mittel für den Schuldendienst aus dem Sozialbereich herauszupressen, Zukunftsinvestitionen in öffentliche Güter wie Bildung und soziale Dienstleistungen einzuschränken oder zu unterlassen.

Maresi, Strabag und Kurier

Raiffeisen-Monopole, wohin man schaut – eine Zwischenbilanz - Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 16)

Christian Konrad, als Generalanwalt des Raiffeisenverbands ranghöchster Giebelkreuzler, hat den Job als Obmann von «Unser Stephansdom», ein Lobbyverein für die Wiener Kathedrale, hingeschmissen.

Elmar auf Dumpster-Tour

«Meine persönliche Methode des Konsum-Boykotts»

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Es ist Freitagabend. Elmar, 32, setzt sich die Stirnlampe auf und zieht Plastik-Handschuhe über. Er bereitet sich auf eine Dumpster-Tour vor. Will heißen, er klappert die Mülltonnen bei Supermärkten ab, um sich fürs Wochenende mit Essbarem zu versorgen. Sein Revier ist Baden bei Wien und Umgebung. Auf der Fahrt zum ersten Supermarkt erzählt mir Elmar von seinem Werdegang und erläutert die Dumpster-Philosphie.


Vom Geschmack des Vertrauens

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Lerne ich den Geschmack vom zukünftigen Leben als Konkurrenz, Misstrauen, Verlassensein? Oder habe ich die Erfahrung qualitätsvoller Beziehungen, Vertrauen und Einfühlung gemacht? Werde ich schlecht gemacht und beschämt oder geschätzt und erfahre Anerkennung? Ist mein Leben von großer Unsicherheit und Stress geprägt oder von Vertrauen und Planbarkeit?

"Wie kann man stabile Strukturen für Roma aufbauen?"

Nicht nur die deutschsprachigen Straßenzeitungen fragen sich:

article_1739_tun-ideentag©mario_160.jpg Durch die harten Lebensbedingungen in den ehemals sozialistischen Ländern verjagt, befindet sich europaweit eine große Zahl von Roma auf der Suche nach neuen Lebensmittelpunkten. Vom kompletten Ausschluß bis zur fraglosen Integration in den Vertrieb, zeigen die Straßenzeitungen in Berlin, Hamburg, Bochum oder Wien sehr unterschiedliche Wege die große gesellschaftliche Frage der Überlebensmöglichkeiten von Roma zu beantworten.

Volumensfetischismus

Gegenüber dem Schwedenplatz ist alles in Raiffeisen-Hand – Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 15)

Mitten in der Stadt hat die «Bauernselbsthilfe-Organisation» Raiffeisen nicht etwa fruchtbare Äcker geschaffen, muss sie auch nicht; an der Leopoldstädter Seite des Donaukanals wurde die «Raiffeisen-Meile» geschaffen. Der Augustin sprach darüber mit dem Autor des stadtplanungskritischen Standardwerks «Wer baut Wien?», Reinhard Seiss. Das Buch beschreibt die freiwillige Aufgabe von stadtplanerischen Gestaltungsbefugnissen des zuständigen Ressorts zugunsten von Investoren-Interessen, die auf ein maximales Bauvolumen drängen – was zu halb leer stehenden Beton- und Glasblöcken und nicht zu lebendigen Stadtvierteln führt.

«Hallo, einen Augustin?»

Kolporteur Gerhard Geiger. Bemerkungen zum Faktotum der Gürtelbögen

article_1734_tun-gerhardgeiger©mario_160.jpg Gerhard Geiger ist Augustin-Verkäufer am Wiener Gürtel. Über die Jahre ist er eine Kultfigur der Stadtbahnbogenlokale geworden. Man nennt ihn auch den Hut-Gerhard.
TUN & LASSEN - Teresa Reiter - 18.05.2011 mehr lesen »

Grindig? Abgelaufen? Verschimmelt?

Vinzi-Markt-Leiterin wehrt sich gegen Vorwürfe

2013 wird der 20. Geburtstag des Grazer VinziDorfes gefeiert, die bekannteste Obdachlosen-Einrichtung der christlichen Vinzenzgemeinschaft und ihres charismatischen Pfarrers Wolfgang Pucher. Sein persönlicher Einsatz im Kampf gegen das steirische Totalverbot des Bettelns hat die Menge seiner Bewunderer weiter vergrößert. Inzwischen zählen auch Sozialmärkte zum «Sozialimperium» der Gemeinschaft. Hier scheint die Bewunderung nicht ganz so ungeteilt zu sein.

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