Die Schreibwerkstatt
(...) Und wie geht’s einem Exeinbrecher wie mir heute? Seit meiner letzten Haft vor drei Jahren bin ich arbeitslos. Am Konto habe ich 30 Euro. Ich rief meinen AMS-Betreuer an, dass ich am Vortag einen Job als Anzeigenverkäufer gefunden hätte. Mein Betreuer meinte, Stellenangebote des AMS gingen vor und ich müsse mich ehemöglichst bei den Stellen bewerben, die er mir zusandte. Also schrieb ich meine Bewerbungen per Mail und bekam auch Vorstellungstermine, bei welchen mir versprochen wurde, dass sich die Firma bei mir melden würde. Aber welche Firma nimmt einen 68-jährigen auf, wenn unzählige herumlaufen, die um einiges jünger sind – und keine Einbrecherkarriere hinter sich haben (...)
16.01.2007
Zivilisation // eissaln gehen / eissalon gehen / büdschiam schaun / telefonian / autofoan fliagn / u. trotzdem / bled steabm
(..) Ich ging um den Stadel herum und entdeckte auf der bergwärts führenden Seite des Stadels festgemachte Stangen, mit denen Luftschlitze zugenagelt waren, die für das Trocknen des Heues angelegt waren. Ich riss eine dieser Stangen herunter und kroch durch die dadurch entstandene Öffnung in den Stadel hinein, wo ich mich auf einen Stoß Altheu legte, um zu schlafen. Um nicht gesehen zu werden, verblieb ich auch tagsüber in dem Stadel. Gegen 14 Uhr des 19. September wurde die verschlossene Stadeltür plötzlich aufgesperrt (...)
Die Schreibwerkstatt ist das älteste „Projekt im Projekt“. Es bestand schon vor dem Erscheinen der ersten Augustin-Ausgabe. Seit 1995 haben Menschen, die im Augustin publizieren wollen, die Möglichkeit, ihre Kreativität in Worten auszudrücken. Eine regelmäßige 8-seitige Rubrik im Augustin (Dichter Innenteil) gibt ihren Texten, ob Kurzprosa oder Lyrik, Raum, der ihnen in anderen Medien verwehrt bleibt.
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01/2007