„Universalove“ ist eine neue Art von Musikfilm. Erarbeitet von der Band Naked Lunch mit dem Regisseur Thomas Woschitz – der den Film als „große Liebesgeschichte“ verstanden wissen will.
Als solche will Thomas Woschitz den Film verstanden wissen, dazu sollen sich die sechs über den Globus verteilten Episoden mit der Musik verdichten. Parallel zur meisterlichen Musik Naked Lunch’s, deren textliche Ebene sich auf einige wenige, umso „stärkere“ Sätze eben nicht reduziert, ist dabei das filmische Erzählen eines, dessen Grundprinzip „weniger ist mehr“ ist, bewusst fragmentarisch, „angerissen“ gehalten. Die Bilder haben Platz, die Gesichter, das Nichtgesagte, das Nichtzusagende. Dialoge spielen kaum eine Rolle, und das Spielen mit Klischees zieht eine Metaebene ein. Andererseits verblüfft, wie passend die Storys sich an ihren Schauplätzen entfalten. Thomas Woschitz erzählt, dass die Belgrader Schauspieler meinten: „Genau, die typische Belgrader Lovestory!“
Ein gutes Jahr dauerte es von der Grundidee zur Erstellung des Scripts und Ausfinanzierung. Letzteres wesentlicher Bestandteil der Kunst des Filmemachens. Dann wurde über einige Monate verteilt in Belgrad, Brooklyn, Luxemburg, Marseille, Rio de Janeiro und Tokyo gedreht. Vier Tage jeweils, Thomas, Kameramann Enzo Brandner und fallweise Oliver Welter von Naked Lunch arbeiteten mit lokalen Crews und SchauspielerInnen. Definitiv eine Leistung, mit einem Budget von 250.000 Euro einen so angelegten 80-Minuten-Film mit internationalen Locations zu drehen. Auch wenn es schwerfällt, sich Thomas Woschitz als bedingungslos von seiner Vision eingenommenen Regie-Egomanen vorzustellen, wirkliche Kompromisse durften die engen Mittel (unter anderem durch/von Kleine Filmförderung, Wiener Filmfonds, ORF Innovationstopf und das serbische Kulturministerium bereitgestellt) keine diktieren. Wenn noch ein Schauspieler sein musste, insistierte der Regisseur. Die ursprünglichen sieben Storys wurden bei den Vorarbeiten auf sechs reduziert, die Machbarkeiten flossen schon in die Vorbereitung, das Drehbuch war als Treatment definiert, notwendiges Umschreiben wegen lokaler, situationsbedingter Gegebenheiten vorab mitgedacht. Was „Universalove“ am Ende so stimmig macht, dass Thomas Woschitz dafür den Max-Ophüls-Preis 2009 erhielt, der Film bei Festivals in Istanbul, Toronto, Miami und auf der Berlinale wohlwollend aufgenommen wurde.
Woschitz hat den Film selbst geschnitten, ließ ihn, quasi zum Vergleich, auch von einem befreundeten Schnittmeister schneiden. „Der hat die Musik wie einen klassischen Soundtrack verwendet, dadurch hat das einen ganz anderen Rhythmus.“ Während „Universalove“ ein hoffentlich noch langes Nachleben führt, entwickelt Thomas Woschitz – „nach dem Abdrehen ist der Kopf zur Hälfte frei“ – ein neues Projekt, ermöglicht nicht zuletzt durch die Dotierung des Max-Ophüls-Preises. „Einen kleinen, handgebauten Thriller.“
Info:
www.kgp.co.at
Sa., 22. 8.
Universalove mit Livemusik von Naked Lunch
Arena