ico_youare10g.gif AUGUSTIN
http://www.augustin.or.at/

Die "Nicht-Befürwortung" einer Theaterform

Was der Kulturbeamte nicht kennt, subventioniert er nicht ...

Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten. Es beschäftigt sich unter Mitwirkung des Publikums mit Ungerechtigkeiten in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen.
Nach 1993 in Rio de Janeiro und 1997 in Toronto wird das WeltForumTheaterFestival heuer erstmals in Europa durchgeführt, auf sechs österreichische Städte verteilt – und die Kulturabteilung der Stadt Wien scheint mit dieser (politischen) Form des Theaters überfordert zu sein. Rund um das Subventionsansuchen der Festival-Veranstalter – Theater Trans-ACT, Arge Forumtheater, InterAct und WUK – entwickelte sich ein schräges, aber auch trauriges Stück mit dem Arbeitstitel „Die Katze beißt sich in den Schwanz“:
Bernhard Denscher, Abteilungsleiter im Büro von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, empfahl eine Projekteinreichung beim Kuratorium der freien Theaterszene. Dort wurde eine Unterstützung abgelehnt, da es sich um ein Festival mit Schwerpunkt auf internationale Gruppen handle, förderungswürdig seien jedoch Projekte, die vorrangig die Wiener Theaterszene repräsentieren (das Verhältnis internationaler zu Wiener Gruppen ist ausgewogen, Anm. d. Red.). Damit wurde die Kulturabteilung konfrontiert und erneut um Subvention angesucht. Denscher lehnte ab: „... nach Nicht-Befürwortung Ihres Projektes durch das Kuratorium für Off-Theater und Tanz“ und „aufgrund der begrenzten budgetären Mittel“ bestehe keine Möglichkeit der finanziellen Unterstützung.
Nichtsdestotrotz werden von 21. bis 26. Oktober in Wien an die 20 Forumtheater-Gruppen auftreten. Darunter Kapazunder wie das Centro do Teatro do Oprimido aus Rio de Janeiro (CTO Rio) oder die 11% K.Theater-Truppe des Augustin.

www.wftf

Kommentare zu: Die "Nicht-Befürwortung" einer Theaterform

    Zu diesem Artikel gibt es noch keine Kommentare.