In Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Kunstvermittler und Kulturwissenschaftler Dieter Schrage, der während seiner 2001 beendeten Tätigkeit im Museum moderner Kunst immer wieder Aktivitäten zur sozialen Öffnung des Museums (z. B. für SeniorInnen, Sehbehinderte, Jugendliche aus Stadtrandbezirken u.a.) gesetzt hat, entwickelte der Augustin das Projekt „Museum für den Augustin“. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass selbst Menschen, die unterprivilegiert sind, das Interesse an den verschiedensten Formen der Kultur leben, dass aber eine Schwellenangst herrscht, die den Besuch der offiziellen „Tempel“ der Kultur schwer macht.
Mit Dieter Schrage hatten auch wir vom Augustin die Tiefe der Kluft zwischen Marginalisierten und Kunstbetrieb unterschätzt – ein Graben, der nur durch eine radikale Wende zu sozialer Gerechtigkeit aufgefüllt werden könnte. Schrages Freitagsführungen «für den Augustin» waren demnach vorweggenommene Momente der sozialen Gleichheit. Sein Tod kann kein Anlass sein, sich die Anstrengung des Abtragens jener Mauern, die zwischen Kunst und Leben stehen, zu ersparen.