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Museum für den Augustin

Es ist eine vielfach dokumentierte Tatsache, dass das offizielle Kulturangebot nur von etwa 10 bis 12 % der erwachsenen Bevölkerung Österreichs wahrgenommen wird. Dabei ist der Kreis der Interessierten überwiegend eine durch Familie, Bildung, Beruf und sozialer Stellung privilegierte Schicht. Weite Bereiche der österreichischen Bevölkerung (etwa 70 %) werden von den Kultur- und Kunstangeboten der öffentlichen Hand einfach übergangen. Dies gilt besonders auch für die öffentlichen Museen und Ausstellungshäuser aus dem Bereich der bildenden Kunst.

16.01.2007

In Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Kunstvermittler und Kulturwissenschaftler Dieter Schrage, der während seiner 2001 beendeten Tätigkeit im Museum moderner Kunst immer wieder Aktivitäten zur sozialen Öffnung des Museums (z. B. für SeniorInnen, Sehbehinderte, Jugendliche aus Stadtrandbezirken u.a.) gesetzt hat, entwickelte der Augustin das Projekt „Museum für den Augustin“. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass selbst Menschen, die unterprivilegiert sind, das Interesse an den verschiedensten Formen der Kultur leben, dass aber eine Schwellenangst herrscht, die den Besuch der offiziellen „Tempel“ der Kultur schwer macht.

Mit Dieter Schrage hatten auch wir vom Augustin die Tiefe der Kluft zwischen Marginalisierten und Kunstbetrieb unterschätzt – ein Graben, der nur durch eine radikale Wende zu sozialer Gerechtigkeit aufgefüllt werden könnte. Schrages Freitagsführungen «für den Augustin» waren demnach vorweggenommene Momente der sozialen Gleichheit. Sein Tod kann kein Anlass sein, sich die Anstrengung des Abtragens jener Mauern, die zwischen Kunst und Leben stehen, zu ersparen.



Kontakt

Tel.: 01/587 87 90
redaktion@augustin.or.at
01/2007

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