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Alltag einer besonderen Flüchtlingshelferin

Filmporträt über Ute Bock

article_1422_utebock_160.jpg Seit 2002 versorgt die ehemalige Erzieherin Ute Bock mit dem gleichnamigen Verein Menschen, um die sich eigentlich die öffentliche Hand kümmern müsste – AsylwerberInnen, traumatisierte Menschen, darunter viele Kinder, die auf der Straße stehen. Die Folgen der Ignoranz der Zivilgesellschaft und der Politik fluten täglich das Vereinslokal im 2. Wiener Gemeindebezirk. Von sieben Uhr früh bis zwei Uhr nachts hat Ute Bock, mit einem großen Team um sich herum, die Ohren für die Bedürfnisse der um Hilfe suchenden Menschen offen.
Gerda Kolb 20.01.2010
Die Räumlichkeiten des Vereins sind das Zentrum im Leben von Ute Bock, dort verbringt sie fast den ganzen Tag. Naheliegend, dass auch „Bock for President“, das filmische Porträt über die fast 70-jährige Wohltäterin, über weite Strecken dort gedreht wurde. Durch die engen Verbindungen verwandtschaftlicher und beruflicher Natur der beiden Regisseure Houchang Allahyari und Tom-Dariusch Allahyari zu Ute Bock war es ihnen möglich, ihren Alltag und damit auch Menschen, die sich nicht so gerne filmen lassen, vor die Kamera zu bekommen.

Vordergründig ist dieser Film aber kein Porträt Ute Bocks, sondern eine Bestandaufnahme der Folgen einer grauslichen Asylpolitik. Frau Bock konfrontiert sich ständig damit, arbeitet immer. Das Privatleben verschiebt sie, nach eigenen Worten, auf das nächste Leben. Also doch ein Porträt, denn nur so gibt es sie. Sie ist nicht die sympathischste Person der Welt, auch das zeigt dieser großartige Film. Die Person der Ute Bock, ihre Authentizität, ihre forsche Art, ihre politische Unkorrektheit machen es möglich, wegen der Schicksale der ProtagonistInnen in „Bock for President“ nicht zu verzweifeln und sich in Grund und Boden zu schämen, sondern sie lockt sogar einige Lacher aus den zugeschnürten Hälsen der ZuschauerInnen.
Geko

Info:
www.stadtkinowien.at
Ab 15. Jänner im Stadtkino
Gerda Kolb 01/2010

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