ico_youare10g.gif AUGUSTIN
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Plätze frei im Roma-Berufsorientierungskurs!

Jung, hip, eloquent, frech und sympathisch - aber ziemlich chancenlos

Eine wahre Geschichte über Lubo. Lubo ist jung, sympathisch und hip. Er kann sämtliche englischen Rap-Texte zitieren, ohne ein Wort davon zu verstehen. Er hat freien Eintritt in alle Hip-Hop-Club Wiens – und er ist arbeitslos. Doch warum fällt es einem so eloquenten und frechen jungen Menschen so schwer, eine Arbeit zu finden? Lubo hat den Hauptschulabschluss nicht geschafft. Er kommt aus einer Roma-Großfamilie. Der Vater verabschiedete sich früh, die Mutter lebte immer traditionell, gebunden an Familie und Herd.
Gilda Horvath 19.01.2010
Aufgewachsen ist er in der Großfeldsiedlung. 4 Zimmer für 3 Generationen der Familie, zusammen mit den 4 Kindern seiner Tante. Lubos Mutter ist zwar liebevoll, aber selbst ungebildet. Das macht sie natürlich zu keinem schlechteren Menschen, wurde aber ein Problem, als sie beim ersten Elternsprechtag vor Lubos Lehrerin stand. Diese sprach davon, wie unaufmerksam der Junge sei, wie unpassend der Goldschmuck sei, den er immer wieder trägt, und dass sie empfehlen würde, ihn aufgrund seiner eklatanten Schwäche in Mathematik in eine Sonderklasse zu schicken, wenn er keine Nachhilfe besuchen würde.
Nachhilfe gab es nicht. Zu teuer. Die Lehrerin hatte nicht auf die Förderstunde in der Schule hingewiesen. Die Sonderklasse war bald Lubos neuer Platz in der Schule. Die alten Kumpels aus der regulären Klasse nannten ihn nun „Behindi“, und in der Sonderklasse gab es wenig Ausbildung, aber viel „Spaß“. In den Pausen wurde heimlich geraucht, Sex am Klassentisch simuliert. MigrantInnen nicht-deutscher Muttersprache landen auf dem gleichen Platz wie die Kinder mit Lernschwächen. Unzufriedene und unzureichend betreute SchülerInnen treffen so auf frustrierte LehrerInnen. Mitten in der Abschlussklasse der Hauptschule fragte sich Lubo, was das alles bringen soll. Und gingt einfach nicht mehr hin.
Der Schnuppertag bei McDonald’s war auch nicht das Wahre. Ohne Hauptschulabschluss kein Job. Das weiß er mittlerweile. Irgendwann wurde die Familie aus der Wohnung delogiert. So geht es vielen Jugendlichen, die einen Job suchen. Gut, dass es für Leute wie Lubo die Initiative THARA gibt. Das ist eine Beratungsstelle für Roma und Sinti. Thara ist ein Romanes-Wort und heißt „Zukunft“ oder „morgen“. Im THARA-Kurs NEVODROM – was übersetzt so viel heißt wie „Neuer Weg“ – wird Lubo in einem Workshop zur kulturellen Identität lernen, dass auch Roma etwas durchziehen können. Selbstbewusstsein ist keine Selbstverständlichkeit. THARA wird Lubo auch nach dem Kurs betreuen. Denn es wird immer wieder Momente und Rückschläge geben, die ihn ins Wackeln bringen werden.

Info:
Berufsorientierungskurs NEVODROM
für Roma & Sinti zwischen 15 und 25 Jahren
Beginn: 1. Februar 2010
Dauer: 17 Wochen inkl. 4 Wochen Berufspraktikum
Unter bestimmten Voraussetzungen gibt es eine Unterstützung durch das AMS.
KURSANMELDUNG AB SOFORT MÖGLICH! 0 676 834 022 31
THARA Beratung & Dialog für Roma & Sinti
Bachgasse 6/TOP 1
1160 Wien
Tel.: (01) 332 02 77

www.thara.at

Referenzen:

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