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Stellung beziehen im Licht der Öffentlichkeit

Künstler und Künstlerinnen gaben im Zuge der Angelobung der schwarz-blauen Regierung vor genau zehn Jahren kräftige, politisch konnotierte Lebenszeichen von sich. Sie halfen mit, neue Protestformen zu kreieren. Darüber hinaus erreichten auch so manche explizit politische Arbeiten Nachhaltigkeit. Klein, aber oho war beispielsweise der von der Malerin Johanna Kandl gestaltete so genannte Widerstandsbutton. Oder die "Soundpolitisierung" der Plattform volkstanz.net. Ein mobiles Soundsystem rollte durch die Stadt, und der Philosoph Oliver Marchart schrieb dazu: " (...) diese Veröffentlichung der eigenen Position – das Stellungbeziehen einer bestimmten Community – muss man den Volkstanz-Demos zugute halten. Hannah Arendt hätte das – in ihren Worten – wohl so beschrieben, dass sich hier die Menschen aus dem Dunkel ihrer Clubs ins Licht der Öffentlichkeit begeben."
Einen Überblick der Widerstandsarbeiten und Formen damals neuer Protestkultur bringt nun die Ausstellung "Geachtet – Geächtet", ein Projekt vom Verein Mattseer Konferenz. Neben eher ausgefallenen Objekten wie dem Widerstandshasen aus Keramik von Vroni Katona ist auch Näherliegendes wie Videos oder Plakate für eine Woche im Ragnarhof vorzufinden. Selbstredend, dass solche Ausstellung auch ein umfangreiches Live-Begleitprogramm bieten kann. Und nicht zuletzt wird die Botschaft besorgter BürgerInnen wieder aufgebaut – ein Aufwärmen für die Gemeinderatswahl im Herbst?

Info:
"Geachtet – Geächtet"
Eröffnung am 29. Jänner um 19 Uhr
Bis 6. 2., Di.–Sa.: 16–21 Uhr
Ragnarhof
Grundsteingasse 12
1160 Wien

Referenzen:

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