Das mittlerweile siebte und weltweit einzigartige
Animationsfilmfestival, das sich dem Trickfilmschaffen von Frauen widmet, zeigt von 4. bis 8. März, was wir Frauen mit Pixeln, Puppen und Knetfiguren bisweilen Komisches, Bissiges oder Kritisches auf dem (Trick-)Kasten haben. Die Vorauswahl für den internationalen Wettbewerb zu treffen wird mit jedem Jahr schwieriger. Diesmal waren es über 500 Einsendungen, von denen es 39 Arbeiten in den Wettbewerb geschafft haben.
Welche „Tricky Women“ werden wohl dieses Jahr von der mit Jayne Pilling (GB), Julie Roy (Can) und Barbara Musil (Ö) hochkarätig besetzten Jury Preise bekommen? Wie aufwändig das Animieren von Bildern ist, kann gut am Stop-Motion-Gustostückerl „Benigni“ aus Finnland studiert werden. An diesem knapp acht Minuten kurzlangen Film wurde gleich zu dritt gewerkt. Die Filmemacherinnen Elli Vourinen, Pinja Partanen und Jasmiini Ottelin studieren an der Kunstakademie der Turku Universität und strafen alle Lügen, die behaupten, Frauen hätten keinen Sinn für den ironisch lakonischen Witz, der sonst eher mit Kaurismäkisch beschrieben wird, ohne jedoch eine durchaus weibliche Sicht zu verlieren: Einem unter Einsamkeit leidenden Mann (er)wächst eine höchst unerwartete Lösung seines Problems aus bzw. unter seiner Achselhöhle. Was fürs vorösterliche Gemüt ist „Hot Seat“ von Janet Perlman (USA), in dem die Tücken des Großraumbürolebens in einer animierten Welt voller Kaninchen und Karotten auf die Schaufel genommen werden. Neben der Wettbewerbsschiene gibt es wieder das Österreich-Panorama und die Filmschulprogramme – zu dieser Palette gesellt sich ein neues viel versprechendes Subgenre, das für die Zukunft einen fixen Platz bei Tricky Women haben wird: dokumentarische Animationsfilme. Tipp: „Lydskygger/Sound-Shadows“ von Julie Engaas (NOR) erzählt aus der Perspektive einer blinden Frau und dringt damit in einen Bereich vor, der im Kino sehenden Auges eigentlich unerreichbar schien – bis jetzt.
www.trickywomen.at