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Warten auf "Weiches Moos"

Musik und Poesie im Wonnemonat Mai

Immer nur die Qualität und nie die Quantität vor Augen hat die Kombo «Verschärft». Der Output dieses Quintetts – Christian Dunzinger (git), Rainer Gallasch (b), Stefan Jaquemar (dr), Hans Lackner (voc) und Franz Rottensteiner (git) – ist leicht überschaubar: drei Alben in über 15 Jahren (zuletzt: «Worauf sollen wir noch warten»), kaum Konzerte, und wenn sie in Medien aufscheinen, dann eigentlich nur als Eintrag im Programmteil, aber so gut wie nie in Form einer redaktionellen Bearbeitung. Somit fehlt nur noch ein Attribut, um «Verschärft» ruhigen Gewissens mit dem Prädikat Geheimtipp auszeichnen zu können: Die Songtexte sind herrlich chiffrierte Essenzen aus der Biografie des Sängers und Lyrikers Hans Lackner, der nach eigenen Angaben genauso gut Hans Müller heißen könnte.
Seine meist im Sprechgesang vorgetragenen Zeilen sind lyrisch überhöhte Abrechnungsorgien: abgerechnet wird mit der Psychotherapie, mit der Liebe, aber auch beispielsweise mit einer Dichterin wie Friederike Mayröcker, die so dreist war und das Moos als Symbol für den Tod verwendete. Lackners Retourkutsche: «Weiches Moos in deinen Händen / daran werden sie dich / bei deiner Rückkehr erkennen.»
«Verschärft» produziert auf der Bühne auch den performativen Mehrwert – vor allem dann, wenn der Sänger, ein Mann von bescheidener Statur, mit Leib und Seele alles daransetzt, das Moos aus der lethalen Umklammerung Friederike Mayröckers zu befreien und seine Kollegen ihn dabei mit stoischer Ruhe begleiten. Ja, auf solche Konzerte warten wir!

«Verschärft»
Mo., 3. Mai, 21 Uhr
Café Carina
Bei freiem Eintritt!
www.myspace.com/verschaerft

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