1. Schubhaft und Menschenrecht – Flüchtlinge und AsylwerberInnen kommen nach Österreich, um Schutz vor Verfolgung zu suchen. De facto werden ihnen oft die Grundrechte aberkannt, in dem sie, als «Sicherungsmaßnahme», Tage, oft aber auch Monate im Gefängnis festgehalten werden wie Kriminelle. Manfred Nowak, Professor für Menschenrechte an der Universität Wien und Sonderberichterstatter über Folter für die UN-Menschenrechtskommission im Gespräch mit Martin Schenk.
2. Palm – Der irische Schriftsteller James Joyce schuf mit «Ulysses» ein Jahrhundertwerk. Die Titelfigur Leopold Bloom odyssiert darin exakt am 16. Juni 1904 ganztägig durch Dublin – und das findet seither allerorten Nachahmer. Der erste österreichische «Bloom’s Day», an dem die im Buch geschilderten Handlungen symbolisch begangen werden, ging 1966 über die Bühne. Der Aktionsradius Wien ehrt zum vierten Mal diesen Tag, heuer mit einer eigenen «Bloomsday Revue», einem wahren Feuerwerk an Highlights. Darunter auch der Joyceologe Kurt Palm, der den gesamten «Ulysses» in einem 17-Minuten-Vortrag unterbringt. Somit bleibt auch noch Zeit, andere Themen in diesem Radioporträt über Kurt Palm zu streifen, etwa Palms Buch «Bad Fucking». Gestaltung: Karl Weidinger
Versäumt? Wiederholung! «Huach do kummt da Wind wos die Wöd aufkead.»
Ernst Molden hat mit seinen Freunden Willi Resetarits, Walther Soyka und Hannes Wirth das Album des Sommers 2009 abgeliefert. Songs in Wiener-Mundart. Einfache und seltsame Geschichten. Lieder, die schon bei der Erscheinung Klassiker sind. Dieses Vierer-Dream-Team hat sich musikalisch gefunden. Am 4. September 2009 fand sich die halbe Band (Molden und Soyka) bei Mario Lang im Studio ein, nicht nur um zu plaudern, sondern auch um live zu musizieren.
1. Jura Soyfer für Einsteiger/innen. „Wiener Kostbarkeiten“ nennt sich jene Serie des Metro-Verlags, in der bereits Anthologien von Peter Altenberg, Ludwig Hevesi, Karl Kraus und Moritz Gottlieb Saphir erschienen sind. Dieses Frühjahr widmete sich die Verlagsreihe Texten von Joseph Roth und Jura Soyfer. Die Anthologie „Naschmarkt, 2 Uhr Früh“ liefert ein umfassendes Bild des Journalisten, Dramatikers und Lyrikers Jura Soyfer. Für Herbst 2010 ist übrigens eine Anthologie mit Texten von Bertha von Suttner geplant.
2. Afrika im Waldviertel? – Zum zehnten Mal findet heuer das Kasumama Afrika Festival im Moorbad Harbach im Waldviertel statt: Zwischen 7. und 11. Juli werden u. a. The Mahotella Queens aus Südafrika zu sehen sein. Das abwechslungsreiche Workshopprogramm bietet Trommeln, Singen, Tanzen und Kochen.
Künstlerinnen, Allrounderinnen, Vereine & Angebote von und für Frauen. Diesmal zu Gast bei Alexandra Gruber: Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin ohne Berührungsängste.
1. Der Drahtesel als Packesel. Lastenfahrräder waren lange Zeit nur noch bei der Post im großen Stile im Einsatz. Darüber hinaus tauchten im Stadtbild vielleicht noch vereinzelt Eisverkäufer/innen oder Bäcker/innen mit nicht motorisierten Transportvehikeln auf, doch es zeichnet sich eine Wende ab – das Fahrrad wird als Lastentransporter und Lastenschlepper wieder entdeckt. Näheres dazu auf den Seiten 6 und 7 dieser Ausgabe.
2. Tortillas? Ricas! Seit kurzem gibt es in Wien eine Tortilleria, die die beliebten Maisfladen mit original mexikanischen Zutaten und Kochgeräten herstellt, und das 100 Jahre nach der mexikanischen Revolution!
Eine siestaliche runde Stunde von und mit Fritz Babe.
1. „Homosexualität in der Welt der Wissenschaft“ – so heißt eine Führung der Universität Wien, die sich im Spannungsfeld negativer Auswirkungen von Diskussionsbeiträgen zur Homosexualität in der Geschichte (z. B. Nationalsozialismus) und aktuellen Lehrveranstaltungen, die Homosexualtität, Queer Theory oder queere Kunst zeitgemäß behandeln, bewegt. Ein Beitrag von Alexandra Gruber.
2. Für SchokoladetigerInnen. Wer kann süßen Versuchungen widerstehen? Schokolade macht glücklich, und im Schokolademuseum im 23. Bezirk kann man eine Vielzahl von Köstlichkeiten nicht nur bewundern sondern auch kosten.
Die SPÖ hat in Wien ein Verbot «gewerbsmäßigen Bettelns» erwirkt, das seit Juni gilt. Dadurch kann angeblich wirkungsvoller gegen organisiertes Betteln vorgegangen werden – ein fadenscheiniges Argument, denn organisiertes Betteln ist seit 1993 verboten. Der Verdacht liegt nahe, dass die SPÖ mit dem Gesetz vor allem Tatkraft gegenüber der organisierte Kriminalität beweisen will, immerhin stehen Wahlen vor der Tür. Doch dafür, dass organisiertes Betteln in großem Stil tatsächlich existiert, hat auch die Polizei keine Beweise. Ferdinand Koller von der Bettellobby hält das Gesetz vielmehr für einen weiteren Schritt Richtung generelles Bettelverbot. Polizeilicher Willkür gegen bettelnde Menschen wird durch den weit auslegbaren Begriff vom «gewerbsmäßigen Betteln» jedenfalls viel Platz gegeben.
1. In Würde – Immer mehr europäische Staaten (Niederlande, Belgien, Luxemburg und Schweiz) haben Gesetze verabschiedet, die aktive Sterbehilfe legal zulassen Schwerstkranken Menschen soll so ein selbstbestimmter und würdevoller Tod ermöglicht werden. Einer ganz anderen «Kultur des Sterbens» fühlt sich die Caritas verpflichtet: Als katholische Organisation fordert sie das Verbot des Tötens auf Verlangen in der Verfassung zu verankern.
2. Im Zeichen des Red Ribbon – Von 18. bis 23. Juli findet in Wien eine internationale Aidskonferenz statt. Radio Augustin recherchiert im Rahmen der Konferenz.
Das Akkordeon – einst in Wien patentiert – wird auch abseits volksdümmlicher Romantik gespielt. Davon zeugen drei große Wiener Akkordeonspieler: Walter Soyka, Stefan Sterzinger und Otto Lechner. Die Sendung widmet sich auch der Geschichte des Akkordeons. Gestaltung: Barbara Karahan.
(Wiederholung vom 23. 10. 2009)