Bock auf Kultur
Benefizreihe zugunsten des Wohn- und Integrationsprojektes
«Bock auf Kultur» wurde 2003 vom ‚Wohn- und Integrationsprojekt - Verein Ute Bock’ ins Leben gerufen. Aufgrund der Unzufriedenheit über die untragbare Situation von AsylwerberInnen und der guten Arbeit von Frau Bock, die den Betroffenen ein Gesicht in der Öffentlichkeit verlieh, solidarisierten sich österreichische KünstlerInnen und Kulturschaffende und legten den Grundstein für ‚Bock auf Kultur’. Größen der Musik- und Kabarettsz...
Wir sind uns selbst fremd
Mehmet Emirs Brief an die Mama
Hallo Mama!
Ich weiß, Dir geht es nicht besonders gut. Wie geht es Vater? Solltest Du nach meinem Befinden fragen – Allah sei Dank – ich kann nicht wirklich klagen, aber arbeiten muss ich viel! Und verliebt habe ich mich auch schon lange nicht mehr. Heutzutage ist es schwer, sich in meinem Alter zu verlieben.
20 Jahre Initiative Minderheiten
Symposium: «Sag, wie hast du's mit der Sprache? – Zur Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit»
Die Initiative Minderheiten feiert heuer ihr 20-jähriges Bestehen. Ein Anlass, um Bilanz zu ziehen und sich über ein brisantes Thema auszutauschen: der Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit. Denn Sprache bildet in den öffentlichen Debatten die „Gretchenfrage“. Sie wird sowohl als Ressource gesehen wie auch als aufgeladene Symbolik.
In der Luft hängen
Bericht über eine hartnäckige Unterstützungsverweigerung
Die türkische Regisseurin Emel Heinreich bringt seit Jahren Themen wie Zwangsheirat, Migration, Heimat und Identität auf die Bühne. Mit erfolgreichen Tourneen durch ganz Österreich – nur in Wien wird ihre Arbeit von der öffentlichen Hand nicht geschätzt.
… irgendwann was Schlimmes passiert
Trauma-Forscherin mit Fokus auf Südosteurooa
Die Politik und die verletzte Seele. Ihr würde ganz viel einfallen, um mehr Gerechtigkeit ins Asylwesen zu bringen, sagt die Psychologin und Trauma-Expertin Dr. Brigitte Lueger-Schuster im Augustin-Interview. «Es fragt mich das Innenministerium allerdings nicht!»
Dieses Land ist unser Land
Erledigen wir nicht die Drecksarbeiten für euch? Und ihr nennt uns integrationsfeindlich?

Man wirft uns MigrantInnen vor, dass wir nicht integriert sind. Warum eigentlich? Zahlen wir nicht Steuern? Zahlen wir nicht unsere Wohnungen? Erledigen wir nicht die billigsten Jobs? In dieser Hinsicht, als Nettozahler, scheinen wir genug integriert zu sein. Nur wenn wir Gleichheit fordern, gelten wir als nicht integriert. Da wird von den Herrschenden «Integriert euch!» gerufen.
Politik des Immer-Schlimmer
Susanne Scholl kennt Flüchtlinge, die besser deutsch sprechen als die Innenministerin

Von 1991 bis 2009 war Susanne Scholl – mit einer Unterbrechung – Korrespondentin des ORF in Moskau. Seit ihrer Pensionierung schreibt sie in den «Salzburger Nachrichten» und in «News», ist Buchautorin und unterrichtet am Institut für Slawistik. Sie ist engagiert gegen die unmenschlichen Fremdengesetzte und hat aktuell einen offenen Brief an Kanzler, Vizekanzler und Innenministerin geschrieben (siehe am Ende des Interviews), in dem sie ge...
«They make you crazy»
Nigeria heißt Hölle – und Steyr ist kein Paradies

Den Kummer für die ganze Welt spürt und trägt der junge, tapfere Maklele Dennis auf seinen Schultern, und er ist zu groß für ihn. Als Verkäufer der OÖ-Straßenzeitung «Kupfermuckn» liebte er es, mit seinen Kunden zu scherzen. «Das ist das Leben, das ich mag und führen will», sagt er. Der Augustin besuchte ihn auf der Psychiatrie in Steyr.
Böse, bildungsferne Türken
Über Hans Rauschers ethnologischen Exkurs nach Yozgat
Seit Thilo Sarrazins Bestseller und Straches Stimmenzuwächsen in Wien erkennen auch die bürgerlichen Medien wieder Handlungsbedarf in Sachen Integration und erheben sich mit vorgeblicher Sachlichkeit über das Gutmenschentum. Sie stellen sich falsche Fragen und geben sich falsche Antworten. Hans Rauscher zum Beispiel brillierte kürzlich im «Standard» mit der Einsicht, dass die «Bildungsferne» türkischer Einwanderer «kulturell vererbt» w...
Was bitte heißt eigentlich Integration?
Mit politischem Getöse sowie etwas Schaum vor dem Mund wird derzeit allenthalben die Integrationskeule gegen die hierzulande lebenden Ausländer geschwungen. Aus allen Partei- und Fernsehprogrammen und lustvoll sekundiert von den Stammtischen dröhnt die scheinbar unmissverständliche Aufforderung, dieser Personenkreis möge sich gefälligst besser integrieren und anpassen. Worin diese Anpassungsleistung denn nun konkret bestehen soll, wird aber...
Das Gute daran ist das Gute darin!
Ernst Schmiederer («Die Zeit») zum 15. Geburtstag des Augustin
Auf dem Weg ins Büro. Sonntag früh, der letzte im September. Der Sommer hat keinen guten Eindruck hinterlassen, dafür beginnt der Herbst imposant. Es regnet, der Wind pfeift und am iPhone sagen sie, dass das jetzt so bleibt. Die U1 vom Praterstern zum Schwedenplatz ist heute «heute»-frei, zum Ausgleich hängen an den Laternenpfosten der Rotenturmstraße jene Plastiktaschen, die am Wochenende den Gratiszeitungs-Bedarf befriedigen – darin au...
Der Streik der Restaurant-Sklaven
Frankreichs “travailleurs sans papiers“ mobilisierten für ihr Aufenthaltsrecht
Sie arbeiten, zahlen Sozialversicherung und haben dennoch keine gültige Aufenthaltsgenehmigung. In diese absurde Situation drängt das französische Recht tausende Menschen, die vorrangig aus ehemaligen Kolonialstaaten im Land der Franternité, Egalité und Liberté ihr Auskommen suchen. Streiks der betroffenen „sans papiers“ haben nun aufgezeigt, welche Sektoren ohne ihre Arbeit still stehen würden, und führten zu gesetzlichen Reformen.
Ohne Muslime kein Europa
Das goldene Wienerherz und die hyperemotionale Islam-Debatte

Die meisten Medien unterscheiden nicht ausreichend zwischen Islam als Religion und Islamismus als politische Ideologie. Beim Thema Integration wird eher polarisiert und emotionalisiert als informiert. Das Internetportal Qantara bietet sich als Gegenlektüre an. Wenn auch zu befürchten ist, dass die «Mutter» der Brigittenauer MoscheegegnerInen, Hannelore Schuster, andere «Informationsquellen» vorzieht: Für die Auseinandersetzung mit der gras...
In der Hitze des Stammtisches
Lokalaugenschein zum Konflikt um eine geplante "Moschee" in der Brigittenau

Bei Shakespeares Hamlet geht es um Sein oder Nichtsein. Eine Spur weniger dramatisch, aber ebenfalls konfliktreich ist die Frage um Sein oder Nichtsein eines Gebäudes in Wien. Der türkisch-islamische Verein Atib will in der Dammstraße 37 im 20. Bezirk ein Büro- und Wohngebäude mit einem Veranstaltungssaal bauen – zusätzlich zum bereits bestehenden Gebetsraum. Die Bürgerinitiative „Moschee ade“ läuft seit Mitte 2007 dagegen Sturm. Do...
Wer ist im Käfig? Wer fehlt im Käfig?
Zwischen den Gürtelfahrbahnen werden Kinder zu richtigen Männern

Wer benützt die so genannten Gürtelkäfige? Wer okkupiert sie? Wer fehlt in den Gürtelkäfigen? Wer möchte sie benützen, fühlt sich aber ausgeschlossen? Über einen Beobachtungszeitraum von zwei Monaten – November und Dezember 2009 – versuchte die Wiener Lehrerin Doris Pichler mittels eines Foto- und Text-Tagebuchs Antworten auf diese Fragen zu finden. Ein Projektbericht, nebst einer ausgewählten Tagesbuchnotiz.
Demokratie auf österreichisch
Zwischen Wien und Eberau nur Karikaturen von Volksbefragungen
Österreich ist eine demokratische Republik. Ihre Macht geht vom Volk aus. So steht’s in der Verfassung. Wie österreichische PolitikerInnen diesen ersten Verfassungsparagrafen deklinieren, das wurde in den letzten Monaten sehr anschaulich demonstriert. Titel der Farce: Demokratie auf österreichisch.
Der Fall Abate Ambachev
Was befindet sich zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum? Wie heißen die Wohnungen, die von der Stadt Wien gebaut wurden und von Wiener Wohnen vermietet werden? Wo wohnte Erzherzogin Maria Theresia im Sommer? Wann wurde die zweite Türkenbelagerung abgewehrt? Was war eines der Ergebnisse des Wiener Kongresses 1814/15? Woran erkannt man UNO-Soldaten?
Und jetzt eine andere Frage: Spinnt das Innenministerium? Die zitierten Fragen s...
Minarette sind keine Bajonette
Eine Stadt in Niederösterreich schaffte, was die Mehrheit des Schweizer Wahlvolks deutlich ablehnt: ihre Muslime ein Minarett bauen zu lassen. Das Psychogramm einer Entscheidungsfindung anhand von Gesprächen mit dem Projektleiter Selfet Yilmaz und dem FPÖ-Bezirksobmann Peter Gerstner.
Flüchtlingskunst für Flüchtlingskinder
"Sich nicht weh tun, wenn es einem schlecht geht"
Für bundesweite Integration der traditionellen österreichischen Eingeborenen mit Flüchtlingen, die in der Politik gerne zur Ablenkung von wirtschaftspolitischen Fragen missbraucht werden: Durch fast alle Bundesländer tourt das Theaterstück „da.Heim.AT.los“. Im Ensemble SchauspielerInnen aus den betroffenen Österreich-Teilen.
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Zwischenwelt am Rande Wiens
"Macondo": Innenministerium schloss das beliebte Gelbe Haus
Ein gelber Zaun grenzt an den Kundenparkplatz der Metro. Hinter dieser Blechwand, am Rande von Wien, leben rund 3.000 Flüchtlinge – alle mit einem positiven Asylbescheid. Vertriebene haben hier Zeit zum Ankommen. Bald könnte das bereits geschlossene Kardinal-König-Integrationshaus einem Abschiebungszentrum weichen.
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Traktat zum Lattentreffer
Wo, wenn nicht beim Augustin Cup, herrschen neue Fußballregeln?
Zwei „Regelverstöße“ beim ersten Fußballturnier um den Augustin Cup Mitte September in Wien: Erstens gewann nicht das siegreiche Team diesen vom Augustin gestifteten Pokal (die Mannschaft des Fußballmagazins Ballesterer), sondern die bestplatzierte Mannschaft aus dem Obdachlosenbereich (Tageszentrum Josefstädter Straße); zweitens wurde erstmals in der Geschichte des Fußballs jene Mannschaft prämiert, die die meisten Stangen- und Latt...
Kurs-Trägerverein plant Klage
AMS schloss Sprachkurs für Migrantinnen wegen "Substandard"
Das siebente Jahr seiner Existenz ist das schwärzeste Jahre des Vereins „Zentrum Döbling“. Dabei hatte das sechste Jahr so vielversprechend geendet: Im Dezember 2007 war das AMS an den auf Fremdsprachenvermittlung spezialisierten Verein herangetreten, ob er nicht als Partner für seine „Integrationsinitiative Deutsch 08“ zu Verfügung stünde. „Zentrum Döbling“ stand zur Verfügung: Schon am 14. Jänner 2008 startete, im Auftrag d...
"Das Glück liegt nicht in unserer Hand"
Ganze Familien notlanden beim Augustin – z. B. die Familie Boti
Treffpunkt Augustin-Vertrieb. Auf meine Begrüßung und die allgemein gehaltene Einstiegsfrage, wie es denn so gehe, eine traurige Antwort: „Wissen Sie, wir wollen uns nicht beklagen, auch wenn es viel Grund zur Klage gäbe, das kommt nicht gut an, nie.“ Ich frage nach. Die gegenübersitzende junge Frau erklärt mir aufgelöst, wie ihr vor ein paar Tagen bei Hofer die Geldbörse gestohlen wurde, selbstredend mitsamt dem Inhalt, 250 Euro und ...
In einer Weltstadt ist es wurscht, ob man sich anpasst oder nicht
Die kronenzeitungsförmigen Instanzen der Volkspädagogik belehren uns, dass der Unwille von Minderheits-Vertetern, sich an die Mehrheitsgesellschaften anzupassen, zu den größten Sünden zähle. Muslime, die unter ihresgleichen bleiben, und die sprichwörtliche türkische (kinderreiche) Gastarbeitergattin, die seit 20 Jahren in Wien lebe und kein deutsches Wort kenne, sind bekannte Klischees, die die Xenophopie der Gesellschaft teils widerspieg...
Asyl-Heime sind Pulverfässer
Nach dem Fall Maklele: "Ich stelle die derzeitige Flüchtlingsbetreuung in Frage"
Maklele Dennis wollte nicht mehr leben, „weil die Österreicher die Afrikaner hassen“. Eine ehemalige Flüchtlingsbetreuerin des 18-jährigen afrikanischen Asylwerbers, der in Steyr lebt, kritisiert eindringlich, dass die derzeitigen Zustände in den Flüchtlingsheimen für AsylwerberInnen und BetreuerInnen nicht aushaltbar sind. Ihre Wunschvorstellung beinhaltet direkte Kontakte zwischen Flüchtlingen und Bevölkerung, um Rückhalt zu geben...
Die Plage der Normopathie
Über Menschen, die ein Übermass an Anpassung an den Tag legen
Schauplatz: Grätzel um die Geiselbergstraße in Wien-Simmering "Da gehört eine Bombe draufgeschmissen. Mit allen Insassen drin." Das ist die dominierende Meinung unter den Kunden des Würstelstands Ecke Schlechtastraße / Gänsbacherstraße. Es geht um das gegenüberliegende Asylwerberheim "Haus Jupiter" des Roten Kreuzes. Aufgrund der Ausländer dort drinnen leben "die Anrainer in Angst", wie die Kronen Zeitung kampagnemäßig berichtet. Desha...
Mein größter Gegner – bin ich selbst
Aus den Aufzeichnungen eines Augustin-Verkäufers
Thema des vorigen Abschnitts war das Flüchtlingsheim, in dem ich wohne. Ich möchte noch auf die Verhaltensregeln im Heim zurückzukommen. Wir dürfen beispielsweise nicht öfter als 3 Nächte pro Woche auswärts übernachten. Wenn du nach 22 Uhr abends heimkommst, musst du 2 Euro bezahlen. Es ist nicht erlaubt, Alkohol oder Drogen im Heim zu konsumieren. Keine Raufereien, Streitereien oder laute Musik nach Mitternacht und so weiter und so fort....
Kölnisch Wasser vermischt mit Schweiß
Briefe an den Vater
Hallo Vater! Wie geht es dir? Wie geht es dir mit meinen Geschwistern? Hast du dich an sie gewöhnen können? Oder suchst du wieder nach deiner Einsamkeit, indem du dich in deinen Obstgarten zurückziehst? Du hast dir wahrscheinlich deine Pensionszeit sehr leicht vorgestellt. Du hast dir gedacht, ich fange dort an, wo ich alles stehen lassen habe. Die ersten Jahre deiner Pensionierung waren sowohl für dich als auch für mich, meine Mutter, aber ...
"Ein Mann hat wie ein Mann zu sein"
Irgendeine Identität zu haben ist üblich: als Türke, als Mann ...
Seine "Gastarbajteri-Fotos" stellt er in der Türkei aus, die Bilder, die er im Zeitraum von 20 Jahren in seinem türkischen Dorf machte, in Österreich. Der Künstler und Sozialarbeiter Mehmet Emir, der mit einem Kunststudium an der Akademie begann, zum Thema Männlichkeit in drei Generationen.
Generation sechsundsechzig
Damals kam er (wie) gerufen: Kamer Arslan, Gastarbeiter-Urgestein
Was er sich mit 73, nach einem arbeitsreichen und nicht immer leichten Leben noch wünsche, frage ich Kamer Arslan. Gesundheit natürlich, antwortet der schwer Zuckerkranke, vor allem aber ein beheizbares Badezimmer. Dann könne er es sich im Winter ersparen, mehrmals wöchentlich die Arbeiterduschen des nahen Glanzstoffwerkes zu frequentieren, wozu er als ehemaliger langjähriger Mitarbeiter dieser Chemiefabrik noch immer das Recht habe.
Eine Ministerin sorgt für Liebeskummer
Binationale Ehepaare
Mit dem neuen Fremdenrecht finden nicht nur Asylverfahren ausschließlich in der Schubhaft statt, auch so genannte "binationale Ehen" werden kriminalisiert. Rund 160 betroffene Paare haben sich in der Initiative "Ehe ohne Grenzen" zusammengeschlossen und fordern seit Februar in wöchentlichen Kundgebungen einen Gesprächstermin mit der Ministerin sowie eine Rücknahme des Fremdenpakets. Mitte Juni bekamen sie dank zunehmender Öffentlichkeit ein ...
Wir sind unter euch
FLANERIE abseits der Tourismusrouten (8): Stuwerviertel
Tschuschisches Selbstbewusstsein: Noch ist der Schriftzug Kanak Attack auf einer Hauswand im Stuwerviertel keine Drohung, sondern ein Spiel mit der Drohung.
Othello vor dem Richter
Augustin wirft Augen auf die Justiz
Der Angeklagte ist jung, sympathisch, fesch, kräftig und schwarz. Drei Polizisten bringen ihn in den Gerichtssaal, nehmen ihm die Handschellen ab und verteilen sich im Raum. Gäbe es einen Theatervorhang, so würde er jetzt aufgehen und man wäre von der Klischeehaftigkeit der Inszenierung erschlagen.
Kiosk under construction
Über Marktfahrer, höfliche Kunden und Hütchenspieler
Indische TextilverkäuferInnen wünschen sich Umkleidekabinen, Parkplätze für die Kunden und überhaupt mehr Geschäft. Der Brunnenmarkt in Wien Ottakring wird gerade großzügig umgebaut. Die Bauphase 1 soll bereits Ende Juni abgeschlossen sein. Ein Report aus Anlass des am 20. Mai startenden Kunstprojekts SOHO IN OTTAKRING, dessen heuriges Thema die Entwicklung des Straßenmarktes ist.
Schulden durch Schwarzfahren
Frau Bocks Schützlinge werden zu Opfern der Inkassobüros
Ute Bock wurde für ihr soziales Engagement schon mehrfach ausgezeichnet, doch die Krönung war bis dato eine Anzeige wegen Bandenbildung und Drogenhandels. Die Anklage wurde fallen gelassen, ihre Suspendierung als Heimleiterin aufgehoben, doch die Gemeinde Wien verbietet Ute Bock weiterhin, afrikanische AsylwerberInnen in ihrem Heim unterzubringen. Also organisiert sie private Wohngemeinschaften, die mittlerweile über 300 Menschen aus Afrika Un...
Ein Weißer will uns tanzen lehren?
Aus dem Lager in die erste Liga: Captain Nemo Music Band
Der Initiative von Schauspielhaus-Wien-Chef Airan Berg ist es zu verdanken, dass vor einem Jahr rund ein Dutzend jugendlicher Flüchtlinge mit ihrem Coach João de Brucó vor dem Vorhang stand und den Jubel eines begeisterten Schauspielhauspublikums genießen durfte. Ein Jahr später erneut viel Applaus im Birdland. Und demnächst in der Bunkerei im Wiener Augarten. Erzählenswert, wie ein Workshop im Flüchtlingslager Traiskirchen Ö...
Sie lesen, als ob sie beteten
Nigerianische Dichter in Wien und (unfreiwillig) in den Bergen
Das literarische Klima in Wien und Graz wird im letzten halben Jahr ziemlich aufgeheitert dank nigerianischer Dichter, die hier leben, aber in der eigenen Tradition schreiben. Sie schreiben auf Englisch, Poetry, manchmal auch Kurzgeschichten – und es wäre schade um diese Gedichte, wenn man sie inkompetent ins Deutsche übertrüge.
"Was kriegst du?" "Ka Luft!"
Sylla Alpha aus der Republik Côte d'Ivoire verkauft seit 2002 den Augustin
Soziologisch betrachtet ist die Berufsgruppe der AugustinverkäuferInnen ein Wunder der Divergenz, eine Vielfaltsverdichtung, wie sie sonst nirgends vorstellbar ist. Das Spektrum reicht vom Analphabeten bis zum Akademiker. Sylla Alpha aus der Republik Côte d'Ivoire, bei uns als Elfenbeinküste bekannt, kommt mit dieser Situation gut zurecht. Dass zugewanderte Intellektuelle wie er im reichen Europa Sandlerzeitungen verkaufen müssen, um ...
Darf ich ihnen noch einen Toten anbieten?
Arbeitsjournal eines Theaterexperiments, Teil 5
Am 4.2.1995 wurden vier Männer ermordet, weil sie Roma waren. Eine Sprengfalle, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt, tötete Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközy und Josef Simon. Mit der Inszenierung von Elfriede Jelineks "Stecken, Stab und Stangl" möchte ein interkulturelles Ensemble unter der Leitung von Tina Leisch an dieses Attentat erinnern.
Ein Penzinger Familienbetrieb mit tschechischer Vorgeschichte
Der Slovan-Humanismus
Vor hundert Jahren wurden TschechInnen in Wien als ArbeiterInnen gebraucht, aber nicht geliebt. Mit Mut und Ausdauer begannen sie, ihre eigenen Strukturen zu entwickeln. Ein Resultat ihres Eigensinns existiert noch heute: der Slovan HAC.
Entjubelung mit Jelinek
Arbeitsjournal eines Theaterexperiments. Teil 1.
Am 4. 2. dieses Jahres war es zehn Jahre her, dass Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon in Oberwart ermordet wurden. Vor fünf Jahren erhängte sich der Täter Franz Fuchs in seiner Zelle. Für die Öffentlichkeit war der Fall damit erledigt. Nicht aber für diejenigen, die auch heute noch Entwürdigung per rassistischem und antiziganistischem Zeitungs- und Alltagsjargon erleben. Tina Leisch inszeniert aus diesem Anlass Elf...
Der letzte Sommer der freien Liebe (1)
Tu, felix Austria, nube!
Wer möchte nicht gerne manchmal das Herz schweifen lassen, unerwarteter als ein Komet auftauchen und einem ganz fremden Menschen ein großes Glück in den Schoß werfen? Ein Geliebtwerden oder eine Aufenthaltserlaubnis z. B.? Doch die Novellierung des Fremdengesetzes möchte das bestrafen. Verbandeln darf man sich nur, mit wem man wohnt und beiwohnt. Wer möchte sich so was verbieten lassen?
Das wird ein Fest
Geboren in Multi-Kultistan
PISA hin, Stundenkürzungen her: Der hohe Anteil so genannter AusländerInnen an Wiens Schulen mindert nicht deren Qualität, er ist eine Bereicherung. SchülerInnen der Rainergasse bringen das bei ihrem multikulturellen Spielefest am 23. Juni im St.-Johann-Park zum Ausdruck. Margarete Windsperger, engagierte Lehrerin, verwaltet den Sozialfonds der Schule und gehört einem Team von KonfliktreglerInnen an.
Österreich ist ein Auswanderungsland (1)
"Leck meine Stiefel, Sklave!"
Wer Mensch geblieben ist in diesen rohen Zeiten, erlebt Momente, in denen er seine Sachen packen und auswandern möchte, wenn ihm menschlichere Zonen auf diesem Planeten einfielen. Doch der Herr Dr. Bukasa bleibt ja auch in Wien – und warum sollte man ihn allein zurücklassen in dieser Stadt, die Fremden zunehmend Furcht bereitet und die letzten Reste ihrer Gastfreundschaft zu verlieren scheint ...
Ein Leben für die Beladenen dieser Welt – Evamarie Kallir
"Hab´ menschliche Monokulturen nie gemocht"
Sie hätte die Galerie nächst St. Stephan übernehmen sollen. Stattdessen engagierte sie sich für die SOS-Kinderdörfer und für das Wiener Regenbogenhaus und gibt Flüchtlingen Deutsch-Unterricht. Ein Gespräch mit Evamarie Kallir, die 1938 als 12-jähriges Mädchen nach Amerika flüchten musste, über ihre Rückkehr, über fließende Grenzen und die Verweigerung des Materiellen.
Zusammengegeneinanderlebenmüssen
eingSCHENKt
„Integration ist ein Prozess der wechselseitigen Anpassung und Veränderung zwischen einer aufnehmenden und einer aufzunehmenden Gruppe“ (Rainer Bauböck).: „Während MigrantInnen vor allem auf individueller Ebene große Anpassungsleistungen erbringen müssen, fällt der Aufnahmegesellschaft die Aufgabe zu, die politischen, rechtlichen und kulturellen Institutionen so umzugestalten, dass aus Fremden gleichberechtigte Bürger werden.“
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