ico_youare10g.gif AUGUSTIN
Kategorie: Thema :: Kultur Seite: 1 2 3

RiesenRuckSäcke

Über ein Phänomen unserer Zeit

rucksack.jpg Leopold Kesslers Arbeiten beschäftigen sich mit dem öffentlichen Raum, untersuchen die Topografie der Stadt – von Verkehrsführungen, die das urbane Leben strukturieren, bis zu Verhaltensweisen, die durch diese bestimmt werden. Plätze, Wege, Straßenschilder oder Absperrungen sind Ziel der Interventionen Kesslers und dienen als Material für seine Skulpturen. Darüber hinaus verweist er immer wieder auf die Lücken und Löcher in der systema...

Der Mann mit dem Messer

monikakribusz.jpg Wie gefährlich ist der Wienerwald bei Nacht? Die Künstlerin Monika Kribusz gibt sich in einem Jahres-Experiment des Schlafens im Freien ihren unausweichlichen Phobien hin.

Eine Art Orgien-Mysterien-Spiel

Von der Angst (des Toreros) über die Würde (des Stiers) zum Tod (von beiden)

filmarena.jpg Vor den Recherchen zu seinem Dokumentarfilm «Arena» (seit 5. März im Kino) hatte Günter Schwaiger wie die meisten Menschen ein eher distanziertes Verhältnis zum Stierkampf. Der in Neumarkt/Salzburg geborene Regisseur, der seit 18 Jahren in Madrid lebt, begann sich aus ethnologischen Gründen für die Corrida zu interessieren und stieß dabei auf archaische Instinkte, die vor allem TierschützerInnen sehr schwer zu erklären sind. Ein Augusti...

Herzausreissen oder wie man weglässt

karinberger.jpg Karin Berger praktiziert eine Form der respektvollen Annäherung an die Frauen, die man in ihren Filmen kennen lernt. Sie eröffnet zugleich auch einen Erfahrungszusammenhang, der über die jeweiligen individuellen Biografien hinausweist. Karin Berger gehört somit zu jener Generation heimischer Dokumentarfilmschaffender, die sich den Film nutzbar machte, im Sinne einer Gegenöffentlichkeit und für eine kritische Auseinandersetzung mit österrei...

Die Ausmusterung

Ein U-Boot samt Besatzung reichte der aus St. Johann in Pongau stammende und in Bayern lebende Künstler Stefan Rohrmoser im Jahr 2009 für den Förderpreis des Landes Salzburg ein. Die TeilnehmerInnen des geladenen Wettbewerbs mussten ihre Arbeiten ausgehend von der Fabel "Die Grille und die Ameise” (siehe unten links) des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine (1621–95) gestalten. Im Konzept des Bildhauers stellt ein U-Boot den ...
DICHTER INNENTEIL - Stefan Rohrmoser 02/2010 mehr lesen »»

Insekt mit Knallkörper

Beim Betreten des Gebäudes mit der repräsentativen Anschrift Wollzeile 1 wird das Auge unweigerlich irritiert: alu-gerahmte Glastüren, also Stangenware aus den 1970er-Jahren, im Gründerzeithaus! Die Portierlogen sind auch nicht mehr bemannt. In der einen hängen von Miriam Visaczki bemalte und beschriftete Glaskacheln, in der anderen steht ein offenes Pentagondodekaeder von Simone Klien. Dem Körper fehlt die zwölfte und schließende Platte,...

Stellung beziehen im Licht der Öffentlichkeit

Künstler und Künstlerinnen gaben im Zuge der Angelobung der schwarz-blauen Regierung vor genau zehn Jahren kräftige, politisch konnotierte Lebenszeichen von sich. Sie halfen mit, neue Protestformen zu kreieren. Darüber hinaus erreichten auch so manche explizit politische Arbeiten Nachhaltigkeit. Klein, aber oho war beispielsweise der von der Malerin Johanna Kandl gestaltete so genannte Widerstandsbutton. Oder die "Soundpolitisierung" der Plat...

Der Palast, der nicht Palast bleiben durfte

Heute kann Udo Lindenberg hier nur mehr auf die Wiese pinkeln

palastrepublik.jpg «So deutsch ist das höchste Haus der Welt», titelt Anfang Jänner der „Spiegel“. Das Haus, das fast einen Kilometer hoch ist. Der Burj Chalifa in Dubai. Was hat das mit Mario Langs Fotochronik vom Abriss des Palastes der Republik im ehemaligen Ostberlin zu tun. Man ahnt es. Die Stahlträger des Palastes, in dem die DDR-Volkskammer tagte und in dem sich das Volk (Ausnahme: die Punks der DDR) vergnügte, z. B. beim legendären Udo-Lindenberg...

Ein See, der "blubb" macht

Gert Jonkes kleine Schwester Bella Ban ist eine große Künstlerin

bellapan.jpg Bella Ban will luftige Textschachteln für Gert Jonke schaffen, arbeitet den Kärntner Nationalsozialismus ab und schafft neue Räume in Wortskizzen, Performances und Bildern. Das politisch-ästhetische Kunstprojekt „Cafe OM“ in Klagenfurt durchlebte sie mit Viktor Rogy, dem letzten Dadaisten Kärntens. Viktor Rogy starb 2004, Gert Jonke vor einem Jahr. Bella Pan im Augustin-Gespräch.

Linksrustikaler Demonstratenser

Vincenz Wizlsperger vom Kollegium Kalksburg über Musik und Politik

wizlsperger.jpg Einmal im Monat, bis zu Sommerpause, steht im Porgy ein musikalisches Pantscherl zwischen begnadeten Jazzern und den drei Wienerlied-Dadaisten des „Kollegium Kalksburg“ auf dem Programm. Der nächste Termin: Freitag, 29. Jänner. Kalksburg-Sänger Vincenz Wizlsperger, Meister des Understatements: «Ausnahmemusiker werden in dieser Reihe den schwierigen Versuch unternehmen, uns drei Vorstadtschlurfe behutsam in die Welt des Jazz und der Musik ...
ARTISTIN - E.M. Hinterwirth, Sabina König, Vene Mayr 01/2010 mehr lesen »»

Die unsichtbaren Schmähführerinnen

Humor-Arbeit: Männer empfehlen Männer, Männer stellen Männer ein

schmähführerinnen.jpg Hierzulande machen meist Männer die Witze – zumindest in den Medien. Für Karikaturistinnen, Fernsehkabarettistinnen und Kolumnistinnen ist es aufgrund von Seilschaften und Zugangsbarrieren schwieriger als für ihre männlichen Kollegen, in der Öffentlichkeit humoristisch aufzutreten.
ARTISTIN - Bettina Figl 12/2009 mehr lesen »»

Gefallene mit Flügeln wie Engel

Aus Anlass von "Gender Check": Gespräch mit Tadej Pogacar, Slowenien

chendercheck2.jpg Es sei noch zu früh, um Kunst zum Thema Krieg zu erwarten, meint der slowenische Künstler Tadej Pogacar, der auf verschiedenen Biennalen zum Thema «Sexarbeit» ausstellte und gerade bei der „Gender Check“-Ausstellung im Wiener MUMOK dabei ist. Seine Kunst, in der Prostituierte und Obdachlose den Ton angeben, steht im lebendigen Gegensatz zu den im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbreiteten militärischen Helden-Denkmälern der Kirche. ...

Kannibale und Liebe

Chor der Schweinegrippe-Hysteriker in der Drachengasse

Die Persönlichkeit des Schweinegrippe-Hysterikers bildet sich durch den Konsum von Boulevard-Medien heraus. Mit existenziellen Mini-Dramen, in denen die großen Themen Liebe, Sexualität, Geld, Leben und Tod vorherrschen, sättige sich der Schweinegrippe-Hysteriker, heißt es einleitend zu "4 Gossip Operas", dem Werk des Komponisten, Autors und Regisseurs Alexander Kukelka, das im Theater Drachengasse im Jänner uraufgeführt wird. Zuffällig se...

Baumrindenritzen

bäumegrenzsoldaten.jpg Nein, es ist kein Motorrad, das knatternd den Hügel vor seinem Haus hinaufdonnert, und er träumt auch nicht von einem schrillen Zahnarztbohrer in seinem Mund, in seinen Schlaf dringen die Geräusche einer Motorsäge, die in den Wald heult, Anlauf nimmt, ihre Drehzahlen hören lässt, rasselt, rattert, bereit ist, den Todesstoß zu versetzen, und jetzt ist es so weit.
DICHTER INNENTEIL - Gabriele Vasak 12/2009 mehr lesen »»

Dead in Transition

Rollenbilder und Realitäten für Frauen und Männer im "Gender Check"

chendercheck.jpg In Osteuropa war der Großteil der Frauen berufstätig. Der Preis, den sie in der Phase des Überganges zur Marktwirtschaft für ihre frühere Stärke im Sozialismus zahlen mussten, war dementsprechend hoch. Die Ausstellung „Gender Check“ im MUMOK kann die Fülle an Themen und Kunst nur anreißen. Kerstin Kellermann führte für den Augustin ein Gespräch mit der teilnehmenden Künstlerin Tanja Ostojic.

Quer durch den Bezirk - Quer durch die Stadt

Hauptsache Kultur in der vorweihnachtlichen Zeit

vember.jpg Keine Sorge, in beiden ist nicht viel Weihnachtliches drin: Zum einen der Margaretener Kulturadventkalender (MAKAK), zum anderen "Der musikalische Adventkalender".

Comics in Österreich

"Keine Aufbruchsstimmung - aber es hat sich was getan"

Zu den nachhaltigsten Initiativen der letzten Jahre im Bereich Comic zählt die Etablierung eines österreichischen Vertriebs im Bereich Independent Comics und Graphic Novels, für die seit 2004 Sebastian Broskwa mit der Verlagsauslieferung Pictopia steht. Wenn in den letzten Jahren in Wiener Buchhandlungen vermehrt Comicecken mit einer Auswahl spannender Comictitel ausgestattet wurden, so geht diese Einrichtung auf den Großhändler und Vertret...
ARTISTIN - Martin Reiterer 11/2009 mehr lesen »»

Nimm`s Geld und renn weg

Franco Nero: Erinnerungen einer Italowestern-Legende

Franco Nero ist ein Schauspieler von Weltrang. Der 68-jährige Italiener hat mit den größten Stars und Regisseuren zusammengearbeitet. Claudia Cardinale, Anthony Quinn oder Bruce Willis waren seine Filmpartner. Als «Django» ging er in die Filmgeschichte ein. Er prägte das Genre des Italowestern ähnlich stark wie Clint Eastwood. Mit dem Augustin sprach er über Österreich-Bezüge – und über seine Projekte abseits des «Django»-Kultes, ...
ARTISTIN - Michael Lippitsch 10/2009 mehr lesen »»

Die "Nicht-Befürwortung" einer Theaterform

Was der Kulturbeamte nicht kennt, subventioniert er nicht ...

Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten. Es beschäftigt sich unter Mitwirkung des Publikums mit Ungerechtigkeiten in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen. Nach 1993 in Rio de Janeiro und 1997 in Toronto wird das WeltForumTheaterFestival heuer erstmals in Europa durchgeführt, auf sechs österreichische Städte verteilt – und die Kulturabteilung der Stadt Wien scheint mit dieser (politischen) Form des...

Flüchtlingskunst für Flüchtlingskinder

"Sich nicht weh tun, wenn es einem schlecht geht"

Für bundesweite Integration der traditionellen österreichischen Eingeborenen mit Flüchtlingen, die in der Politik gerne zur Ablenkung von wirtschaftspolitischen Fragen missbraucht werden: Durch fast alle Bundesländer tourt das Theaterstück „da.Heim.AT.los“. Im Ensemble SchauspielerInnen aus den betroffenen Österreich-Teilen.

Ritter, Tod und Teufel

Die Kaffeehaus-Falle im Mietrechtsgesetz

Wenn das Café Ritter – 1867 woanders gegründet und 1905 in die Mariahilfer Straße übersiedelt – zusperren müsste, ginge ein weiteres denkmalschutzwürdiges Beispiel der klassischen Wiener Gastronomie den Weg aller Spekulationsobjekte.

Wien ohne Chauvinismus

"Roter Oktober" legt im Kabelwerk an

„Roter Oktober“ heißt ein Gerstensaft einer Dresdner Brauerei. Gleichen Namens ist ein Atom-U-Boot, das im Bestseller-Roman von Tom Clancy gejagt wird. Dem nicht genug, tauchte auch noch im Herbst 2007 in Wien ein genreübergreifendes Literaturfestival unter „Roter Oktober“ auf.

Gage an den Sachwalter

Von Tokyo bis Wien: Art brut auf Tisch` und Bänk`

Im Kunsthaus Wien läuft zur Zeit die Ausstellung „Art brut du Japon“ (bis 18. Oktober) und im renommierten Verlag Holzhauser liegt eine umfassende Publikation mit dem Titel „Kunst von innen. Art brut in Austria“ vor. Grund genug, mit der Herausgeberin Angelica Bäumer und dem Kurator Andreas Hirsch ein Gespräch zu führen.

Wo Linz rebellisch war/ist

Aus der Kulturhauptstadt: Geschichte(n) erfahren mit dem Omnibus

Von einem Kampf zum anderen, sechste Station: Altenbergerstraße Nummer 35 in Linz. Alle steigen aus dem roten RebellInnen-Omnibus und begeben sich in ein eigentlich recht unauffälliges Haus. Hier gibt es keine offiziellen Gedenktafeln oder Erinnerungsformen.
ARTISTIN - Büro trafo.K 09/2009 mehr lesen »»

Wo das Schreiben aufhört und das Zeichnen beginnt

Art Brut aus Japan:

Als ihm die Filmkamera zu nahe kommt, klettert Masao Obata in sein Bett mit den dunkelroten Kunstleder-Stützkissen und nimmt sich einen riesigen gelben Teddybären auf den Schoß. „Rot ist die Farbe des Glücks, sie leuchtet lebendig. Sich rot anziehen ist gut, denn dann sehen einen die Leute besser“, tönt es hinter dem Schutzbären hervor. Obata malte heimlich ganze Nächte auf Rillenkartons der Anstaltsküche. Wegen Platzmangels beim Schl...

Bilder der Liebe

Über eine nicht alltägliche Form, Film und Musik gemeinsam zu erleben

„Universalove“ ist eine neue Art von Musikfilm. Erarbeitet von der Band Naked Lunch mit dem Regisseur Thomas Woschitz – der den Film als „große Liebesgeschichte“ verstanden wissen will.

Gugging, entzaubert...

Die Gugginger Art Brut ist weltbekannt, weniger bekannt ist, wie sie entsteht.

Die „Künstlerkolonie“ am ehemaligen Anstaltsgelände der Nervenheilanstalt Maria Gugging unweit Klosterneuburg hat sich gewandelt. Die „alternative“ Kunst aus der Psychiatrie funktioniert heute wie jede andere Kunstrichtung – eine Tatsache, die man in Gugging freilich anders sieht.
ARTISTIN - Dagmar Weidinger 06/2009 mehr lesen »»

"Willst du mit mir spielen?"

Interview zu Pawel Althamers Secessions-Projekt

Kurz vor Eröffnung seiner Ausstellung fand Pawel Althamer Zeit für ein Interview. Während des Projekts war er nicht in Wien.
ARTISTIN - Marlene Gölz 06/2009 mehr lesen »»

Das verschwundene Gedächtnis einer Stadt

Wienbibliothek zeigt Kurzbiographien von Frauen

Orte in der Stadt, wo berühmte Männer wohnten oder tätig waren, sind unübersehbar. Man stößt unweigerlich auf Straßen- und Platznamen, Denkmäler, Statuen oder Gedenktafeln, die zu einem großen Teil als männlich geprägte Orientierungspunkte und Erinnerungshilfen fungieren. Doch, wo bleiben die Verewigungen der „berühmten“ Frauen – mit dieser Frage beschäftigte sich die Stadttheoretikerin Elke Krasny und liefert Antworten in ein...

"Im Gasthaus wird soziales Leben gelebt"

Geselligkeit ist politisch

Das neue Lokal „Lokativ“ im Stuwerviertel entwickelt gerade seine eigene Szene. Und betreibt die Erfindung einer Spirituosenmarke von null weg bis zur Logistik und Verteilung. Ob die MusikerInnen-Partie vom Gaußplatz hinter die Venediger Au übersiedeln wird? Als Ort des Begehrens und Aufbegehrens, als Ort der politischen Meinungsbildung und des Widerstandes, der aber nur für Männer funktioniere, beschreibt Beatrix Beneder in ihrem Buc...

Ein paar naive Fragen stellen ...

Die Krise kommt im Mai - IV

Der Künstler, Ausstellungskurator, Kunst- und Medientheoretiker Peter Weibel vertrat unlängst im Kulturjournal des ORF die Meinung, dass die Mehrheit der Künstler und Künstlerinnen selbst „Komplizen des Marktes" seien. Zudem hätten die meisten gar keine adäquate Ausbildung, um die komplexen Zusammenhänge unseres Wirtschaftssystems zu verstehen.

Tod im Museum

Georges Adeagbo aus Benin in einer "selbstherrlichen" Insititution

Kann ein Museum überhaupt gegen Kolonisation auftreten? Oder ist die Ausstellung von Georges Adeagbo im MAK, die den Prozess der Kolonialisierung thematisiert bzw. eine seiner spezifischen Erscheinungen, die Anreicherung der Museen der reichen Länder mit Beutekunst, nicht ein Widerspruch per se? Auf welchem Weg kamen z. B. die wertvollen Teppiche in den Besitz des MAK?

Was dagegen ist unsereins?

Postjugoslawische Synthese: Jelena Popržan und Rina Kaçinari

Gitarre spielen und dabei singen, das ist banal. Tausendmal gesehen und gehört. Jedoch streichen oder singen – beides zusammen geht kaum, meint der Laie. Tatsächlich sieht man selten eine Geigerin, die streichend singt. Jelena Popržan macht das mühelos. Sie bratscht und wechselt parallel, wenn es sich ergibt, von der Opern- zur Pop-Stimme. Rina Kaçinari hätte ihre Partnerin nie kennen gelernt, wenn es damals in Prishtina einen Cello-Lehr...

Drin is a ned bessa ois wia drausd

"Gangster Girls" - ein Kinofilm hilft, eine versiegte Debatte wiederzubeleben

Filmpräsentation im Kino am Spittelberg. Das „graue“ Haus in der „Schwarz“au ist bunt maskiert, und die Masken tun ihr Werk. Sie verhüllen und enthüllen zugleich, verbergen Gesichter, entlarven unsinnige Zwänge zur angeblichen Besserung, machen Personen unkenntlich und Schicksale sichtbar. Siebzig Minuten lang, Szene auf Szene, spielen die Gefängnisfrauen sich selbst in der Glitzerschminke außerirdischer Feen. Tragik im Prunkkleid ...

Gegen jede Banalisierung

Bogdan Bogdanović und seine Flucht ins Surreale: Interview mit Reinhard Seiß

Dem Belgrader Architekten, Urbanisten, Literaten und Philosophen Bogdan Bogdanović ist derzeit eine Ausstellung im Architekturzentrum Wien gewidmet. Der Wiener Raumplaner, Filmemacher und Fachpublizist Reinhard Seiß hat einen zweistündigen Dokumentarfilm über den nun in Wien lebenden großartigen Nonkonformisten gedreht, Roman Seidl, ebenfalls Raumplaner und Fotograf, sprach für den Augustin mit Seiß über den Film, über Bogdanović und de...
ARTISTIN - Roman Seidl 03/2009 mehr lesen »»

KRONE gegen BILD, das ist Trash

Wie die Revolverblätter plötzlich das Interesse an Kramar verloren

„Pension F.“, die anarchistische Mischung aus Revue, Mediensatire und Trash, in der – entgegen den Ankündigungen und Erwartungen des voyeuristischen Boulevards – keine einzige Szene im Keller des Inzesttäters Josef F. aus Amstetten spielt, wird vom 15. bis 18. April wiederaufgeführt. Da jeder Abend seine eigene Dynamik hat, ist auch ein Mehrfachbesuch empfehlenswert.

Marias Kampfansage

Faltungen, Quetschungen, Zerrungen, Druckpunkte, Spannungen in Farbe

Dem Tode, in Kärnten als „Sensenmann“ bezeichnet, den angeblich verminderten Vergnügungen im Alter und den „Kinderschändern“ kündet die Künstlerin Maria Lassnig ihren Widerstand an. Mit viel Kraft, Energie und Härte reflektiert sie in knalligen Farben geschlechtliche Themen.

"Wir sind medial verblödet"

Experimenteller Film als Alternativvorschlag zum Mainstreamkino

Das Österreichische Filmmuseum zeigt demnächst Filme von Gustav Deutsch. Warum die Beschäftigung mit Film und generell mit Kunst auch einen gesellschaftspolitischen Anspruch haben sollte, erklärt er im Gespräch.

Künstler sein heisst Not leiden

Eine Studie belegt: Im Kunstbetrieb ist die Krise vorweggenommen

In welchem Ausmaß Kulturschaffende zu den „working poor“ zählen, zu denen, die trotz intensiver Arbeit sich nichts leisten können, zeigt die Studie „Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“. Das mittlere Monatseinkommen der KünstlerInnen liegt mit rund 1000 Euro deutlich unter dem der österreichischen Gesamtbevölkerung (2006: monatlich 1.488 Euro). Unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze leben 37 Prozent de...

Aufstieg einer Kämpferin

Sandra Selimovic gilt manchen als Wiens selbstbewussteste Romni

Sandra Selimovic ist das, was man ein Multitalent nennt. Selbstbewusst als Tänzerin, beeindruckend als Schauspielerin und kreativ als Choreographin zeigt sie, was man alles schaffen kann, wenn man den Mut und den Willen dazu hat. Sandra ist Migrantin aus Serbien – und sie gehört zur Volksgruppe der Roma.

3 Verkörperungen einer Statistik

37 Prozent der Kulturschaffenden leben unter der Armutsgrenze

Gottfried Helnwein, DJ Ötzi und Adi Hirschal finden, dass Kunst ertragreich ist. Susi Schelepa, Petra Wetzel und Gerhard Wohlfahrt werden dem kaum widersprechen. Seit die SozialforscherInnen aber – im Auftrag der Kunstministerin – ihre Studie „Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“ abgeschlossen haben, wissen sie, in welchem Ausmaß Kulturschaffende zu den Gestrandeten zählen. Ihr mittleres Monatseinkommen li...

Talkmaster Johnny

"Auf der Flucht"- Eine dreiteilige Fernsehshow auf der Theaterbühne

Aus Österreich nach Afrika flüchten!? Ja, das führte Johnny im Schilde, doch er schaffte es nicht einmal ins Flüchtlingslager Traiskirchen. Aber, er traf Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben, und solche, die diesen unter die Arme greifen. Für Johnny lautet daher das Gebot der Stunde: die Gesellschaft verändern – er wird daher Fernsehmoderator für prekäre Lebenssituationen.

Schwerkraft ausser Kraft

Für den Auftritt verlässt Dergin Tokmak seinen Rollstuhl

Wieder hat der „Cirque du Soleil“ sein weißes Grand Chapiteau in Wien aufgeschlagen und mit ihm einer der spannendsten Artisten mit einer einzigartigen Lebensgeschichte: Dergin Tokmak hat sich mit dem Engagement bei der glamourösen Zirkustruppe einen Lebenstraum erfüllt. Seinen gesamten Soloauftritt tanzt er auf Krücken und ist fast so etwas wie ein Star geworden im aktuellen Programm „Varekai“, das noch bis 2. November am Rotundenpl...

Einordnungsuntauglich

Peter Dworak, Menschmaler zwischen Nasch- und Flohmarkt

Einst hatte der Aufzug, der in Peter Dworaks Himmelsatelier hinaufführte, eine gepolsterte Sitzbank aus Mahagoniholz. Heute ist er ersetzt durch einen Lift der üblichen Art, in genormter Ausführung, steril, funktionell, glatt. Da oben, im letzten Stock eines bürgerlichen Hauses in der Kettenbrückengasse im 5. Wiener Gemeindebezirk wohnt er, der ernsthaft arbeitende Zeichner und Maler Peter Dworak. Man kennt ihn im Grätzel. Er ist tatsächl...

Eine Tochter der Freiheit

Für Kveta Schubert hat alles seine Zeit

Die autodidaktische Künstlerin und künftige Trainerin für den Bildungs-und Arbeitsmarkt ist Romni aus „geordneten Verhältnissen“. Sie selbst habe als Angehörige einer ethnischen Minderheit nur wenige Diskriminierungen am eigenen Leib erleben müssen, aber als Beobachterin hätte sie viele negative Dinge gesehen. Mittels Foto- und Filmkunst nimmt sie sich hauptsächlich der Kultur der Roma samt den brisanten Themen Betteln und Straßenku...

Miederstand! Profest!

Augarten: Rajas Schutzengel werden für privaten Investor zum Problem

Für die Augarten-AktivistInnen ist nach jahrelangen Scharmützeln um die Nutzung des so genannten Augarten-Spitzes ein vorläufiger Erfolg erreicht: Seitens des Denkmalamtes und der Wiener Sängerknaben ist entschieden worden, das barocke Pförtnerhäuschen mit umliegender Mauer nicht abzureißen und die Pläne für die Errichtung einer Sängerknaben-Konzerthalle (knapp hinter dem Barockensemble) völlig neu einzureichen. Die Künstlerin Raja Sc...

Von Anders bis Herzl

Alphabet der Aufklärung aus Wien, 1. Teil

Was wäre Wien und die Welt, wenn es Günther Anders, Bruno Bettelheim, Elias Canetti, Valie Export, Auguste Fickert und die Kaffeehäuser nie gegeben hätte? Eine wienlastige Enzyklopädie der Aufklärung hat uns Hubert Cristian Ehalt, der Wissenschaftsreferent der Stadt Wien, freundlicherweise zum Abdruck überlassen. Wir publizieren sie in Fortsetzungen.

Als Maler Fantast – als "Patient" Aufklärer

Anton Blitzstein

Augustin-VerkäuferInnen bieten seit ein paar Wochen ein so genanntes Postkarten-Book an. In das Cover sind zehn herausnehmbare Karten geklebt. Es kostet vier Euro, davon bleibt, wie es bei Augustin-Produkten üblich ist, die Hälfte der Kolporteurin bzw. dem Kolporteur. Der restliche Gewinn wandert in die Tasche Anton Blitzsteins, da Bilder von ihm die Postkarten schmücken. Höchste Eisenbahn, den Künstler, dessen Werke auch im Augustin unter...

Schwerkraft auflösen

Meina Schellander besetzt den öffentlichen Raum

Die Verspannungs-Künstlerin Meina Schellander hängte einen steinernen „Findling“ im Krastal zwischen Felsen in die Luft. Sie umnähte, umschlängelte und verspannte Kirchen in Wien und Maria Saal mit gelben und hellgrauen Seilen und Wörtern aus Holz und Metall. Die Installation „Raum Omega: Ruhe sanft du blaues Land“ mit einem riesigen blauen Polyesterei wird im Sommer in Kärnten zu sehen sein. Im Augustin-Gespräch gewährte sie Ein...

Hammel- oder Schweinsniere?

Kurz vor dem Bloomsday 2008 mit Bloomsday-Wallfahrern geplaudert

Weder Santiago de Compostela noch Mariazell heißen die Destinationen der jährlichen Wallfahrten von Gerfried Höfferer und Ernst Hugo Kouba. Die beiden gehören nämlich der winzigen Religionsgemeinschaft der James-Joyce-Verehrer an. Was den ChristInnen der 24. Dezember bedeutet, so schwer wiegt den beiden Freunden der 16. Juni.

Aktuelle Ausgabe

cover270.jpg

Spenden

Aktuelles