ico_youare10g.gif AUGUSTIN
Kategorie: Jahr 2006 :: 185 - 08/2006 Seite: 1

„Kein Bettler nimmt uns etwas weg“

Editorial

Was ist der Unterschied zwischen einer als seriös geltenden Tageszeitung und eines täglich mit vielfach größerer Auflage erscheinenden Revolverblatts? Die Distanz bzw. Nähe zum Superlativ. „Ruf nach Bettelverbot wird laut“, titelt das Großformat „Die Presse“. „Ruf nach Bettelverbot wird lauter“, informiert das Kleinformat „Kronenzeitung“. Die vornehme Zurückhaltung der ersteren Version widerspiegelt die Beherrschtheit des B...

Serengeti für null Cents

Anton Klein, Ex-Kieberer und Lobaumuseumsdirektor, mag Gelsen eigentlich

Was hat die alte Vervielfältigungsmaschine, in den siebziger Jahren um 4.000 Schilling gekauft, mit der Lobau zu tun? Und der Film "Serengeti darf nicht sterben"? Und die geschlagenen Hussiten? Und der verschollene Hundsfisch? Und der begnadigte "Wilde"? Und die "Franzosenkugeln", die entweder für Franzosen gedacht waren oder von Franzosen verschossen wurden? Und der brasilianische Bischof und Befreiungstheologe Kräutler? Und der Plakatspruch ...

Die Briefe des "Deutschen"

Briefe an den Vater

Nach langer Zeit gehe ich wieder in ein Konzert. Es spielt eine bulgarische Jazzgruppe. Ich tanze. Anschließend wird Balkan-Musik aus der Dose gespielt. Gegen 5 Uhr verlasse ich das Lokal. Über den Schwarzenbergplatz und den Ring komme ich gegenüber der Oper an. Es hat viel geregnet. Über das nasse Grün gehe ich weiter. Eine Bratwurst bestelle ich. Bei diesem Würstelstand wird auch Pizza und Kebap verkauft. Die beiden in der Würschtelbude ...

Grünweiße Liebhaber

Rapid Amateure auf dem Sprung in die Regionalität

Amateur heißt wörtlich Liebhaber. Bei einem Rapid Amateur ist die Sache klar: Er liebt Rapid. Liebt Rapid ihn dafür nicht mindestens ebenso wie er sie? Fragen wir doch einfach Trainer, Spieler und Amateure-Liebhaber ...

Wem gehört der öffentliche Raum?

Die Jagd auf den Zettelpoeten Seethaler wirft eine Frage auf

Wie nennt man in der Sprache Brechts eine Justiz, die Helmuth Seethalers Zettelgedichte sowohl als öffentliches Ärgernis als auch als Verkehrssicherheitsstörung verfolgt und die Aufdringlichkeit der kommerziellen Rolling Boards für stadtgemäß hält?
TUN & LASSEN - Alfons Huber 08/2006 mehr lesen »»

Schrei um Würde aus Garsten

Als Strafgefangener sind meine Möglichkeiten, Kontakte mit rechtschaffenen Menschen zu knüpfen, fast unmöglich. Zumal ich 20 Jahre Freiheitsstrafe (unter Umständen danach SV) zu verbüßen habe. Die Freiheitsstrafe endet mit 15. Jänner 2018. Nun wirft sich für mich nach acht Jahren Haft die Frage auf, wie ich mich nach der Strafe unter jenen Menschen integrieren soll, die mich naturgemäß kategorisch ablehnen!
DICHTER INNENTEIL - Erich Knäb 08/2006 mehr lesen »»

Hilfe, ich werde bedauert

Oft sind bürokratische Hürdenläufe auf Ämter vorprogrammiert. Um eine bestimmte Information vom Amt zu erlangen, wähle ich hoffnungsfroh eine Nummer und erreiche die Vermittlung. Kurz schildere ich meine gegenwärtige Situation - also dass ich im Rollstuhl sitze etc. - und erwarte nun, an die richtige Nebenstelle weiter verbunden zu werden. Doch ich habe die Rechnung ohne das Telefonfräulein gemacht. Als ich nämlich erwähne, dass ich eine...
DICHTER INNENTEIL - Paula Engel 08/2006 mehr lesen »»

Großstadtinseln für "Könige"

Europas jüngste Straßenzeitung:Augustin Besuch im subkulturellen Ljubljana

So schön kann Sommer sein: In Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens, tanzen die Punks in der „Metelkova mesto“. KünstlerInnen und antirassistische Aktivisten besetzten eine riesige, alte Fahrradfabrik und die Verkäufer der neuen Straßenzeitung „Kralji ulice“ verfügen über wirklich viel Auslauf, um sich zu amüsieren.

Karl Kraus und die Justiz

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 12

„… eine Gemeinschaft wird unendlich mehr durch das gewohnheitsmäßige Verhängen von Strafen verroht, als durch das gelegentliche Vorkommen von Verbrechen.“ Oscar Wilde „Das Gesamtwerk von Kraus hat den Charakter eines gigantischen Protokolls von einer endlosen Gerichtsverhandlung angenommen, in der die ganze zeitgenössische Welt unentwegt unter Anklage stand.“ Ernst Krenek ...

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