Lohnarbeit? Kein Lebenszweck!
Die Gewerkschaftsreform erfordert neues Denken
Bei der Stilisierung der Arbeit als Lebenszweck der Menschheit dürfte die Arbeiterbewegung dem Kapital auf den Leim gegangen sein. Die Unternehmer sind " aus ein und demselben Grund " zwar an der Arbeitsmoral, nicht aber an der Vollbeschäftigung der Lohnabhängigen interessiert. Kann vom bevorstehenden Bundeskongress des ÖGB (22. bis 24. Jänner) eine Wende in dieser Frage erwartet werden?
Im letzten Zimmer der Baracke
Briefe an den Vater
Hallo Vater! Wie geht es dir? Wenn du nach meinem Befinden fragst – gut. Es ist wieder ein Jahr vom Leben abgezogen. Immer noch die Fragen Überleben, Arbeit usw. ... Als ich noch in der Türkei war, bis zu meinem 16. Lebensjahr, habe ich mir solche Fragen überhaupt nicht gestellt. Je älter man wird, desto mehr beschäftigt man sich wahrscheinlich damit.
Harry Potter und der Name, den man nicht nennt
eingSCHENKt
Voldemort, so heißt der mächtige Zauberer, der nach Harry Potters Leben trachtet und am liebsten die ganze Welt beherrschen will. Die Bewohner der Zauberwelt wagen es gar nicht, Voldemorts Namen auszusprechen. Stattdessen sagen sie. „Er, dessen Namen man nicht nennt“ oder „Du weißt schon wer“. Nur wenige, unter ihnen Harry Potter und der Direktor der Zauberschule Hogwarts, Professor Dumbledore, nennen Voldemort so wie er nun mal heißt...
Fremde Mutter
Tagebuch einer pflegenden Annäherung (1)
Unverhofft kam die Journalistin Bärbel Mende-Danneberg in die Situation, ihre demenzkranke Mutter zu pflegen, ohne wirklich zu wissen, worauf sie sich da einlässt. Im Laufe der Zeit wächst eine Beziehung zwischen ihr, der fremden Frau und allen Beteiligten. Den Pflegealltag beschreibt Mende-Danneberg als „belastend, zermürbend, trotzdem aber insgesamt abenteuerlicher und menschlich bereichernder als sämtliche Allinclusiv-Urlaube zusammenâ€...
Die beste Band der Welt
Musikarbeiter unterwegs – mit Naked Lunch auf den Pop-Gipfel
Naked Lunch veröffentlichen dieser Tage ihr fünftes Album. „This Atom Heart Of Ours“ ist eine musikalische Offenbarung.
Karl Kraus zwischen alter und neuer Kunst
Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 21
„Ich mag mich drehen und wenden, wie ich will, überall zeigt mir das Leben seine Verluste, da es entweder das Malerische dem Nützlichen oder das Nützliche dem Malerischen opfert.“
Karl Kraus
„Fürchte nicht, unmodern gescholten zu werden. Veränderungen der alten Bauweise sind nur dann erlaubt, wenn sie eine Verbesserung bedeuten, sonst aber bleibe beim Alten. Denn die Wahrheit, und sei sie hunderte von Jahren alt, hat mit uns mehr Z...
Systemische Gewalt im Heim
Ex-Pflege-Ombudsmann Vogt: Großanstalten neigen zur Entgleisung
Am 31. Dezember vergangenen Jahres wurde entsprechend einer politischen Entscheidung in Wien das trotz seines kurzen Bestehens äußerst erfolgreiche Amt des Pflege-Ombudsmanns abgeschafft. Werner Vogt, Inhaber dieses Amtes, war als kompromissloser Kritiker des Systems der Altenpflege zum Störfaktor geworden. Zwei Wochen vor dem Finaltag kündigte Vogt in einem Gespräch mit Augustin-Mitarbeiter Martin Schenk an, dass die Politik ihn nicht hinde...
Willkür und Selbstkontrolle
Ein Abend im „Häferl“ zum Thema „Fehlverhalten der Justiz“
Ein Mann klagt nach unfassbaren Fehlhandlungen die Republik. Sein Anwalt erhält die Ladung zur Verhandlung. Der Richter Dr. V., LG f. ZRS Wien, weist den Anwalt an, den Saal zu verlassen. Dann weist er die Klage mit der „Begründung“ ab, der Kläger sei nicht anwaltlich vertreten. Offensichtlich ein Fehlverhalten der Justiz. Die Frage ist nur: Handelt es sich um eine seltene Entgleisung?
Ein Biotop aus 212 Büchern
Verschrobene Künstlerlogik – „Quantität vor Qualität“
Durch den Verzicht auf Leistungszwang brach bei Markus Kircher die Arbeitswut aus und hielt zwölf Jahre lang an. Das Resultat war die „Völlige Bibliothek“, ein aus über zweihundert Büchern bestehendes Werk mit bildender Kunst und Literatur, das sich ab Ende Jänner nicht nur sportlichen Kunstinteressierten offenbaren wird.
Das ehemalige Jugendgericht als „Puppenstube“
Feldforschung am Leichnam
Eva Schlegel und Eva Würdinger vergegenwärtigen mit ihrer Fotodokumentation „eine spezielle Jugendgefängniswelt, die aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit ausgeblendet bleibt“, verheißt der Klappentext zu dem ästhetisch anspruchsvoll gestalteten und mit einigen Texten versehenen Fotobuch „Jugendgericht“.
Das Café Ritter ist Ahmadous zweites Zuhause
„Die ZeitungskäuferInnen geben mir eine Chance“
Er mache immer das Beste aus seiner Situation, lautet der einhellige Tenor, wenn man Ahmadou Sow von Menschen aus seiner näheren Umgebung charakterisieren lässt. Darüber hinaus gilt er beim Augustin als Pionier: Er war der zweite Schwarze, der die Straßengazette Augustin unter die Wiener Bevölkerung brachte, und der erste, der Fußbälle für die Mannschaft der Straßenzeitung ins Tor versenkte.
Über die Ohnmacht des kritischen Journalismus
„Ich schaue mir an, wo die Festung bröckelt“
Der illegale Arbeitsmarkt wird so tot geschwiegen, als gäbe es diese Millionen in Europa gar nicht... Für ihr Reportagenbuch „Gestürmte Festung Europa“ verfolgte die Journalistin
Corinna Milborn die gefährlichen Wege der illegalisierten Migration. Vom Augustin wurde sie zu ihren Arbeitsmethoden befragt.