Dem «Hässlichen» nützt auch die Stille nicht
Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot
Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten,...
Gleichheit macht glücklich
"Verblüffend" fand der Epidemiologe R. Wilkinson die Resultate seiner eigenen Studien

Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Richard Wilkinson und Kate Pickett als das vielleicht wichtigste des Jahres 2009. Der Augustin sprach mit dem Epidemiologen der University of Nottingham, der seit Jahrzehnten zu Ungleichverteilung, Sozialkapital und Gesundheit forscht.
Das Zwischenreich: neue soziale Risken
eingSCHENKt
Frau S. schlägt sich als Ich-AG und Armutsunternehmerin mit Gebrauchsgrafiken durch den Alltag. Ihr dreijähriger Sohn leidet seit seiner Geburt an schwerem Asthma. Er braucht viel Zeit. Der Lohn ihrer Arbeit ist unregelmäßig und gering. Loch auf Loch zu. So muss sie rechnen, einmal die Miete, einmal das Heizen, einmal das Telefon. Immer gibt es eine offene Rechnung. Kaputt werden darf nichts: keine Boiler und keine Waschmaschine. Mit dem Eink...
Der Frühling der Ungehorsamkeit
Auch in Österreich nehmen viele Menschen die Abschiebung ihnen vertrauter Asylsuchender nicht mehr hin

Die Tatsache, dass Flüchtlinge ins Ungewisse abgeschoben werden, auch wenn sie längst in die österreichische Gesellschaft integriert sind, scheint die ÖsterreicherInnen nicht aus der Gemütlichkeit zu reißen. Die Tradition des zivilen Ungehorsams gegen die Demontierer des Asylrechts, die etwa in Frankreich der Fremdenpolizei so zu schaffen macht, fehlt hierzulande. Umso größere Aufmerksamkeit verdient der spontane Versuch couragierter Bür...
Massenauflauf
Hitze:
Flirrender Asphalt, und wenn sich irgendwo ein Stückchen Schatten findet, dann ist es auch nicht mehr. Nur Schatten und nur ein Stückchen. Ich beeile mich, eines zu erreichen, versuche meine Füße, die heiß gelaufen sind, darin zu kühlen. Kaum ist man angekommen, ist der Schatten auch schon wieder vorbei und man steht abermals auf der heißen Straße. Mutterseelenallein. Eine Geisterstadt. Nur die heiße Luft traut sich noch, sich zu...
Irgendwas ist immer
BALD werden wir bei Rühm sein..NUN sind wir dort. EBEN waren wir bei ihm

«Niemand kann immer Avantgarde sein», sagt MUMOK-Direktor Edelbert Köb über das Schicksal mancher KünstlerInnen, die eine Epoche prägen und im Laufe der Jahre Arbeiten produzieren, die vielleicht weniger (politische) Sprengkraft, aber nicht zwingend geringere Qualität aufweisen. Eine Ausstellung ehrt Gerhard Rühms bildnerisches Schaffen von den 1950ern bis heute.
Dem "Hässlichen" nützt auch die Stille nicht
Eine menschenrechtliche Analyse zum Bettelverbot

Ein Kolumnist dieser Zeitung ist in diesem Frühling aus der SPÖ ausgetreten und weint ihr nicht einmal eine Träne nach. Auschlaggebend dafür war, dass die SPÖ-Fraktion im Rathaus schneller die Antibettlerverordnung in Richtung generelles Wiener Bettlverbot verschärfte, als Strache in eine Position gewählt wurde, in der er sich in Sachen Armenvertreibung als der bessere Häupl darstellen könnte. Anfang Juli soll das Gesetz in Kraft treten,...
Tief in den Abgrund des Wissens fallen
Nicht alles, was im Kabarett stattfindet, ist Kabarett: Begegnung mit K. F. Kratzl

Ist Karl-Ferdinand Kratzl mittels eines Interviews zu erfassen? Der Augustin versuchte es. Es wurde kein klassisches Interview. Aber Kratzls tiefschürfende Worte suchten und fanden den Weg zu seinem Gesprächspartner. Zu einem «Gespräch» per E-Mail (Frage hin, Antwort her) war Kratzl nicht bereit gewesen. Er bestand auf den persönlichen Kontakt. Er ist ja ein Augenhineinschauer. Und noch vieles mehr. Auch ein Fadenverlierer ist er. Aber scho...
Augustin 277 - 06/2010
Good News für Freunde des Schlaglochs

Unter den modernen Industriegesellschaften sind nicht die reichsten Gesellschaften die gesündesten, sondern diejenigen mit den geringsten Unterschieden zwischen Arm und Reich. Sagt der Londoner Epidemiologe Richard Wilkinson. Er richtet seine Neugier nicht nur auf die Gesundheits-Aspekte der Ungleichheit. «In Gesellschaften mit größerer Ungleichheit fällt besonders das Vertrauensniveau geringer aus», zitiert Wilkinson aktuelle Studien. Mens...