Anna Posch und Johannes Nussbaum spielen die Hauptpersonen in Peter Kerns Film «Diamantenfieber oder Kauf dir lieber einen bunten Luftballon». Im Interview sprechen die beiden über ihre Rollen, Erfahrungen beim Drehen und gesellschaftliche Ungleichheit.
1200 Widerstandskämpfer_innen sind im Wiener Landesgericht I hingerichtet worden. Eine Reihe von ihnen ist in der sogenannten «Gruppe 40» am Wiener Zentralfriedhof begraben. Am 11. März 2013 wurde die Gruppe 40 per Gesetz und Festakt zur «Nationalen Gedenkstätte der Opfer der NS Justiz» erhoben. Den Widerstandskämpfer_innen gegen den Nationalsozialismus wurde damit eine sehr späte Anerkennung des offiziellen Österreich zuteil. Eine der wenigen he...
Somalische Flüchtlinge haben im Oktober mit einer dreitägigen Protestaktion vor dem österreichischen Parlament auf ihr menschenunwürdiges Dasein als Asylwerber_innen aufmerksam gemacht. Ihre Forderungen wurden einem Vertreter von Barbara Prammer übergeben. Eine Reaktion seitens des Parlaments wurde versprochen
Ein Apfel besteht nicht nur aus den Komponenten «Baum» und «Pflücken». Er wird gezüchtet, gegossen, gespritzt, gedüngt, verpackt, transportiert, eingeschlichtet, gekauft und nach Hause gefahren. Mit den Mobiltelefonen ist es noch wilder, denn die verrotten nicht einmal am Kompost. Armin Reller, Professor für Ressourcenstrategie an der Universität Augsburg, erzählt die Stoffgeschichten hinter den Produkten des täglichen Gebrauchs.
Dieser Tage feiert im Theater Drachengasse die Schmoizhodan-Passion ihre Uraufführung: In ihren Grundzügen dem Passionsspiel und der klassischen musikalischen Gattung verpflichtet, setzt die Produktion dennoch einige neue Maßstäbe: An Stelle der Luther-Bibel tritt Wolfgang Teuschls Bibelübersetzung «Da Jesus und seine Hawara», Schmalz und Schmelz stammt von verschiedensten Ikonen der heimischen Pop- und Gegenkultur. Immer noch großes Oratorium n...
Wolfgang Kirnbauer ist Obmann des Mieterschutzverbandes. Mit ihm sprach Gaby Stockmann.
Ausgrenzung von Arbeitsmarkt und Bildung, Vertreibung, Verfolgung, aber auch gewalttätige Ausschreitungen und tödliche Gewalt die Bandbreite antiziganistischer Praktiken ist groß und hat fatale Auswirkung auf das Leben von als «Zigeuner» wahrgenommenen Menschen. Was den Boden für Antiziganismus bereitet, welche Funktionen er erfüllt und was man dagegen machen kann, darüber sprach der Augustin mit dem Politologen Markus End, Doktorand am Zentrum...
Zweimal hat der US-Geheimdienst CIA versucht, die Wienerin Elisabeth Markstein anzuwerben. Weil sie als Kennerin sowjetischer Verhältnisse galt. Und weil sie sowjetische Dissident_innen kannte. Der CIA kriegte sie nicht. Das sollte ihn nicht gewundert haben. Wer, wie Markstein, «zwischen zwei Welten» lebt (was ihr im Milena Verlag erschienenes Buch schon am Cover vermerkt), kann sich nicht von einer der Welten kaufen lassen. Ein Augustin-Gespräch...
Sumaq Kawsay so lautet in den Anden die indigene Bezeichnung für ein Konzept, das auch im Westen immer mehr Anhänger gewinnt: das Konzept des «Guten Lebens». Werner Hörtner ist Lateinamerika-Experte und arbeitet für das Magazin «Südwind» und er erklärt im Augustin-Interview, was es mit diesem Konzept auf sich hat.
Es ist Freitagabend. Elmar, 32, setzt sich die Stirnlampe auf und zieht Plastik-Handschuhe über. Er bereitet sich auf eine Dumpster-Tour vor. Will heißen, er klappert die Mülltonnen bei Supermärkten ab, um sich fürs Wochenende mit Essbarem zu versorgen. Sein Revier ist Baden bei Wien und Umgebung. Auf der Fahrt zum ersten Supermarkt erzählt mir Elmar von seinem Werdegang und erläutert die Dumpster-Philosphie.
Noch heute, über 200 Jahre nach ihrem Tod, ist Olympe de Gouges, die während der Französischen Revolution für ihr politisches Engagement am Schafott hingerichtet wurde, weitgehend unbekannt. Eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung ihrer schriftlichen Hinterlassenschaft fehlt. Die Philosophin Viktoria Frysak hat sich in französischen Archiven im Zuge ihrer Dissertation auf die Suche nach bisher unbekannten Schriften von Olympe de Gouges gem...
Viel Feind, viel Ehr und ein Verbot. Der Hanf als gemeinsamer Gegner und natürliche Bedrohung. Seit dem Schulterschluss der Lobbyisten von Tabak, Baumwolle, Papier, Kunststoff und Pharma ist der Hanf (mit wissenschaftlichem Namen Cannabis sativa) als Droge geächtet und somit verboten. Stellt sich nur die Frage: wie lange noch?
Die Video- und Performancekünstlerin Sabine Marte, auch als Musikerin in den Formationen SV Damenkraft und Pendler unterwegs, gewann letztes Jahr mit ihrem experimentellen Kurzfilm «B-Star, untötbar! Reloaded» den Diagonale-Preis für innovatives Kino. Auch bei der diesjährigen Diagonale Ende März ist Sabine Marte vertreten. Sie hat den Festival-Trailer mit dem Titel «Do we need to have an accident» produziert und gemeinsam mit Bildhauer Clemens H...
Vergangenes Jahr war die Flüchtlingshelferin Ute Bock gleich zweimal auf der Kinoleinwand zu sehen: Die Filme Bock for President und Die verrückte Welt der Ute Bock stammten von ihrem Neffen und Filmemacher Tom-Dariusch Allahyari. Jetzt gibt es die Ikone der Zivilgesellschaft auch in Buchform. Die Ö1-Journalistin Cornelia Krebs lässt in ihrem Portrait über Ute Bock vor allem die Flüchtlingshelferin selbst zu Wort kommen. Anlässlich dieser Publika...
19. März 1911: 20.000 Menschen demonstrierten über die Wiener Ringstraße für Frauenrechte. Hundert Jahre später packt die Frauen der Zorn. Denn trotz manch erkämpfter Verbesserungen für Frauen blieb vieles unerfüllt und wird im Zeichen von Wirtschaftskrise und Sozialabbau wieder in Frage gestellt. Ein breites Frauenbündnis organisiert für den 19. März 2011 eine Demonstration für Frauenrechte am Wiener Ring. Die Kulturvermittlerin Petra Unger ist ...
Von 1991 bis 2009 war Susanne Scholl mit einer Unterbrechung Korrespondentin des ORF in Moskau. Seit ihrer Pensionierung schreibt sie in den «Salzburger Nachrichten» und in «News», ist Buchautorin und unterrichtet am Institut für Slawistik. Sie ist engagiert gegen die unmenschlichen Fremdengesetzte und hat aktuell einen offenen Brief an Kanzler, Vizekanzler und Innenministerin geschrieben (siehe am Ende des Interviews), in dem sie gegen die gep...
Unlängst auf der Schmelz: Am 252. Geburtstag von Robert Burns huldigten knapp 200 Menschen der schottischen Kultur mit allem, was dazugehört. Darunter auch Burns-Kenner Dieter Berdel, der bei dieser Gelegenheit sein drittes Bändchen trefflich ins Wienerische übertragener Texte von Schottlands Nationaldichter präsentierte. Aber eigentlich hat er ja ganz etwas anderes gelernt.
Andreas Webers zweiter Roman, «Veitels Traum», ist eine spannende, realistische Beschreibung des Lebens auf dem Land. Der Held, Maturant und Leistungssportler er spielt in der Handballnationalmannschaft recherchiert den Mord an seinem Vater. Der Held ist ein Privatermittler, wie auch in seinem ersten Roman «Lanz», einem packenden Buch, in dem das Fortwirken von Nazistrukturen in einer Kleinstadt verhandelt wird. Ein Augustin-Gespräch über Franzo...
Was haben der Schlachthof St. Marx, die Rennbahnwegsiedlung, der Schwarzenbergplatz und die Ankerbrotfabrik gemeinsam? Sie alle waren Schauplätze der Theaterperformances von Claudia Bosse. Ihr neues Stück «vampires of the 21st century oder was also tun?» hat am 8. Dezember Wien-Premiere. Der Augustin sprach mit ihr über die neue Produktion, körperliche und geistige Überforderungszustände und über die Frage: Warum zum Teufel noch Theater?
Am 11. Dezember wird der «zivile Ungehorsam», der in Stuttgart inzwischen allgemein als anständiges Gebaren gilt, einmal mehr die Form einer Großdemonstration annehmen. Die Schlichtungsgespräche zwischen GegnerInnen und BefürworterInnen des Bahnhofsprojekts hatten bewirkt, dass es in Stuttgart relativ ruhig war. Zudem hatte sich in den letzten Wochen die zivilgesellschaftliche Widerstandsenergie zum Atommülltransport nach Gorleben hin orientiert....
Österreich ist eine Korruptionsoase, meinte kürzlich ein OECD-Mitarbeiter. Liest man die Werke des Salzburger Schriftstellers O. P. Zier, entsteht der Eindruck, Österreich wäre auch eine Oase für einen, der es liebt, diese Verhältnisse zu beschreiben. Kürzlich erschien im Residenz Verlag sein neuestes Werk: die «Mordsonate». Ein Krimi, in dem ein Klavierwunderkind verschwindet. Doch der eigentliche Krimi spielt sich auf einer anderen Ebene ab: In...
Die Wiener Filmproduktionsgesellschaft coop99 arbeitet in Gosau/Oberösterreich an einem neuen, engagierten Filmprojekt. «Die Wand», der bekannte Roman von Marlen Haushofer, in dem eine Frau komplett abgeschnitten von jeglicher Zivilisation in einer Jagdhütte allein mit Tieren lebt, wird gerade mit Martina Gedeck verfilmt. Der Augustin traf Regisseur Roman Pölsler zum Gespräch über sein Herzensprojekt.
Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Richard Wilkinson und Kate Pickett als das vielleicht wichtigste des Jahres 2009. Der Augustin sprach mit dem Epidemiologen der University of Nottingham, der seit Jahrzehnten zu Ungleichverteilung, Sozialkapital und Gesundheit forscht.
Auch am Augartenspitz zeigt der «Rechtsstaat» Österreich sein realistisches Gesicht. Während immer anschaulicher wird, dass sämtliche Bauvorbereitungsarbeiten rechswidrig sind, werden die seit Jahren friedlich für den Erhalt des denkmalgeschützen, historischen Parks Augarten kämpfenden AktivistInnen unter dem Motto Gegner fertig machen schnell den Bau durchdrücken wenn nötig über Leichen gehen mit einer Flut von Klagen überhäuft. Darunter Eva H...
Die österreichisch-iranische Filmemacherin Sudabeh Mortezai im Gespräch über ihren neuen Film «Im Bazar der Geschlechter», in dem es um die Zeitehe, Mann-Frau-Beziehungen und Leben in einem repressiven System geht.
Seit 1996 machen die Sofa Surfers Musik, die von Wien aus international wahrgenommen wird. Blindside heißt ihr neues Album.
Der Musiker Wolfgang Schlögl kommt vom Arbeiten an einer Theatermusik, jongliert im Kopf den Release des neuen Albums der Sofa Surfers, erste Konzerte zur Präsentation (etwa in Porto und Prag) und einen Film-Soundtrack. Dennoch erweckt er nicht den Anschein des gestressten Multitaskers, ist unaufgeregt und konzentriert. Er ...
Vor den Recherchen zu seinem Dokumentarfilm «Arena» (seit 5. März im Kino) hatte Günter Schwaiger wie die meisten Menschen ein eher distanziertes Verhältnis zum Stierkampf. Der in Neumarkt/Salzburg geborene Regisseur, der seit 18 Jahren in Madrid lebt, begann sich aus ethnologischen Gründen für die Corrida zu interessieren und stieß dabei auf archaische Instinkte, die vor allem TierschützerInnen sehr schwer zu erklären sind. Ein Augustin-Gespräch...
Die letzte Frage an den Menschenrechtsaktivisten und Globalisierungskritiker Jean Ziegler im ersten Teil des Augustin-Interviews (Ausgabe Nr. 266): Gibt es Staaten der so genannten Dritten Welt, die der Erste-Welt-Walze, die ökonomisch über sie drüberfährt, etwas entgegenzusetzen haben? Ziegler berichtete über die Zähmung der Konzerne durch die neue bolivianische Linksregierung. Afrikas Eliten könnten sich ein Beispiel an diesem Widerstand gegen ...
Mit ihrem Film über die Kronen Zeitung löste die belgische Regisseurin Nathalie Borgers im Jahr 2002 ein Flut von Diskussionen über die wichtigste Zeitung in diesem Land und ihre Macher aus. In Die Frauenkarawane, ihrer aktuellen Dokumentation, zeigt Nathalie Borgers eine Gruppe von Frauen vom Nomadenvolk der Toubou, die einmal im Jahr durch die Sahara zieht, um sich damit ein Stück Freiheit zu erwirtschaften. Winds of Sands, Women of Rock ist de...
Einmal im Monat, bis zu Sommerpause, steht im Porgy ein musikalisches Pantscherl zwischen begnadeten Jazzern und den drei Wienerlied-Dadaisten des Kollegium Kalksburg auf dem Programm. Der nächste Termin: Freitag, 29. Jänner. Kalksburg-Sänger Vincenz Wizlsperger, Meister des Understatements: «Ausnahmemusiker werden in dieser Reihe den schwierigen Versuch unternehmen, uns drei Vorstadtschlurfe behutsam in die Welt des Jazz und der Musik einzuführe...
Es sei noch zu früh, um Kunst zum Thema Krieg zu erwarten, meint der slowenische Künstler Tadej Pogacar, der auf verschiedenen Biennalen zum Thema «Sexarbeit» ausstellte und gerade bei der Gender Check-Ausstellung im Wiener MUMOK dabei ist. Seine Kunst, in der Prostituierte und Obdachlose den Ton angeben, steht im lebendigen Gegensatz zu den im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbreiteten militärischen Helden-Denkmälern der Kirche. Tadej Pogaca...
Für unsere Serie zur Weltwirtschaftskrise haben wir uns zuletzt mit einem Banker in einem Beisl zu einem Interview getroffen. Nachdem er plötzlich weg war, sind wir mit Arbeitern am Nebentisch ins Gespräch gekommen. Uns hat der von ihnen erwähnte französische Brauch interessiert, der den Abgang unseres Gesprächspartners offensichtlich beschleunigt hatte. Hier ihre Erklärung:
Kurz vor Eröffnung seiner Ausstellung fand Pawel Althamer Zeit für ein Interview. Während des Projekts war er nicht in Wien.