Wie lustig ist das Zigeunerleben?
"Peskere jakhenca - mit eigenen Augen": Fotoprojekt in Roskovce, Zentralslowakei

Roma-Kinder fotografieren ihr Dorf in der Slowakei. Viele Bilder überzeugen durch ihre Authentizität und Spontaneität und auch Naivität. Doch markieren sie auch ein neues Kapitel in der Roma-Fotografie? Tipp für schnelle Augustin-KäuferInnen: Die Ausstellung ist nur mehr bis 15. Februar in Wien zu sehen. Und im April in Brno.
Übungsspielzeug für internationale Polizei
Finanziell profitiert die Wiener Polizei von den Bettlerinnen
Neulich am Schottentor: Vier Polizisten drängen eine alte Bettlerin in eine Ecke, der die Tränen herunterrinnen. Zwei der Polizisten sind Hilfspolizisten aus Rumänien und reden auf die Frau ein. Sie wären in Wien, um Hintermänner des Menschenhandels aufzudecken, erzählt einer später. „Ich habe gesehen, wie die alte Frau in einem weißen Kastenwagen abtransportiert wurde“, berichtet eine Geschäftsfrau. „Spektakulär wird ein armer Me...
"Bitte, danke, alles Gute!"
Vier Statements zur Arbeitssituation von PendlerbettlerInnen in Wien
Im Visier von Politik, Medien und Polizei sind seit Monaten die Menschen aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder anderen südosteuropäischen Ländern, die es – von unvorstellbarer Armut angetrieben – nach Wien zieht, um hier die Lebensgrundlage ihrer Person, meist ihrer gesamten Familie, zu erbetteln. Da sie in der Regel nicht auf Dauer in Österreich bleiben wollen, sondern je nach Herkunftsland im Wochenrhythmus oder für einige Monat...
Blauer Schmied, roter Schmiedl?
Statement der BettelLobbyWien zu Häupls "Wiener Hausordnung"
Eine Symbiose von Strache und Boulevard sorgt in diesen Tagen für die Konstruktion immer neuer „Skandale“, als deren VerursacherInnen aber nicht, wie man meinen sollte, die FinanzkapitaljongleurInnen, sondern deren ärmste Opfer hingestellt werden: die BettlerInnen aus den Ländern Osteuropas. Nun will auch „der Chef persönlich“, nämlich Bürgermeister Häupl, „für Ordnung sorgen“. Die BettelLobbyWien, eine vor kurzem gegründete...
Aufstieg einer Kämpferin
Sandra Selimovic gilt manchen als Wiens selbstbewussteste Romni
Sandra Selimovic ist das, was man ein Multitalent nennt. Selbstbewusst als Tänzerin, beeindruckend als Schauspielerin und kreativ als Choreographin zeigt sie, was man alles schaffen kann, wenn man den Mut und den Willen dazu hat. Sandra ist Migrantin aus Serbien – und sie gehört zur Volksgruppe der Roma.
Eine Tochter der Freiheit
Für Kveta Schubert hat alles seine Zeit
Die autodidaktische Künstlerin und künftige Trainerin für den Bildungs-und Arbeitsmarkt ist Romni aus „geordneten Verhältnissen“. Sie selbst habe als Angehörige einer ethnischen Minderheit nur wenige Diskriminierungen am eigenen Leib erleben müssen, aber als Beobachterin hätte sie viele negative Dinge gesehen. Mittels Foto- und Filmkunst nimmt sie sich hauptsächlich der Kultur der Roma samt den brisanten Themen Betteln und Straßenku...
"3 Monate nur für die Polizei gearbeitet!"
Cristina N. bettelt in Wien, um sich die Augenoperation zu leisten
Cristina N. aus Rumänien hat ein auf fünf Jahre befristetes Aufenthaltsverbot erhalten, das nach dreimaligem Verstoß gegen den § 2 WSLG – das ist der Wiener Bettelei-Paragraph – verhängt wird. Ein Aufenthaltsverbot für eine EU-Bürgerin ist zumindest kurios. Wäre die „öffentliche Sicherheit“ tatsächlich durch eine Bettlerin gefährdet, müsste der gesellschaftliche Zustand als krank beschrieben werden. Weiteres Kuriosum im Krieg...
In manchen Pässen: Vermerk "Bettlerin"
Betteln als Beruf? Teil 2
Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Der Augustin brachte in der vorigen Ausgabe, 226, den ersten Teil des Interviews mit der Bildungswissenschafterin Marion Thuswald, das hier fortgesetzt wird. Sie sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen. Eine Erkenntnis: Nicht eine imaginäre „Mafia“, sondern die Polizei nimmt den Bettlerinnen das Geld ab. Thuswald entwickelte eine ungewÃ...
Was treibt die Roma auf die Straßen Wiens?
Wenn die Massenmedien in Österreich zum journalistischen Brauch übergingen, Hintergrundinformationen zu laufenden Aufreger-Themen zu liefern, z. B. zur Debatte um die Kinder der BettlerInnen, würde die Neuauflage des verwurzelten Antiziganismus („Zigeunerhass“) auf Schwierigkeiten stoßen: auf eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Diese würde auch durchschauen, dass wer von Bettlermafia oder Kindermissbrauchern redet, die Roma meint.
Gratwanderungen eines "Halbbluts"
Die Taktwechsel im Leben des Roma-Multitalents Willi Horvath
Über das Klischee, dass Roma angeblich „Musik im Blut“ haben, kann man streiten – über die vielseitige Begabung von Willi Horvath nicht. Er ist nämlich ein Vorzeige-Multitalent. Der Schlagzeuger, Eventmanager, Sicherheitstechniker und nicht zuletzt politische Aktivist der Roma-Volksgruppe hat viel zu tun, besonders seit er den ersten Verein für die Lovara Österreichs gegründet hat. Er plant, die Roma-Szene aufzumischen – natürlich...
Wie die Nachfrage der Heiratsfähigen nach Sandra Selimovic versiegte...
... und die Nachfrage der Bühnen anschwoll
Mich interessiert nur Theater, das keine Guckkastenbühne braucht und wo die Grenzen zwischen dem Verhalten des Publikums und den Aktionen auf der Bühne undeutlich werden, sagt Erwin Kisser, Autor der „Burgenländischen Hochzeit“. Geht dein Konzept auf? fragen wir skeptisch. Und wie, antwortet Kisser. Fragt doch Sandra Selimovic. Sie spielt die Braut. Und weil man im Burgenland die Bräute zu entführen pflegt, geschah es...
Back to the Lovara-Roots
"Was wolltet ihr immer schon über die Roma wissen?", fragt Gilda Horvath keck
Neben den Burgenland-Roma bilden die ursprünglich aus Ungarn stammenden Lovara die österreichische Volksgruppe der Roma. Die Gesamtzahl der in Österreich lebenden Roma ist wahrscheinlich zehnmal größer. Als Dunkelziffer wird 45.000 kolportiert. Roma aus Ex-Jugoslawien bilden die Mehrzahl. Die Mitglieder der Familie Stojka zählen zu den international bekannten VIPs der Wiener Lovara. Vielleicht ist übermorgen ein anderer Lovara-Name, der gl...
In Timişoara lief ein Gerücht herum...
Kolportage für kranken Angehörigen: Mihaela und Elena Boti
Hin und wieder haben Augustin-VerkäuferInnen schlechte Tage. Der Zufall sorgt manchmal dafür, dass eine Mischung von Trübsinn, Hypochondrie, Weltschmerz, Zanksucht und Gereiztheit sich im Vertriebsbüro ablagert, wenn sich die schlechten Launen der Einzelnen multiplizieren. Wenn Mihaela und Elena Boti in diese Stimmung platzen, bringen sie mit ihrem Lächeln und ihrer Freundlichkeit einen Moment Sonnenschein in den Verdruss.
Darf ich ihnen noch einen Toten anbieten?
Arbeitsjournal eines Theaterexperiments, Teil 5
Am 4.2.1995 wurden vier Männer ermordet, weil sie Roma waren. Eine Sprengfalle, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt, tötete Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközy und Josef Simon. Mit der Inszenierung von Elfriede Jelineks „"Stecken, Stab und Stangl“" möchte ein interkulturelles Ensemble unter der Leitung von Tina Leisch an dieses Attentat erinnern.
Grazer Strassenzeitung dokumentiert Strassenmusik
So klingt Graz
Eine Straßenzeitung berichtet von der Straße und verkauft sich auf der Straße. Gedruckt und bunt. Was sie aber nicht kann: Den Lärm, die Klänge, die Musik der Straße festzuhalten. Da musste ein anderes Medium her. Mit dem CD-Projekt st.mk - grazerstraßenmusik dokumentiert das MEGAPHON – die Grazer Straßenzeitung - erstmals den Sound von Graz.