Sozialarbeit in der Quotenfalle
Wiener Jobmesse am 10. Juni im Zeichen der Krise der staatlichen Arbeitsmarktpolitik
Warum das AMS heuer seine KlientInnen nicht mehr – unter Androhung von Sanktionen – zur Jobmesse schicken darf. Und warum die Sozialarbeit sich immer mehr zum Kasperl machen lässt, der wider besseres Wissen den Mythos aufrechterhält, Ex-Häftlingen, Ex-Alkis, Ex-Junkies, Ex-Sandlern oder Behinderten stehe der reguläre Arbeitsmarkt offen.
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Erfahrungen und Vorschläge einer Ex-AMS-Kundin
In der letzten Ausgabe des Augustin (250) forderte ein AMS-Berater, unter dem Pseudonym „Gustav gAMS“, auf, alternative Konzepte zu den oft als „AMS-Zwangskurse“ bezeichneten Schulungen zu entwerfen. Darüber hinaus freue er sich auf einen regen Erfahrungsaustausch, ließ er die Augustin-LeserInnen wissen. Prompt erhielt die Augustin-Redaktion eine ausführliche und facettenreiche Replik einer Leserin:
Wie man Schmetterlinge beschäftigt
Diese Geschichte bildet den Prolog zum inhaltlichen Schwerpunkt „Arbeitsmarktservice“ (AMS) der nächsten Augustin-Ausgabe. Es wird darin eine Auswahl an Erfahrungsberichten, aber auch an Prosatexten von aktuellen und ehemaligen „KundInnen“ des AMS veröffentlicht, die der Augustin in den letzten Monaten erhalten hat. Dazu an dieser Stelle nur noch so viel: Die Unzufriedenheit mit dem AMS hat eine große Dimension angenommen.
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Wie kann eine Frau von ihrem Job leben?
In der "Wirtschaftskrise" ist männliche Existenzsicherung wichtiger
Die gläserne Decke, die Frauen auf der Jobsuche zu durchbrechen haben, liege inzwischen schon so niedrig, dass sie existenzgefährdend ist, meint Barbara Pickl, Unternehmenskontakterin des mittlerweile eingestellten sozialökonomischen Betriebes „abz* office service“, im Augustin-Gespräch. In neun Jahren gelang es Pickl und ihren Kolleginnen, Hunderte existenzsichernde Jobs für langzeitarbeitslose Frauen zu finden.
Die Arbeitskraftzurichter
Tafelklässlerische Umgangsformen im abz*office service
Pünktlichkeit, Pünktlichkeit, Pünktlichkeit! „In einer richtigen Firma müssen Sie auch pünktlich sein! Das zeugt von Verbindlichkeit gegenüber der Firma, also bitte!“ Schließlich soll hier im abz*office service, einem so genannten SÖB (Sozialökonomischer Betrieb) der Büroalltag von Frauen einer „richtigen“ Firma simuliert werden.
Gründet eine Arbeitslosenkammer – aber schnell!
Über die Vision, "in Augenhöhe" mit AMS und Regierung zu verhandeln
Die Unternehmer haben eine, auch Ärzte, Anwälte, Bauern, Arbeiter und so weiter, eigentlich ist jeder in einer Kammer. Keiner liebt sie. Jeder ist gegen Zwang. Da ist es eine Überlegung wert: Was, wenn die Arbeitslosen ebenfalls so eine Organisation hätten? Eine möglicherweise irritierende Überlegung von Erich Félix Mautner. Ein Ansatz, der Diskussionen hervorrufen wird. Der Augustin wird diesen ausreichend Platz bieten ...
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Kurs-Trägerverein plant Klage
AMS schloss Sprachkurs für Migrantinnen wegen "Substandard"
Das siebente Jahr seiner Existenz ist das schwärzeste Jahre des Vereins „Zentrum Döbling“. Dabei hatte das sechste Jahr so vielversprechend geendet: Im Dezember 2007 war das AMS an den auf Fremdsprachenvermittlung spezialisierten Verein herangetreten, ob er nicht als Partner für seine „Integrationsinitiative Deutsch 08“ zu Verfügung stünde. „Zentrum Döbling“ stand zur Verfügung: Schon am 14. Jänner 2008 startete, im Auftrag d...
Schwarze Pädagogik
Die Maßnahmen des AMS. Oder: Fußfesseln für Arbeitslose, erster Teil
Wer früher ohne Job war, war ein Versicherungsfall und wurde am Arbeitsamt wie ein Versicherungskunde behandelt – im Großen und Ganzen höflich, zuvorkommend, jedenfalls ohne Repressalien. Heute aber – wo sich das Arbeitsamt Arbeitsmarktservice (AMS) nennt und die Arbeitslosen großspurig als „Kunden“ tituliert werden, begegnet man ihnen als Schuldigen, als Renitenten, die zur Räson gebracht werden müssen, die gegängelt werden dürf...
Grundkeinkommen? Derzeit Nein, danke!
Und welche Leistungen würde der Staat dann noch übernehmen?
„Stellen Sie sich vor, es gibt im Jahr 2015 schon ein bedingungsloses Grundeinkommen“ - unter diesem Titel organisierte das Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt eine Publikumsumfrage (siehe auch Augustin Nr. 203/ 07). Dieter Schrage folgte dieser Aufforderung und stellte sich die Einführung des bedingungslosen und existenzsichernden Grundeinkommens in den nächsten Jahren – „und eventuell auch unter politisch fortschrittlic...
Nummer 56 hat ein Gesicht
Die Arbeitslosenpolizei – Auszüge aus einer Recherche von Christine Werner (1)
Eine packende Recherche über die Praxis der österreichischen Arbeitslosenverwaltung hat die GAV-Autorin, Netz- und Aktionskünstlerin Christine Werner unternommen. Mit freundlicher Genehmigung des Verlags „edition uhudla A“ bringt der Augustin einen dreiteiligen Vorabdruck aus dem noch nicht im Handel erhältlichen Buch „Die Arbeitslosenpolizei“. Der Titel lässt keinen Zweifel zu: Dieses Buch würde den Ruf des AMS als Institution der ...
Bala bala für Unvermittelbare
Gestrandete in der Maschinerie des AMS? Tagebuch eines Kursteilnehmers
Wie Recht hatte Karl Öllinger, Sozialsprecher der Grünen, als er im Parlament Kritik an "vollkommen sinnlosen und geradezu entwürdigenden AMS-Kursen ohne Ausbildungswert" übte, die zum Teil mehr an Strafvollzug als an aktive Arbeitsmarktpolitik" erinnerten? Das AMS dementiert. Es könne natürlich unbefriedigende Einzelfälle geben, meint AMS-Vorstand Herbert Böhm. Aber 60 Prozent aller SchulungsteilnehmerInnen hätten nach sechs Monat...
Minister für (Selbst)Inszenierung?
Arbeitslosenanwalt Herbert Pochieser zu Erwin Buchinger
Die Redaktion hat es für sinnvoll gehalten, jemanden um einen Kommentar zum Interview mit dem Sozialminister zu bitten, der von der „Selbstinszenierungssucht“ Erwin Buchingers ausgeht und Interviews mit PolitikerInnen dieses Typs von vornherein problematisch hält, weil sie dem sich Inszenierenden gewollt oder ungewollt entgegen kämen. Die Wahl fiel auf Herbert Pochieser, der als einer der wenigen Rechtsanwälte, der Arbeitslose juristisch ...
Wie ein halber Bus - aber brutto!
Ein Interview mit Sozialminister Erwin Buchinger
Der Stellenwert dieses Interviews wurde uns bereits vor Beginn des Gesprächs klar gemacht: Nach zwanzig Minuten vertrösteter Wartezeit wurden wir freundlich empfangen und ins allgemeine Händeschütteln mit der sich verabschiedenden Vizebürgermeisterin Brauner einbezogen. „Sie müssen schon entschuldigen“, meint Buchinger dann zu uns, „aber jede Minute mit der Frau Vizebürgermeisterin ist 10.000 Euro Wert.“ Wir wussten das zu schätze...
"Jetzt höre ich nichts mehr"
Jürgen und Dominik: Einsatzbereit, jobgelaunt und dennoch vom AMS abgeschrieben?
In bestimmten Situationen ist es sicher bedeutend angenehmer, nichts zu hören. Gefährlich wird es nur dann, wenn das Arbeitsmarktservice leibhaftig vor einem steht. Da muss sich dann sogar ein gehörloser Mann gewaltig anstrengen, um die Herrscher über Jobs und finanzielle Möglichkeiten erfolgreich auszublenden.
Jobbewerbungen: Was darf der Personalchef über mich wissen?
Nicht jede Frage soll eine Antwort bekommen
Von Schule und Elternhaus sind wir dahin dressiert worden, immerzu und jedem auf jede Frage sogleich eine Antwort zu geben. Auch dann, wenn die gewünschte Auskunft andere eigentlich nichts angeht. Das ist oft auch ein Problem einer versteckten Form von Autoritätshörigkeit.