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Kategorie: Thema :: öffentlicher Raum Seite: 1 2 3

Ein schönes Stück Stadt

Die Privatisierung des öffentlichen Raumes schreitet voran

„Die Stadt gehört dir“, lautet ein einprägsamer Werbeslogan der Wiener Linien, und fälschlicherweise glauben viele Menschen, sie wären mit diesem „dir“ angesprochen. Dabei sind es nur einige wenige, die damit gemeint sind. Diese allerdings können mit behördlicher Unterstützung rechnen, wenn sie sich ein Stück Stadt aneignen wollen, ohne nennenswert dafür bezahlen zu müssen. Ein kleiner Spaziergang durch den Wiener Alsergrund be...

"Bitte, danke, alles Gute!"

Vier Statements zur Arbeitssituation von PendlerbettlerInnen in Wien

Im Visier von Politik, Medien und Polizei sind seit Monaten die Menschen aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder anderen südosteuropäischen Ländern, die es – von unvorstellbarer Armut angetrieben – nach Wien zieht, um hier die Lebensgrundlage ihrer Person, meist ihrer gesamten Familie, zu erbetteln. Da sie in der Regel nicht auf Dauer in Österreich bleiben wollen, sondern je nach Herkunftsland im Wochenrhythmus oder für einige Monat...

Blauer Schmied, roter Schmiedl?

Statement der BettelLobbyWien zu Häupls "Wiener Hausordnung"

Eine Symbiose von Strache und Boulevard sorgt in diesen Tagen für die Konstruktion immer neuer „Skandale“, als deren VerursacherInnen aber nicht, wie man meinen sollte, die FinanzkapitaljongleurInnen, sondern deren ärmste Opfer hingestellt werden: die BettlerInnen aus den Ländern Osteuropas. Nun will auch „der Chef persönlich“, nämlich Bürgermeister Häupl, „für Ordnung sorgen“. Die BettelLobbyWien, eine vor kurzem gegründete...

Achtung! Keine Satire

Hundert Stunden Polizeiarrest wegen Füße-Ausstreckens

Herbert S., Chefinspektor, ist bekannt für seine allgemein verständlichen und durchaus eloquent formulierten Sachverhaltsdarstellungen. Er ist einer der PolizistInnen, die – in wessen Auftrag eigentlich? – das “Bettlerunwesen“ in der Mariahilfer Straße einzudämmen haben: eine Sisyphos-Arbeit. Als Instrumentarium dafür stehen ihm z. B. das Landesicherheitsgesetz und die Straßenverkehrsordnung zur Verfügung. ...

200 Meter für alle!

Autofreie Stadt: Günther Emberger, TU Wien, vermisst politische Fantasie

Hartnäckig verteidigt die Mehrheit der StadtbewohnerInnen das, was ihre Lebensqualität nachträglich beeinträchtigt: das eigene Auto vor der Tür und die Möglichkeit, es ständig zu benutzen. StadtplanerInnen haben längst erkannt, dass eine autolose Stadt eine vernünftige Alternative ist. Längst sind auch Modelle entwickelt, die auch AutofanatikerInnen überzeugen könnten. Die in Spanien lebende Austauschstudentin Maria Garcia Blasco hat...

Stellungnahmen von BürgerInnen gegen die Anti-Bettler-Durchsagen

Wiener Linien und Bettler

Wiener Linien und Bettler (1) Die Durchsage erfolgt stündlich Mit großem Interesse las ich heute Ihren Artikel "WIR sind die Kunden" über das Bettelverbot der Wiener Linien. Zu Ihrer Information: Vor einer Woche schrieb ich diesbezüglich eine E-Mail an die Wr. Linien: „Einerseits verstehe ich das Bettelverbot in den U-Bahn-Stationen, andererseits zeigen Bettler nur die große Schere, die es leider zwischen Arm und Reich in unserer Gesellsc...

WIR sind die Kunden!

Sigmund Freud und die BettelLobbyWien zu den U-Bahn-Durchsagen

Sollte den Wiener Linien daran gelegen sein, ihre Lautsprecheranlagen mit Hilfe einer Durchsagenkampagne in Schuss zu halten, wüssten wir einen besseren Text: „Die Wiener Linien bedauern, sich an den unter dem Namen Cross-Border-Leasing bekannten Scheingeschäften mit einem US-Investor beteiligt zu haben. Das Verleasen des Wiener U- und Straßenbahnnetzes an einen US-Versicherungskonzern stellte sich im Zuge der Finanzkrise als risikoreiches ...

Katharina gehört allen

In Zagreb versammelt: Modelle angewandter Bürgermitbestimmung

Im Rahmen des Projekts „Operation Stadt“ fand zwischen 4. und 7. Dezember in Zagreb eine internationale Konferenz mit dem Titel „The Neoliberal Frontline: Urban Struggles in Post-Socialist Societies“ statt. Eingeladen waren StadtforscherInnen, ArchitektInnen und AktivistInnen aus Europa und den USA. ...

Fliegende Gummistiefel

Vor dem Finale des Ersten Wiener Bauerngolf-Cups

Bauerngolf_1.jpgWer sich seine Lebensmittel vom Bio-Bauernmarkt auf der Freyung holt, dem und der kommt ja vieles unter. Berge von bemalten Ostereiern ebenso wie haufenweise Kürbisse oder Burgen aus Strohballen. Aber tief fliegende Gummistiefel waren es bisher noch nie.


Miederstand! Profest!

Augarten: Rajas Schutzengel werden für privaten Investor zum Problem

Für die Augarten-AktivistInnen ist nach jahrelangen Scharmützeln um die Nutzung des so genannten Augarten-Spitzes ein vorläufiger Erfolg erreicht: Seitens des Denkmalamtes und der Wiener Sängerknaben ist entschieden worden, das barocke Pförtnerhäuschen mit umliegender Mauer nicht abzureißen und die Pläne für die Errichtung einer Sängerknaben-Konzerthalle (knapp hinter dem Barockensemble) völlig neu einzureichen. Die Künstlerin Raja Sc...

Mädchenspielplatz?

Beserlpark 4

Nur im Internet wird der Mortarapark im 20.Bezirk, Nähe Traisengasse als Mädchenspielplatz bezeichnet. Ohne geschichtlichen Hintergrund ist vor Ort davon nichts zu merken. Oder doch? Denn wer den vermeintlichen Haupteingang betritt und interessiert die Parkhinweistafel überfliegt, wird kurz beim Lesen ins Stocken geraten. Ein gegendertes Wort sticht ins Auge. Geschrieben steht: „In Erinnerung an den Sieg der ÖsterreicherInnen unter Erzhe...

Schwerkraft auflösen

Meina Schellander besetzt den öffentlichen Raum

Die Verspannungs-Künstlerin Meina Schellander hängte einen steinernen „Findling“ im Krastal zwischen Felsen in die Luft. Sie umnähte, umschlängelte und verspannte Kirchen in Wien und Maria Saal mit gelben und hellgrauen Seilen und Wörtern aus Holz und Metall. Die Installation „Raum Omega: Ruhe sanft du blaues Land“ mit einem riesigen blauen Polyesterei wird im Sommer in Kärnten zu sehen sein. Im Augustin-Gespräch gewährte sie Ein...

Hemmungsloses Wildern

AMPE Geusau macht Theater dort, wo nicht "Theater" draufsteht

Mit „Polkadots“ funktionierten AMPE Geusau vor sieben Jahren eine Wiener Abbruchswohnung für einige Tage zur Theaterbühne um. Oliver Hangl, Spezialist für Umsetzungen von Alltagskultur in öffentlichen Räumen, lud kürzlich die Theatergruppe zur Wiederaufnahme einer skurrilen Neurosen-Versammlung in seinen „k48“ in Neubau. ...

Das Ende vom Lied?

Die Wiener Stadtmusikanten. Eine Phantasie über die Straßenkunst

Unlängst äußerte Frau Doktor Stenzel, Bezirksvorsteherin von Wien 1, in einem Interview, sie könne sich durchaus vorstellen, dass eine „Fachjury“ eine Auswahl potenzieller Straßenmusiker bei einem Vorspiel oder Vorsingen treffen könne. Eine doppelte Hommage an die – ausgerechnet im Stadtzentrum einer angeblichen „Musikmetropole“ schikanierten – StraßenkünstlerInnen. ...

Strafpolitik statt Sozialpolitik

"Nulltoleranz" oder die Säuberung des Öffentlichen Raums

Kriminalität und Gewalt ist ein Problem großer Städte; in allen Kulturen zu allen Zeiten. Das Ausmaß von Gewalt und Verbrechen hängt aber immer auch mit Reichtum und Armut zusammen. Wachsende Ungleichheit und Armut haben Einfluss auf Kriminalitätsfurcht und Unsicherheit in den Gesellschaften. So weisen Länder mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich in der Regel auch höhere Verbrechensraten auf. Die Wiener Hysterie um die imaginär...

Biologische und soziale Sphären

Beserlpark-Report 1

Wo kann man sitzen, schreien, liegen, schlafen, quietschen, essen, rauchen, trinken, lesen und unbedenklich unbegründet stehen bleiben? Im eigenen Garten, würden die sagen, die so einen Flecken Grün besitzen. Der urbane Mensch muss etwas nachdenken, bis ihm einfällt, dass es so ein Angebot auch in UNSERER Stadt gibt. ...

In manchen Pässen: Vermerk "Bettlerin"

Betteln als Beruf? Teil 2

Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Der Augustin brachte in der vorigen Ausgabe, 226, den ersten Teil des Interviews mit der Bildungswissenschafterin Marion Thuswald, das hier fortgesetzt wird. Sie sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen. Eine Erkenntnis: Nicht eine imaginäre „Mafia“, sondern die Polizei nimmt den Bettlerinnen das Geld ab. Thuswald entwickelte eine ungewÃ...

Shit passiert, UEFA kassiert

Nix gegen Fußball – aber alles gegen die unterwürfige Auslieferung der Stadt

1991 gab es in Wien eine Volksbefragung über die Abhaltung einer Weltausstellung. Zwei Drittel der WienerInnen stimmten dagegen. Die Angst vor der Veränderung der Stadt durch solch eine Großveranstaltung war zu groß. Um diesen Sorgen nicht noch einmal ein Ventil zu bieten, wurde über die Durchführung der Fußballeuropameisterschaft 2008 kein Volksentscheid durchgeführt. Dafür ist zu befürchten, dass die WienerInnen, aber auch viele ande...
TUN & LASSEN - Marcel Kneuer 05/2008 mehr lesen »»

Betteln als Beruf?

Frauen mit Überlebenskompetenz und "Habitus des selbstbewussten Leidens"

Ist Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Marion Thuswald sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen und entwickelte eine neue und ungewöhnliche Forschungsperspektive auf das Thema, die die Frauen nicht nur als passive Opfer ihrer sozialen Schieflage wahrnimmt. ...

Was treibt die Roma auf die Straßen Wiens?

Wenn die Massenmedien in Österreich zum journalistischen Brauch übergingen, Hintergrundinformationen zu laufenden Aufreger-Themen zu liefern, z. B. zur Debatte um die Kinder der BettlerInnen, würde die Neuauflage des verwurzelten Antiziganismus („Zigeunerhass“) auf Schwierigkeiten stoßen: auf eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Diese würde auch durchschauen, dass wer von Bettlermafia oder Kindermissbrauchern redet, die Roma meint.

Was hat Fußball mit Betteln zu tun?

SP, VP, FP einig gegen die Ärmsten der Armen

Am 28. März beschloss der Wiener Landtag eine Novelle des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes. SPÖ, ÖVP und FPÖ stimmten geschlossen dafür, allein die Grünen sprachen sich dagegen aus. Die Stadt hatte es eilig – es wurde sogar eigens ein Sonderausschuss einberufen, um die Umsetzung bis Anfang Juni hinzukriegen. Ist die öffentliche Sicherheit in Gefahr?

Hausherr is watching you

Wien hat den elektronischen Blockwart erfunden

Eine Volksbefragung „Wollt ihr die Video-Überwachung der Ausländer in den Gemeindebauten?“ ist ebenso sinnvoll, das Ergebnis ebenso vorhersehbar wie eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe. Der Unterschied: Die Videoüberwachung von Müllräumen in Wiener Gemeindebauten gibt es wirklich, angeblich weil es das Mieter-Volk begehrt.

Erinnern Sie sich an das Schneechaos?

„Osteuropäer verursachen Schneechaos“, diese Botschaft macht im vergangenen November die Runde, verbreitet von Klatschmedien und Politikern aller Coleurs. „Kronen Zeitungs“-Ostfrontberichterstatter Gregor Brandl läuft zu seiner Hochform auf: „Tausende Lenker stundenlang im Schneesturm gefangen, weinende Kinder und Kälte – der Schrecken rund um das Schneechaos vorletzte Woche auf der Außenringautobahn in Niederösterreich steckt...

Wien ist anders. Die Wiener Punks sind es auch!

In der Johnstraße wird "betreutes Wohnen" für Betreuungsunwillige geprobt

Pankahyttn.jpg„Wir sind linksradikal und hedonistisch. Das heißt, wir sind gegen alles und haben Spaß dabei“, steht auf Seite 1 des Programmblattes, das beim Eröffnungsfest der Pankahyttn ausliegt.


Meinung kostet Geld

"Nur eine Stadt mit wilden Plakaten ist eine gute Stadt"

Wem gehört der öffentliche Raum? Karl Kraus hatte 1927 noch die Möglichkeit, den damaligen Innenminister Schober in einer Plakataktion zum Rücktritt aufzufordern. Wer heute den Innenminister spontan mit einer nicht angemeldeten Plakataktion zum Rücktritt auffordern will, begibt sich ins Kriminal. ...

Klub der Problem-Pinkler

Nach John Irving kriegt auch Thomas Bernhard sein Pissoir

Den Pissoirs im Haus der Volkshochschule Hietzing fehlten die üblichen Männerbotschaften an den Wänden. Wiener Häusl-Graffiti-Forscher wie Northoff und Siegl hassen solche Blanko-Flächen. Kein Wunder, dass die Männerklowände in „seinem“ Hause unberührt bleiben, sagt Robert Streibel, VHS-Leiter. Die institutionalisierte Erwachsenenbildung ziehe nämlich vor allem Frauen an. Vor einigen Wochen hat der Herr Direktor selber d...

Der sprayende Tuareg aus St. Pölten

Von unten gekommen, Durchbruch geschafft: Tage des offenen Ateliers bei Labinsac

Schablonen-Mohammed, Stencil-Derwisch, Camel Driver, Graffiti-Ayatollah, der Spraydosen-Tuareg aus St. Pölten ... Wortkreationen aus der Entspannungsphase nach dem Interview in der Augustin-Redaktion. Labinsac, St. Pöltens Street-Art-Avantgardist, lässt uns nach Titeln fischen, die er sich zulegen könnte, wenn er in absehbarer Zukunft, als Global Sprayer, seinen Zorn gegen das „Teile und herrsche“-System schleudert. „Ab einem bestimmte...

Von "Ganz unten" ins Call-Center

Günter Wallraff im Wien Museum

Vor etwa 20 Jahren ist es um den Aufdeckungsjournalisten Günter Wallraff still geworden. Nun macht er wieder Schlagzeilen: Als er eingeladen wurde, in einer Moschee zu lesen, kündigte er an, dass er die Einladung annehmen werde, um aus Salman Rushdies „Satanische Verse“ vorzutragen. Und er erkundete am Telefon die neue Arbeitswelt der Call-Centers. Der Augustin traf ihn im Rahmen der Ausstellung „Ganz unten“ im Wien Museum. ...

Windschutzscheibenkleister

Der Autofreie Tag „funktioniert in einer Millionenstadt nicht“!?

Autofrei.jpgUnter dem Motto „autoFREIzeit“ wird am 22. September in mehr als 1300 Städten weltweit der 12. Autofreie Tag gefeiert. Von der Wiener Stadtverwaltung wird dieser Feiertag für FußgängerInnen und RadlerInnen, wie bereits in den vergangenen Jahren auch, „nicht einmal ignoriert“.


Die frommen Grundstückspekulanten

Augustin besucht von „Augustiner Chorherren“ Brüskierte

Wer besitzt das „rote“ Floridsdorf? Ein Drittel seiner Fläche gehört den „Augustiner Chorherren“ des Stiftes Klosterneuburg. Sie sind die weitaus größten privaten Grundbesitzer im Arbeiterbezirk. Und weil der Grundbesitzer der „natürliche Feind“ des Besitzlosen ist, bleiben soziale Konflikte nicht aus. Sowohl am Kinzerplatz als auch in Jedlesee geht es daneben auch um den Sinn von „Kirche“. ...

"Die Behäbigkeit der Stadt aussitzen"

Ein Haus für Punks ist kein Geschenk, sondern ein Sozialprojekt

Die Initiative Pankahyttn, eine Gruppe von zirka 50 Punks, verhandelt seit zwei Jahren mit der Stadt Wien, um ein Haus auf Betriebs- und Energiekostenbasis als Untermieter zu bekommen. Laut der von beiden Parteien unterzeichneten Zielvereinbarung sollte mit Ende September 2007 ein Objekt bereit stehen, doch das Magistrat agiere „behäbig“, meint eine Punk-Aktivistin im Gespräch mit dem Augustin. ...

Die Geste von Mr. Spock

"Führung mit Gartenschere" im jüdischen Teil des Zentralfriedhofs

„Lebensnaher“ Schulunterricht – der Begriff scheint etwas daneben gegriffen zu sein, wenn es um ein Friedhofs-Projekt geht. Für unseren Fall stehen uns ja noch die Variationen „praxisnah“ oder „wirklichkeitsnah“ zu Verfügung. Schüler und Schülerinnen des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums pflegten auf dem Wiener Zentralfriedhof vernachlässigte jüdische Grabstätten. ...

Tatort Resselpark

Vom zweijährigen Sohn angestiftet: Der Löwenzahn-Unhold

Betretungsverbot wie zu Kaisers Zeiten? Erst Joseph II. machte notgedrungen Zugeständnisse an die Bevölkerung, um eventuelle Revolutionen gegen den herrschenden Adel wie in Frankreich zu unterbinden. Dennoch: Untertanen müssen hörig sein! Hellhörig. Das ist die Story von einem, der sich eine 105-Euro-Strafe nicht gefallen lassen wollte. ...

Außerhalb der Zeit

Zur Ausstellung ‚In The Middle Of The Way’ von Anna Konik im Künstlerhaus

Für die mehrteilige Videoarbeit „In The Middle Of The Way“ begleitet die junge polnische Künstlerin Anna Konik (geb. 1974, lebt in Warschau) einzelne Obdachlose verschiedener Städte über mehrere Stunden. So sind bis jetzt folgende Teile entstanden: „Thaddeus“ in Warschau (2001), „Hermann“ in Berlin (2002), „Svetlana“ in Moskau (2005), eine nicht genannte Person in Cleveland (2005), „Gerard“ in Cork (2006), „Hans-Dieterâ...
ARTISTIN - Andrea Domesle 07/2007 mehr lesen »»

"Betteln ist kein soziales Problem"

Über Augustin-VerkäuferInnen und andere großstädtische Gefahren. Ein Landtags-Protokoll

Die wörtlichen Protokolle der Sitzungen unserer VolksvertreterInnen im Wiener Rathaus, aus dem Internet leicht verfügbar, sind Lehrmaterial für die Populismusforschung. Im Folgenden Ausschnitte aus der Landtagsdebatte zum Bettelverbot, die vor einigen Wochen stattfand. Die Beiträge von Rechtspolitikern suggerieren, Wien zähle zu den unsichersten Großstädten der Welt. Als ob die No-Future-Situation insbesondere für slowakische und rumänis...

Bellevue für alle!

Wie Reinhard Seiß uns half, den Begriff Sozialmissbrauch neu zu denken

Ohne aufrechte Beamte, die bereit waren, offen zu sprechen, wiewohl sie meistens anonym bleiben wollten, wären ihm viele Informationen verschlossen geblieben, sagt Reinhard Seiß. Der Raumplaner hat mit seinem Buch „Wer baut Wien?“ Furore gemacht. Das Thema: Die Ausschaltung der Stadtplanung im Interesse einer Kumpanei von Kommunalpolitik und Baukapital. Im Augustingespräch mit Reinhard Seiß ging es vor allem um die Frage, was mit öffentl...

Die ehrlichste Gage

Zur baldigen Abschaffung der Straßenmusik-Verordnung

Der Musiker Walther Soyka hat am Freitag, den 13. April (F 13) an dem „kleinen Wiener Akkordeonfestival“ im U-Bahnnetz teilgenommen, weil er dessen Zielsetzung unterstützt: Beseitigung der bürokratischen Hürden für die Straßenmusik in der „Hauptstadt der Musik“. Dem Augustin berichtete er, welche Rolle die Straße in seiner Künstlerbiografie spielte und wie wenig die Hüter der Verordnung vom Sinn der Kunst begreifen....
TUN & LASSEN - Walther Soyka 04/2007 mehr lesen »»

Der Bote als schlechte Nachricht

"Neger raus": SOS Mitmensch widerspricht Institut für Graffiti-Forschung

Soll man die Stadt von den „"Neger raus"“-Parolen säubern? Norbert Siegl vom Institut für Graffiti-Forschung (IGF) verneinte in unserer Ausgabe 200 diese Frage mit folgender Begründung: „Über Graffiti kommen gesellschaftlich verdrängte Inhalte zum Vorschein. Eine oberflächliche Zerstörung dieser Inhalte kommt einer Verdrängung des Verdrängten gleich.“ Die Position rief heftigen Widerspruch von Menschenrechts-NGOs und Antirassismus-In...
TUN & LASSEN - Philipp Sonderegger 04/2007 mehr lesen »»

Die Dose macht die Weltstadt

Sprayer Morgan über Auftragsarbeiten und Desperado-Aktionen

Shell, Coca-Cola, Ikea und Co. überschwemmen den öffentlichen Raum unserer Städte – unbeauftragt von den jeweiligen Bevölkerungen –mit ihren Logos. Oft sogar penetrant beleuchtungsterroristisch, immer unübersehbar. Jeden Tag rücken Leute mit Sprühdosen aus, um das Recht der Geldlosen zu reklamieren, den öffentlichen Raum ebenso unbeauftragt mit ihrer Art von Logos zu überschwemmen: den Tags und den Pieces der Graffiti-Szene. Warum gilt...

Kriegerdenkmalsaversion

Helmut Kraus, Peter Wagner, Wolfram Kastner, Josef Schützenhöfer etc. haben was gemeinsam:

Österreich ist übersät mit "Heldendenkmälern". Manche würdigen die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (natürlich nur die "Unseren"), die meisten die Gefallenen beider Weltkriege (natürlich nur die "Unseren"). Eine der Botschaften solcher Denkmäler lautet: Wer sich der "Heldenpflicht" entzog, etwa durch Desertion, war ein Feigling - milde ausgedrückt. Der Wiener Lehrer Helmut Kraus versuchte, ein in seinem Gymnasium unhinterfragt überdauen...

Mit Hammer und Meisel

Die Bildhauerin Ulrike Truger sieht sich gerne als linke Künstlerin

Kein Material passt besser in den öffentlichen Raum als der Stein. Und so wird das scheinbar starre Medium zu einem extrem politischen Feld. Ulrike Truger hat etwa mit ihrem Marcus-Omofuma-Stein vor dem Museumsquartier einen gesellschaftlich marginalisierten Platz an der Schnittstelle von Kunst und Kommerz geschaffen. Heuer feiert sie 30 Jahre als freischaffende Künstlerin. Und der Augustin feiert ihr Engagement.

„Kein Bettler nimmt uns etwas weg“

Editorial

Was ist der Unterschied zwischen einer als seriös geltenden Tageszeitung und eines täglich mit vielfach größerer Auflage erscheinenden Revolverblatts? Die Distanz bzw. Nähe zum Superlativ. „Ruf nach Bettelverbot wird laut“, titelt das Großformat „Die Presse“. „Ruf nach Bettelverbot wird lauter“, informiert das Kleinformat „Kronenzeitung“. Die vornehme Zurückhaltung der ersteren Version widerspiegelt die Beherrschtheit des B...

Wem gehört der öffentliche Raum?

Die Jagd auf den Zettelpoeten Seethaler wirft eine Frage auf

Wie nennt man in der Sprache Brechts eine Justiz, die Helmuth Seethalers Zettelgedichte sowohl als öffentliches Ärgernis als auch als Verkehrssicherheitsstörung verfolgt und die Aufdringlichkeit der kommerziellen Rolling Boards für stadtgemäß hält?
TUN & LASSEN - Alfons Huber 08/2006 mehr lesen »»

Train-Bombing-Tour

FLANERIE abseits der Tourismusrouten (9): Welt der SprayerInnen

Zu einer Stadtführung der anderen Art lud der Augustin am Fronleichnamstag ein. Eine Gruppe Interessierter begleitete Graffiti-Forscher Norbert Siegl auf seiner Entdeckungsreise durch die Welt der Styles und Pieces zwischen Kunst und Protest, Geduldetem und Verbotenem. Die Bereitschaft vorausgesetzt, manche „Betreten verboten“-Tafel zu ignorIeren: Solche Exkursionen lassen sich auch in Eigenregie unternehmen.
ARTISTIN - Rosemarie Stöckl-Pexa 07/2006 mehr lesen »»

Die Parkbank als Marterpfahl

Der Charakter einer Stadt zeigt sich an ihren Parkbänken

Parkbänke laden nicht (mehr) zum Verweilen ein. Der für längere Zeit bequem sitzende oder gar liegende Mensch auf einem Sitzmöbel im öffentlichen Raum dient niemandem außer sich selbst. Und dieser verdienten Selbstgefälligkeit wird zunehmend ein Strich durch die persönliche Bequemlichkeitsrechnung gemacht, indem ganz bewusst Bänke so gestaltet werden, dass sie nach wenigen Minuten der Benützerin oder dem Benützer ungut ins Gebein fahre...

Mozart für die Würscht´

Rudi Hübl, Volkskundler und Wildplakatierer, lobt den optischen Skandal

Im Augustinbüro holt Rudi Hübl seine mitgebrachten Würste aus dem Rucksack. Hauswurst geräuchert, luftgetrocknete sizilianische Salami, Kantwurst, Polnische, Speckwurst, Cacciatore, Dürre. Kein entsprechendes Aroma verbreitet sich im Raum. Hübl ist kein Fleischhacker und Pappmaché riecht nicht nach Geräuchertem. Die Ingredenzien seiner Würste sind die Drucksorten des Mozartjahres: Plakate, Werbefolder, Zeitungsartikeln. Mit seinen „Moza...

"Es geht längst nicht mehr nur um Bäume"

Eva und Murat sind die HeldInnen von Margareten

Seit 6. Jänner hat eine ansässige Bürgerinitiative den Bacherpark im 5. Bezirk besetzt. Sie will den Bau einer so genannten "Volksgarage" unter dem Park verhindern, zu deren Errichtung die AnrainerInnen nie befragt worden sind. Wer bei beträchtlichen Minusgraden für seine Überzeugung in Zelten ausharrt, sorgt sogar bei einem selbstüberzeugten Bezirksvorsteher für Irritation.

Kleine Antworten, große Antworten

Wo Mozart aufhörte, beginnen wir. Ein Gespräch mit Peter Sellars (2.Teil)

Peter Sellars, der Ende dieses Jahres das Festival „New Crowned Hope“ im Rahmen des Mozartjahres verwirklichen wird, sieht Mozarts Werke als Ansatzpunkte für ein sozialkritisches Statement in Form von zeitgenössischen Werken aus vielen Kunstsparten. Stattfinden wird das Festival nicht, wie üblich, nur in Hochkulturburgen, sondern auch im „Integrationshaus“ oder an öffentlichen Plätzen. Dabei sollen soziale Randgruppen wie Flüchtling...

Die Ironie der Verlorenen: L.A.Poverty Department

Wo Mozart aufhörte, beginnen wir. Ein Gespräch mit Peter Sellars (1.Teil)

Als Peter Sellars anlässlich des Mozartjahres eingeladen wurde, ein groß angelegtes Festival zu leiten, rechnete man wahrscheinlich kaum damit, dass sein Konzept keine einzige Note Mozarts beinhalten würde. Stattdessen plant Sellars ein Projekt im Sinne des visionären Mozart, der am Ende seines Lebens von einer neuen, sozialeren Gesellschaft träumte. „Darum wird es Projekte an Plätzen wie Obdachlosenquartieren, Drogenzentren und an den Or...

Die "Walls of Fame" im Winter

Graffitiforscher Norbert Siegl lud zum Flanieren ein

Zuerst entschlossen wir uns zu einem Umherschweifen in der Website www.graffitieuropa.org. Ausgestattet mit Basiswissen verlagerten wir das Umherschweifen in die städtische Realität, was einerseits unangenehm war (die Kälte an diesem Vormittag verfluchte jedes Flanieren), andererseits absolut informativ. Denn unser Guide durch die Welt der Tags und Pieces war der Betreiber der Website, der auch international bekannte Graffitiforscher und -doku...

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