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Kategorie: Thema :: Literatur Seite: 1 2 3

Dušica ist ganz leise geworden

Nachruf für Dajcar Dusica

Vor mehr als 30 Jahren hat Österreich dringend 250 ausgebildete Diplomkrankenschwestern aus dem damaligen Jugoslawien angefordert. Dušica und ihre Freundin waren dabei – sie schlugen hier ihre Zelte auf. Nach großem persönlichem Unglück verfiel sie in schwere Depressionen, infolge derer sie für den Rest ihres Lebens ständiger Behandlung und Betreuung bedurfte, bis sie schließlich ihr Leben berufsunfähig an der Armutsgrenze dahinfristet...

Es dauert meist die ganze Nacht

Kulturverein Einbaumöbel:

volxlesung.jpg Schon das fünfte Jahr wird im Gürtelbogen 97 jeden ersten Donnerstag im Monat nach eigenen Angaben gelesen, gesungen, gerappt, gestrickt oder einfach nur zugehört. Die Volxlesung definiert sich als offene Bühne, niederschwelliger als jeglicher Poetry Slam. Für Eigenes, Fremdes, Geschriebenes oder Ungeschriebenes gibt es ein Getränk als Belohnung.

Die Ausmusterung

Ein U-Boot samt Besatzung reichte der aus St. Johann in Pongau stammende und in Bayern lebende Künstler Stefan Rohrmoser im Jahr 2009 für den Förderpreis des Landes Salzburg ein. Die TeilnehmerInnen des geladenen Wettbewerbs mussten ihre Arbeiten ausgehend von der Fabel "Die Grille und die Ameise” (siehe unten links) des französischen Schriftstellers Jean de La Fontaine (1621–95) gestalten. Im Konzept des Bildhauers stellt ein U-Boot den ...
DICHTER INNENTEIL - Stefan Rohrmoser 02/2010 mehr lesen »»

Krisensuppe und Inseratenstrecke oder Wie alles zusammenhängt

Wiener Ausfahrten Nr.136

Im Jänner 2010 war es so klirrend kalt, dass Groll seine Abneigung gegen Kaffeehäuser vergaß und den Dozenten im Café Central in der Herrengasse traf. Einem Kaffeehaus, das nur über Stufen erreichbar war, muss man in allen zivilisatorischen Fragen misstrauen, dachte Groll. Er hatte sowohl eine Dose Löscafé als auch eine Stulle mit Weinviertler Speck bei sich, und in einer Thermoskanne hielt er Wasser für den Kaffee bereit. Der Dozent half...

Der Teufel als Verfasser des Wörterbuchs?

biercepierce.jpg In der nächsten Augustin-Ausgabe wird Richard Schuberths Aphorismenserie „Das Neue Wörterbuch des Teufels“ starten. Diesmal beschäftigt sich der Autor aber noch mit dem bärbeißigen Schriftsteller und Journalisten Ambrose Bierce (1842–1914), dem Verfasser des alten satanischen Lexikons, seiner angeblichen Boshaftigkeit und den Parallelen zu Karl Kraus.

Ambrose Bierce und das Wörterbuch des Teufels

Richard Schuberth, Autor der Karl-Kraus-Serie, startet wieder durch

ambrosebierce.jpg Da er den geistreicheren Witz besaß, blieb Ambrose Bierce an Popularität stets hinter seinem Kollegen Mark Twain zurück. Mit seinem „Wörterbuch des Teufels“ schrieb er sich in die Liste der großen Aphoristiker der Literaturgeschichte ein. Doch auch als Vater der modernen Short-Story und Meister der unheimlichen Literatur lädt er zur Wiederentdeckung ein.

Der Swarovski-Song

Wie ein Liedchen laufen lernte:

Dass Kinder dazu neigen, ein dynamisches Eigenleben zu entwickeln, weiß ich natürlich, schließlich bin ich dreifache Mutter. Dass das mit Songs auch so sein kann, war mir bis vor kurzem neu. Vor allem, weil die Liedermacher, heute Songwriter, eigentlich abgeschrieben sind.

Kaufsucht

Und die Überzeugung, nicht die Einzige zu sein, ist auch kein Trost

Bei meinen Recherchen zu dem Thema Kaufsucht lernte ich Frau Susanne R. kennen. Eine Frau Anfang vierzig, die in gut situierten Verhältnissen aufwuchs, bis vor drei Jahren beruflich äußerst erfolgreich war und ein respektables Gehalt bezog. Heute lebt Frau R. am Existenzminimum. Nach exzessiver Kaufsucht und zwei Selbstmordversuchen lebt Frau R. heute in einer Sozialwohnung am Rande der Gesellschaft mit all den Vorurteilen über Sozialhilfeemp...
DICHTER INNENTEIL - Brigitte Hirmann 11/2009 mehr lesen »»

Ein Jahr Rentner

6. 7. Es ist geschafft. Mein letzter Arbeitstag. Ich bin endlich Rentner. Jetzt geht mein Leben richtig los. Ich will einfach das machen, woran mich diese verdammte Arbeit immer gehindert hat. Möchte weiter kreativ sein und Bienen züchten. 7. 7. Ich stehe früh auf, und weiß gar nicht, was ich zuerst tun soll. Der Rasen muss gemäht werden, ich will das Dach reparieren, ich muss die Wasserhähne entkalken, ich will ein Vogelhäuschen bauen un...
DICHTER INNENTEIL - Oskar Walch 10/2009 mehr lesen »»

Sonnenaufgang über Assisi

Der heilige Franziskus und seine Familie

Der Theologe und Autor Adolf Holl verfasste auf Wunsch der Augustin-Redaktion Hintergründiges zu Franz von Assisi. Anlass dafür ist die liturgische Posse mit Gesang „Transkatholische Vögel“, die im brut-Theater Mitte Oktober über die Bühne gehen wird (siehe Seite 28 der Ausgabe 260).
DICHTER INNENTEIL - Adolf Holl 10/2009 mehr lesen »»

Tür 10

Ich saß wieder einmal sinnlos in der Gegend herum und mein Freund der Alkohol wandte sich – dank meiner leeren Taschen – sukzessive von mir ab. Die Finanzkrise schien selbst den letzten Obdachlosen erfasst zu haben. Jeder, den ich fragte, hatte genauso wenig wie ich. Ich erinnerte mich wieder an all die alten Säcke, die da mit mehr oder weniger starken Schmerzen auf Parkbänken oder Wiesen eingeschlafen oder nur eingenickt waren und nie wie...
DICHTER INNENTEIL - Werner Steinermann 09/2009 mehr lesen »»

Club der toten Dichter

Es lebe die un-sinnige uns-innige Poesie!

Gedichte schreiben muss man so, dass, wenn man das Gedicht gegen das Fenster wirft, das Glas zu Bruch geht. (Daniil Charms) Am 17. 12. 2001 wartete ich vergeblich auf Christian Loidl, der mich besuchen wollte. Stattdessen bekam ich einen Anruf von einer Bekannten, die, nebenbei bemerkt, Toth heißt und sagte, Christian sei in der gestrigen Nacht aus dem Fenster gefallen und gestorben.
ARTISTIN - Klaus Gölz 09/2009 mehr lesen »»

Urlaubspost vom Hietzinger Kai

"Radio Stimme", die Sendung der NGO Initiative Minderheiten auf Orange 94.0, brachte im Sommerprogramm eine Kurzserie mit dem Titel „Urlaubspost". Dort wurde Reisepost von RedakteurInnen zu unterschiedlichen Destinationen vorgelesen – Berichte über ferne Länder, aber auch über ein befremdliches Amt mit der Anschrift Hietzinger Kai 139 aus der Feder eines arbeitslosen Wissenschafters.
DICHTER INNENTEIL - Gerd Valchars 09/2009 mehr lesen »»

Angst und Lust des Übersetzens

Erhan Altan - ein Vermittler zwischen poetischen Welten

Wie kommt ein studierter Istanbuler Elektrotechniker dazu, österreichische Avantgarde-Poesie ins Türkische zu übersetzen? Wer mit Erhan Altan über seine Leidenschaft für die Wiener Gruppe und die moderne türkische Poesie spricht, erhält einen Eindruck, welch verrückte Produktivität die Begegnung zweier völlig unterschiedlicher Poesie-Traditionen freisetzen kann.

Baustelle - Bitte Entschuldigung!

Während ich studierte, musste ich oftmals zwischen ihrem Elternhaus Graz und Wien pendeln. Auffallend dabei ist, dass sich dreißig Jahre danach am Bahnhof Meidling nichts Wesentliches verändert hat. Die Bahnsteige waren schon damals eine Dauerbaustelle und sind es bis heute geblieben. Wo die Schnellzüge ankommen, gibt es keinen Lift nach unten, also müssen alle Reisenden ihre Koffer und Kinderwägen selber runtertragen.
DICHTER INNENTEIL - Andrea Gross 06/2009 mehr lesen »»

John Cage sammelt Altwaren im Stuwerviertel

Dem Taxichauffeur möchte ich eigentlich verständlich machen, dass, obwohl er mich vor den in allen Farben blinkenden Eingängen abzusetzen hat, ich im dunklen Hauseingang verschwinden werde, eben da wohne. Nimmt er an, ich mit meinem Nicht-Wiener Deutsch – er habe es sofort gehört, Schweiz, sagt er in seinem melodiösen Türkisch-Deutsch – sei hier beschäftigt, nehme bloß den Haupteingang, um durch eine Hintertür ins Anschaffungslokal z...
DICHTER INNENTEIL - Iris Gerber 06/2009 mehr lesen »»

Unsere Gesellschaft verroht - na und!?

Der Wiener und die Wienerin sind ja mit den politischen und wirtschaftlichen Zusammenhängen nicht nur national, sondern auch international quasi per du. Es ist eine Freude zu sehen, zu hören und zu spüren, wie groß die Leidenschaft ist, wenn es darum geht, dem Gegenüber mitzuteilen, wie schlecht alles sei und welch Idioten überall das Sagen hätten. Natürlich ist es eine Frechheit, dass die da oben auf Staatskosten irgendwo hin zu einem G2...
DICHTER INNENTEIL - Flugsaurier 05/2009 mehr lesen »»

Der Schreibtischrevolutionär Messenhauser

In keiner anderen deutschsprachigen Stadt hatten die Revolutionäre des Jahres 1848 zunächst so viel Erfolg wie in Wien. Die alte Ordnungsmacht zog sich zeitweise vollkommen zurück. Der letzte Kommandant der Aufständischen war ein Gemäßigter – und wurde zu einer tragischen Figur.
DICHTER INNENTEIL - Kurt-Martin Mayer 05/2009 mehr lesen »»

Hoffentlich gewinnt Rapid ...

Ein Zimmer im Arbeitsmarktservice, vormals Arbeitsamt, irgendwo zu Wien. Berater: Und? Heinrich: Hat nicht geklappt ... B: Warum nicht? H: Was weiß ich? „Wir halten Sie in Evidenz“, hieß es. Das Übliche. B: Die Firma hat bei mir angerufen. Sie hätten sich geweigert, Überstunden zu machen ...
DICHTER INNENTEIL - Karl-Heinz Pieler 04/2009 mehr lesen »»

Die rigorose Privatheit der Fritz

Führung durch eine Bibliothek, deren Sprache du nicht verstehst

Sie verweigerte sich in radikaler Weise der Öffentlichkeit, gab keine Interviews, ließ sich nicht fotografieren, ihre letzten Lesungen absolvierte sie Ende der 70er Jahre: Marianne Fritz ist, auch zwei Jahre nach ihrem Tod, die große Außenseiterin des österreichischen Literaturbetriebs. Ihre Hinterhofwohnung im siebenten Bezirk ist geblieben, was sie war: ein einziges – für Außenseiter enigmatisches – Archivsystem. Die Autorin des fol...

Wie man Schmetterlinge beschäftigt

Diese Geschichte bildet den Prolog zum inhaltlichen Schwerpunkt „Arbeitsmarktservice“ (AMS) der nächsten Augustin-Ausgabe. Es wird darin eine Auswahl an Erfahrungsberichten, aber auch an Prosatexten von aktuellen und ehemaligen „KundInnen“ des AMS veröffentlicht, die der Augustin in den letzten Monaten erhalten hat. Dazu an dieser Stelle nur noch so viel: Die Unzufriedenheit mit dem AMS hat eine große Dimension angenommen.
DICHTER INNENTEIL - Galina Toktalieva 03/2009 mehr lesen »»

Kunstschlange lebte im "Wood Quarter"

Eine Kunstschlange meldet sich zu Wort (1)

Eine Persiflage auf Graz als Kulturhauptstadt im Jahr 2003 war der Ausgangspunkt einer Serie von kurzen Texten einer Steirerin, die nun in Wien lebt. Als Anspielung auf das Kunst- und Gastronomieprojekt „Les Vipères“ im Kunsthaus Graz und auf die „so populären Ich-AGs“ wählte die Autorin das Pseudonym „Erste Grazer Kunstschlangen AG“ – AG sind obendrein auch ihre Initialen. Der Augustin veröffentlicht in dieser und in den nächs...
DICHTER INNENTEIL - Erste Grazer Kunstschlangen AG 03/2009 mehr lesen »»

An der alten Donau

Wiener Ausfahrten Nr. 115

Nach einem Besuch im China-Restaurant „Sichuan“ an der Arbeiterstrandbadstraße in Wien-Donaustadt hatte Groll trotz der herrschenden Februarkälte noch eine kleine Verdauungsfahrt an der Alten Donau unternommen. Beschwingt durch das „Rindfleisch in der Sauce der tausendunddrei Geschmacksrichtungen“ und den „Seetangsalat nach Tsingtao-Art“ war Groll bis zum Wasserpark hochgekurvt und befand sich nun auf dem Rückweg zu seinem Wagen. ...

Bekanntschaften

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau (5. und vorläufig letzter Teil)

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film „Gangster Girls“. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Hier Teil 5 ihrer Erinnerungen. Im ersten Teil („Der Tag“) erzählte Sammy, wie sie wegen eines Spielzeugpistolenüberfalls auf eine Trafik ins Gefängnis kam. Im zweiten Teil („Das Leben in der Haft“) berichtete sie über Konflikte unter den...

Die Kunst, mit Gewinn ein Buch zu lesen

Aus der Schreibwerkstatt

Lesen ist immer ein sich Auseinandersetzen mit beidem – dem Stoff, den man liest und der eigenen Lesart. Und gar, wer schreiben will, muss lesen! Deshalb ist das jüngst erschienene Hitlerbuch des mehrfach preisgekrönten Schriftstellers, Fotografen und Filmemachers Uwe Bolius eine Fundgrube für uns tapfere Schreiberleins, weil er darin auch sehr ausführlich seinen eigenen Zugang zur Autorentätigkeit offen legt. Und dann: Er ist im selben Be...

Der Wasserkocher

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film „Gangster Girls“. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Der Augustin veröffentlicht Sammys Berichte über ihre Zeit hinter Gittern. Im ersten Teil erzählte Sammy, wie sie wegen eines Spielzeugpistolenüberfalls auf eine Trafik verurteilt wurde. Im zweiten Teil berichtete sie über Konflikte unter den ge...

Mit Kraus spotten lernen

Das zweite Leben einer Augustin-Serie

Erinnern Sie sich, dass der Augustin die Zumutungen des Mozartjahres überstand, indem er das Jahr 2006 zum Karl-Kraus-Jahr erklärte? Richard Schuberths (fast) unendliche Serie zu seinem Lieblings-Satiriker ist seit kurzem kompakt in Buchform zu genießen. Die „30 Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus“ beginnen mit dem Thema Sprache. Denn Worte leisten zuweilen eine tödliche Arbeit, wenn sie nicht beobachtet werden

Der Tag

Texte von Frauen aus der Justizanstalt Schwarzau (1)

Sammy Kovac war von 2003 bis 2007 in der JA Schwarzau inhaftiert. Sie ist eine der Protagonistinnen in Tina Leischs Film „Gangster Girls“. Im Laufe der Arbeit an dem Film begann sie zu schreiben. Der Augustin veröffentlicht in den nächsten Ausgaben Sammys Berichte über ihre Zeit hinter Gittern. Hier der erste Teil.

Durchsichtig

Es regnet stark. Von den Büschen und Bäumen tropft das Wasser, Regenduft liegt schwer in der Luft. Ich besuche meine Mutter, 88, dement und seit zwei Jahren verstummt. Sie hat gebissen, um sich geschlagen, geschrien, hat HeiminsassInnen attackiert, hat es nicht mehr ausgehalten in ihrer sprachlosen Isolation. Jetzt ist sie hier gelandet. Ich gehe langsam durch die parkähnliche Anlage, zögere meine Ankunft hinaus. Mir ist ein bisschen mulmig ...

Die Arbeitskraftzurichter

Tafelklässlerische Umgangsformen im abz*office service

Pünktlichkeit, Pünktlichkeit, Pünktlichkeit! „In einer richtigen Firma müssen Sie auch pünktlich sein! Das zeugt von Verbindlichkeit gegenüber der Firma, also bitte!“ Schließlich soll hier im abz*office service, einem so genannten SÖB (Sozialökonomischer Betrieb) der Büroalltag von Frauen einer „richtigen“ Firma simuliert werden.

Früher war alles besser!

Was meine Oma aus dem Jahr 2027 zu berichten weiß

Aus den privaten Aufzeichnungen von Danuta Pichler, 16 Jahre, 5. Oktober 2067 Meine Oma nörgelt immer an mir herum. Das kann ganz schön nerven. Aber wenn man bedenkt, dass sie die Einzige ist, die sich in unserer Familie über mich Gedanken macht, schätze ich ihre Kritik. Sie erzählt die bizarrsten Geschichten aus jener verrückten Periode, die man die „Roaring Twenties des 21. Jahrhunderts“ nennt.

Hat die Macht mich klein gekriegt?

Ich habe eine kleine Pension, unter 800 Euro, ich bin besachwaltet. Ein Notar und das Gericht entscheiden in meinen Angelegenheiten. Und ich verkaufe Augustin. Meine Hobbys sind Wandern, Malen, Lesen, Musikhören. Gesundheitlich geht es mir momentan gar nicht gut, das ist der Grund, weshalb ich öfters ein Bier trinke, und dann geht es mir noch schlechter – psychisch und physisch. Ich kann mir einmal im Jahr eine Woche Urlaub leisten, nicht wie...
DICHTER INNENTEIL - Andi Klein 11/2008 mehr lesen »»

Der Zug der Heimkehr

Langsam und unsicheren Schrittes stieg das Paar in den Zug. Beinahe alle Plätze der zweiten Klasse waren besetzt. Der angstvolle Blick der Frau wanderte durch den Waggon. Sie musste ein Plätzchen für Anselmo finden. Der arme Mann bewegte sich kaum; er war erschöpft und krank. Sie stützte ihn, und fast zog sie ihn hinter sich her. Unter den zahlreichen Passagieren, die alle aus der Provinz stammten und sich zwischen Tränen des Abschieds, wo...
DICHTER INNENTEIL - Elsa Serur Osman 10/2008 mehr lesen »»

Für Euch

Rappers in Prison

Talentförderung – der einzig denkbare Bonus des Einsperrens Wenn der Hip-Hop ins Gefängnis geht: entsteht da Gangsta-Rap? Nichts dergleichen auf der Vinylscheibe “Rappers in Prison” (auf den Markt gebracht durch das Label Hoanzl). Stattdessen eher Texte zum Thema Liebe. Auf den folgenden Seiten werden die textlichen Resultate eines von Beate Göbel geleiteten Kunstprojekts in der JA Favoriten vorgestellt. Ein Tagebuch gibt außerdem Ein...

Was Verordnungen so alles mit sich bringen können

Es war einer der üblichen Sonntagvormittage im Eckcafé. Die von der Putzfrau hochgestellten Stühle waren auf den frisch geputzten Boden gestellt, die Tischgestecke waren verteilt, die Kerzenstumpen ausgetauscht, an zwei Stammplätzen pflegte der Kellner sie am Vormittag gleich anzuzünden. Die Kaffeemaschine surrte, er selbst hatte sich einen doppelten großen Braunen in einem eigens für sich reservierten Häferl zubereitet.

Zur Vogel-Strauß-Politik mitten im Wahlkampf

Der Südtiroler Platz ist nur ungefähr 1200 Meter vom Reumannplatz entfernt, doch vernünftige Entscheidungen auf Ebene der Bezirkspolitik scheinen mir so weit weg wie ein auf dem Mars gelegtes Straußenei. Ähnlich fühle ich hinsichtlich der Bundespolitik. Nach 18-monatigem Koalitionsschlamassel dürfte es jetzt im Zeichen des Neuwahlkampfes sogar in der parlamentarischen Sommerpause gelungen sein, einige Gesetze zu beschließen! Jetzt werden ...

Von Anders bis Herzl

Alphabet der Aufklärung aus Wien, 1. Teil

Was wäre Wien und die Welt, wenn es Günther Anders, Bruno Bettelheim, Elias Canetti, Valie Export, Auguste Fickert und die Kaffeehäuser nie gegeben hätte? Eine wienlastige Enzyklopädie der Aufklärung hat uns Hubert Cristian Ehalt, der Wissenschaftsreferent der Stadt Wien, freundlicherweise zum Abdruck überlassen. Wir publizieren sie in Fortsetzungen.

Stylingtipps für AugustinverkäuferInnen

Als Verkäuferin im öffentlichen Raum sollten Sie folgende Regeln beachten: Kleiden Sie sich nicht, ziehen Sie sich an. Zu modische Stücke aus dem Caritaslager sind zu vermeiden, hingegen zeugen Reparatur- und Flickstellen von gutem Willen. Als Grundregel gilt: arm, aber sauber. Wie Sie das machen, ist ihr Problem.

Der Fußball, die Weltpolitik und der liebe Gott

Wiener Ausfahrten

(In der letzten Folge erzählte Groll vom Aufstieg des FC Voest Alpine Krems).„Leider dauerte die große Zeit der Mannschaft nur kurz. Die Kubaner emigrierten nach den USA weiter, die Tschechen wechselten zum Tennisverein und feierten dort Seriensiege, einzig die Zeppelzauers hielten dem Verein die Treue und taten, was sie am besten konnten, gegnerische Stürmer an der Mittellinie niedersäbeln. Sie nannten das ‚taktische Fouls’ im Gegensa...

Professor Analtiker spricht

1. Vorlesung Der Kebab & die türkische Seele Guten Tag, ich bin Professor Analtiker, ich möchte heute über Fixierungen in der Psychologie reden und in diesem Zusammenhang auf die Fixierungen unserer türkischen Mitmenschen eingehen.Möchte daher besonders auf die phallisch-ödipalen Fixierungspunkte eingehen. Sie wissen sicherlich schon vieles aus Ihrem Alltag über die Türken, ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen. Wenn si...

Hammel- oder Schweinsniere?

Kurz vor dem Bloomsday 2008 mit Bloomsday-Wallfahrern geplaudert

Weder Santiago de Compostela noch Mariazell heißen die Destinationen der jährlichen Wallfahrten von Gerfried Höfferer und Ernst Hugo Kouba. Die beiden gehören nämlich der winzigen Religionsgemeinschaft der James-Joyce-Verehrer an. Was den ChristInnen der 24. Dezember bedeutet, so schwer wiegt den beiden Freunden der 16. Juni.

Der Trauner Beitrag zu "68"

Maler, Dichter, Behindertenbetreuer: Der oberösterreichische Andreas Hofer

Die 68er-Revolte begann in einigen Ländern schon Ende der 50er Jahre, während sie in Österreich mit der landesüblichen Verspätung und mit der landesüblich reduzierten Wildheit in der zweiten Hälfte der 70er Jahre. Gemessen am Konformismus der MitbürgerInnen war der aus Traun stammende Künstler, Gesundheitsmanager und psychiatrische Krankenpfleger Andreas Hofer dennoch ein „wilder Hund“.

Haefnlyrik

Muttertag Mutter, du kannst dich nicht mehr bewegen. Mutter, ich werde dich liebevoll pflegen. Mutter, deine Hände, sie sind voller Falten. Mutter, ich werde sie streicheln und halten. Mutter, deine Augen sind traurig und leer, Mutter, dein ganzes Leben galt mir, Mutter, für alles danke ich dir. Mutter, was ich dir noch sagen mag, Mutter, für mich ist jeder Tag „Muttertag“.
DICHTER INNENTEIL - Chandal Koren 05/2008 mehr lesen »»

Neuer Schreib-Anlauf!

Ich möchte eingangs den treuen LeserInnen und Lesern des „Dichten Innenteil“ (früher Literatur-Werkstatt) für die Visitationen unserer Werke danken. Uns Schreibenden bringen die kleinen Prosa- und Lyrikstücke bares Geld, aber auch Ansporn und Selbstbestätigung. Beinahe jedes Quartal erscheint dort ein Werk von mir, worauf ich sehr stolz bin.

Geboren in Niederhollabrunn

Wie ich der Stimme meines Dichters Kramer gewahr wurde

Harald Maria Höfinger, Lehrer im Weinviertel, stellte uns einen Text zur Verfügung, der seine Annäherung an den Dichter Theodor Kramer beschreibt. An einen aus demselben Dorf. An einen, der emigrieren musste – als Jude und als Sozialist. Gegen die Gleichgültigkeit, mit der das Leben im Dorf ablief, so als hätte der Dichter nie gelebt, erwachte in Höfinger das Verlangen nach Kramers Versen ...
DICHTER INNENTEIL - Harald Maria Höfinger 04/2008 mehr lesen »»

Die verletzten Zusammenhänge

"Hanna und ich": Andrea Winkler und ihr neues Buch

Arme Närrchen im Selbstgespräch, eine stumme Hauptfigur, Sätze von rätselhafter Klarheit: Das poetische Universum der Schriftstellerin Andrea Winkler verführt und entzieht sich zugleich. Ihr neues Buch „Hanna und ich“ erzählt von einer immer unwirklicher werdenden Realität.

Hocknstad

Ich teile die Leute nur noch ein in Stade und in Hocknstade. Die Stad’n haben eine Arbeit, aber sie halten die Pappen. Die Hock’nstadn haben keine Arbeit, aber sie halten auch die Pappen. Also, wo ist da der Unterschied? Man hat es nicht leicht als Hocknstader, aber leicht hat es einen. Das AMS hat keine Hockn für mich, aber ich soll ihnen die Hockn abnehmen und mir selbst eine Hockn suchen.

Brausebäder, Lakritzengläser, Halskrawatten

Mit der geborgten Hasselblad flanierte R. Niedermeyer durch "mein Wien"

Zeugnisse eines Verlustprozesses, die Schauplätze vor ihrer Zu-Tode-Modernisierung, der Zustand vor dem Verlöschen der für wertlos erklärten städtischen „Altlasten“ vor dem Hintergrund der Angleichung der Weltstädte in der Ästhethik des Neoliberalismus – das Thema vergangener und zukünftiger Fotoreportagen im Augustin ist auch jenes von Ronnie Niedermeyer. Mit einer ausgeliehenen Hasselblad unterwegs, hat der Wienbeobachter die Suj...

Zwa Semmeln und an hoiba Lita Müch

Unlängst geh i spazian. Kumm i bei an Greißler vurbei und denk i ma, do geh i eine, weu es gibt jo eh nimmamehr so vü davon. Griaß i wia sa sis ghört und es schaut recht passabl aus do drin. A klans Stehtischerl, wo ma an Kaffee trinken kaun, und ollas in oin lauter leckare Sochn. So Bio und so, des is jo jetzt modern. Ned? Hot si hoid ollas verändat, de Bauern mochn ka Gschäft mea, oiso samma auf Bio umgstiegn.
DICHTER INNENTEIL - Strawinsky 02/2008 mehr lesen »»

eine grossartige geste

das leben als großes wort und als erinnern das leben in tausend gewesenen welten mit menschen gelebt und verloren so viele verloren in der zeit im leben in sich selbst so viel zerbrochen und zerstört
DICHTER INNENTEIL - Peter Eltfeld 01/2008 mehr lesen »»

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