ico_youare10g.gif AUGUSTIN
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Gut leben ohne nix

Kochshow mit Götz Bury

article_1897_img_1699_klein_120.jpg Was tun, wenn man in prekäre Verhältnisse gerät?
Ein Schnellkochkurs für all jene, die die Kunst erlernen möchten, ohne was zu leben.

«Wo ist nur der lustige Gottfried hingekommen?»

Gottfrieds Tagebuch

Tanzveranstaltungen waren mir immer schon ein Gräuel. In dieser Hinsicht bin ich hauptberuflicher Bewegungslegastheniker.

a spiagl fia de mizzi-tant

i kenn ane, de hot imma ois bessa –
scheena und mea, und vuaoin vüü gressa.
egal wos du mochst, si waas wos dazua –
und waunnsd ia wos sogst, gibts aafoch ka ruah.

Piräus – Erinnerung an die «Costa Concordia»

Der Herr Groll

Nach der chaotisch verlaufenen Anreise und der daraus resultierenden Verspätung konnte Groll froh sein, noch ein paar Strahlen der untergehenden Sonne im Fährhafen von Piräus zu erhaschen. Mit seiner Begleiterin trank er ein paar Gläser leichten Weißweins, dazu nahmen sie Zaziki, gefüllte Weinblätter, Oliven und Fladenbrot.

Das Geklimper ihrer alten Hände

Sie klimpert wieder, immer dieses unaufhörliche Klimpern. Mit der rechten Hand, manchmal nimmt sie die linke dazu, klimpert dann mit beiden, synchron in spiegelbildlichen Bewegungen, nimmt die linke wieder zurück und klimpert mit der rechten weiter. Es sind nicht kräftige Bewegungen, so dass bloß ein Tapsen zu hören ist, selbst wenn sie beide Hände braucht. Selten zwischendurch mal wird’s ein Klopfen, kann sich kurz steigern, und wenn die...

heit geh i mit mia ins kino.

und wia kumman goa net z’spät,
weu i mit mia rechzeidig von daham weggeh.

de koatn kriag ma a gaunz gschwind,
weu i sofuat waß, wo i sitzn wü.

Verdichtung des Lebens

Eine Sprach-Ton-Performance zu Texten von Christine Lavant

article_1864_310_artmag_lavant_©marku_120.jpg Obwohl sie zu den bedeutendsten Autorinnen der österreichischen Nachkriegsliteratur zählt, ist Christine Lavant wenig bekannt.

Eine andere Volkswagen-Story

Herr Groll auf Reisen – 178. Folge

Reifnitz am Wörthersee ist das Zentrum des alljährlichen Golf-GTI-Treffens, weit über Hunderttausend begeisterte Automobilisten aus ganz Europa kommen dort in der warmen Jahreszeit für drei Tage zu einem wilden Stelldichein zusammen. Die Einnahmen der Tourismusbetriebe aus dem Massensaufen sind aus den örtlichen Budgets nicht mehr wegzudenken....

Nicht von gestern

Das Tulpenfieber

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So neu sind platzende Finanzblasen und Wirtschaftskrisen gar nicht, wo Makler als bloße Vermittler sich schlagartig bereichern, während die eigentlichen Erzeuger und Käufer in die rohe Zwiebel beißen. 


Verletzte Unschuld

«Die Voest-Kinder» von Elisabeth Reichart

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Elisabeth Reicharts Roman «Die Voest-Kinder» führt zeitlich zurück in die Zeit der Wiederaufbaujahre. Österreich nennt sich «frei». Dass die alliierten Besatzungsmächte ursprünglich als Befreier gekommen waren, scheint 10 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Vergessenheit geraten zu sein. In dieser Atmosphäre des Schweigens wächst die namenlose Protagonistin des Romans auf:


Blaugrau

Ich, Hubert Mehlmann, geboren 1961 in Wien, schreibe, male und mache gerne Sport. Ich habe ein fast abgeschlossenes Betriebswirtschaftsstudium und arbeitete als Journalist. Ich habe mich in den letzten Jahren immer mehr für soziale Projekte eingesetzt – ich bin nicht nur der Meinungs-, sondern auch der Gedankenfreiheit verpflichtet.


DICHTER INNENTEIL - Andi Kleinhansl 09/2011 mehr lesen »»

Roma – Stephansplatz

Sobald ich gehe, denken die Leute, dass ich das immer tue. Das war schon immer so. Das Leben will es aber anders … ich kenne einen echten Sandler, und wenn man ihn fragt, wie es ihm geht, antwortet er manchmal: «Es muss gehen, sonst gehe ich …»
Karpaten, Kaukasus, Litauen, Moldawien, Ungarn … Urgestein, nennt man mich. Oder: Halbgott, das geschah aber auf dem Dachboden einer Studentin, im deutschsprachigen Raum.
DICHTER INNENTEIL - Ruud van Weerdenburg 09/2011 mehr lesen »»

Leben am Friedhof. Oder Geister mit Aussicht

Am Küchentisch

Sie glauben doch nicht an Geister? Nicht nur das Zimmer von Traude Veran hat Aussicht auf die Gräber unten im Innenhof, auch umgekehrt, die Toten haben eines nach oben! Glauben Sie uns, Traude und ich, wir sprechen über Geister, jüdische Geister aus dem 16. Jahrhundert, die aufsteigen und zu uns sprechen, durch den morschen Friedhofsgarten umrandet vom Senior_innenheim in der Rossau, die Ahnengebeine tief verteilt, sehr tief vergraben, unter k...

Zwei Berger und eine Monsterfrau

Donaustädter Kulturfestival eröffnet mutig

Ein echter wiener will halt hint sein, / und nur mit vorbehalt die welt verstehn» heißt es im Refrain vom «wienerlied für sehenden bariton und blinden bass» aus der Feder Joe Bergers.

… und dennoch schöner als Paris

Zwischen zwei Welten: das Leben der Elisabeth Markstein

article_1776_art-lisamarkstein02_120.jpg Zweimal hat der US-Geheimdienst CIA versucht, die Wienerin Elisabeth Markstein anzuwerben. Weil sie als Kennerin sowjetischer Verhältnisse galt. Und weil sie sowjetische Dissident_innen kannte. Der CIA kriegte sie nicht. Das sollte ihn nicht gewundert haben. Wer, wie Markstein, «zwischen zwei Welten» lebt (was ihr im Milena Verlag erschienenes Buch schon am Cover vermerkt), kann sich nicht von einer der Welten kaufen lassen. Ein Augustin-Gespr...

Man müsste dich wo hineinschreiben

Am Küchentisch (7. Teil)

article_1775_302dichtamkuechentisch_120.jpg Als ich mich zum Küchentisch setzen wollte, bemerkte ich, meine Notizen in Wien liegen gelassen zu haben, während ich mich auf den Weg machte in meine Waldviertler Schreibstube, und ich dachte nach, was die Essenz des Gesprächs mit Gemma Salem vor zwei Wochen gewesen war. Ich stand wieder kurz davor, die Geschichte einer Frau zu schreiben, die über sich hinausgewachsen war und die uneigenartig unwillig ist, klein beizugeben, sich unterkriegen...

Kochen macht einsam – so manche Arbeit auch

Feminismus reloaded – Ein Frauenschicksal

Ich wohne in der Vorstadt. Um mir ein Essen zuzubereiten, muss ich folgende Schritte erledigen:
1) Einkaufen, benötigt mindestens eine Stunde inkl. Heimtransport
2) Kochen, mindestens eine halbe Stunde.
3) Abwaschen und Aufräumen auch mindestens eine halbe Stunde.
... also zwei Stunden, ohne noch gegessen zu haben und zwar alleine am Stadtrand. Und das um die beste Zeit des Tages.

Es lebe die Revolution!

Ihr da oben, wer und was immer ihr seid und wer immer noch stolz darauf ist, dort dabei zu sein, schnallt euch an! Jawohl, lasst uns die Bastille stürmen! Reißt die Mauern nieder! Zerlegen wir die festgefahrenen Systeme! Legen wir die Finanz, die nur für einige wenige wirklich gut funktioniert, in Schutt und Asche! Unter die Guillotine mit der Ungerechtigkeit! Allons! Allez! Vive la Revolution! Und das Ganze werden wir ein wenig subtiler angeh...
DICHTER INNENTEIL - Walter Schaidinger 06/2011 mehr lesen »»

Mein erster und letzter Bloomsday?

Marketing bleckt die Zähne und Jungfrauen opfern sich freiwillig

Ich stehe da mit meinem Brot, mit einem Gorgonzolabrot und das Glas Burgunder im Blick und die andere Hand im Hosensack. Was tut sie dort? Nein, ich bin nicht Bloom und sitze nicht am Strand. Ja, ich habe etwas Besonderes in der Hand. Was, sie wissen es natürlich: eine Zitronenseife von Sweny.


Es leckt im Sprach-Rohr

Aus dem Haus ragt ein Sprach-Rohr. Aber selbst, wenn man sein Hör-Ohr ganz nahe dran hält, versteht man nicht, was herausdringt. Sieht man mit dem Seh-Auge genauer hin, erkennt man in der Dunkelheit des Rohres einzelne Worte, die sich verschwommen im Ohr widerspiegeln. Kommt die Riech-Nase zum Einsatz, wendet sie sich dankend ab dort drinnen ist alles ganz fürchterlich abgestanden. ...
DICHTER INNENTEIL - Meike Kolck-Thudt 05/2011 mehr lesen »»

Kaiserinnenschmarren mit Petra Unger

Am Küchentisch (4. Teil)

article_1713_dicht-küchentischnr.4_120.jpg Es sprießt und riecht und erwacht zu neuem Leben, ich spaziere von der Pilgrambrücke Richtung Café Rüdigerhof, denke an das kommende Gespräch über die Politik, die Gleichstellung, die Demokratie, und da erscheint sie mir wieder, so en passant, um die Ecke, die Wut, und sie ist gut, dass die Wut weiblich ist, denn wie würde die klingen, der Wut, nein, die sind wir, wir Frauen sind wütend, und wir haben allen Grund dazu. Wir halten die Pers...

Knackwurst I

Knackwurst I

Knackwurst ist immer gut.
Bananen nur in den
seltensten Fällen.


Knackwurst II

Knackwurst kann Leben retten;
die Bibel nicht.

Von politischen & botanischen Unkräutern

Wiens Surrealismusversorger mit langen Atem: Reinhold Posch

article_1707_buchhandlung2_120.jpg Man müsse die Toten befragen, bis sie hergeben, «was an Zukunft mit ihnen begraben wurde», sagte Heiner Müller, ein seit 1995 toter Dramatiker. Alle diese Toten geben uns möglicherweise mehr Antidepressiva als irgendwelche Lebenden. In der Lerchenfelder Straße 91–93 führt der von der Biologie kommende Weltbürger Reinhold Posch eine der liebenswürdigsten Buchhandlungen der Welt; mehr als vier Kunden, und es wird eng zwischen den Werken ...

Ende eines Wehrsprechers

Herr Groll auf Reisen – 163. Folge

article_1706_dicht-wr.ausfahrten©mari_120.jpg Der Dozent eilte auf die Straßenüberführung zum Linzer Hauptbahnhof zu. Während er auf das Grün-Signal wartete, hatte er eine Vision. Sein Freund Groll stand vor einem Würstelstand und tat sich an einer Wurst gütlich. Dazu trank er Bier aus einem Plastikbecher. Er sei wohl überarbeitet, dachte der Dozent und rieb sich die Augen. Groll war immer noch da. Auch er hatte den Dozenten jetzt gesehen. Er hob eine Bierflasche zum Gruß. Mit wenig...

Die Poesie der Revolte

Die Bewegung des Tahrir-Platzes hätte ohne Kunst nicht siegen können

Elliott Colla, der Autor dieser Abhandung über die Poesie der ägyptischen Revolte, die zum Sturz des Mubarak-Regimes führte, lehrt am «Department of Arabic und Islamic Sudies» an der Universität von Georgetown. Er übersetzte Werke arabischer SchriftstellerInnen ins Englische. Wenn Colla von PoetInnen redet, meint er zweierlei: einerseits die populären DichterInnen und SängerInnen, die ihre Kunst direkt als Beitrag zur Revolte verstehen, ...

«Ich bin mir selber ein Rätsel»

Den Weg in die Öffentlichkeit gefunden – die Autorin Hilde Schmolmüller

article_1697_schmolmüller_120.jpg Hilde Schmolmüller beschreibt sich als «Jungautorin», da sie Ende März ihre erste Lesung bestreiten wird – im Alter von 75 Jahren! Der Augustin sprach mit der Autorin über ihr beeindruckendes Buchmanuskript, das vor Jahrzehnten aufgrund eines Psychiatrieaufenthalts entstanden ist, und ihren wiedergefundenen Zugang zum Schreiben.

Tierisch unmenschlich

Gehörten Kriegsausbrüche einstmals noch zur zeitlichen Ausnahme, sind sie durch die Weltumspannung des Marktes zum Dauerzustand geworden, sozusagen zu einem Anzeichen des modernen Zeitalters.

Wie human ist die Humana-Box?

«Migrationsskizzen» – Auch unsereins in postkolonialen Verstrickungen

article_1689_migrationsskizzen©nilbar_120.jpg Man könnte meinen, über das Thema «Migration» sei schon genug geschrieben worden, vor allem genug Blödsinn. Zwischen zwei Buchdeckeln erwarten die LeserInnen im Fall der «Migrationsskizzen» allerdings nicht nur klare Statements, sondern auch Videos, Performing Art oder Objektkunst. Vier Künstlerinnen aus Uganda, Chile, der Türkei und Bulgarien melden sich zu Wort.

Erinnerung an Peter Kreisky

Herr Groll auf Reisen–160.Folge

article_1669_wr.ausfahrten_160_120.jpg Sie standen auf einer Aussichtsplattform in Drobolach und schauten über den Faaker See. Steil ragte der Mittagskogel hinter dem Südufer empor. Groll erzählte dem Dozenten von einem Nachmittag im April des Jahres 2001. «Ich war mit Freunden in der ‹Casa Barbara›, einer Pizzeria in Rosegg. Eva Brenner hatte eingeladen; Lore Heuermann, die Malerin, war da, ein Fürst Liechtenstein, einige Schauspieler und Ärzte – und Peter Kreisky. Es war...

Das Neue Wörterbuch des Teufels – die letzte Folge

YZ

Yellow Press
Institutionalisierte Dummheit und beliebteste Ausrede der zahlreichen Dummköpfe in den sogenannten Qualitätsmedien.

träumer-gastarbeiter

Gedichte

träumer-gastarbeiter schau her ich schreibe ein gedicht über mich und dich und uns und euch und hin und her bla bla bla das ist mein kleines poetisches melodramatisches mein unvermeindliches gedankenspiel nur damit wir näher zusammen kommen bin ich jetzt genug assimiliert bin ich kultiviert zivilisiert bin ich dir ähnlich und nah bin ich dir wert und gleichgestellt und du sagst mir klare einfache worte träume nur w...
DICHTER INNENTEIL - Marinko Stevanović 02/2011 mehr lesen »»

Single-Malts-Veltliner-Connection

Dieter Berdel, Designsozialist und Dialektdichter, zerwienert Robert Burns

article_1654_dieter_berdel_120.jpg Unlängst auf der Schmelz: Am 252. Geburtstag von Robert Burns huldigten knapp 200 Menschen der schottischen Kultur mit allem, was dazugehört. Darunter auch Burns-Kenner Dieter Berdel, der bei dieser Gelegenheit sein drittes Bändchen trefflich ins Wienerische übertragener Texte von Schottlands Nationaldichter präsentierte. Aber eigentlich hat er ja ganz etwas anderes gelernt.

Reisen

Gedicht

Über Weiz
in die Schweiz,
mit einem Anorak
in die Camargue,
auf Knackwurst in Essig und Öl
nach Gföhl,
mit einem Bleistift
nach Neustift am Wald.


Fussball, Schopenhauer und die Stones

Der Schriftsteller Andreas Weber im Gespräch

article_1629_a_weber©picus_120.jpg Andreas Webers zweiter Roman, «Veitels Traum», ist eine spannende, realistische Beschreibung des Lebens auf dem Land. Der Held, Maturant und Leistungssportler –er spielt in der Handballnationalmannschaft – recherchiert den Mord an seinem Vater. Der Held ist ein Privatermittler, wie auch in seinem ersten Roman «Lanz», einem packenden Buch, in dem das Fortwirken von Nazistrukturen in einer Kleinstadt verhandelt wird. Ein Augustin-Gespräch ...

SCS – das erste Mal

«Welche bedeutende öffentliche Einrichtung Ostösterreichs verfügt über eine eigene Autobahnabfahrt?
A) der Stephansdom
B) das Praterstadion
C) das Parlament oder
D) die SCS?»

von echten frauen und männern

(fast ein gedächtnisprotokoll)

personen: sie, sie2, er, er2
und ein abwesender
– der eigentlich anwesend war

er: oiso geh, i maan …
sie: wos is?
er: ah; nix …

pause
DICHTER INNENTEIL - Pesata Andrea 11/2010 mehr lesen »»

Kleine Sprache, große Wirkung

Der Schriftsteller Drago Jančar misstraut dem Frieden

article_1602_jancar_120.jpg Er gilt als berühmtester lebender Schriftsteller Sloweniens. Seine literarischen Arbeiten wurden in viele Sprachen übersetzt. Drago Jančars bisheriges literarisches Werk zeigt, dass so genannte «kleine Sprachen» proportional größere in ihrer literarischen Schaffenskraft in den Schatten stellen können! Ende September war Drago Jančar zur Präsentation seines neuesten Buches «Drevo brez imena/Der Baum ohne Namen» in Wien.
ARTISTIN - Andreas Novoszel 11/2010 mehr lesen »»

Zusammenreissen

Ich bin verspannt. Rechts in meinem Nacken zieht es ganz fürchterlich, wenn ich meinen Kopf drehe. Ich habe meinen Schal vergessen, und das feuchtkalte Wetter und der Wind, der eisig durch die U-Bahn-Stationen pfeift, tragen nicht gerade zur Besserung meines Zustands bei. Ich steige in den überfüllten Wagon, in dem sich das wintertypisch unangenehme Mikroklima aus kalter Luft und dem Dampf, der aus aufgezippten und aufgeknöpften Winterjacken ...
DICHTER INNENTEIL - Hester Lukits 09/2010 mehr lesen »»

Es ist die Kunst, die uns kühn macht

Krimi-Autor O. P. Zier: Entweder du bist Werkzeug – oder du bist «Staatsfeind»

article_1572_zier_120.jpg Österreich ist eine Korruptionsoase, meinte kürzlich ein OECD-Mitarbeiter. Liest man die Werke des Salzburger Schriftstellers O. P. Zier, entsteht der Eindruck, Österreich wäre auch eine Oase für einen, der es liebt, diese Verhältnisse zu beschreiben. Kürzlich erschien im Residenz Verlag sein neuestes Werk: die «Mordsonate». Ein Krimi, in dem ein Klavierwunderkind verschwindet. Doch der eigentliche Krimi spielt sich auf einer anderen Ebe...

Elf Jahre alt, und schon Ehesklavin

Outlaw Legends – Phoolan Devi, Banditin und Menschenrechtsaktivistin (1)

article_1565_phoolann_120.jpg Phoolan Devis genaues Geburtsjahr bleibt ein Geheimnis; Grund hierfür ist die lückenhafte Datenerfassung von Angehörigen niedriger Kasten in ihrer Heimatregion Uttar Pradesch/Indien. Ihr Todestag jedoch ist durch weltweite Pressemeldungen dokumentiert: Im Rahmen einer politischen Veranstaltung wurde sie am 25. 7. 2001 im öffentlichen Raum von Delhi erschossen. Anders war dieser Kämpferin für Frauenrechte offenbar nicht beizukommen.
TUN & LASSEN - Jakob Lediger 09/2010 mehr lesen »»

Die Scham der Schwaiger

Spruchdampfheizung, Volksbeglückungshemd und arme Sünder

article_1563_schwaiger©koschkahetzer-_120.jpg Warum sind die psychisch Kranken in finanzieller Hinsicht so arm? Oder warum werden «sozial Schwache» psychisch krank? Ein Nachruf auf Brigitte Schwaiger, die sich in die Donau fallen ließ.

Theiss-Auen

Am Rand vom Städtchen, da fließt die Theiß. Dort ein schneller Fluss! Niemand weiß das besser als jemand, der versucht hat, gegen den Strom zu schwimmen.
DICHTER INNENTEIL - Magdalena Heinrich 09/2010 mehr lesen »»

schein + wiaklichkeit

turnsäle haben immer etwas maskulines –
das muss wohl am geruch liegen.
vielleicht lag die unruhe einiger mütter
fussballtrainierender knaben daran;
ganz sicher lag sie jedenfalls auch am trainer.
die ersten, wenigen kinder liefen bereits in der halle,
als eine mutter verstärkt mit den wimpern
zu klimpern begann.

Die Fahrt mit dem Railjet

Wiener Ausfahrten Nr. 148

article_1554_wr.ausfahrten_280_120.jpg Der Dozent traf Groll bei der Schnellbahnbrücke über die Brünner Straße. Groll hielt mit einem Fernstecher Ausschau nach einem Zug. Er sei auf der Suche nach der lichten Zukunft, den Doppelstockgarnituren mit Panoramafenstern, sagte Groll, die Frage seines Freundes vorwegnehmend.
Der Dozent war erstaunt. «Seit wann interessieren Sie sich für die Bahn? Ich dachte, Ihr Herz schlägt nur für die Schifffahrt?»

Gedichte von Andreas Kleinhansl

Auf einen Berg gehen

Steil geht es nach oben,
wir müssen unsere Muskeln
anstrengen, atmen, gehen.
Aber es kann auch schön sein.
Als Belohnung gibt es die Aussicht,
Sonnenschein oder eine gute Jause.
Wann bist Du zuletzt
auf einen Berg gegangen?



Wenn ich Sie ansehe ...

Gott in Weiß

Therapeutische Hilfe erbeten, aber als Demonstrationsobjekt im Hörsaal der Universitätsklinik gelandet. Über den Umgang mit einer «Nervenkranken».

Unterwegs zur Göttin des Vergessens

"Okaasan" - Die Suche nach der Mutter als Reise zu sich selbst

article_1536_flasar_120.jpg Milena Michiko Flašar ist eine Dichterin der inneren Extreme: Ihre Texte pendeln zuweilen zwischen rauschhaften Eskapaden einer Künstler-Bohème und heilig-nüchternen Ekstasen der Meditation. In Flašars zweiten Buch «Okaasan – Meine unbekannte Mutter» begibt sich die Protagonistin auf die Suche nach der allumfassenden Mutter und landet schließlich bei sich selbst.

Gleichheit macht glücklich

"Verblüffend" fand der Epidemiologe R. Wilkinson die Resultate seiner eigenen Studien

article_1533_wilkinson_120.jpg Die britische Tageszeitung «The Guardian» bezeichnete das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Richard Wilkinson und Kate Pickett als das vielleicht wichtigste des Jahres 2009. Der Augustin sprach mit dem Epidemiologen der University of Nottingham, der seit Jahrzehnten zu Ungleichverteilung, Sozialkapital und Gesundheit forscht.

Massenauflauf

Hitze: Flirrender Asphalt, und wenn sich irgendwo ein Stückchen Schatten findet, dann ist es auch nicht mehr. Nur Schatten und nur ein Stückchen. Ich beeile mich, eines zu erreichen, versuche meine Füße, die heiß gelaufen sind, darin zu kühlen. Kaum ist man angekommen, ist der Schatten auch schon wieder vorbei und man steht abermals auf der heißen Straße. Mutterseelenallein. Eine Geisterstadt. Nur die heiße Luft traut sich noch, sich zu...
DICHTER INNENTEIL - Roman K. 06/2010 mehr lesen »»

Irgendwas ist immer

BALD werden wir bei Rühm sein..NUN sind wir dort. EBEN waren wir bei ihm

article_1527_rühm_120.jpg «Niemand kann immer Avantgarde sein», sagt MUMOK-Direktor Edelbert Köb über das Schicksal mancher KünstlerInnen, die eine Epoche prägen und im Laufe der Jahre Arbeiten produzieren, die vielleicht weniger (politische) Sprengkraft, aber nicht zwingend geringere Qualität aufweisen. Eine Ausstellung ehrt Gerhard Rühms bildnerisches Schaffen von den 1950ern bis heute.

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