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Kategorie: Thema :: Sozialpolitik Seite: 1 2 3 4 5

Taschenspielertrick

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Wir öffnen die Archive des Schweigens. Zwei Zitate. Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat Folgendes gesagt: «Die finanziellen Probleme in der Eurozone sind gleichermaßen ein Ergebnis der steigenden außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte und auseinanderlaufender Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Kernländern der Eurozone und den sogenannten Peripheriestaaten.

Ausgrenzung durch Arbeit

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Eine aktuelle Studie mit Bezieher_innen von Sozialhilfe hat auf eindrückliche Weise die schwindende soziale Integrationskraft von Erwerbsarbeit gezeigt. Der Soziologe Manfred Krenn berichtet von Menschen, die zwischen letztem sozialen Netz und schlechten, desintegrativen Jobs hin und her pendeln.


Ute Bock Haus

Ein neues Haus für Flüchtlinge

article_1876_logo_ute_bock_haus_120.jpg Harte Arbeit und zahlreiche Unterstützer_innen ermöglichen ab Ende April 2012 ein neues Haus für Flüchtlinge, die ohne Unterkunft und Aussicht auf ein menschenwürdiges Leben in Österreich gelandet sind.

Die Energiearmutsfalle

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Auch heuer müssen viele in ihren Wohnungen frieren. Insgesamt können es sich 237.000 Menschen nicht leisten, ihre Wohnung im Winter warm zu halten, davon 52.000 Kinder und Jugendliche. Die Lage verschärft sich: Haushaltsenergie ist um 12 % zum Vorjahr gestiegen; Brennholz um 4,5 %, Fernwärme um 9,9 %, Gas um 13,1 %, Heizöl um 21,4 %.

Auch Plätze mit Märkten sind öffentlich!

Advent in Wien: Christliche Umsätze statt christliche Grundsätze

article_1867_310_tun_christkindl5_2_120.jpg Zwei Dutzend Augustin-Verkäufer_innen demonstrierten am 19. Oktober durch die zentralen Wiener Adventmärkte am Rathausplatz und Maria-Theresien-Platz, und mehr als 200 Unterstützer_innen schlossen sich ihnen an. Das Verbot des Augustin-Straßenverkaufs (einen Tag vor der Demo aufgehoben) und des Verkaufs anderer Straßenzeitungen war Anlass des Protestes. Auch die Aufhebung des Bettelverbots wurde gefordert. In den Wochen vor dem allerheiligst...

Die Wahrheits- und die Denkbremse

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Ich geh mit den Kindern ins Kino und schau den Potter-Film. Die Finanzmärkte sind nervös. Jugendarbeitslosigkeit auf Höchststand in Europa. Und ich bin auch schon ganz unruhig. Zum Glück war ich zuerst im Kino.

Bestandsfreimachung, ein Unwort

Warum immer mehr Menschen sich das Wohnen nicht leisten können

Anderswo gehen bereits tausende Menschen gegen die explodierenden Wohnungskosten auf die Straße. Eine Studie der Arbeiterkammer aus dem Jahr 2010 konstatiert, was viele fühlen: Wohnen wird auch in Österreich immer teurer. Junge Familien müssen häufig bereits 40 bis 50 Prozent ihres Haushaltseinkommens ins Wohnen investieren, wenn sie in den letzten fünf Jahren eine Altbauwohnung in Wien bezogen haben.

Geld wandert von unten nach oben

Augustin-Gespräch mit Wolfgang Kirnbauer, Mieterschutzverband

Wolfgang Kirnbauer ist Obmann des Mieterschutzverbandes. Mit ihm sprach Gaby Stockmann.


Vom Vorzeigeunternehmen in die moderne Sklaverei!

Die österreichische Post

Es ist lange her, als die österreichische Post ein Prestige-Unternehmen war. Damals als Mitarbeiter_innen noch auf unbestechliche Betriebsrät_innen zählen konnten. Die Gewerkschaft stand auf der Seite der Angestellten. Heute ist weder Betriebsrat noch Gewerkschaft in der Lage, Partei zu ergreifen. Entweder hat man ihnen das Wort verboten, oder man hat sie «eingekauft».

Bock auf Kultur

Benefizreihe zugunsten des Wohn- und Integrationsprojektes

«Bock auf Kultur» wurde 2003 vom ‚Wohn- und Integrationsprojekt - Verein Ute Bock’ ins Leben gerufen. Aufgrund der Unzufriedenheit über die untragbare Situation von AsylwerberInnen und der guten Arbeit von Frau Bock, die den Betroffenen ein Gesicht in der Öffentlichkeit verlieh, solidarisierten sich österreichische KünstlerInnen und Kulturschaffende und legten den Grundstein für ‚Bock auf Kultur’. Größen der Musik- und Kabarettsz...

«Zigeuner» = böse, lernen schon die Kinder

Antiziganismus – von Politiker_innen benutzt, von Medien verbreitet

article_1844_308_tun_antizigan_foto_120.jpg Ausgrenzung von Arbeitsmarkt und Bildung, Vertreibung, Verfolgung, aber auch gewalttätige Ausschreitungen und tödliche Gewalt – die Bandbreite antiziganistischer Praktiken ist groß und hat fatale Auswirkung auf das Leben von als «Zigeuner» wahrgenommenen Menschen. Was den Boden für Antiziganismus bereitet, welche Funktionen er erfüllt und was man dagegen machen kann, darüber sprach der Augustin mit dem Politologen Markus End, Doktorand...

Die Pflegelücke

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Pflegende Angehörige stehen unter psychischem und physischem Dauerstress. Sie bekommen rhetorische Anerkennung für ihre «aufopfernde Arbeit», mit der Arbeit selbst aber werden sie alleingelassen. Erst bei massiver Überlastung wird nach Unterstützung gesucht, und nicht schon vorher.

Das «Von-Natur-aus-faul»-Klischee

Schon 1955 schlug Erich Fromm ein Grundeinkommen vor

Erich Fromm, der große Denker, der die Theorien Freuds mit dem Marxismus vermählen wollte, sollte 31 Jahre nach seinem Tod wieder intensiver gelesen werden. Klaus Widerström, Sozialphilosoph und Sozialpsychologe, Vorstandsmitglied der Tübinger Fromm-Gesellschaft, nannte in einer Veranstaltung im Rahmen der Grundeinkommens-Woche (mehr davon auf Seite 6) einen von vielen Gründen, sich erneut dem deutsch-amerikanischen Intellektuellen zuzuwende...

Kinder mit Statushintergrund

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Es ist nicht die Leistung, die zählt, es sind nicht die Kompetenzen, die honoriert werden. Noten werden nach Herkunft vergeben. Schüler_innen aus Haushalten mit geringer Bildung erhalten bei gleicher Leistung die schlechteren Noten. Bei gleicher Lesekompetenz fassen sie die deutlich schlechteren Noten aus. Und umgekehrt bekommen Schüler aus universitärem Elternhaus bei gleichen Kompetenzen die besseren Beurteilungen.


So schaut's aus

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Was stimmt? Einkommensarme gehen lieber zum Facharzt – oder lieber ins Krankenhaus. Sie bekommen mehr – oder weniger Medikamente verschrieben. Sie beziehen Mindestsicherung dauerhaft – oder eher kurzfristig?

Gefesselter Genuss – versagte Freiheit

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Warum sind Ideen, die den Schwachen die Schwächsten zum Opfer darbringen, so erfolgreich? Weil sie Angst nehmen? Möglich, aber vielmehr noch, weil sie die Person, die andere abwertet, in eine Position der Stärke bringt. Wir ermächtigen uns damit selbst, über andere zu verfügen. Es geht um die Kontrolle des sozialen Abstands zu den anderen. Das muss man verstehen, damit man nicht bloß moralisch korrekt, sondern auch gesellschaftlich wirkung...

Nur eine Null vor dem Komma

Raiffeisen steht dazu: Aufsichtsrat ist Männerrunde

Liebe Leserinnen, heute gibt es schlechte Nachrichten, sollten Sie einen Job in einer Vorstandsetage bei Raiffeisen anstreben: Sie sollten konservativ und vor allem ein Mann sein.


Augustin 303 - 09/2011

Zundgeld, Joints, Sofiensäle...

article_1778_cover303_120.jpg Wenn mir fad ist, und das kommt jedes Jahrzehnt einmal vor, stöbere ich in Parlamentsprotokollen. Beim Studium der Budgetdebatte im Parlament, 3. Dezember 1980, stieß ich auf den Begriff des Zundgeldes. Das ist das Geld, das die Polizei für heiße Tipps in der Rauschgiftszene braucht. Die ÖVP regte sich mächtig über die Sparpolitik in Angelegenheit des Zundgeldes auf. Hier zum Beispiel die Ausführungen des Nationalratsabgeordneten Lichal:...

England: Brennende Probleme

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Auf Englands Strassen brennt es. Das kommt nicht aus dem Nichts. Um gegenzusteuern gilt es Zusammenhänge zu sehen, Kontext begreifen, Gewalt nicht entschuldigen.

Ein Garten voller Äpfel

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Bei Pflege gibt es eine 100-Prozent-Erbschaftssteuer auf Ärmere und die Mittelschichten. Während vermögensbezogene Steuern als Beitrag der obersten 10 Prozent nicht eingeführt werden, ist es offenbar kein Problem, die mittleren und unteren Haushalte bei der Pflege voll zu belasten.

Das kleine Dolce Vita des Alltags

Kriterien der Gesellschaftsqualität: «Gutes Leben» oder hohes Bruttoinlandsprodukt?

article_1766_tun-dasguteleben©jürgen_120.jpg Sumaq Kawsay – so lautet in den Anden die indigene Bezeichnung für ein Konzept, das auch im Westen immer mehr Anhänger gewinnt: das Konzept des «Guten Lebens». Werner Hörtner ist Lateinamerika-Experte und arbeitet für das Magazin «Südwind» – und er erklärt im Augustin-Interview, was es mit diesem Konzept auf sich hat.

Lost Generation?

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«Ich hab keinen Lehrabschluss, mein Leben ist sowieso gelaufen.» Dieser Satz eines 16-Jährigen war es, der die Leute aus dem Jugendzentrum in Dornbirn veranlasste, etwas zu unternehmen. Die offene Jugendarbeit machte das, was in ihrem Namen steht, sie öffnete sich. Auch für Bildung und Ausbildung. Seither gibt es Hauptschulabschlusskurse «auf der Straße» und Hilfe bei der Lehre. Fast 100.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren haben kei...

Phantomschmerzen

Der mächtigste Banker in Österreich beschimpft die Politik. «Im Stil nicht gut, aber inhaltlich richtig», sagen die Chefredakteure. Ich sage: «Stil könnte besser sein, aber inhaltlich falsch.» Der Bankensektor spürt den Druck einer stärkeren Kontrolle und möglichen Regulierung. Die sog. Basel-III-Regeln zur Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften werden Spekulationsrisken vermindern. Mit ihren Fremdwährungskrediten samt Investmentze...

Maresi, Strabag und Kurier

Raiffeisen-Monopole, wohin man schaut – eine Zwischenbilanz - Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 16)

Christian Konrad, als Generalanwalt des Raiffeisenverbands ranghöchster Giebelkreuzler, hat den Job als Obmann von «Unser Stephansdom», ein Lobbyverein für die Wiener Kathedrale, hingeschmissen.

Volumensfetischismus

Gegenüber dem Schwedenplatz ist alles in Raiffeisen-Hand – Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 15)

Mitten in der Stadt hat die «Bauernselbsthilfe-Organisation» Raiffeisen nicht etwa fruchtbare Äcker geschaffen, muss sie auch nicht; an der Leopoldstädter Seite des Donaukanals wurde die «Raiffeisen-Meile» geschaffen. Der Augustin sprach darüber mit dem Autor des stadtplanungskritischen Standardwerks «Wer baut Wien?», Reinhard Seiss. Das Buch beschreibt die freiwillige Aufgabe von stadtplanerischen Gestaltungsbefugnissen des zuständigen...

Sackgasse Billigjobs

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Frau Salzer schlägt sich als Ich-AG und Armutsunternehmerin mit Gebrauchsgrafiken durch den Alltag. Ihr dreijähriger Sohn leidet seit seiner Geburt an schwerem Asthma. Er braucht viel Zeit. Der Lohn ihre Arbeit ist unregelmäßig und gering. Loch auf, Loch zu. So muss sie rechnen, einmal die Miete, einmal das Heizen, einmal das Telefon. Immer gibt es eine offene Rechnung. Kaputt werden darf nichts: kein Boiler und keine Waschmaschine. Mit dem E...

Behindert und sprachlos?

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Max wird im November sechs Jahre alt. Wenn es nach ihm gehen würde, hätte er gerne jeden Tag Geburtstag. Leider kann er diesen Wunsch nicht selbst äußern, da er aufgrund seiner Behinderung, einer spastischen Tetraplegie, auch keine Lautsprache hat. Sein Laut- bzw. Wortverständnis ist jedoch kaum eingeschränkt. Er ist ein sehr aufgeweckter Bub, der aber seine Arme und Beine nur schwer bewegen kann. Das Schreiben und Rechnen soll Max nun mit ...

Mechanik der gegenseitigen Förderung

Der Agrarlandesrat als Spezies – Aspekte der Raiffeisen-Dominanz (12)

Über Lobbyismus wird in diesen Tagen viel geredet. Wie die Verbindungen Raiffeisen – Parlament funktionieren, wurde im Augustin bereits dargestellt. Mindestes genauso wichtig ist die Achse Landesregierungen/Landtage – Raiffeisen. Ein Streifzug durch die österreichischen Bundesländer zeigt: Giebelkreuz ist überall.

Wir kaufen uns die Welt

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100.000 Euro hätte Ernst Strasser gerne genommen, dafür, dass er als Abgeordneter Gesetze für seinen Auftraggeber beeinflusst. Britische Undercover-JournalistInnen haben diese Art von gekaufter Politik aufgedeckt. Strasser wird jetzt als Sündenbock durchs Dorf getrieben. Hinter Strasser versteckt sich aber ein grundlegenderes Problem, nämlich das von Machtungleichgewichten in der Demokratie. Auf Ebene der europäischen Kommission sind aktuel...

Teuerung

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Wenn die soziale Schere zwischen Arm und Reich aufgeht, dann wird es teuer. Mehr soziale Probleme verursachen volkswirtschaftliche Kosten. Eine höhere Schulabbrecher-Quote beispielsweise bringt durch steigende Sozialausgaben, höhere Gesundheitskosten und entgangene Steuereinnamen Kosten von 3 Milliarden Euro bei 10.000 Drop-outs. Oder wird Kinderarmut nicht bekämpft, entstehen Kosten von 4 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Jahr. Ihre Bekä...

Betteln – arbeitsökonomisch betrachtet

Ab Mai 2011 gilt in der Steiermark ein generelles Bettelverbot

article_1692_bettelverbot_120.jpg Nein, kriminelle Vorgänge, Menschenhandel und Ausbeutung, seien trotz mehrmaliger intensiver Ermittlungen bei den in Graz bettelnden Menschen nicht festgestellt worden, betonte der Grazer Stadtpolizeikommandant Kurt Kemeter in einem Ö1-Interview vor einigen Wochen. Trotzdem sei er für ein generelles Bettelverbot in der Steiermark, «aus rein arbeitsökonomischen Gründen».

Was wir tun und sein können

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Samstagnachmittag im Treffpunkt der Kontaktstelle für Alleinerziehende. Gut zwanzig Frauen kommen hier monatlich zu einem Austausch zusammen. Als Thema steht heute die Frage nach dem guten Leben auf dem Programm. Für Maria zum Beispiel gehören gute Bus- und Bahnverbindungen unbedingt dazu, weil sie sonst nicht mobil genug wäre und kaum mehr Freiräume hätte. Anna kann sich ein gutes Leben nicht ohne Musik und Kerzen vorstellen, Susanne falle...

Damals klappte es ohne Facebook …

Zwanzigtausend für Frauenrechte auf dem Ring, wie am 19. März vor 100 Jahren?

article_1670_frauentag-2_120.jpg 19. März 1911: 20.000 Menschen demonstrierten über die Wiener Ringstraße für Frauenrechte. Hundert Jahre später packt die Frauen der Zorn. Denn trotz manch erkämpfter Verbesserungen für Frauen blieb vieles unerfüllt und wird im Zeichen von Wirtschaftskrise und Sozialabbau wieder in Frage gestellt. Ein breites Frauenbündnis organisiert für den 19. März 2011 eine Demonstration für Frauenrechte am Wiener Ring. Die Kulturvermittlerin Petr...

Politik des Immer-Schlimmer

Susanne Scholl kennt Flüchtlinge, die besser deutsch sprechen als die Innenministerin

article_1667_susanne_scholl_120.jpg Von 1991 bis 2009 war Susanne Scholl – mit einer Unterbrechung – Korrespondentin des ORF in Moskau. Seit ihrer Pensionierung schreibt sie in den «Salzburger Nachrichten» und in «News», ist Buchautorin und unterrichtet am Institut für Slawistik. Sie ist engagiert gegen die unmenschlichen Fremdengesetzte und hat aktuell einen offenen Brief an Kanzler, Vizekanzler und Innenministerin geschrieben (siehe am Ende des Interviews), in dem sie ge...

Fekter mach süchtig

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Wieder einmal ein Gesetz von Innenministerin Fekter: 18 Monate Schubhaft ohne unabhängige Haftprüfung. Und Schubhaft für Kinder ist jetzt ein «Angebot für Eltern». Wenn sie es nicht annehmen, verlieren sie das Sorgerecht ans Amt. Und: Wer ein Kind bekommt und dadurch unter die Einkommensgrenze gerät, wird abgeschoben. «Verfahrensfrei». Der frühere Mitarbeiter der europäischen Grundrechts¬agentur Alexander Pollak hat zu diesem Gesetz e...

Fliegendes Klassenzimmer

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Schulräume sind Container, in denen Fächer unterrichtet werden, keine SchülerInnen. Die Räume, in denen wir lernen und lehren, haben sich seit über hundert Jahren kaum verändert. Nach wie vor ist das Klassenzimmer im Format von 9 x 7 m der vorherrschende Ort eines im Stundenrhythmus getakteten Unterrichts. Der Geist der Schule sitzt zwischen den Wänden. Nicht zufällig steht das Wort Schule für das Gebäude und das, was in ihm "gehalten"w...

Chronologie einer Verhetzung

«Krone» erfindet neue Gefahr fürs christliche Abendland: Ost-Profi-Schnorrer

article_1658_bettelei_120.jpg Die Freiheitlichen in Klagenfurt fordern ein Bettelverbot. Die «Kronen Zeitung» macht Stimmung. In Klagenfurt und Lienz hätten Bettler in Kirchen Gläubige geohrfeigt, schreibt sie im November. Die Polizeibeamten, die dort zitiert werden, sind allerdings unauffindbar. Auch die Anzeigen. Ja selbst die Täter, Zeugen und Watschenopfer. Doch die Geschichte setzt sich fest. In den Köpfen von Politikern und ihrem Wahlvolk. Von Kirchenvertretern un...

Fit & fett durch Osterweiterung

«Gruppenbesteuerung» ist Klassenkampf von oben – Aspekte der Raiffeisendominanz (Teil 8)

Zentral-, Osteuropa und Asien: An keinem Bankplatz fehlt das Giebelkreuz. Die Raiffeisen Bank International AG ist stolz auf eine einmalige Erfolgsgeschichte. Die wenigsten österreichischen Steuerzahler wissen, dass sie bei dieser Erfolgsgeschichte kräftig mithelfen dürfen. Das Stichwort ist «Gruppenbesteuerung».


Die Zivilgesellschaft

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Alles soll anders werden, aber nichts darf sich ändern. Eine aufmüpfige Resignation prägt seit Jahren das Land. Die Auflehnung gegen «die Mächtigen» erscheint als Sehnsucht nach Anerkennung durch sie. Das depressive Bewältigungsmuster des Raunzens statt der Frechheit von unten, Millionen Wohnzimmer-Kommentatoren mit Senf zu allem, ohne selbst Verantwortung zu tragen; der Wohlfahrtsstaat als fürsorglicher Übervater mit ewig pubertierenden...

Österreich isst Raiffeisen

Konrad macht den Zucker – Aspekte der Raiffeisen-Dominanz (Teil 6)

article_1633_raika_120.jpg Wenn an dem Kalauer etwas dran ist, dass der Mensch ist, was er isst, dann erscheint in jedem Österreicher, in jeder Österreicherin Raiffeisen. Niemand kommt in diesem Land bei der Nahrungsaufnahme um Produkte aus dem Reich des Giebelkreuzes herum. Zu allgegenwärtig ist die Präsenz der Genossenschaft und ihrer Tochterunternehmen in der agrarischen Produktion, im Großhandel und der industriellen Verarbeitung von Nahrungsmitteln, als dass man ...

Vermögenssteuer auf Arme

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In der Steiermark wird der Regress in der Sozialhilfe und in der Pflege wieder eingeführt. Das wirkt wie eine Vermögenssteuer auf Arme und die Mittelschichten. Während vermögensbezogene Steuern als Beitrag der obersten, reichsten 10 Prozent nicht eingeführt werden, ist es offenbar kein Problem, die mittleren und unteren Haushalte mittels Regress voll zu belasten.

Vater Staat?

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Was sind die Stärken und was sind die Schwächen, fragt man sich, wenn man etwas verbessern will. Im besten Fall wird man dann die Schwächen korrigieren und die Stärken optimieren. Das gilt auch für den Sozialstaat. Wir können eine Reihe von Fehlentwicklungen und Problemstellen des österreichischen Wohlfahrtsstaates identifizieren, um die herum auch die höchsten Armutsrisken auftreten. Reformstrategien für sozialen Ausgleich lassen sich a...

Es geht

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Wie geht’s? Es geht so. «Bei uns in Jerusalem geht man immer ein wenig wie ein Trauernder bei einer Beerdigung oder wie jemand, der verspätet einen Konzertsaal betritt. Zunächst setzt man tastend die Schuhspitze auf, um vorsichtig das Terrain zu sondieren», lese ich bei Amos Oz. «Aber in Tel Aviv! Die ganze Stadt ist ein einziger Grashüpfer. Die Menschen springen vorbei und die Häuser und die Straßen und die Plätze und der Meereswind u...

Böse, bildungsferne Türken

Über Hans Rauschers ethnologischen Exkurs nach Yozgat

Seit Thilo Sarrazins Bestseller und Straches Stimmenzuwächsen in Wien erkennen auch die bürgerlichen Medien wieder Handlungsbedarf in Sachen Integration und erheben sich mit vorgeblicher Sachlichkeit über das Gutmenschentum. Sie stellen sich falsche Fragen und geben sich falsche Antworten. Hans Rauscher zum Beispiel brillierte kürzlich im «Standard» mit der Einsicht, dass die «Bildungsferne» türkischer Einwanderer «kulturell vererbt» w...

Die Mittelschichtslüge

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Eine Linie. Am einen Ende stehen die Ärmsten, am anderen die Reichsten. Wenn man nun fragt, auf welcher Position dieser Linie sich die Reicheren einschätzen würden, dann zeigen sie auf die Mitte. Fragt man die Ärmeren, wo sie sich selbst sehen, ordnen sie sich ebenfalls ein: in der Mitte. Das ist der Grund, warum sich die Figur der Mitte so gut eignet, die wahren Verhältnisse zu vernebeln.

Kluge Finanzminister & Zukunftsgeld

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Auf was sollte ein kluger Finanzminister achten, wenn er das Budget konsolidiert? Erstens darauf, dass er damit die Konjunktur nicht abwürgt, besser noch sie mittelfristig befördert. Dann geht es darum, die Nachfrage nicht zu demolieren, besser noch sie zu erhöhen; besonders nach gesellschaftlich sinnvollen Gütern und Dienstleistungen. Weiters zeichnet sich unsere kluge Finanzministerin darin aus, in Zukunftssektoren zu investieren; in jene B...

Ein Pflegenetz, das trägt

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«Ein guter Tag beginnt mit einem gerechten Budget. Budgetkonsolidierung und Zukunftsinvestitionen sind kein Widerspruch, sondern gemeinsame Notwendigkeit und Gebot der Stunde. Es ist höchste Zeit, Überfluss zu besteuern und in die Zukunft zu investieren. Fangen wir gleich bei der Pflege an», so könnte die Rede eines klugen Finanzministers beginnen. Wenn Pflegedienstleistungen nicht leistbar oder nicht vorhanden sind, trifft das Personen mit ...

Der stille Riese

Ein von den Medien kaum wahrgenommener Machtfaktor: die Raiffeisengruppe (Teil 1)

article_1591_raiffeisen_120.jpg Ein Mangel an Eisen ist schlecht für den Körper. Das ist allgemein bekannt. Ein Mangel von Raiffeisen wäre demgegenüber gut für die Demokratie. Eine zu hohe Raiffeisenkonzentration ist schädlich für den Staat. Das sollte die Gesellschaft langsam begreifen. Eine Serie von Lutz Holzinger und Clemens Staudinger will dazu einen Beitrag leisten.

Selektives Come Home Movement

Fast alle Abschiebungen nach wie vor im Schatten medialer Aufmerksamkeit

Komani Come Home, dieser Imperativ ist in Österreich inzwischen sehr populär geworden. Speziell in der oberösterreichischen Stadt Steyr, wo die beiden in den Kosovo abgeschobenen Mädchen Daniella und Dorentina Komani lebten, hat der zivile Widerstand alle sozialen Schichten und alle politischen «Lager» erfasst: eine Art Stuttgarter Klima ist wahrzunehmen. Hier ist der Unternehmer Erich Schlagitweit zum Protagonisten der Heimholaktion geword...

Gegensteuern

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Die soziale Ungleichheit wird in und nach Wirtschaftskrisen größer, wie der renommierte britische Sozialwissenschafter Tony Atkinson anhand von vierzig Wirtschaftskrisen beobachtet hat. Wir sehen eine zunehmende Ungleichheit innerhalb der Arbeitseinkommen und gleichzeitig eine wachsende Schere durch wieder steigende Vermögenseinkommen bei wenigen ganz oben. Der World Wealth Report berichtet bereits wieder von einem Anstieg des Reichtums der Re...

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