333 Liebhaber_innen

333 Liebhaber_innen

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Der AUGUSTIN hat 333 Liebhaber_innen.

Diese 333 Teilhaber_innen wollen auf den AUGUSTIN nie und nimmer verzichten.
Sie möchten, dass der AUGUSTIN weiterhin in Wien und Umgebung werkt und empfinden ihn als unverzichtbar in der Medienlandschaft Österreichs.

Der AUGUSTIN freut sich sehr über die Wertschätzung und das Vertrauen dieser 333 Menschen.

Zur Entstehung des Liebhaber_innen-Projekts: «Der AUGUSTIN ist unabhängig und finanziert sich durch den Verkauf der Zeitungen.» Von zweiterer Wahrheit mussten wir uns im Herbst 2011 verabschieden. Die Auflagenzahlen waren seit Jahren in kleinen Schritten rückläufig gewesen und die finanzielle Situation wurde zunehmend angespannter. Alle Einsparungspotentiale waren ausgeschöpft und zusätzliche Einnahmequellen ausgereizt. Die Gründe dafür waren und sind vielfältig: Die allgemeine Krise der Printmedien, die breite Palette an Straßenzeitungen in Wien, und nicht zu vergessen die «Stadtentwicklung»: Kolporteur_innen werden immer mehr Bettler_innen gleichgesetzt.  

Hoffen und beten - nein - reden, nachfragen und den Mut nicht verlieren. In Gesprächen mit Freund_innen wurde sichtbar, wie wertvoll der AUGUSTIN nicht nur für die Verkäufer_innen sondern auch für die Leser_innen und Freund_innen ist. Eine erste Idee war geboren - vielleicht kann uns die Liebe retten? 

Im Mai 2012 begaben wir uns auf die Suche nach 333 Liebhaber_innen, die uns monatlich mit 25,- Euro unterstützen, weil sie der Meinung sind, dass «de Wöd in Wien too small war ohne Augustin». Menschen, die uns zutrauen, dieses Werkl in Gang zu halten, die uns ihre Unterstützung bieten, um weiterhin unabhängig arbeiten zu können und Lobbying für Ausgegrenzte zu betreiben. Menschen, die vielleicht nicht immer einer Meinung mit uns sind, die jedoch dieses Projekt für unverzichtbar halten. 

Als das Liebhaber_innen-Projekt in die Welt entlassen wurde, das heißt, als wir den Aufruf zur Beteiligung am AUGUSTIN in der Zeitung, im Radio und in persönlichen Briefen starteten, war für uns nicht absehbar, ob das Überleben des AUGUSTIN gesichert werden kann. Die ersten Liebhaber_innen-Erklärungen kamen bereits am folgenden Tag, erste Briefe, Faxe, Anrufe. Durch eine APA Journalmeldung wurden die Kolleg_innen der Printmedien aufmerksam und es erfolgten solidarische und weniger solidarische Meldungen in der Medienlandschaft. Damit konnten Liebhaber_innen aus ganz Österreich erreicht werden und unsere Homepage war knapp vor dem Kollaps - damit hatte niemand gerechnet. 

Ursprünglich war der Aufruf zum Liebhaber_innen-Projekt für einen Zeitraum von zwei Monaten geplant gewesen, doch in nur 3 Wochen haben wir eine Solidarität erfahren, von der wir nicht zu träumen gewagt hätten. Carla Müller, unsere Illustratorin des Liebhaber_innen Herzens, verbrachte Stunden mit dem signieren der 333 Originaldrucke. Die Kolleg_innen des Vertriebs informierten tagesaktuell die Verkäufer_innen, die neue Liebhaber_innen-Erklärungen ihrer Kund_innen brachten, über den neuen Stand und die Redakteur_innen waren im Taumel zwischen Interview geben und Interview führen. Wir waren überwältigt! Und gerettet! 

Seit 5. Juni 2012 ist das Gesamtkunstwerk AUGUSTIN um eine Nuance reicher. Es besteht nun aus Verkäufer_innen, Journalist_innen, Sozialarbeiter_innen und 333 Liebhaber_innen.

Seither ergibt sich immer wieder ein Austausch zwischen Liebhaber_innen und dem Projekt. Sei es durch Hinweise auf spannende Themen, Unterstützungsangebote oder Texte für die Zeitung. Es hat sich gezeigt, dass die Liebhaber_innen so unterschiedlich und vielfältig sind wie der AUGUSTIN selbst. 

Auf Wunsch gibt es seit 2013 auch ein Erkennungszeichen - den Liebhaber_innen Anstecker. Wir freuen uns auf die Begegnungen, die sich daraus ergeben.

Ja, ich möchte auch Liebhaber_in werden!