ico_youare10g.gif AUGUSTIN
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Themen der aktuellen Ausgabe

Omofumas Lieblingsbürgermeister

Keine sehr positive Meinung über die Möglichkeiten des Internet, die Unteren mit mehr Macht, zumindest mit überlegener Lässigkeit im Kampf gegen die Oberen auszustatten, hat der Autor des Beitrags «Ein Klick macht niemanden satt» auf Seite 10 dieses Blattes. Karl Berger könnte dagegen halten: «Das Internet hat mir immerhin erspart, mit Kleisterkübel und Plakatrollen durch das nächtliche Purkersdorf zu streifen.» Der Layouter des August...

Der Fall Abate Ambachev

Was befindet sich zwischen Naturhistorischem und Kunsthistorischem Museum? Wie heißen die Wohnungen, die von der Stadt Wien gebaut wurden und von Wiener Wohnen vermietet werden? Wo wohnte Erzherzogin Maria Theresia im Sommer? Wann wurde die zweite Türkenbelagerung abgewehrt? Was war eines der Ergebnisse des Wiener Kongresses 1814/15? Woran erkannt man UNO-Soldaten?
Und jetzt eine andere Frage: Spinnt das Innenministerium? Die zitierten Fragen sind Teil des 18 Punkte umfassenden Staatsbürgerschaftstests, mit dem die Austria-Tauglichkeit des Weltklasse-Marathonläufers Abate Ambachew gecheckt werden sollte. Seit Jahren hat er einen Schauspieldienstvertrag beim Burgtheater. Aktuell steht er in «Antonius und Cleopatra» auf der Bühne.

Insekt mit Knallkörper

Beim Betreten des Gebäudes mit der repräsentativen Anschrift Wollzeile 1 wird das Auge unweigerlich irritiert: alu-gerahmte Glastüren, also Stangenware aus den 1970er-Jahren, im Gründerzeithaus! Die Portierlogen sind auch nicht mehr bemannt. In der einen hängen von Miriam Visaczki bemalte und beschriftete Glaskacheln, in der anderen steht ein offenes Pentagondodekaeder von Simone Klien. Dem Körper fehlt die zwölfte und schließende Platte, damit die Neonröhren aus seinem Inneren heraus in die Loge strahlen können. Wo früher auch das Finanzministerium werkte, darf jetzt noch bis zur Generalsanierung im Frühjahr 2011 der Kunstverein "das weisse haus" (ursprünglich in der Westbahnstraße angesiedelt) ran.

Victor, schau owa!

bettelverbot.jpg «Da liegen in einem einzigen Raum 40, 50 bis 70 Personen. Holzpritschen, elendes, altes Stroh, darauf liegen sie Körper an Körper hingeschlichtet. In einem solchen Raum, der etwa 10 Meter lang, 8 Meter breit und höchsten 2,2 Meter hoch ist, liegen über 40 Personen, für deren jede also kaum 4 Kubikmeter Luft bleiben. Da liegen sie denn, diese armen Menschen, ohne Betttuch, ohne Decke. Alte Fetzen bilden die Unterlage, ihre schmutzigen Kleider dienen zum Zudecken.» Das waren noch Zeiten, als die Führer der österreichischen Sozialdemokratie sich den entrechtetsten sozialen Milieus zuwandten. Das Zitat stammt aus Victor Adlers Bericht über die Situation der «Ziegelböhm’», der Sklaven der Favoritner Ziegelfabriken.

Stellung beziehen im Licht der Öffentlichkeit

Künstler und Künstlerinnen gaben im Zuge der Angelobung der schwarz-blauen Regierung vor genau zehn Jahren kräftige, politisch konnotierte Lebenszeichen von sich. Sie halfen mit, neue Protestformen zu kreieren. Darüber hinaus erreichten auch so manche explizit politische Arbeiten Nachhaltigkeit. Klein, aber oho war beispielsweise der von der Malerin Johanna Kandl gestaltete so genannte Widerstandsbutton. Oder die "Soundpolitisierung" der Plattform volkstanz.net. Ein mobiles Soundsystem rollte durch die Stadt, und der Philosoph Oliver Marchart schrieb dazu: " (...) diese Veröffentlichung der eigenen Position – das Stellungbeziehen einer bestimmten Community – muss man den Volkstanz-Demos zugute halten. Hannah Arendt hätte das – in ihren Worten – wohl so beschrieben, dass sich hier die Menschen aus dem Dunkel ihrer Clubs ins Licht der Öffentlichkeit begeben."

Alltag einer besonderen Flüchtlingshelferin

Filmporträt über Ute Bock

utebock.jpg Seit 2002 versorgt die ehemalige Erzieherin Ute Bock mit dem gleichnamigen Verein Menschen, um die sich eigentlich die öffentliche Hand kümmern müsste – AsylwerberInnen, traumatisierte Menschen, darunter viele Kinder, die auf der Straße stehen. Die Folgen der Ignoranz der Zivilgesellschaft und der Politik fluten täglich das Vereinslokal im 2. Wiener Gemeindebezirk. Von sieben Uhr früh bis zwei Uhr nachts hat Ute Bock, mit einem großen Team um sich herum, die Ohren für die Bedürfnisse der um Hilfe suchenden Menschen offen.

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