Nur der Finderlohn ist verdient – der Rummel ist eine Farce
Wie schon im Editorial der letzten Ausgabe ist auch in diesem ein «Obdachloser» der Protagonist. Was die beiden über diese Stellung in der Gesellschaft hinaus noch vereint, ist ihr Verzicht auf Geld: im ersten Fall eine Riesensumme, im aktuellen Fall eine beträchtliche. Zur Erinnerung noch mal ein Blick nach Südtirol.
"Outlaws in der Karibik"
Regisseur Román Chalbaud zu Gast bei den Karibischen Filmtagen
Die karibisch-kontinentalamerikanischen Filmtage (kkF), in deren Mittelpunkt „Outlaws“ stehen, versammeln – abseits von Hollywood-Mainstream – Arbeiten von Filmschaffenden aus der Karibik, Brasilien, Österreich und Deutschland. Spiel-, Dokumentarfilme und ethnografische Kurzfilme behandeln die Situation und den Alltag von Kindern, Frauen und Männern in Jamaika, Kuba, Costa Rica, Kolumbien, Venezuela und Brasilien.
Warten auf "Weiches Moos"
Musik und Poesie im Wonnemonat Mai
Immer nur die Qualität und nie die Quantität vor Augen hat die Kombo «Verschärft». Der Output dieses Quintetts – Christian Dunzinger (git), Rainer Gallasch (b), Stefan Jaquemar (dr), Hans Lackner (voc) und Franz Rottensteiner (git) – ist leicht überschaubar: drei Alben in über 15 Jahren (zuletzt: «Worauf sollen wir noch warten»), kaum Konzerte, und wenn sie in Medien aufscheinen, dann eigentlich nur als Eintrag im Programmteil, aber so gut wie nie in Form einer redaktionellen Bearbeitung. Somit fehlt nur noch ein Attribut, um «Verschärft» ruhigen Gewissens mit dem Prädikat Geheimtipp auszeichnen zu können: Die Songtexte sind herrlich chiffrierte Essenzen aus der Biografie des Sängers und Lyrikers Hans Lackner, der nach eigenen Angaben genauso gut Hans Müller heißen könnte.
Die Ausgeschiedenen treffen sich in der "Bar Rektum"
Nicht nur Enzis im Hof des Museumsquartiers
Die Siesta-Stimmung wird im Freiluftbereich des Museumsquartiers durch ein Objekt und dessen Bespielung ein wenig getrübt. Die "BarRektum" (in Form eines Darmausgangs) wurde dort nebst der "BikiniBar" (mit einem Bikini bekleideter weiblicher Rumpf) und dem "Darwin" (Spermium) platziert. Diese überdimensionalen und zum Teil begehbaren Objekte stammen aus dem niederländischen Atelier Van Lieshout, einem KünstlerInnenkollektiv, das in seinen interdisziplinären Werken hauptsächlich auf den Topos autarkes Leben setzt. Vor gut zehn Jahren gründete dieses Kollektiv in Rotterdam einen Stadtstaat als Gegenentwurf zu staatlicher Herrschaft – es blieb bei einem Kunstprojekt, da – wenig überraschend – die Behörden diese Form von Autarkie nicht duldeten.
Banlieues vertschüssen sich
In Clichy-sous-Bois, einer Gemeinde, die in ganz Europa in die Schlagzeilen geriet, als dort vor fünf Jahren die großen Jugendunruhen ausbrachen, leben laut offiziellen Angaben 9650 Wahlberechtigte. Bei den kürzlich erfolgten französischen Regionalwahlen gingen 6656 von ihnen nicht zu den Urnen. In Prozentzahlen: Fast 70 Prozent pfiffen auf ihr Wahlrecht.
Wenn nur mehr 30 Prozent der Menschen wählen gehen, kriegt das parlamentarisches System Legitimationsprobleme. Noch ist das Ignorieren von Wahlen auf die von Politik und Stadtverwaltung vernachlässigten Banlieues beschränkt, auf die tristen Vorstädte der Region Île-de-France.