Zu den Werbesujets der lächerlichen Sorte zählt jenes, das mit der Voher/Nachher-Masche operiert. Das erste Foto zeigt eine gut genährte Person, noch bevor sie dieses Diätmittel eingenommen oder jene Diätmethode angewandt hat. Die zweite Aufnahme zeigt das Model nach einer wundersamen Metamorphose, um einige Zentner erleichtert.
MitarbeiterInnen-Information der Fraktion sozialistischer Gewerkschaftler an die «freigesetzten» KollegInnen: Die Kampagne «Postler zur Polizei» ist eine große Chance! Nutzt sie! Nicht lange überlegen, ist die Devise, denn die «Schnellentscheider», so nennt die SP-Gewerkschaftsfraktion die Unnachdenklichen, erhalten eine Prämie von 10.000 Euro. «Die Mistelbacherprämie», ätzt ein Ex-Postler im Team der freien Augustin-MitarbeiterInnen völlig unkorrekt, politisch.
1939 begann das nationalsozialistisch verwaltete Wien mit dem Aufbau gigantischer Karteien im Rahmen der «Erbbiologischen Bestandsaufnahme». Neben Geisteskranken, Alkoholikern, allen Arten von «Asozialen» wurde die Kategorie der «Verwahrlosten» einschließlich aller lebenden Vorfahren und Nachkommen («Sippschaft») aufgenommen. In der Wiener Zentralkartei waren bis 1943 bereits 700.000 Personen erfasst, wie aus Materialien des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes hervorgeht. Diese Menschen wurden als zukünftige Opfer nationalsozialistischer Rassenpolitik ins Auge gefasst. Manche HistorikerInnen gehen davon aus, dass die Nazis eine Ausrottung der gesamten als «minderwertig» angesehenen Unterschichten der Gesellschaft planten.