ico_youare10g.gif ZEITUNGARTISTIN
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Ein Biotop aus 212 Büchern

Verschrobene Künstlerlogik – „Quantität vor Qualität“

Durch den Verzicht auf Leistungszwang brach bei Markus Kircher die Arbeitswut aus und hielt zwölf Jahre lang an. Das Resultat war die „Völlige Bibliothek“, ein aus über zweihundert Büchern bestehendes Werk mit bildender Kunst und Literatur, das sich ab Ende Jänner nicht nur sportlichen Kunstinteressierten offenbaren wird.


Das ehemalige Jugendgericht als „Puppenstube“

Feldforschung am Leichnam

Eva Schlegel und Eva Würdinger vergegenwärtigen mit ihrer Fotodokumentation „eine spezielle Jugendgefängniswelt, die aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit ausgeblendet bleibt“, verheißt der Klappentext zu dem ästhetisch anspruchsvoll gestalteten und mit einigen Texten versehenen Fotobuch „Jugendgericht“.

Über die Ohnmacht des kritischen Journalismus

„Ich schaue mir an, wo die Festung bröckelt“

Der illegale Arbeitsmarkt wird so tot geschwiegen, als gäbe es diese Millionen in Europa gar nicht... Für ihr Reportagenbuch „Gestürmte Festung Europa“ verfolgte die Journalistin Corinna Milborn die gefährlichen Wege der illegalisierten Migration. Vom Augustin wurde sie zu ihren Arbeitsmethoden befragt.

Thomas Frankls Erinnerungen

Chanukka im „Bunker“

Am 28. September 1944 wurde die Familie Frankl von den Nazis verhaftet. Während der Vater, der Maler Adolf Frankl (1903 – 1983), zum Waggon nach Auschwitz-Birkenau gedrängt wurde, gelang es seiner Frau Renée und den Kindern Thomas, damals 10 und Erika 8 Jahre alt, sich noch in letzter Sekunde zu retten. Die Kinder verbrachten Chanukka („Lichterfest“, in der Regel im Dezember) 1944 im „Bunker“ versteckt. Thomas Frankl erinnert sich in einem Gespräch mit Gerald Grassl.

Weiße Rosen, rote Fahnen

Am 13.12.06 präsentierte das "Stimmgewitter" in der Szene Wien seine zweite CD

Das Entstehen der CD "Kitsch & Revo" ist ein Beispiel dafür, wie im besten Fall das "System Musik" funktionieren kann. Die klangliche Komponente des Gesamtkunstwerks Augustin lässt bühnenerprobteste Chöre bieder aussehen. AugustinverkäuferInnen distribuieren die Scheibe im Dschungel der Stadt.

Mit Hammer und Meisel

Die Bildhauerin Ulrike Truger sieht sich gerne als linke Künstlerin

Kein Material passt besser in den öffentlichen Raum als der Stein. Und so wird das scheinbar starre Medium zu einem extrem politischen Feld. Ulrike Truger hat etwa mit ihrem Marcus-Omofuma-Stein vor dem Museumsquartier einen gesellschaftlich marginalisierten Platz an der Schnittstelle von Kunst und Kommerz geschaffen. Heuer feiert sie 30 Jahre als freischaffende Künstlerin. Und der Augustin feiert ihr Engagement.

Aufenthaltsrechte internationaler KünstlerInnen beschnitten

Der Freiheit der Kunst an den Kragen

KünstlerInnenvisa gelten nur noch für ein Jahr. Allein 2006 haben 600 ausländische KünstlerInnen und 1000 WissenschafterInnen, die in Österreich lebten, kein Aufenthaltsrecht mehr erhalten. Der durch die neuen Visabestimmungen verstärkte Druck auf die in Österreich arbeitenden KünstlerInnen aus aller Welt befördert einen Typ von Kultur, die auf Nationen ausgerichtet ist. Auf diesem Gebiet duldet die Politik keine „Globalisierung“. Transkulturelle „Spielereien“ muss man sich erst einmal leisten können.

Stimmgewitter Augustin überrascht mit „Kitsch & Revo“

Weiße Rosen, rote Fahnen

Stimmgewitter Augustin - die klangliche Komponente des soziokulturellen Projekts, in dessen Zentrum die von Obdachlosen, Arbeitslosen und Flüchtlingen vertriebene Wiener Straßenzeitung Augustin steht - lässt bühnenerprobteste Chöre bieder aussehen. AugustinverkäuferInnen distribuieren die Scheibe namens „Kitsch & Revo“, bereits die zweite CD des Klangkörpers vom Rande der Stadt, in einer Dimension, die sich manche Profibands wünschen würden.

The Crazy Things We Do (aus Liebe)

Musikarbeiter unterwegs – in den Dschungel Kritzendorf mit Ernst Molden

Der Wiener Musiker Ernst Molden bringt dieser Tage ein neues Album heraus. „"Bubenlieder“", 14 wunderbare Lieder und als Zugabe ein kleiner Film.

Arbeitswelt Leopold-Museum

Die 1903 gegründete Wiener Werkstätte zeichnete sich durch sehr fortschrittliche Arbeitsbedingungen aus. Die Prügelstrafe war etwa verboten. Das Leopold-Museum, in dem bedeutende Werke der Wiener Werkstätte ausgestellt sind, ist hingegen in seiner rigiden Personalpolitik sehr fortgeschritten. Lästige Teile des Personals werden outgesourced, berichten Betroffene. Doch selbst die BesucherInnen müssen im Sinne der Gewinnmaximierung einiges hinnehmen.
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ARTISTIN - Alfred Drehhut - 16.10.2006 mehr lesen »

Musikfahrer unterwegs

Musikarbeiter unterwegs – auf der Straße des Rock `n` Roll

Die Vorteile des praktizierten fahrenden Hobbymusikertums: statt Vorwahlwahnsinn in den Bandbus steigen, mit Musik und Freunden Kilometer abspulen.

Aug in Aug mit dem Giganten

Musikarbeiter unterwegs – in die Biographie des Austrofred

Zur Veröffentlichung seiner Autobiographie gewährte Austrofred, der einzige prinzipielle Weltstar Österreichs, den Medien Audienz. Natürlich auch dem Augustin.

Train-Bombing-Tour

FLANERIE abseits der Tourismusrouten (9): Welt der SprayerInnen

Zu einer Stadtführung der anderen Art lud der Augustin am Fronleichnamstag ein. Eine Gruppe Interessierter begleitete Graffiti-Forscher Norbert Siegl auf seiner Entdeckungsreise durch die Welt der Styles und Pieces zwischen Kunst und Protest, Geduldetem und Verbotenem. Die Bereitschaft vorausgesetzt, manche „Betreten verboten“-Tafel zu ignorIeren: Solche Exkursionen lassen sich auch in Eigenregie unternehmen.
ARTISTIN - Rosemarie Stöckl-Pexa - 15.07.2006 mehr lesen »

Reinhard Liebe macht es wie die Samen

Einst Liedermacher, jetzt Geschichtenerzähler

Reinhard Liebe war Liedermacher und Bewährungshelfer. Im Jahr 2000 erlitt er einen Schlaganfall, an dessen Folgen er noch immer leidet. Nun arbeitet er wieder als Psychotherapeut. Zuweilen lädt er zu einem Abend ein, an dem er Stehgreifgeschichten erzählt. Zum Beispiel am 13. Juli in der Alten Schmiede.

Eine Melodie ging um die Welt

Marco Polo und der liebe Augustin

Das Lied vom lieben Augustin ist in Wien entstanden – glauben zumindest die WienerInnen. Die junge chinesische Sängerin hingegen, die mir das Lied auf Chinesisch vorsang, hielt es für ein chinesisches Kinderlied ...

Feiern mit Leopold Bloom

Palm macht Urlaub von Mozart und zelebriert James Joyce

Die freie Kunstrepublik „AugartenStadt“ hat den 16. Juni zu ihrem ersten offiziellen Feiertag erklärt. Den weltweit als Bloomsday bekannten Termin erklärt sie zum Tag der Freiheit der Kunst. James-Joyce-Kenner, Autor, Regisseur und Aktionist Kurt Palm skizziert im Folgenden die Entstehung und Bedeutung des Feiertages. Palm ist einer der Zeremonienmeister der Bloomsday-Rituale, die an den Schauplätzen Gaußplatz 11 (Wien 20) und Bunkerei (Augarten, Wien 2) gepflegt werden.

There is a House in Simmering

Musikarbeiter unterwegs – wohlgemut zur Szene Wien

Wir treffen uns in einem Kaffee beim Westbahnhof, recommended by Lage und Räumlichkeit, wo "leider!" mittlerweile der früher fast unverhohlene Urgrant des Personals einer leicht schmierigen Dienstleistungsbeflissenheit gewichen ist. Nach einer angemessenen Stärkung reiten wir die U3. Kunst und Kultur sind sowieso am besten (mindestens) zu zweit genossen und so vergeht die Fahrt bis zur Zippererstraße im Gespräch fast wie im Flug. Überhaupt: Entgegen vermeintlichem common knowledge ist der Weg in die Szene Wien gar nicht so weit.

Die Parkbank als Marterpfahl

Der Charakter einer Stadt zeigt sich an ihren Parkbänken

Parkbänke laden nicht (mehr) zum Verweilen ein. Der für längere Zeit bequem sitzende oder gar liegende Mensch auf einem Sitzmöbel im öffentlichen Raum dient niemandem außer sich selbst. Und dieser verdienten Selbstgefälligkeit wird zunehmend ein Strich durch die persönliche Bequemlichkeitsrechnung gemacht, indem ganz bewusst Bänke so gestaltet werden, dass sie nach wenigen Minuten der Benützerin oder dem Benützer ungut ins Gebein fahren, denn die komfortable Sitzgelegenheit ist dem öffentlichen Raum Feind. Das Projekt „parkbank survival“ von Studierenden der Angewandten näherte sich der Parkbank künstlerisch und gesellschaftspolitisch.
ARTISTIN - - 02.06.2006 mehr lesen »

Man kann alles fotografieren

Leo Kornherr kennt die Kellergasse als Verführerin zum Suff und zur Kunst

Mit 13 Jahren hatte er die erste Alkoholvergiftung. Vor ein paar Jahren versoff er eine Erbschaft von 10.000 Euro binnen kurzer Zeit. Kalksburg und der Schäfermischling Triggo brachten das Wunder zuwege: Leo Kornherr wurde trocken. Er entdeckte seine Liebe zur Fotografie. Seine Ausstellung „Lichtblicke eines verpfuschten Lebens“ ist derzeit in Wien zu sehen.

Kiosk under construction

Über Marktfahrer, höfliche Kunden und Hütchenspieler

Indische TextilverkäuferInnen wünschen sich Umkleidekabinen, Parkplätze für die Kunden und überhaupt mehr Geschäft. Der Brunnenmarkt in Wien Ottakring wird gerade großzügig umgebaut. Die Bauphase 1 soll bereits Ende Juni abgeschlossen sein. Ein Report aus Anlass des am 20. Mai startenden Kunstprojekts SOHO IN OTTAKRING, dessen heuriges Thema die Entwicklung des Straßenmarktes ist.

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