Die drei Frauen von First Fatal Kiss machen seit 2002 gemeinsam Musik. Jetzt erscheint ihr Debüt-Album.
Auch am Augartenspitz zeigt der «Rechtsstaat» Österreich sein realistisches Gesicht. Während immer anschaulicher wird, dass sämtliche Bauvorbereitungsarbeiten rechswidrig sind, werden die seit Jahren friedlich für den Erhalt des denkmalgeschützen, historischen Parks Augarten kämpfenden AktivistInnen unter dem Motto „Gegner fertig machen – schnell den Bau durchdrücken – wenn nötig über Leichen gehen“ mit einer Flut von Klagen überhäuft. Darunter Eva Hottenroth, Parkanrainerin, Restauratorin, Mutter eines kleinen Mädchens – und Sprecherin des Vereines «Freunde des Augartens».
Die österreichisch-iranische Filmemacherin Sudabeh Mortezai im Gespräch über ihren neuen Film «Im Bazar der Geschlechter», in dem es um die Zeitehe, Mann-Frau-Beziehungen und Leben in einem repressiven System geht.
In unserem Vaterlande herrscht von alters her ein wahrer furor prohibendi, eine Neigung zum Bevormunden, Eingreifen und Verbieten, die, wie wir alle wissen, nicht gerade gute Früchte getragen hat. Es scheint, dass es im neuen, republikanischen Österreich noch nicht viel anders geworden ist. (...) Ich meine, dass ein Überfluss von Verordnungen und Verboten der Autorität des Gesetzes schadet. Man kann beobachten: wo nur wenige Verbote bestehen, da werden sie sorgfältig eingehalten; wo man auf Schritt und Tritt von Verboten begleitet wird, da fühlt man förmlich die Versuchung, sich über sie hinwegzusetzen. Ferner, man ist noch kein Anarchist, wenn man bereit ist einzusehen, dass Gesetze und Verordnungen nach ihrer Herkunft nicht auf den Charakter der Heiligkeit und Unverletzlichkeit Anspruch haben können, dass sie oft inhaltlich unzulänglich und für unser Rechtsgefühl verletzend sind oder nach einiger Zeit so werden, und dass es bei der Schwerfälligkeit der die Gesellschaft leitenden Personen oft kein anderes Mittel zur Korrektur solch unzweckmäßiger Gesetze gibt, als sie herzhaft zu übertreten.
Aus dem 1926 verfassten Text Sigmund Freuds „Die Frage der Laienanalyse“
Seit 1996 machen die Sofa Surfers Musik, die von Wien aus international wahrgenommen wird. „Blindside“ heißt ihr neues Album.
Der Rechtsstreit um die in die Bundeshymne eingeschmuggelten «Töchter» hat einen Lärm gemacht, in dem die Kunst-Guerilla-Aktion der Sängerin Tini Kainrath, die vor acht Jahren wegen eben dieser «Töchter» einen Ernst-Happel-Stadion-Skandal heraufbeschwor, beinahe ungehört blieb.
Vor den Recherchen zu seinem Dokumentarfilm «Arena» (seit 5. März im Kino) hatte Günter Schwaiger wie die meisten Menschen ein eher distanziertes Verhältnis zum Stierkampf. Der in Neumarkt/Salzburg geborene Regisseur, der seit 18 Jahren in Madrid lebt, begann sich aus ethnologischen Gründen für die Corrida zu interessieren und stieß dabei auf archaische Instinkte, die vor allem TierschützerInnen sehr schwer zu erklären sind. Ein Augustin-Gespräch.
Mit einer Mischung aus Balkanmusik und neuen urbanen Wienerliedern haben sich Bratfisch eine treue Fangemeinde erspielt. Mit der CD „Unter Wasser“ wird sie weiterwachsen.
Karin Berger praktiziert eine Form der respektvollen Annäherung an die Frauen, die man in ihren Filmen kennen lernt. Sie eröffnet zugleich auch einen Erfahrungszusammenhang, der über die jeweiligen individuellen Biografien hinausweist. Karin Berger gehört somit zu jener Generation heimischer Dokumentarfilmschaffender, die sich den Film nutzbar machte, im Sinne einer Gegenöffentlichkeit und für eine kritische Auseinandersetzung mit österreichicher Vergangenheit und Gegenwart. (Isabella Reicher)
Schon das fünfte Jahr wird im Gürtelbogen 97 jeden ersten Donnerstag im Monat nach eigenen Angaben gelesen, gesungen, gerappt, gestrickt oder einfach nur zugehört. Die Volxlesung definiert sich als offene Bühne, niederschwelliger als jeglicher Poetry Slam. Für Eigenes, Fremdes, Geschriebenes oder Ungeschriebenes gibt es ein Getränk als Belohnung.
Roma-Kinder fotografieren ihr Dorf in der Slowakei. Viele Bilder überzeugen durch ihre Authentizität und Spontaneität und auch Naivität. Doch markieren sie auch ein neues Kapitel in der Roma-Fotografie? Tipp für schnelle Augustin-KäuferInnen: Die Ausstellung ist nur mehr bis 15. Februar in Wien zu sehen. Und im April in Brno.
Bella Ban will luftige Textschachteln für Gert Jonke schaffen, arbeitet den Kärntner Nationalsozialismus ab und schafft neue Räume in Wortskizzen, Performances und Bildern. Das politisch-ästhetische Kunstprojekt „Cafe OM“ in Klagenfurt durchlebte sie mit Viktor Rogy, dem letzten Dadaisten Kärntens. Viktor Rogy starb 2004, Gert Jonke vor einem Jahr. Bella Pan im Augustin-Gespräch.
Mit ihrem Film über die “Kronen Zeitung” löste die belgische Regisseurin Nathalie Borgers im Jahr 2002 ein Flut von Diskussionen über die „wichtigste“ Zeitung in diesem Land und ihre Macher aus. In „Die Frauenkarawane“, ihrer aktuellen Dokumentation, zeigt Nathalie Borgers eine Gruppe von Frauen vom Nomadenvolk der Toubou, die einmal im Jahr durch die Sahara zieht, um sich damit ein Stück Freiheit zu erwirtschaften. “Winds of Sands, Women of Rock” ist der englische Titel des Films. Im Augustin-Interview erzählt die Filmemacherin über die Stellung der Frau in der Toubou-Kultur und davon, was sie von den Frauen gelernt hat.
Einmal im Monat, bis zu Sommerpause, steht im Porgy ein musikalisches Pantscherl zwischen begnadeten Jazzern und den drei Wienerlied-Dadaisten des „Kollegium Kalksburg“ auf dem Programm. Der nächste Termin: Freitag, 29. Jänner. Kalksburg-Sänger Vincenz Wizlsperger, Meister des Understatements: «Ausnahmemusiker werden in dieser Reihe den schwierigen Versuch unternehmen, uns drei Vorstadtschlurfe behutsam in die Welt des Jazz und der Musik einzuführen.» Im Augustin-Gespräch ging’s freilich nicht nur um Musik …
Hierzulande machen meist Männer die Witze – zumindest in den Medien. Für Karikaturistinnen, Fernsehkabarettistinnen und Kolumnistinnen ist es aufgrund von Seilschaften und Zugangsbarrieren schwieriger als für ihre männlichen Kollegen, in der Öffentlichkeit humoristisch aufzutreten.
Es sei noch zu früh, um Kunst zum Thema Krieg zu erwarten, meint der slowenische Künstler Tadej Pogacar, der auf verschiedenen Biennalen zum Thema «Sexarbeit» ausstellte und gerade bei der „Gender Check“-Ausstellung im Wiener MUMOK dabei ist. Seine Kunst, in der Prostituierte und Obdachlose den Ton angeben, steht im lebendigen Gegensatz zu den im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien verbreiteten militärischen Helden-Denkmälern der Kirche. Tadej Pogacar im Augustin-Gespräch.
In Osteuropa war der Großteil der Frauen berufstätig. Der Preis, den sie in der Phase des Überganges zur Marktwirtschaft für ihre frühere Stärke im Sozialismus zahlen mussten, war dementsprechend hoch. Die Ausstellung „Gender Check“ im MUMOK kann die Fülle an Themen und Kunst nur anreißen. Kerstin Kellermann führte für den Augustin ein Gespräch mit der teilnehmenden Künstlerin Tanja Ostojic.
Keine Sorge, in beiden ist nicht viel Weihnachtliches drin: Zum einen der Margaretener Kulturadventkalender (MAKAK), zum anderen "Der musikalische Adventkalender".
Zu den nachhaltigsten Initiativen der letzten Jahre im Bereich Comic zählt die Etablierung eines österreichischen Vertriebs im Bereich Independent Comics und Graphic Novels, für die seit 2004 Sebastian Broskwa mit der Verlagsauslieferung Pictopia steht. Wenn in den letzten Jahren in Wiener Buchhandlungen vermehrt Comicecken mit einer Auswahl spannender Comictitel ausgestattet wurden, so geht diese Einrichtung auf den Großhändler und Vertreter Broskwa zurück. Der Augustin sprach mit ihm über das Verhältnis der heimischen BuchhändlerInnen und JournalistInnen zur Comic-Szene.