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Kostnix-Ökonomie sucht Kostnix-Haus

Rathaus schickte vermummte Polizei gegen ein Stück konkrete Utopie

Triester.jpgSeit einigen Jahren sucht eine Gruppe junger Leute ein Haus, das Raum für kollektive, soziale, kulturelle und politische Projekte bietet. Für zehn Tage hatte das „Hausprojekt“ Anfang Oktober ein „Zuhause“ gefunden, in einem leer stehenden Objekt auf der Triester Straße. Dann zeigt die Wiener Stadtverwaltung, was sie von basisdemokratischen Projekten dieser Art hält: Am 12. Oktober um 4 Uhr früh wurde das Haus ohne Ankündigung geräumt, der Innenhof von den Behörden gerodet und die Holzveranda des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes abgerissen.


Die Kugel braucht Herrn Kamerun

Der kluge Schelm und die nicht-rockenden Rocker

GoldeneZitronen.jpg1984 gegründet, sind die Goldenen Zitronen eine der wichtigsten deutschsprachigen Bands. „Die Entstehung der Nacht“ heißt ihr neues Album.
„Hello!“ sagt eine Stimme ins Telefon. So, dass der pünktliche Anrufer englisch stammelt, ob Schorsch zu sprechen sei. Da gibt er sich zu erkennen, der kluge Schelm. Der als Mitglied der Goldenen Zitronen, Autor und Theaterregisseur schon lange auf den Namen Schorsch Kamerun hört. Der dem hiesigen TV einen wenig beachteten Höhepunkt bescherte, als er in „Willkommen Österreich“ mit einem sinngemäßen „Hier arbeiten ja alle auf euch zu“ in Richtung Stermann/Grissemann ganz unverkrampft „Macht“ und Hierachie sichtbar machte, wo sie gern ausgeblendet tun.


Nimm`s Geld und renn weg

Franco Nero: Erinnerungen einer Italowestern-Legende

Django.jpgFranco Nero ist ein Schauspieler von Weltrang. Der 68-jährige Italiener hat mit den größten Stars und Regisseuren zusammengearbeitet. Claudia Cardinale, Anthony Quinn oder Bruce Willis waren seine Filmpartner. Als «Django» ging er in die Filmgeschichte ein. Er prägte das Genre des Italowestern ähnlich stark wie Clint Eastwood. Mit dem Augustin sprach er über Österreich-Bezüge – und über seine Projekte abseits des «Django»-Kultes, deren Subversivität und Intelligenz es kaum zulassen, das Interesse der Mainstream-Medien zu erregen.


Flüchtlingskunst für Flüchtlingskinder

"Sich nicht weh tun, wenn es einem schlecht geht"

HeimATlos.jpgFür bundesweite Integration der traditionellen österreichischen Eingeborenen mit Flüchtlingen, die in der Politik gerne zur Ablenkung von wirtschaftspolitischen Fragen missbraucht werden: Durch fast alle Bundesländer tourt das Theaterstück „da.Heim.AT.los“. Im Ensemble SchauspielerInnen aus den betroffenen Österreich-Teilen.


"Für mich ist es ein Film übers Leben"

Beruf, Familie, Spital: Bilder vom Alltag mit Brustkrebs

Derflinger.jpgSabine Derflingers neuer Film zeigt ein Porträt zweier an Brustkrebs erkrankter Frauen: der Schauspielerin Frederike von Stechow und der Straßenbahnfahrerin Marijana Gavric. Ein Gespräch über „Eine von 8“.


Wien ohne Chauvinismus

"Roter Oktober" legt im Kabelwerk an

„Roter Oktober“ heißt ein Gerstensaft einer Dresdner Brauerei. Gleichen Namens ist ein Atom-U-Boot, das im Bestseller-Roman von Tom Clancy gejagt wird. Dem nicht genug, tauchte auch noch im Herbst 2007 in Wien ein genreübergreifendes Literaturfestival unter „Roter Oktober“ auf.

Gage an den Sachwalter

Von Tokyo bis Wien: Art brut auf Tisch` und Bänk`

ArtBrut.jpgIm Kunsthaus Wien läuft zur Zeit die Ausstellung „Art brut du Japon“ (bis 18. Oktober) und im renommierten Verlag Holzhauser liegt eine umfassende Publikation mit dem Titel „Kunst von innen. Art brut in Austria“ vor. Grund genug, mit der Herausgeberin Angelica Bäumer und dem Kurator Andreas Hirsch ein Gespräch zu führen.


Porträt eines Urenkels

Anwaltsbüro mit Keyboard und freier Sicht auf`s Porgy

Schrammel.jpgKlaus-Peter Schrammel ist ein Mensch. Nebenbei auch Jazzer. Und ganz nebenbei auch der Urenkel von Johann Schrammel. Als Drahdiwaberl-Altrocker Stefan Weber, bewaffnet mit zwei Pistolen, auf einer Bühne erschien, erwies es sich als günstig, dass Klaus-Peter Schrammel außerdem auch noch Jurist ist.


Wo Linz rebellisch war/ist

Aus der Kulturhauptstadt: Geschichte(n) erfahren mit dem Omnibus

Rebellinnen.jpgVon einem Kampf zum anderen, sechste Station: Altenbergerstraße Nummer 35 in Linz. Alle steigen aus dem roten RebellInnen-Omnibus und begeben sich in ein eigentlich recht unauffälliges Haus. Hier gibt es keine offiziellen Gedenktafeln oder Erinnerungsformen.


ARTISTIN - Büro trafo.K - 15.09.2009 mehr lesen »

Club der toten Dichter

Es lebe die un-sinnige uns-innige Poesie!

Gedichte schreiben muss man so, dass, wenn man das Gedicht gegen das Fenster wirft, das Glas zu Bruch geht. (Daniil Charms)

Am 17. 12. 2001 wartete ich vergeblich auf Christian Loidl, der mich besuchen wollte. Stattdessen bekam ich einen Anruf von einer Bekannten, die, nebenbei bemerkt, Toth heißt und sagte, Christian sei in der gestrigen Nacht aus dem Fenster gefallen und gestorben.

Wo das Schreiben aufhört und das Zeichnen beginnt

Art Brut aus Japan:

Als ihm die Filmkamera zu nahe kommt, klettert Masao Obata in sein Bett mit den dunkelroten Kunstleder-Stützkissen und nimmt sich einen riesigen gelben Teddybären auf den Schoß. „Rot ist die Farbe des Glücks, sie leuchtet lebendig. Sich rot anziehen ist gut, denn dann sehen einen die Leute besser“, tönt es hinter dem Schutzbären hervor. Obata malte heimlich ganze Nächte auf Rillenkartons der Anstaltsküche. Wegen Platzmangels beim Schlafen verbrannte das Personal die roten Bilder, die er im Bett hortete. Art-Brut-KünstlerInnen leben ihre Obsessionen aus, die schon Elias Canetti als „das Beste an sich“ bezeichnete. Rituale schaffen Geborgenheit. Takanori Herai wirkt glücklich und zufrieden mit seinen geheimnisvollen Tagebüchern in ihrer mysteriösen Mischung von Schrift und Zeichnung.

Bilder der Liebe

Über eine nicht alltägliche Form, Film und Musik gemeinsam zu erleben

Musikfilm.jpgUniversalove“ ist eine neue Art von Musikfilm. Erarbeitet von der Band Naked Lunch mit dem Regisseur Thomas Woschitz – der den Film als „große Liebesgeschichte“ verstanden wissen will.


Angst und Lust des Übersetzens

Erhan Altan - ein Vermittler zwischen poetischen Welten

Erhan.jpgWie kommt ein studierter Istanbuler Elektrotechniker dazu, österreichische Avantgarde-Poesie ins Türkische zu übersetzen? Wer mit Erhan Altan über seine Leidenschaft für die Wiener Gruppe und die moderne türkische Poesie spricht, erhält einen Eindruck, welch verrückte Produktivität die Begegnung zweier völlig unterschiedlicher Poesie-Traditionen freisetzen kann.


Gugging, entzaubert...

Die Gugginger Art Brut ist weltbekannt, weniger bekannt ist, wie sie entsteht.

Gugging.jpgDie „Künstlerkolonie“ am ehemaligen Anstaltsgelände der Nervenheilanstalt Maria Gugging unweit Klosterneuburg hat sich gewandelt. Die „alternative“ Kunst aus der Psychiatrie funktioniert heute wie jede andere Kunstrichtung – eine Tatsache, die man in Gugging freilich anders sieht.


ARTISTIN - Dagmar Weidinger - 17.06.2009 mehr lesen »

"Willst du mit mir spielen?"

Interview zu Pawel Althamers Secessions-Projekt

Althamer.jpgKurz vor Eröffnung seiner Ausstellung fand Pawel Althamer Zeit für ein Interview. Während des Projekts war er nicht in Wien.


Das verschwundene Gedächtnis einer Stadt

Wienbibliothek zeigt Kurzbiographien von Frauen

Frauenausstellung.jpgOrte in der Stadt, wo berühmte Männer wohnten oder tätig waren, sind unübersehbar. Man stößt unweigerlich auf Straßen- und Platznamen, Denkmäler, Statuen oder Gedenktafeln, die zu einem großen Teil als männlich geprägte Orientierungspunkte und Erinnerungshilfen fungieren. Doch, wo bleiben die Verewigungen der „berühmten“ Frauen – mit dieser Frage beschäftigte sich die Stadttheoretikerin Elke Krasny und liefert Antworten in einem Buch und in einer Ausstellung der Wienbibliothek.


Weichen auf frei!

Musikarbeiter unterwegs ...mit dem Nowhere Train durch Österreich

MuArb.jpgEin Autor, zwei Filmemacher und fünf Musiker fahren mit dem „Nowhere Train“ von Wien aus durchs Land. Ein Experiment.
Die letzte Großtat der Londoner Band Clash war eine Busking-Tour ihrer letzten Besetzung durch das Vereinigte Königreich, bevor das inferiore Album „Cut The Crap“ (1985) erschien. Als Straßenmusiker spielten sie Clash-Gassenhauer und Cover-Versionen, waren per Autostopp unterwegs und schliefen bei ihren Fans auf dem Boden. Joe Strummer besinnte sich so noch einmal seines früheren Spitznamens Woody, auf den Spuren seines Idols Woody Guthrie. Jener hatte in seinem phantastischen Buch „Bound For Glory“ seine Reisen als Hobo durch die USA der großen Depression dokumentiert, eine so poetische wie akkurate Vermessung eines anderen Amerikas.


Sprechblasen-Guerilla

"Bubble Project" macht selbst Gewista-Flächen lesenswert

bubbles.jpgJi Lee lebt in New York als Designer und Künstler. Das ergibt ein paradoxes Leben: Er entwirft Werbung – und kämpft gegen Werbung an. Letzteres gelang ihm am bemerkenswertesten mit seinem Bubble Project. Er druckte tausende leere Sprechblasen aus und klebte sie auf New Yorker Plakatwände, so dass die Passanten die Möglichkeit hatten, auf die Reklame zu reagieren. Wenn es stimmt, dass Wien die Hauptstadt des Wiener Schmähs ist, sollte die Sprechblasen-Guerilla, eine Spezies der Gattung Street Art, in der Lage sein, Gewista-Plakatwände erstmals lesenswert zu machen.


"Bitte, danke, alles Gute!"

Vier Statements zur Arbeitssituation von PendlerbettlerInnen in Wien

Bettelpendler.jpgIm Visier von Politik, Medien und Polizei sind seit Monaten die Menschen aus der Slowakei, Rumänien, Bulgarien oder anderen südosteuropäischen Ländern, die es – von unvorstellbarer Armut angetrieben – nach Wien zieht, um hier die Lebensgrundlage ihrer Person, meist ihrer gesamten Familie, zu erbetteln. Da sie in der Regel nicht auf Dauer in Österreich bleiben wollen, sondern je nach Herkunftsland im Wochenrhythmus oder für einige Monate hierher kommen, werden sie als PendlerbettlerInnen bezeichnet. Der Augustin befragte vier Frauen mit unterschiedlichem, aber einschlägigem Zugang zu diesem Phänomen, das mit dem Zusammenbruch der Ost-Ökonomien in der aktuellen Krise vollends unübersichtlich wird.


Tod im Museum

Georges Adeagbo aus Benin in einer "selbstherrlichen" Insititution

Adeagbo.jpgKann ein Museum überhaupt gegen Kolonisation auftreten? Oder ist die Ausstellung von Georges Adeagbo im MAK, die den Prozess der Kolonialisierung thematisiert bzw. eine seiner spezifischen Erscheinungen, die Anreicherung der Museen der reichen Länder mit Beutekunst, nicht ein Widerspruch per se? Auf welchem Weg kamen z. B. die wertvollen Teppiche in den Besitz des MAK?



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