Advent! Es wird gebastelt und gemalt, die adele bestickt liebevoll eine Unterhose, der josh spielt Gitarre, die ter wälzt Rumkugeln in Kristallzucker, Tee dampft aus den Tassen, ein Oferl wärmt Körper und Geist, und auf dem Tisch liegen schon ganz viele schöne Geschenke … für euch, liebe Fans. Und fast umsonst.
Von der Lesereise auf die Musikbühne. Eine etwas andere Bandgeschichte. Eine CD, die wir getrost als augustinöses Weihnachtsgeschenk empfehlen können: „Der Herrgott is a Eierspeis aus tausend Eier gmocht“.
Leidenschaftlich, verletzlich und ausbaufähig, wenn er eine große Rolle kriegt, wie als Glücksspielsüchtiger im Kinofilm „Spiele Leben“. Immer mit einer gewissen Vielfältigkeit, aber gleichzeitig eigenständiger Distanz unterwegs, spielt Georg Friedrich derzeit in „Welcome Home“ einen Kieberer, der sich in Ghana an sein Aufnahmegerät klammert, und in „Import, Export“ einen Pfleger, der fröhlich seine Alten ärgert.
Vor 30 Jahren wurde Walter Michael Palmers, Seniorchef des traditionellen Wäschekonzerns, vor seiner Wiener Villa entführt. In den Kommentaren zur Aktion häufen sich Begriffe wie „Treppenwitz der Geschichte“ oder „österreichische Operette“. Ein Aspekt des „Treppenwitzes“ blieb unerwähnt: Ausgerechnet die (in der Selbstdefinition) radikalsten Antikapitalisten der Stadt haben das Bild des zynischen, aalglatten, menschenfeindlichen Großkapitalisten – freilich unfreiwillig – als populistisches Klischee kenntlich gemacht. Auch der nun in den österreichischen Kinos startende Film „Keine Insel – die Palmers-Entführung 1977“ erinnert an die fast liebenswürdige Grandezza des Firmenbosses.
Er war der Meister des gesungenen Worts, seine Lieder setzten Maßstäbe in der deutschen Rockgeschichte: Rio Reiser. Er ging immer seiner Nase nach und beeinflusste so ziemlich jeden mit oder ohne Rang und Namen – von Herbert Grönemeyer bis Einstürzende Neubauten, von Haindling bis Ulla Meinecke, von Annett Louisan bis Söhne Mannheims, von Jan Delay bis Echt.
Schauplatz: Grätzel um die Geiselbergstraße in Wien-Simmering "Da gehört eine Bombe draufgeschmissen. Mit allen Insassen drin." Das ist die dominierende Meinung unter den Kunden des Würstelstands Ecke Schlechtastraße / Gänsbacherstraße. Es geht um das gegenüberliegende Asylwerberheim "Haus Jupiter" des Roten Kreuzes. Aufgrund der Ausländer dort drinnen leben "die Anrainer in Angst", wie die Kronen Zeitung kampagnemäßig berichtet. Deshalb müsse das Heim geschlossen werden, wie Heinz-Christian Strache via Aussendung fordert. Der Standard dazu: „Jemanden zu finden, der persönlich negative Erfahrungen gemacht hat, ist gar nicht so leicht.“ Die Gesellschaft steckt voller Urteile, die sich häufig als Vorurteile entpuppen. Dennoch wird am laufenden Band und aus allen Lagen weiterhin – von oben nach unten - be- und verurteilt.
Eine Neuerscheinung ist zu preisen, deren zugrunde liegende Lebensweisheit ihres Autors manche so genannte 68er über einstige Selbstgewissheiten zu nachdenklichem Lächeln hinreißen wird. Zugleich trübt ein großer Schatten die Freude über den langen Atem einer nonkonformistischen Persönlichkeit.
Der stürmische Wind hat Rock-Viech und Polit-Trash-Guru Prof. Stefan Weber ins Planet Music geweht, zu einer Probe von Roman Gregorys „Alkbottle“, wo er auch zwei Nummern interpretieren wird. Ja, der Frühpensionist und Szenealtmeister ist wirklich äußerst umtriebig: Stargast bei vielen Events, zertrümmert er hier ein Saxophon, dort eine Gitarre, erscheint bei Tochter Monis Modeschauen, hält Lesungen im Rathaus und kümmert sich ums Drahdiwaberl-Programm. Anliegen Nr. 1 ist ihm zurzeit aber die Fertigstellung seines Kinofilms – „Weltrevolution. Der Film“. Sein Lebenswerk quasi, zumindest ein Highlight im schillernden Rock’n’Roll-Leben des Herrn Kapellmeisters. Trotz seiner Parkinson-Krankheit ist er absolut kein Leisetreter geworden, wie auch das Gespräch mit dem Augustin deutlich machte.
Für die mehrteilige Videoarbeit „In The Middle Of The Way“ begleitet die junge polnische Künstlerin Anna Konik (geb. 1974, lebt in Warschau) einzelne Obdachlose verschiedener Städte über mehrere Stunden. So sind bis jetzt folgende Teile entstanden: „Thaddeus“ in Warschau (2001), „Hermann“ in Berlin (2002), „Svetlana“ in Moskau (2005), eine nicht genannte Person in Cleveland (2005), „Gerard“ in Cork (2006), „Hans-Dieter“ in Wien (2006) und „Jenny and Pele“ (Zürich 2007). Die Künstlerin ließ sich von ihren BegleiterInnen an Orte führen, welche diese vorgegeben haben, und unterhält sich dabei mit ihnen.