ico_youare10g.gif ZEITUNGARTISTIN
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Mit dem Satz gegen den Zeitgeist verschworen …

Anstiftungen zum Wiederentdecken von Karl Kraus, Teil 3

Kraus und die Sprache II
„Die Besonnenheit, die es verbietet, in einem Satz zu weit sich vorzuwagen, ist meist nur Agent der gesellschaftlichen Kontrolle und damit der Verdummung.“

Theodor W. Adorno

„Meinungen, Richtungen, Weltanschauungen – es kommt doch zuerst und zuletzt auf nichts anderes an als auf den Satz. Die ihn nicht können, fangen beim Lebensinhalt an, welchen sie infolgedessen nicht haben und welcher da ist, wenn der Satz gelingt.“

Karl Kraus


Die goldene Palme

Musikarbeiter unterwegs – nur weg aus der Südsee

Die Rucki Zucki Palmencombo, eine Band zwischen Hit, Obskurität und Leidenschaft. Liebenswert und wertvoll.

A Good Man of Canterbury

Musikarbeiter unterwegs – per Mail ins UK und retour

Über Robert Rotifer, Musiker und Journalist, Wahlengländer und sein Album „Before The Water Wars“.

Kleine Antworten, große Antworten

Wo Mozart aufhörte, beginnen wir. Ein Gespräch mit Peter Sellars (2.Teil)

Peter Sellars, der Ende dieses Jahres das Festival „New Crowned Hope“ im Rahmen des Mozartjahres verwirklichen wird, sieht Mozarts Werke als Ansatzpunkte für ein sozialkritisches Statement in Form von zeitgenössischen Werken aus vielen Kunstsparten. Stattfinden wird das Festival nicht, wie üblich, nur in Hochkulturburgen, sondern auch im „Integrationshaus“ oder an öffentlichen Plätzen. Dabei sollen soziale Randgruppen wie Flüchtlinge oder Obdachlose eingebunden werden.
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Die Ironie der Verlorenen: L.A.Poverty Department

Wo Mozart aufhörte, beginnen wir. Ein Gespräch mit Peter Sellars (1.Teil)

Als Peter Sellars anlässlich des Mozartjahres eingeladen wurde, ein groß angelegtes Festival zu leiten, rechnete man wahrscheinlich kaum damit, dass sein Konzept keine einzige Note Mozarts beinhalten würde. Stattdessen plant Sellars ein Projekt im Sinne des visionären Mozart, der am Ende seines Lebens von einer neuen, sozialeren Gesellschaft träumte. „Darum wird es Projekte an Plätzen wie Obdachlosenquartieren, Drogenzentren und an den Orten geben, wo die Ärmsten leben. Das hat etwas mit Mozart in Wien zu tun,“ sagt der wie kaum ein anderer in globalen Dimensionen tätige Regisseur im Augustin-Gespräch.

Mit bulgarischem Bazillus

G. Gospodinov über aufgewertete Machos und den Kampf ums eigene Joghurt

Wie passten in Bulgarien Machotum und Sozialismus zusammen? Und Männlichkeit und Turbo-Kapitalismus heute? Der bulgarische Autor Georgi Gospodinov sinniert im Augustin-Gespräch über Machos und Nationalismus im Schatten der EU - und warum Gott und die EU ein Synonym darstellen.

Vom Charme der Peripherie

Wie M. und G. Wild gegen die Kultur-was-brauch-ma-des-Mentalität ankämpften

Nicht, dass früher keine(r ) gelesen, gemalt oder musiziert hätte im 21. Bezirk. Doch noch in den Achtzigern hatten die es verdammt schwer, ein Publikum zu finden. Umgekehrt: FloridsdorferInnen, die Kunst & Kultur suchten, begaben sich „in die Stadt hinein“. In den vergangenen zehn Jahren haben einige Unbeirrte sich als resistent gegen das Vorurteil, in der „Kulturwüste“ Floridsdorf könne man nichts zum Gedeihen bringen, erwiesen. Marietta und Günter Wild zum Beispiel ...

Die "Walls of Fame" im Winter

Graffitiforscher Norbert Siegl lud zum Flanieren ein

Zuerst entschlossen wir uns zu einem Umherschweifen in der Website www.graffitieuropa.org. Ausgestattet mit Basiswissen verlagerten wir das Umherschweifen in die städtische Realität, was einerseits unangenehm war (die Kälte an diesem Vormittag verfluchte jedes Flanieren), andererseits absolut informativ. Denn unser Guide durch die Welt der Tags und Pieces war der Betreiber der Website, der auch international bekannte Graffitiforscher und -dokumentarist Norbert Siegl.

Keine Minute Lohnarbeit

Branko Andric (1942–2005)

Branko Andric ist tot. Jener Branko Andric, dessen Augen noch vor neun Monaten von der Titelseite des Augustin schlau herunterlächelten. Als Headline hatten die Redakteure den Titel eines von Brankos Gedichten „"Mamin mali seksualnac“" gewählt, dessen deutsche Übersetzung „"Mamas kleiner Sexueller“" sich etwas holprig ausnahm, aber – –den Gesetzen des Sensationsjornalismus folgend – neugierig machte.

Sie lesen, als ob sie beteten

Nigerianische Dichter in Wien und (unfreiwillig) in den Bergen

Das literarische Klima in Wien und Graz wird im letzten halben Jahr ziemlich aufgeheitert dank nigerianischer Dichter, die hier leben, aber in der eigenen Tradition schreiben. Sie schreiben auf Englisch, Poetry, manchmal auch Kurzgeschichten –– und es wäre schade um diese Gedichte, wenn man sie inkompetent ins Deutsche übertrüge.
ARTISTIN - Ruud van Weerdenburg - 15.12.2005 mehr lesen »

Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" weitete sich aus

Brot für alle, Spiel für alle

Die Aktion „"Hunger auf Kunst und Kultur"“ ist eine Kooperation der österreichischen „Armutskonferenz“ mit diversen VeranstalterInnen im kulturellen Bereich. Sie ermöglicht sozial Schwachen einen Gratiszugang zu Theater, Musik, Film oder Museum. Wenn der Staat seiner Pflicht nachkäme und sich darum kümmern würde, dass nicht immer mehr Menschen „draußen aus dem Spiel“ bleiben, würde sich die Aktion erübrigen ...

Darf ich ihnen noch einen Toten anbieten?

Arbeitsjournal eines Theaterexperiments, Teil 5

Am 4.2.1995 wurden vier Männer ermordet, weil sie Roma waren. Eine Sprengfalle, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt, tötete Karl und Erwin Horvath, Peter Sarközy und Josef Simon. Mit der Inszenierung von Elfriede Jelineks „"Stecken, Stab und Stangl“" möchte ein interkulturelles Ensemble unter der Leitung von Tina Leisch an dieses Attentat erinnern.

Zwischen Galata und Galway

"Nim Sofyan" als Botschafter des rotweißroten Musiklebens

"Edelweiß, Edelweiß..." Es soll ja immer noch Menschen auf diesem Planeten geben, die den kitschigsten Song aus der Geschichte des Kitsches, bekannt durch die Hollywood-Verfilmung der Trapp-Familiengeschichte „"The Sound of Music"“, für die österreichische Nationalhymne halten, genauso wie die AustralierInnen fälschlich mit „"Waltzing Matilda“" identifiziert werden. Dabei ist „Edelweiߓ nicht einmal Musik aus Österreich. Aber düm tek ist Musik aus Österreich, echt ...

Entjubelung mit Jelinek

Arbeitsjournal eines Theaterexperiments. Teil 1.

Am 4. 2. dieses Jahres war es zehn Jahre her, dass Erwin Horvath, Karl Horvath, Peter Sarközi und Josef Simon in Oberwart ermordet wurden. Vor fünf Jahren erhängte sich der Täter Franz Fuchs in seiner Zelle. Für die Öffentlichkeit war der Fall damit erledigt. Nicht aber für diejenigen, die auch heute noch Entwürdigung per rassistischem und antiziganistischem Zeitungs- und Alltagsjargon erleben. Tina Leisch inszeniert aus diesem Anlass Elfriede Jelineks “"Stecken, Stab und Stangl”" und gibt Augustin-LeserInnen in den kommenden Ausgaben Einblick in eine neue Form von Theaterarbeit.

Ausdauernd, wie man ihn nicht kennt: Sechs Jahre an einem Buch

Franzobels neue Seiten

Wer glaubt, dass gute Literatur und schneller Trash ein Widerspruch sein müssen, kennt den Schriftsteller „Franzobel“ (noch) nicht. Nach dem viel beachteten Stück „Hunt oder Der totale Februar“, über die Bürgerkriegswirren 1934, legt er nun sein bisher größtes Werk in Buchform vor: „Das Fest der Steine oder Die Wunderkammer der Exzentrik“.

Dieter Schrage zur umstrittenen Sommer-Ausstellung in der Neuen Galerie Graz

Die Rote Armee Fraktion als Kunst-Werk

Bis 28. August ist in der Neuen Galerie in Graz die aus Berlin kommende Kunstschau „"Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF-Ausstellung"“ zu sehen. Dieter Schrage, der in der zweiten Hälfte der 70er Jahre im Zusammenhang mit der Ermordung des deutschen ArbeitgeberInnenpräsidenten H. M. Schleyer in eine österreichische RAF-Sympathisanten-Diskussion verwickelt war, hat die Berliner Ausstellung besucht. Für den Augustin berichtet er über die teilweise hysterischen Reaktionen; die Grazer Ausstellung wird nicht ganz so starke Emotionen hervorrufen, prophezeit Schrage.

Chris Eckman & The Walkabouts

Ein Amerikaner der Vernunft

Die Seattler The Walkabouts existieren seit über zwei Jahrzehnten. Als ZeitgenossInnen späterer Grunge-Superstars haben sie einiges erlebt, vom Major-Deal bis zur Arbeit mit Andre Heller. Zum neuen Album „Acetylene“ sprach Rainer Krispel mit Chris Eckman, Mastermind der Band.

Das wird ein Fest

Geboren in Multi-Kultistan

PISA hin, Stundenkürzungen her: Der hohe Anteil so genannter „AusländerInnen“ an Wiens Schulen mindert nicht deren Qualität, er ist eine Bereicherung. SchülerInnen der Rainergasse bringen das bei ihrem multikulturellen Spielefest am 23. Juni im St.-Johann-Park zum Ausdruck. Margarete Windsperger, engagierte Lehrerin, verwaltet den „Sozialfonds“ der Schule und gehört einem Team von KonfliktreglerInnen an.
ARTISTIN - flom - 15.06.2005 mehr lesen »

Interview mit der Neomillionärin, Dichterin und politischen Aktivistin El Awadalla

Blaue Buchtln, orange Buchtln

Im Frauencafé in der Lange Gasse waren sich die Besucherinnen einig: Super, dass eine politisch so aktive Frau wie die El gewonnen hat! Hunderte von Gratulationsmails und so nette SMS habe sie gekriegt, erzählt El Awadalla und nimmt die Gelegenheit des Augustin-Interviews gleich zum Anlass, sich bei allen GratulantInnen herzlich zu bedanken. „Auf der Gass’n gratulier’n mir immer noch die Leut’, obwohl’s jetzt schon acht Wochen her ist. Da kommen die Kids und fragen: ‚Sind sie diejenige, die in der Millionenshow gewonnen hat? Cool!’“

Postkommunistischer Groove im charmanten Labyrinth: der Konzertclub OST

Demnächst vielleicht ein Kasachstan-Boom?

Die russischen Besatzungssoldaten hätten sich anno 1945 sicher gefreut über einen “Kalaschnikow-Club” in Wien, gleich neben dem Russendenkmal am Schwarzenbergplatz. Eher erstaunt hätten vermutlich die Einheimischen reagiert. Umso mehr, wenn sie gewusst hätten, dass ihresgleichen dort fünfzig Jahre später den für viele damals “ungezähmten” Osten enthusiastisch huldigt und das Tanzbein zu Livemusik aus Moskau, Kiew oder Belgrad schwingt.

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