ico_youare10g.gif ZEITUNGTUN & LASSEN
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Würde und Wellblech

Otjivero, Namibia: Erstes Grundeinkommen weltweit

Für den herkömmlichen Journalismus sind Informationen aus Afrika nur dann interessant, wenn sie Katastrophen, Kriege und Machtmissbrauch betreffen. Eine Inflation von Bildern weißer Retter, umringt von schwarzen Geretteten, komplettiert das Afrika-Image, das die Medien erzeugen. Dass die BewohnerInnen von Otjivero, Namibia, seit Jänner 2008 ein Grundeinkommen in der Höhe von monatlich umgerechnet 8 Euro ausbezahlt bekommen, langweilt den Mainstream-Sensationsjournalismus. Von ihm wird man kaum erfahren, wie vielversprechend die ersten Erfahrungen sind. Rev. Dr. Claudia Haarmann, Koordinatorin der dahinter stehenden Basic Income Grant Coalition und Mitarbeiterin des Desk for Social Development der Evangelischen Lutherischen Kirche, sprach in Windhoek mit dem Augustin.

Pfarrer Hennefeld und die "Fremden"

Besser ein stummes Minarett als der Lärmterror der Christenkirchenglocke?

Hennefeld.jpgFaymanns Versprechen, mit FPÖ-Strache keine Koalition einzugehen, hat den Wert von Wahlversprechen. Der selbst ernannte Retter Wiens vor dem Islam kann, wenn überhaupt, nur von unten gebremst werden. Zum Beispiel bräuchte es mehr Kirchenführer vom Schlage Thomas Hennefelds, des Landessuperintendenten der Evangelisch reformierten Kirche. Im Augustin-Gespräch betonte Hennefeld das absolute Recht der Muslime, Moscheen samt Minarette zu bauen. Inzwischen hätten ja selbst die evangelischen Konfessionen das Recht, Kirchen mit Glocken und Türmen zu errichten …


"Ich such die zweite Fremde`"

Erst im anatolischen Wien kam Kamer zu seiner Saz

Kamer__jpg.jpg28 Jahre lebt Kamer in Wien. Viele kennen ihn als Wirt des Lokals „Epos“. Manche kennen seine Liebe zur Saz. Wer ihn singen und spielen hört, muss denken, dass Kamer mit den Saiten der Saz aufgewachsen sei. Weit gefehlt. Erst in der großen anatolischen Stadt namens Wien erwarb Kamer sein erstes Instrument.


Gönn dir einen Schluck Freiheit

Zwei Wiener Kurden irritieren mit ihrem Bier den türkischen Staat

KurdBier.jpgAli Can, Journalist, und Nurettin Keske, Gastronom, stammen aus derselben Gegend des Kurdengebiets im Osten der Türkei. In Wien, wo die kurdische Diaspora „nur“ etwa 30.000 Seelen umfasst, lernt man einander rasch kennen, wenn man aus denselben Bergen kommt. Die Berge trägt man auf der Zunge wie bei uns die Täler, so ist das immer noch mit den Dialektfärbungen. Nurettin Keske, der in Wien aufwuchs, und Ali Can, der 1988 emigrierte, hatten noch etwas gemeinsam, was der führenden politischen Klasse der Türkei suspekt ist: null Bock, ihre kurdische Identität zu verstecken.


"3 Monate nur für die Polizei gearbeitet!"

Cristina N. bettelt in Wien, um sich die Augenoperation zu leisten

BettlerinNEU_1.jpgCristina N. aus Rumänien hat ein auf fünf Jahre befristetes Aufenthaltsverbot erhalten, das nach dreimaligem Verstoß gegen den § 2 WSLG – das ist der Wiener Bettelei-Paragraph – verhängt wird. Ein Aufenthaltsverbot für eine EU-Bürgerin ist zumindest kurios. Wäre die „öffentliche Sicherheit“ tatsächlich durch eine Bettlerin gefährdet, müsste der gesellschaftliche Zustand als krank beschrieben werden. Weiteres Kuriosum im Krieg der Behörden gegen die Armen aus Osteuropa: behördliche „Bettlerin“-Vermerke in den Reisepässen.


Mädchenspielplatz?

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Beserlpark.jpgNur im Internet wird der Mortarapark im 20.Bezirk, Nähe Traisengasse als Mädchenspielplatz bezeichnet. Ohne geschichtlichen Hintergrund ist vor Ort davon nichts zu merken. Oder doch?
Denn wer den vermeintlichen Haupteingang betritt und interessiert die Parkhinweistafel überfliegt, wird kurz beim Lesen ins Stocken geraten. Ein gegendertes Wort sticht ins Auge. Geschrieben steht: „In Erinnerung an den Sieg der ÖsterreicherInnen unter Erzherzog Albrecht in Mortara. (...)“


"Wir haben die Wahlmöglichkeit"

Warum Josef F. für seine Taten verantwortlich ist ...

Erzeugt Gewalt automatisch Gewalt? Ob Überlebende von Gewalt in der Kindheit wieder zu Tätern werden, hängt davon ab, ob sie sich von den Übergriffen distanzieren oder das Modell der Ausbeutung von Schwächeren übernehmen. Die Psychotherapeutin Rotraud A. Perner analysiert die Mythenbildung rund um Josef F.

Soziale Arbeit als Geben & Nehmen

Sonja Hopfgartner bringt "Ganslwirt"-Erfahrungen in den Augustin ein

Sonja.jpgDonauabwärts, von Linz nach Wien. Biografisch folgte Sonja Hopfgartner der Stromrichtung. In anderen Belangen schwimmt sie gegen den Strom. Darum fühlt sie sich beim Augustin, wo sie seit 1. Mai dieses Jahres als Sozialarbeiterin tätig ist, gut aufgehoben. In einem selbst organisierten, nicht von der Gemeinde Wien ausgehaltenen und deshalb autonomen Projekt wie dem Augustin könne ein sozialarbeiterisches Konzept verwirklicht werden, das selbst die Hilfesuchenden ermuntert, selbstständig gegen den Strom zu schwimmen ...


Ich arbeite als Prostituierte

Stephanie Klee über die Hurenbewegung in Deutschland und über ihren "Test" im Stuwerviertel

Hurentag.jpgSeit 1976 wird alljährlich der internationale Hurentag begangen. Damals besetzte eine große Gruppe von Sexarbeiterinnen eine Kirche in Paris, um auf ihre fehlenden Rechte bezüglich ihrer Arbeitssituation aufmerksam zu machen. Über die derzeitigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen führten wir ein Gespräch mit Stephanie Klee.


Befremdendes

eingSchenkt

„Ausländerfeindlichkeit“ hat nur indirekt mit „Ausländern“ zu tun. Ob Ottakring oder das „ausländerfreie“ Kaisermühlen in Wien, die Ablehnung ist gleich hoch. Im ehemaligen Ostdeutschland ist Ausländerfeindlichkeit um ein Wesentliches höher als in Westdeutschland. Nur gibt’s im Osten kaum „Ausländer“. Ablehnung und „Ausländerfeindlichkeit“ sind Machtspiele um die Rangordnung in der Gesellschaft. Zum Ausländer wird, wer auf sozialer Distanz gehalten werden soll.

Sex am Rande

Die neue Augustin-Serie: Über die Grenzen von Lust & Liebe

Sex.jpgWie es amerikanische Bobos treiben, wissen wir seit „Sex and the City“. Doch die Wege von Lust & Liebe kennen keine Grenzen und führen manchmal an den Rand der Legalität, der Moral, der Gesellschaft. Oft mit psychosozialen Folgen für jene, die abseits des Mainstreams lieben. Johannes Wahala und Elisabeth Cinatl von der Sexualberatungsstelle Courage klären auf.


TUN & LASSEN - Anders Lust - 04.06.2008 mehr lesen »

Das Ende vom Lied?

Die Wiener Stadtmusikanten. Eine Phantasie über die Straßenkunst

Stra__enmusik.jpgUnlängst äußerte Frau Doktor Stenzel, Bezirksvorsteherin von Wien 1, in einem Interview, sie könne sich durchaus vorstellen, dass eine „Fachjury“ eine Auswahl potenzieller Straßenmusiker bei einem Vorspiel oder Vorsingen treffen könne. Eine doppelte Hommage an die – ausgerechnet im Stadtzentrum einer angeblichen „Musikmetropole“ schikanierten – StraßenkünstlerInnen.


Strafpolitik statt Sozialpolitik

"Nulltoleranz" oder die Säuberung des Öffentlichen Raums

Nulltoleranz.jpgKriminalität und Gewalt ist ein Problem großer Städte; in allen Kulturen zu allen Zeiten. Das Ausmaß von Gewalt und Verbrechen hängt aber immer auch mit Reichtum und Armut zusammen. Wachsende Ungleichheit und Armut haben Einfluss auf Kriminalitätsfurcht und Unsicherheit in den Gesellschaften. So weisen Länder mit einer großen Kluft zwischen Arm und Reich in der Regel auch höhere Verbrechensraten auf. Die Wiener Hysterie um die imaginäre Bettlermafia zeigt, dass die „Nulltoleranz“-Ideologie erfolgreich die Route über den großen Teich gefunden hat.


Biologische und soziale Sphären

Beserlpark-Report 1

Beselpark.jpgWo kann man sitzen, schreien, liegen, schlafen, quietschen, essen, rauchen, trinken, lesen und unbedenklich unbegründet stehen bleiben? Im eigenen Garten, würden die sagen, die so einen Flecken Grün besitzen. Der urbane Mensch muss etwas nachdenken, bis ihm einfällt, dass es so ein Angebot auch in UNSERER Stadt gibt.


In manchen Pässen: Vermerk "Bettlerin"

Betteln als Beruf? Teil 2

BettlerInnen_1.jpgIst Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Der Augustin brachte in der vorigen Ausgabe, 226, den ersten Teil des Interviews mit der Bildungswissenschafterin Marion Thuswald, das hier fortgesetzt wird. Sie sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen. Eine Erkenntnis: Nicht eine imaginäre „Mafia“, sondern die Polizei nimmt den Bettlerinnen das Geld ab. Thuswald entwickelte eine ungewöhnliche Forschungsperspektive auf das Thema, die bettelnde Frauen nicht nur als passive Opfer wahrnimmt.


Shit passiert, UEFA kassiert

Nix gegen Fußball – aber alles gegen die unterwürfige Auslieferung der Stadt

StadtAnUefa.jpg1991 gab es in Wien eine Volksbefragung über die Abhaltung einer Weltausstellung. Zwei Drittel der WienerInnen stimmten dagegen. Die Angst vor der Veränderung der Stadt durch solch eine Großveranstaltung war zu groß. Um diesen Sorgen nicht noch einmal ein Ventil zu bieten, wurde über die Durchführung der Fußballeuropameisterschaft 2008 kein Volksentscheid durchgeführt. Dafür ist zu befürchten, dass die WienerInnen, aber auch viele andere ÖsterreicherInnen jetzt erleben werden, wovor sie vor 17 Jahren – wohl zu Recht – Angst gehabt haben.


TUN & LASSEN - Marcel Kneuer - 08.05.2008 mehr lesen »

Betteln als Beruf?

Frauen mit Überlebenskompetenz und "Habitus des selbstbewussten Leidens"

Betteln.jpgIst Betteln Arbeit? Oder gar ein Beruf, der spezifisches Wissen und kontinuierliches Lernen erfordert? Marion Thuswald sprach mit Bettlerinnen auf Wiens Straßen und entwickelte eine neue und ungewöhnliche Forschungsperspektive auf das Thema, die die Frauen nicht nur als passive Opfer ihrer sozialen Schieflage wahrnimmt.


Katastrophe Wohnungsmarkt

Über Mietrechts- und wohnpolitische Fragen …

tun_IraschkoSchlager.jpgLeistbares und zeitgemäßes Wohnen wird immer öfter zur Traumvorstellung vieler Menschen. Teuerungen bei Lebensmitteln und Energie sind nicht ohne, aber regelrechte Preis-Explosionen gab es in den letzten gut 15 Jahren am Wohnungsmarkt. Zu verdanken ist es der Mietrechtsreform aus dem Jahr 1994 und dem fehlenden öffentlichen Wohnbau. Doris Schlager und Josef Iraschko von der überparteilichen MieterInnen-Initiative berichteten dem Augustin Haarsträubendes vom Immobilienmarkt und machten Vorschläge zu einer Mietrechtsreform.


Was treibt die Roma auf die Straßen Wiens?

Wenn die Massenmedien in Österreich zum journalistischen Brauch übergingen, Hintergrundinformationen zu laufenden Aufreger-Themen zu liefern, z. B. zur Debatte um die Kinder der BettlerInnen, würde die Neuauflage des verwurzelten Antiziganismus („Zigeunerhass“) auf Schwierigkeiten stoßen: auf eine aufgeklärte Öffentlichkeit. Diese würde auch durchschauen, dass wer von Bettlermafia oder Kindermissbrauchern redet, die Roma meint.
TUN & LASSEN - - 09.04.2008 mehr lesen »

Was hat Fußball mit Betteln zu tun?

SP, VP, FP einig gegen die Ärmsten der Armen

Am 28. März beschloss der Wiener Landtag eine Novelle des Wiener Landes-Sicherheitsgesetzes. SPÖ, ÖVP und FPÖ stimmten geschlossen dafür, allein die Grünen sprachen sich dagegen aus. Die Stadt hatte es eilig – es wurde sogar eigens ein Sonderausschuss einberufen, um die Umsetzung bis Anfang Juni hinzukriegen. Ist die öffentliche Sicherheit in Gefahr?

Panorama ist auch eine Art zu denken

Palästinenser, Beduinen oder Hirten, ganz klein am Horizont ...

Den Blick von weitem oder von oben auf bestimmte Menschen herab, die als Teil der Landschaft dargestellt werden, liebten europäische Panorama-Fotografen im 19. Jahrhundert in Palästina. Dem israelischen Künstler Tal Adler schauen seine Foto-Subjekte genau ins Auge. Dem Augustin erzählte er über seine Arbeit in den offiziell nicht anerkannten Beduinendörfern in Israel.

Ein suspekter Freund der Alliierten

Die Faszination des Sammelns (1)

Prause.jpgMöglicherweise weiß niemand in Kanada, dass im vielleicht seltsamsten Privatmuseum Österreichs, der Sammlung Erwin Prauses im Weinviertler Dorf Kleinebersdorf, in einer speziellen Ausstellungseinheit ein junger kanadischer Soldat geehrt wird. Er saß in einem B24-Bomber der US Air Force, der am 12. März 1945 von einer deutschen Flak im nördlichen Weinviertel zum Absturz gebracht wurde. Das Pfeifenmundstück des Soldaten, die roten Socken, die er an seinem Todestag trug, und Trümmer des viermotorigen Flugzeugs sind ausgestellt. Die braunen Fliegerstiefeln fehlen. Einheimische hatten diese von den Füßen der Leiche gestreift, ist einem Begleittext zu entnehmen.


Hanseatische Ingewahrsamnahme

Besuch in der Hamburger "Zentralambulanz für Betrunkene"

Zu viel hinter die Binde gekippt – und damit in einem „die freie Willensbildung ausschließenden Zustand“, die eine „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ und das „eigene Wohl“ darstellt: Für diese Klientel gibt es in Hamburg, einmalig im deutschsprachigen Raum, eine spezielle Zentralambulanz.

Hausherr is watching you

Wien hat den elektronischen Blockwart erfunden

Eine Volksbefragung „Wollt ihr die Video-Überwachung der Ausländer in den Gemeindebauten?“ ist ebenso sinnvoll, das Ergebnis ebenso vorhersehbar wie eine Volksabstimmung über die Wiedereinführung der Todesstrafe. Der Unterschied: Die Videoüberwachung von Müllräumen in Wiener Gemeindebauten gibt es wirklich, angeblich weil es das Mieter-Volk begehrt.

Gründet eine Arbeitslosenkammer – aber schnell!

Über die Vision, "in Augenhöhe" mit AMS und Regierung zu verhandeln

Arbeitslosenkammer.jpgDie Unternehmer haben eine, auch Ärzte, Anwälte, Bauern, Arbeiter und so weiter, eigentlich ist jeder in einer Kammer. Keiner liebt sie. Jeder ist gegen Zwang. Da ist es eine Überlegung wert: Was, wenn die Arbeitslosen ebenfalls so eine Organisation hätten? Eine möglicherweise irritierende Überlegung von Erich Félix Mautner. Ein Ansatz, der Diskussionen hervorrufen wird. Der Augustin wird diesen ausreichend Platz bieten ...


Kurs-Trägerverein plant Klage

AMS schloss Sprachkurs für Migrantinnen wegen "Substandard"

Deutschkurs.jpgDas siebente Jahr seiner Existenz ist das schwärzeste Jahre des Vereins „Zentrum Döbling“. Dabei hatte das sechste Jahr so vielversprechend geendet: Im Dezember 2007 war das AMS an den auf Fremdsprachenvermittlung spezialisierten Verein herangetreten, ob er nicht als Partner für seine „Integrationsinitiative Deutsch 08“ zu Verfügung stünde. „Zentrum Döbling“ stand zur Verfügung: Schon am 14. Jänner 2008 startete, im Auftrag des AMS, ein Deutschkurs für mehr als hundert Migrantinnen. Doch genau ein Monat später erklärte der Auftraggeber den Kurs für beendet. „Wir haben keine andere Wahl als eine Klage gegen das Arbeitsmarktservice“, sagte „Zentrum Döbling“-Mitarbeiterin Constanze Millwisch dem Augustin.


Erinnern Sie sich an das Schneechaos?

Schneechaos.jpg„Osteuropäer verursachen Schneechaos“, diese Botschaft macht im vergangenen November die Runde, verbreitet von Klatschmedien und Politikern aller Coleurs. „Kronen Zeitungs“-Ostfrontberichterstatter Gregor Brandl läuft zu seiner Hochform auf:
„Tausende Lenker stundenlang im Schneesturm gefangen, weinende Kinder und Kälte – der Schrecken rund um das Schneechaos vorletzte Woche auf der Außenringautobahn in Niederösterreich steckt auch heute noch vielen Lenkern in den Knochen."


Mindestsicherung: Entscheidende Fragen

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Wir bleiben dran. Die Verhandlungen zur so genannten Mindestsicherung werden konkreter. Was steht drinnen? Und was nicht? Was kann diese Mindestsicherung und was kann sie nicht?

Wien ist anders. Die Wiener Punks sind es auch!

In der Johnstraße wird "betreutes Wohnen" für Betreuungsunwillige geprobt

Pankahyttn.jpg„Wir sind linksradikal und hedonistisch. Das heißt, wir sind gegen alles und haben Spaß dabei“, steht auf Seite 1 des Programmblattes, das beim Eröffnungsfest der Pankahyttn ausliegt.


"Es gibt nur ein Wir und Ihr"

Themen wie Feminismus und Islam schreien nach cleverem Journalismus

KlischeeIslam.jpgEs macht einen riesigen Unterschied, ob unter der großen Überschrift „Islam“ zum Thema „Religion & Kultur“ oder über soziale Rechte auf Arbeit und Bildung diskutiert wird. Und ob mit dem Schlagwort „Kulturen“ historische gewachsene, soziale Kulturen oder so genannte „fremde Kulturen“ gemeint sind. Vor allem für Frauen und Mädchen.


Acht Stufen tiefer

In den Gewölben der "Gruft" unter der Mariahilferkirche

Gruft.jpg„Jeder Tag, jeder Atemzug ist ein Geschenk. Das Unbarmherzigste, das es gibt, ist die Uhr: Alles was links vom Zeiger ist, kommt nie, nie wieder.“ Worte, die ohne weiteres dem Lebensgefühl des Barock zugeschrieben werden können, welches sich durch eine stete Ambivalenz auszeichnet. Ein Schwanken zwischen Lebensgier und Todesangst. Zwischen Streben nach Prunk und Pomp in der herrschenden Oberschicht und der erschütternden Armut in großen Teilen der Bevölkerung.


Guter Rausch braucht gute Stimmung

In eigener Sache: Warum die "Sparküche" temporär zur Hexenküche wird

Muskatnuss.jpgMit dem Kapitel über die Muskatnuss (Seite 23) verlässt Christa Neubauers traditionelle Augustin-Kolumne „Sparküche“ in den kommenden Ausgaben ihren gewohnten inhaltlichen Rahmen. Die Autorin erläutert ihren „Seitensprung“:


Schwarze Pädagogik

Die Maßnahmen des AMS. Oder: Fußfesseln für Arbeitslose, erster Teil

tun_AMS_Kritik__GalinaToktalieva.jpgWer früher ohne Job war, war ein Versicherungsfall und wurde am Arbeitsamt wie ein Versicherungskunde behandelt – im Großen und Ganzen höflich, zuvorkommend, jedenfalls ohne Repressalien. Heute aber – wo sich das Arbeitsamt Arbeitsmarktservice (AMS) nennt und die Arbeitslosen großspurig als „Kunden“ tituliert werden, begegnet man ihnen als Schuldigen, als Renitenten, die zur Räson gebracht werden müssen, die gegängelt werden dürfen.


Meinung kostet Geld

"Nur eine Stadt mit wilden Plakaten ist eine gute Stadt"

tun_Plakatierverordnung2__mario.jpgWem gehört der öffentliche Raum? Karl Kraus hatte 1927 noch die Möglichkeit, den damaligen Innenminister Schober in einer Plakataktion zum Rücktritt aufzufordern. Wer heute den Innenminister spontan mit einer nicht angemeldeten Plakataktion zum Rücktritt auffordern will, begibt sich ins Kriminal.


Die Würde des Irreseins

"Patiëntenvertegenwoordiging Uilenspiegel": Der Bund der Verrückten

tun_MadPride1__indymedia.be.jpg
MindFreedom, eine Bürgerbewegung für die Rechte psychisch Kranker, kommt über Amerika und Afrika langsam nach Europa. In Brüssel fand die erste kontinentaleuropäische Mad-Pride-Parade statt.


TUN & LASSEN - Klaus Federmair - 21.11.2007 mehr lesen »

Gemeindewohnungsvergabe: 5 Jahre Leben auf der Straße sind ...

... "kein anrechenbarer Umstand"

tun_BetreutesWohnen__mario.jpgAttila M., 47 Jahre alt, Augustinverkäufer vor der Volkstheaterpassage, lebt nach der dritten Scheidung seit fünf Jahren auf der Straße. Eine Bucht in der Lobau oder die Toilette eines türkischen Copa-Kagrana-Wirten auf der Donauinsel waren seine „Adressen“, der Schlafsack sein „Dach überm Kopf“. Zur Zeit übernachtet er in der längst winterlich überfüllten „Gruft“ unter der Mariahilfer Kirche. Aus Platzmangel schläft er sitzend, den Kopf auf die Tischplatte gelegt. Wenn der fünfte Winter vorbei ist, wird er wieder auf der Insel leben. „Mangels Vorliegen eines anrechenbaren Umstandes“ könne er nicht für eine Gemeindewohnung vorgemerkt werden, erfuhr er dieser Tage von der MA 50.


Asyl-Heime sind Pulverfässer

Nach dem Fall Maklele: "Ich stelle die derzeitige Flüchtlingsbetreuung in Frage"

asyl_heime.jpgMaklele Dennis wollte nicht mehr leben, „weil die Österreicher die Afrikaner hassen“. Eine ehemalige Flüchtlingsbetreuerin des 18-jährigen afrikanischen Asylwerbers, der in Steyr lebt, kritisiert eindringlich, dass die derzeitigen Zustände in den Flüchtlingsheimen für AsylwerberInnen und BetreuerInnen nicht aushaltbar sind. Ihre Wunschvorstellung beinhaltet direkte Kontakte zwischen Flüchtlingen und Bevölkerung, um Rückhalt zu geben.


"Ich bin auf die Nerven gegangen"

Interview mit Dr. Werner Vogt (Teil 1)

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„Alles, was hier gesagt wurde, ist eine Lüge. Wurscht, welchen Zipfel Sie zusammenpacken, es ist alles falsch, was da gesagt wurde. Auch was kommen soll – alles falsch.“ Der Unfallchirurg Dr. Werner Vogt, bis Ende 2006 Pflegeombudsmann der Stadt Wien und Mitinitiator des Sozialstaatsvolksbegehrens, über Ärztestreik, Pflegeskandale, Ökonomiediktat, freien Markt und Zudrehen der von ihm gegründeten Wiener Pflegeombudsstelle.


Vormoderne Zwangsgemeinschaft

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„Integration“ sagt man. Nicht nur in der Diskussion um Migration, auch bei Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen ist es ein geflügeltes Wort geworden. Allerdings kommen langsam Zweifel an der herrschenden Verwendung des Integrationsbegriffs auf. Denn die Vorstellung einer umfassenden Integration von Menschen in ein Gesellschaftssystem ist eine vormoderne Idee. Hier wurde die Zugehörigkeit von Personen zu einer bestimmten Gesellschaftsform – zu einer Familie, einem Dorf, zum Adel, Klerus oder Bauernstand bereits durch die Geburt festgelegt und bestimmte die Lebenschancen der Menschen nachhaltig: Einkommen und Vermögen, Bildung, soziale Kontakte und Heiratsmöglichkeiten.

Revolte in der Erziehungsanstalt

Zurichtung der Jugend: Die harte Tour ist schon einmal gescheitert

Am 19. November 1952 rebellierten 400 Jugendliche in der „Bundesanstalt für Erziehungsbedürftige“ in Kaiser-Ebersdorf gegen die unmenschlichen Zustände in dieser Verwahranstalt für nicht angepasste Kinder und Jugendliche. Sie setzten damit ein Zeichen und gaben den Anstoß für den Beginn eines sehr mühsamen Reformprozesses im Jugendstrafrecht. Der Beginn der Bewährungshilfe ist eng mit diesem einzigartigen Ereignis der Nachkriegsjahre verbunden.

Nicht ohne meinen "Arco"

Wenn man keine Wohnung, aber einen Hund hat

ObdachlosHund.jpgNur wenige Einrichtungen für Wohnungs- oder Obdachlose erlauben das Nächtigen mit Haustieren. Der Augustin befragte Betroffene zu Herbergssuche mit Hund und VertreterInnen von progressiven Obdachloseneinrichtungen, warum sie Tiere erlauben würden. Darüber hinaus sollen noch zwei Beispiele das Vorurteil, Obdachlose könnten unmöglich gut für einen Hund sorgen, widerlegen.


Leistbare Pflege

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Das Pflegegeld reicht nicht aus, um die notwendige Pflege zu decken. Bei Pflegestufe IV, das bedeutet mehr als 160 Stunden Pflegebedarf im Monat, liegt der Deckungsgrad zwischen 9 und 26 Prozent. Das hat der Rechnungshof gerade veröffentlicht. Weit mehr als zwei Drittel müssen die Betroffenen also selbst aufbringen. Wer kann sich das leisten?

Von "Ganz unten" ins Call-Center

Günter Wallraff im Wien Museum

Vor etwa 20 Jahren ist es um den Aufdeckungsjournalisten Günter Wallraff still geworden. Nun macht er wieder Schlagzeilen: Als er eingeladen wurde, in einer Moschee zu lesen, kündigte er an, dass er die Einladung annehmen werde, um aus Salman Rushdies „Satanische Verse“ vorzutragen. Und er erkundete am Telefon die neue Arbeitswelt der Call-Centers.
Der Augustin traf ihn im Rahmen der Ausstellung „Ganz unten“ im Wien Museum.

Windschutzscheibenkleister

Der Autofreie Tag „funktioniert in einer Millionenstadt nicht“!?

Autofrei.jpgUnter dem Motto „autoFREIzeit“ wird am 22. September in mehr als 1300 Städten weltweit der 12. Autofreie Tag gefeiert. Von der Wiener Stadtverwaltung wird dieser Feiertag für FußgängerInnen und RadlerInnen, wie bereits in den vergangenen Jahren auch, „nicht einmal ignoriert“.


Kapitale Möglichkeiten

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Republik heißt res publica, unsere gemeinsame Sache. Reichtum ist etwas Privates, was jemandem alleine gehört. Reichtum ist aber auch all das, was einfach da ist. In Texten der Antike war diese Unterscheidung präsent. Die Herde der Tiere als mein privater Reichtum. Und die Tiere, die die Früchte der Erde herbeitragen: Wein, Trauben, Korn, Wasser und duftende Öle.

Die frommen Grundstückspekulanten

Augustin besucht von „Augustiner Chorherren“ Brüskierte

Grundstueck.jpg Wer besitzt das „rote“ Floridsdorf? Ein Drittel seiner Fläche gehört den „Augustiner Chorherren“ des Stiftes Klosterneuburg. Sie sind die weitaus größten privaten Grundbesitzer im Arbeiterbezirk. Und weil der Grundbesitzer der „natürliche Feind“ des Besitzlosen ist, bleiben soziale Konflikte nicht aus. Sowohl am Kinzerplatz als auch in Jedlesee geht es daneben auch um den Sinn von „Kirche“.


Zurück ins Leben

Meine Töchter sind süchtig (5)

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Die Kinder vom Karlsplatz, die bei den Streetworkern um Spritzen und Drogenersatz anstehen, haben mein tiefstes Mitgefühl. Wenn ich dort auf dem Weg zum Naschmarkt vorbeikomme, fallen mir vergangene Bilder ein. Meine beiden Mädchen waren einmal drogenabhängig und schafften den Ausstieg. Der letzte Teil eines Berichts von Karin Mandel.


Wärme für eine Nacht …

Antonia Schubert hat vor 10 Monaten die Notschlafstelle „VinziBett“ gegründet

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… steht auf dem Türschild beim Hauseingang. Meist werden daraus mehrere. Wer hier herkommt, soll sich wohl fühlen. Das ist die Philosophie von Antonia Schubert. Die Leiterin von „VinziBett“ geht dabei unkonventionelle Wege in der Arbeit mit Obdachlosen.


Die Urlaubs-Schwindel-Börse

Mit unseren zwei Wochen "Balkonien" (allerdings ohne Balkon) sind wir noch gut dran

Nichtreisende, outet euch! Ihr seid nicht allein! Einer aktuellen Umfrage zufolge bleibt fast jede/r Zweite im Urlaub daheim. Zeitnot oder Geldnot, so beantworten die Betroffenen die Frage, warum sie nicht verreisten. Aber Geldnot führt mit Abstand vor Zeitnot.


Grundkeinkommen? Derzeit Nein, danke!

Und welche Leistungen würde der Staat dann noch übernehmen?

SchrageGrundsicherung.jpg„Stellen Sie sich vor, es gibt im Jahr 2015 schon ein bedingungsloses Grundeinkommen“ - unter diesem Titel organisierte das Netzwerk Grundeinkommen und sozialer Zusammenhalt eine Publikumsumfrage (siehe auch Augustin Nr. 203/ 07). Dieter Schrage folgte dieser Aufforderung und stellte sich die Einführung des bedingungslosen und existenzsichernden Grundeinkommens in den nächsten Jahren – „und eventuell auch unter politisch fortschrittlicheren Rahmenbedingungen als unter der derzeitigen rot-schwarzen Koalition“ - vor.



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