Erklärungen, die nicht die Welt bedeuten

Negativpreis «Das Goldene Brett» wird zum zweiten Mal verliehen

article_2062_329_tunmag_goldenes_brett_180.jpg Die Gelegenheit, Pseudowissenschaftlichkeit an den ihr gebührenden Pranger zu stellen, bietet sich nach 2011 heuer zum zweiten Mal mittels des Negativpreises «Das Goldene Brett vorm Kopf». Prämiert wird «der größte pseudowissenschaftliche Humbug, der im Jahr 2012 im deutschsprachigen Raum verbreitet worden ist», so die Veranstalter_innen von der Gesellschaft für kritisches Denken (GkD), die mit der internationalen Skeptiker_innenbewegung vernetzt ist.
Reinhold Schachner / 03.10.2012
Nominierungen fürs Goldene Brett werden online gesammelt (bis zum 12. Oktober 2012) und einer Jury (u. a. Niko Alm, El Awadalla und Martin Thür) vorgelegt. Anhand von sieben Kriterien, wie beispielsweise «Grad der Abwegigkeit» (zu Naturgesetzen) oder «Gefahrenpotenzial» (für Gesundheit oder Gesellschaft) werden drei Kandidat_innen auserkoren und näher vorgestellt. Schließlich wird eine_r aus diesem Trio infernal die Trophäe für den irrwitzigsten Unfung mit nach Hause nehmen dürfen.
Bei der ersten Auslobung zum Goldenen Brett ging P. A. Straubinger mit seinem Dokumentarfilm «Am Anfang war das Licht» als Sieger hervor. In der Begründung der Jury hieß es u. a., Straubinger rühre in seiner «Pseudodokumentation einen unverdaulichen und gefährlichen Brei aus manipulativen Halbwahrheiten an, der von Telekinese über Biophotonen bis zur Quantenmystik kein esoterisches Klischee auslässt, um sein Publikum davon zu überzeugen, dass konsequent betriebene Lichtnahrung zu etwas anderem als zu einem vorzeitigen Ableben führen könne».
Meine persönlicher Favorit für dieses Jahr ist das WIFI-Oberösterreich, das im Programm für 2013 zirka siebzig Kurse zum Stichwort «Energethik» anbietet. Mehrfachnominierungen sind möglich.
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Preisverleihung am 19. Oktober 2012 im Naturhistorischen Museum Wien ab 20 Uhr oder via Webstream: www.goldenesbrett.at
Reinhold Schachner / 03.10.2012