ico_youare10g.gif AUGUSTIN

Die Wiener Linien produzieren akustischen Müll

Der guten Ordnung halber sei erwähnt:

Mit dem Motto "Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme" zieht Vizebürgermeisterin Renate Brauner für die aktuelle Sauberkeits- und Sicherheitsoffensive (die per se zu hinterfragen wäre, Anm.) der Wiener Linien ins Feld. Dieses Motto hat allem Anschein nach aber nur für das gemeine Volk der Fahrgäste im Umgang miteinander zu gelten, denn gerade die Geschäftsführung der Wiener Linien zeigt sich mit dieser Kampagne ungemein respekt- und rücksichtslos. Warum?

Themen der aktuellen Ausgabe

Anmerkungen zum Winkelzugprinzip

«Wie auch die Lüge uns schmähend umkreist …» Vor 1000 ZuhörerInnen im besetzten Audimax der Wiener Uni lässt das Stimmgewitter Augustin in der Nacht vom 6. zum 7. November eine Vergangenheit lebendig werden, in der die Arbeiterbewegung noch ähnlich kämpferisch und systemkritisch war wie heute die Bewegung des Unistreiks. Die zitierte Strophe ist aus dem Lied «Die Arbeiter von Wien».
Der Einsatz der Lüge im politischen Konkurrenzkampf und im «Dialog» mit den BürgerInnen ist etwas, was die Menschen von den PolitikerInnen allgemein erwarten. Politik ohne Winkelzüge ist nicht mehr vorstellbar. Dass PolitikerInnen schwindeln, gilt im Volk als selbstverständlich. Die Uni-BesetzerInnen fallen auf, weil sie das Selbstverständliche nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen. Wenn sie lesen, 86 Prozent der ÖsterreicherInnen seien für eine Beschränkung des Zugangs zu den Universitäten, lassen sie sich vom Leumund des Erfinders dieser Quote nicht täuschen. Das reputierliche Institut für Markt- und Sozialanalysen Ges. m. b. h., bekannt unter IMAS, hat mit diesem «Umfragen»-Ergebnis wie bestellt die Position beider Koalitionspartner unterstützt, der von den Studierenden geforderte freie Zugang zur Hochschulbildung sei nicht möglich. In der Branche der Markt- und Meinungsforschung kommt man nicht mit den Methoden der Objektivität in den Status der Bonität, sondern mit Manipulationen zum Zwecke des Verhinderns unerwünschter Ergebnisse.

Der sozialistische Flügel

Fest rund um ein Klavier mit grotesker Vergangenheit

Es gibt auf dieser Welt Gegenstände, die kompliziertere Biografien haben als mancher Mensch, der sich als das komplexeste System des Planeten wähnt. Ein Konzertflügel mit einer ausgesprochen sonderbaren Geschichte steht am Donnerstag, 22. Oktober, im Zentrum einer Veranstaltung im Rahmen des Projekts «20 Jahre Mauersturz – 30 Jahre DDR-Punk» des Aktionsradius Wien. Das exquisite Instrument war 1955 von der DDR-Regierung bei der westdeutschen Klavierbaufirma Grotrian-Steinweg in Auftrag gegeben worden. Der Künstler und Cembalobauer Rio Mäuerle fand den Flügel 1990 in einem besetzten Haus in Berlin-Prenzlauer Berg – kein Mensch wusste, wie er im Trubel der Wende dorthin gekommen war.

Die "Nicht-Befürwortung" einer Theaterform

Was der Kulturbeamte nicht kennt, subventioniert er nicht ...

Forumtheater ist die zentrale Methode im Theater der Unterdrückten. Es beschäftigt sich unter Mitwirkung des Publikums mit Ungerechtigkeiten in sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereichen.
Nach 1993 in Rio de Janeiro und 1997 in Toronto wird das WeltForumTheaterFestival heuer erstmals in Europa durchgeführt, auf sechs österreichische Städte verteilt – und die Kulturabteilung der Stadt Wien scheint mit dieser (politischen) Form des Theaters überfordert zu sein. Rund um das Subventionsansuchen der Festival-Veranstalter – Theater Trans-ACT, Arge Forumtheater, InterAct und WUK – entwickelte sich ein schräges, aber auch trauriges Stück mit dem Arbeitstitel „Die Katze beißt sich in den Schwanz“:

Wien ohne Chauvinismus

"Roter Oktober" legt im Kabelwerk an

„Roter Oktober“ heißt ein Gerstensaft einer Dresdner Brauerei. Gleichen Namens ist ein Atom-U-Boot, das im Bestseller-Roman von Tom Clancy gejagt wird. Dem nicht genug, tauchte auch noch im Herbst 2007 in Wien ein genreübergreifendes Literaturfestival unter „Roter Oktober“ auf.

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